#1

2.12.1988 FF 1(LPD Stuttgart) Falscher Dr. Braun (Lebloser Körper im Lieferwagen)

in Filmfälle 20.07.2008 22:45
von dinolatino • 12 Beiträge

Hallo Forumfreunde!

Ich habe vor einiger Zeit in der Tube einen bemerkenswerten Filmfall gesehen, der mir jetzt nicht mehr einfallen will. Es geht um das Verschwinden eines Mädchens. Der zentrale Anhaltspunkt ist, dass eine Frau, aus ihrer Wohnung im ersten Stock den lebhaften Verkehr auf der Straße beobachtet, bemerkt, wie ein Lieferwagen vorbeifährt, durch dessen Fenster ein lebloser Körper zu erkennen ist. Vielleicht ist das jemandem ein Begriff.

Vielen Dank und viele Grüße!

Gerald


zuletzt bearbeitet 10.12.2013 21:10 | nach oben springen

#2

Re: Lebloser Körper im Lieferwagen

in Filmfälle 20.07.2008 23:58
von uschi • 132 Beiträge
Hi Dinolatino,

hättest du einfach einen Thread weiter unten geschaut ("Frage an die Experten") wärst du auf die Antwort gestossen...Ok, da steht nichts über den leblosen Körper - aber du meinst mit grosser Wahrscheinlichkeit den Fall "Falscher Dr.Braun" FF1 2/12/88 aka. "Mord an Sabine H."

lg
uschi
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#3

Re: Lebloser Körper im Lieferwagen

in Filmfälle 21.07.2008 09:57
von dinolatino • 12 Beiträge
Hallo Uschi!

Vielen Dank. Yepp, der war's. Ich bin nur nicht drauf gekommen, da ich den Fall zeitlich viel viel früher einordnete. Wie man sich doch manchmal täuschen kann...

LG

Gerald
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#4

Re: Lebloser Körper im Lieferwagen

in Filmfälle 21.07.2008 20:02
von Litzelwalchen • 113 Beiträge
"Ich bin der Doktor Braun"
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#5

Re: Lebloser Körper im Lieferwagen

in Filmfälle 23.07.2008 20:35
von TanteLuise • 16 Beiträge
Ich erinnere mich: Schlimmer Fall, das war einer der Fälle die mir Alpträume wegen kindlichen Aktenzeichenkonsums eingebracht haben.
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#6

Re: Lebloser Körper im Lieferwagen

in Filmfälle 27.01.2009 20:46
von uschi • 132 Beiträge
Hallo,

im unerschöpflichen Abendblatt Archiv bin ich auf diesen Artikel gestossen.
An anderer Stelle wurde hier im Forum bereits erwähnt dass der Pforzheimer VW-Busfahrer wohl ermittelt wurde, es aber nicht gelang ihm die Tat nachzuweisen:

http://archiv.abendblatt.de/ha/1989/pdf/19890629.pdf/ASV_HAB_19890629_HA_028.pdf

lg
uschi
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#7

Re: Lebloser Körper im Lieferwagen

in Filmfälle 23.07.2012 17:29
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
Nachdem ein User sich für diesen Fall interessiert hat, hier ein paar zusätzliche Informationen, die etwas über den Kenntnisstand des HH- Abendblatt hinausgehen.

Am 17.Juli 1985 verschwindet die neunjährige Sabine. Ihr Vater, ein Stuttgarter Polizeibeamter, schickt sie an diesem Abend um 18.30 Uhr von der elterlichen Wohnung an der Schwabstraße im Westen zum Zigarettenholen zu einem nur 50 Meter entfernten Automaten an der Rosenbergstraße. Als das Mädchen von der Besorgung, für die sie normalerweise lediglich zehn Minuten braucht, nach einer Stunde noch nicht nach Hause zurückgekehrt ist, sucht die besorgte Familie nach ihrer Tochter, ohne Erfolg. Um 20.45 Uhr informieren die Eltern dann die Polizei. Krankenhäuser werden überprüft, Anwohner befragt, Taucher suchen den nahe gelegenen Feuersee ab. Dass Sabine aus eigenem Entschluss von zu Hause weggelaufen sein könnte, schließt die Polizei sofort aus und geht von Anfang an von einem Verbrechen aus.

Die schlimmsten Befürchtungen der Familie von Sabine werden am 29.Dezember 1986 wahr. Ein Jäger findet kurz nach Weihnachten das Skelett eines Kindes am Rand eines Waldstücks bei Pommersfelden im Kreis Bamberg. Erst nach mehreren Gutachten, umfangreichen Ermittlungen, Untersuchungen durch die Rechtsmedizin an mehreren Universitäten in ganz Deutschland und bundesweiten Vergleichen mit anderen Fällen steht im Juli 1988 fest, dass die sterblichen Überreste von Sabine in diesem Waldstück an der B 505 zwischen Pommersfelden und Höchststadt kurz vor Ausfahrt Bamberg , gut 200 km von Stuttgart entfernt, abgelegen wurden.

Dann passieren in Süddeutschland weitere Sexualverbrechen an, die später einer Person nachgewiesen werden können, der auch im Fall Sabine unter Tatverdacht gerät. Am 8. November 1988 in Göppingen (Baden-Württemberg) spricht der Täter auf der Straße ein neun Jahre altes Mädchen an, zerrt es am Genick in einen brauen VW- Bus und missbraucht es auf unglaublich brutale Weise. Die Polizei überprüft anschießend 200 VW-Bus- Besitzer- ohne Ergebnis.

Am 2.12.1988 fahndet Zimmermann in der Sendung nach dem Mörder von Sabine, der sich in Stuttgart kleinen Mädchen gegenüber als Dr. Braun ausgibt, einem in der Gegend ansässiger Kinderarzt. Der Täter hatte vor der Entführung von Sabine versucht, ein anderes Mädchen in seine Gewalt zu bringen. Die Polizei erfährt von diesem Vorfall ein Tag nach dem Verschwinden von Sabine. Mit der Hilfe des Mädchens, die den Täter sehr gut beschreiben kann, gelingt es der Polizei, ein Phantombild anzufertigen. Im Mittelpunkt der Fahndung steht das Phantombild des Täters alias Dr. Braun und dessen VW-Bus, der am Tag des Verschwindens von Sabine um 19.16 an einer Bushaltestelle im 15 km entfernten Leonberg gesehen wird. Eine Zeugin will auf der Rückbank des Wagens mit Pforzheimer Kennzeichen die Leiche eines kleinen Mädchens gesehen haben.

Nach der Sendung gehen insgesamt 75 Hinweise ein, zwei stufen die Beamten des LPD Stuttgart II als „interessant“ ein. Auch meldet sich unmittelbar nach der Sendung ein Mitarbeiter einer Werkstatt in der Nähe aus Pforzheim, der den fraglichen VW- Bus kurz vor dem Verschwinden des 9-jährigen Mädchens zur Reparatur hatte und die Rückbank ausgebaut hat. Bei den weiteren Ermittlungen kann der Fahrer des Busses ausfindig gemacht werden. Es stellt sich heraus, dass der Mitarbeiter sich bei dem Datum der Reparatur geirrt hatte. Der Wagen war erst ein Jahr später in der Werkstatt, einen Zusammenhang zum Mord an Sabine konnte ausgeschlossen werden.

Am 8. April 1989 überfällt ein Mann in der kleinen Stadt Mainburg in Niederbayern ein siebenjähriges Mädchen. Er hält an, lockt sie mit dem Versprechen „Ich habe Schokolade für dich" in seinen Kleinbus und vergewaltigt sie auf einem Waldweg. Die Siebenjährige merkt sich jedoch das Aussehen des Täters und prägt sich sogar Teile des Nummernschildes ein. Es ist ein amerikanisches Nummerschild der US- Armee.

Schnell ist der Täter der Verbrechen von Göppingen und Mainburg identifiziert. Es ist der 43jährige Robert S. aus München, verheiratet, Vater mehrerer Kinder. Am 18. April 1989 wird Robert S. in der Münchner McGraw-Kaserne festgenommen. Robert S. arbeitet als Kurierfahrer für die US- Armee. Von Montag bis Freitag war er mit seinem braunen VW-Bus unterwegs. Auf diesen Reisen suchte er sich seine Opfer aus, meistens Mädchen im Alter zwischen sieben und zehn Jahren. S. gesteht sechs Sexualverbrechen in Süddeutschland, den Mord an Sabine jedoch nicht. Trotzdem interessieren sich die Beamten des LPD Stuttgart II für den 43 jährigen.
Der Festgenommene weist große Ähnlichkeit mit dem Phantombild im Fall Sabine auf, zudem soll auch dieser Täter in Stuttgart und Umgebung mit einem VW- Bus unterwegs gewesen sein. Die Leiche des Mädchens wurde zudem 200 km von Stuttgart entfernt verscharrt - bei Bamberg, einem Standort der US-Armee. 4 Jahre nach der Tat wird der Bully von S. kriminaltechnisch genau untersucht. Es konnten zwar Spuren gesichert werden, ein Hinweis darauf, dass sich Sabine jedoch in diesem VW-Bus aufgehalten hat, konnte nach den damaligen Methoden der Kriminaltechnik und nach so langer Zeit nicht nachgewiesen werden. Eine weitere spätere Untersuchung mit verbesserten Methoden war nicht möglich, die Proben wurden unsachgemäß aufbewahrt und waren nicht mehr zu gebrauchen.
Es gab jedoch weitere Indizien, die gegen die Täterschaft von Robert S. sprechen: Die Zeugin aus Leonberg, die kurz nach der Entführung Sabine auf der Rückbank eines VW- Busses eine nachte Leiche gesehen haben will, konnte den Wagen nicht identifizieren. Nach ihrer Meinung war der Wagen im Juli 1985 hellgrau gewesen- der Verdächtige fuhr zu diesem Zeitpunkt einen brauen VW-Bully.
Der Wagen, der in Leonberg gesehen wurde, soll ein Pforzheimer Kennzeichen geführt haben, der Wagen von S. war über die US- Armee gemeldet und hatte ein amerikanisches Militärkennzeichen. Kein KFZ- oder Kennzeichen- Diebstahl mit Pforzheimer Anmeldung konnte mit diesem Mordfall in Verbindung gebracht werden. Laut Fahrtenbuch soll sich S. zudem während der Tatzeit über 200km weit entfernt von Stuttgart aufgehalten haben.
Im Ergebnis konnte Robert S. der Mordfall an Sabine nicht nachgewiesen werden, er wurde in 6 Fällen des sexuellen Missbrauchs und der Entführung angeklagt und verurteilt. Über die Höhe des Urteils gibt es unterschiedliche Angaben (6,5 bis 9 Jahre), ist aber auch egal, der Fall des falschen „Dr. Braun“ ist immer noch ungelöst.

(Quelle Hamburger Abendblatt, Stuttgarter Nachrichten, Stuttgarter Zeitung)
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#8

Re: Lebloser Körper im Lieferwagen

in Filmfälle 27.08.2012 20:28
von Aufnahmestudio Wien • 11 Beiträge
Sehr bedauerlich, dieser Fall ist mir besonders in Erinnerung geblieben da er extremst niederträchtig war. Leider sieht es mittlerweile schlecht aus den Fall doch noch zu klären, außer irgendwelche Mitwisser brechen noch ihr Schweigen.
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#9

Re[2]: Lebloser Körper im Lieferwagen

in Filmfälle 08.01.2010 00:18
von lep1980 • 46 Beiträge
uschi>Hallo,

uschi>im unerschöpflichen Abendblatt Archiv bin ich auf diesen Artikel gestossen.
uschi>An anderer Stelle wurde hier im Forum bereits erwähnt dass der Pforzheimer VW-Busfahrer wohl ermittelt wurde, es aber nicht gelang ihm die Tat nachzuweisen:

uschi>http://archiv.abendblatt.de/ha/1989/pdf/19890629.pdf/ASV_HAB_19890629_HA_028.pdf

uschi>lg
uschi>uschi

Obiger Link funktioniert nicht, dafür:
http://80.237.193.200:8000/article.php?url=/ha/1989/xml/19890629xml/habxml890406_13264.xml
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#10

Re: Lebloser Körper im Lieferwagen

in Filmfälle 16.11.2011 20:53
von Aufnahmestudio Wien • 11 Beiträge
Gibt´s Neuigkeiten zu diesem tragischen FF?
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#11

Re: Lebloser Körper im Lieferwagen

in Filmfälle 17.11.2011 15:22
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo!
Ich bin mir fast sicher, das dieser Fall immer noch ungeklärt ist. Sollte ich mich geirrt haben, so bitte ich mich zu entschuldigen.
So denn, einen schönen Gruß von schildi
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#12

RE: Re: Lebloser Körper im Lieferwagen

in Filmfälle 16.11.2014 10:01
von northernstudio • 236 Beiträge

Interessanter Artikel lep1980! Danke dafür. Wenn der Tatverdächtige wirklich für die US-Armee arbeitete, wäre sein Dienstfahrzeug bestimmt mit einem US-Kennzeichen ausgestattet worden. Dann haben die Fensteroma und ihr Knirps sich vielleicht beim Ablesen der ersten Buchstaben geirrt. Brauner VW Bus passt doch, dann noch Dr. Braun. Der Täter hatte noch weit mehr Verbrechen auf dem Kerbholz, vielleicht musste Sabine H. sterben, weil sie etwas erkannt hatte, Kennzeichen, was weiss ich. Man müsste doch sicher mit DNA Abgleichen oder so irgendwas herausfinden können.


"I musch Medigamentt off da Balggruffbringa. Isch gebb dia zeh Moak wennsch mirhülscht..."

zuletzt bearbeitet 16.11.2014 10:02 | nach oben springen

#13

RE: Re: Lebloser Körper im Lieferwagen

in Filmfälle 18.11.2014 12:20
von Jiri Brei • 520 Beiträge

Was für eine DNA denn?
Sabine wurde erst nach 17 Monaten gefunden, da gibt´s keine verwertbaren Täter-Spuren mehr...

JB


Mord verjährt nicht.

zuletzt bearbeitet 18.11.2014 12:21 | nach oben springen

#14

RE: Re: Lebloser Körper im Lieferwagen

in Filmfälle 13.04.2015 18:35
von northernstudio • 236 Beiträge

Falsche Dr. Brauns lauern überall...

Bildschirmfoto 2015-04-13 um 18.33.51.png - Bild entfernt (keine Rechte)

Bildschirmfoto 2015-04-13 um 18.36.48.png - Bild entfernt (keine Rechte)


"He Du, ah wattamall. I pin der Tokter Praun, kannscht du mir de Weg zun Weschtbahof zeiget? Dauert blos zeh Minuthabsautodabei...I must Medigamentet off da Bahn ruffbringa. I gebb diar zeh Moak wennmer mirhülsch..."

zuletzt bearbeitet 13.04.2015 18:37 | nach oben springen

#15

RE: Re: Lebloser Körper im Lieferwagen

in Filmfälle 21.04.2015 21:46
von northernstudio • 236 Beiträge

[ Letzter Off-Topic Querschläger. Versprochen :-) ]

Fälschlicherweise, zur Abwechslung und im Rahmen des gegenwärtigen portugiesischen Schlachtfestes noch ein echter falscher Dr. Braun. Kippte dem Feind Latschenkiefer-Franzbranntwein in die Unterbüchs...
braun.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)


"He Du, ah wattamall. I pin der Tokter Praun, kannscht du mir de Weg zun Weschtbahof zeiget? Dauert blos zeh Minuthabsautodabei...I must Medigamentet off da Bahn ruffbringa. I gebb diar zeh Moak wennmer mirhülsch..."

zuletzt bearbeitet 21.04.2015 21:49 | nach oben springen



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