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Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 16.01.2012 21:41
von Ludwig • 551 Beiträge
Hallo zusammen !
Wer von uns Vertretern der geburtenstarken Jahrgänge kennt sie aus seiner Jugendzeit nicht: die Warnungen unserer Eltern und oft genug auch von Eduard Zimmermann, ja nicht per Anhalter zu fahren. Angesichts der vielfältigen drohenden Gefahren waren sie nur zu berechtigt, wie die vielen bei XY präsentierten Verbrechen nur zu gut beweisen. Im Laufe der nächsten Zeit werde ich Euch alle XY-Filmfälle zu Trampermorden kurz vorstellen (etwa 5 pro Woche), wobei die reviews aufgrund der Fülle der Fälle nicht so umfangreich ausfallen wie an anderer Stelle - und sicherlich auch nicht ganz so vorbildlich wie bei den anderen Autoren im Forum! In erster Linie orientiere ich mich an der Darstellung im Filmfall und an der Netakte; ich freue mich auch, wenn ich auf Fehler oder fehlende Fälle hingewiesen werde.
Zunächst einmal beginne ich mit einer chronologischen Aufstellung der Fälle, die ich hier behandeln will, wobei ich zur thematischen Abgrenzung erwähne, dass die "Straßenstrich-Fälle" für mich nicht zu diesem Thema gehören. Einige wenige Fälle werde ich ebenso erwähnen, bei denen für mich eine Anhalter-Thematik sehr wahrscheinlich ist, auch wenn sie in der Darstellung nicht explizit erwähnt wurde. Sofern zu den einzelnen Fällen bereits threads vorhanden sind, werde ich darauf verweisen. Täternamen werde ich entweder verfremden oder weglassen.
Zum Abschluss plane ich noch eine kleine Zusammenfassung unter Einbeziehung soziologischer und zeitgenössischer Aspekte.
Das grausame Schicksal der Opfer hat mich wie viele andere auch oftmals stark bewegt. Ihnen, ihren Angehörigen sowie Eduard Zimmermann sei diese kleine Reihe gewidmet.

Die Fälle in chronologischer Reihenfolge:

Teil 1:
05.07.1968 FF1: Lydia Sch.
20.12.1968 FF1: Anne P./Gerda Ö./Eleanor F.
04.06.1971 FF3: Irmhild St.
03.03.1972 FF3: Frauke "Kaktus" E.
15.12.1972 FF1: Christoph K.
11.05.1973 FF1: Marion L./Rita L. (verschollene Folge)
19.10.1973 FF1: Malte W.
Teil 2:
16.11.1973 FF1: Anna Maria B.
11.04.1975 FF1: Münsterland-Mordserie
07.11.1975 FF1: Gundula St.
16.01.1976 FF1: Carmen F.
09.04.1976 FF2: Frankfurter Mordserie
04.11.1977 FF1: Monika P.
06.04.1979 FF1: Christiane M.
01.06.1979 FF1: Luciana F.
07.12.1979 FF3: Waltraud O.
Teil 3:
24.04.1981 FF1: Erika H.
24.07.1981 FF1: Doris M./Doris E.
29.10.1982 FF3: Andrea L./Ramona S.
11.05.1984 FF1: Ulrike R.
02.11.1984 FF3: Marion H.
30.11.1984 FF1: Ulrike H.
12.04.1985 FF3: Angelika S.
30.08.1985 FF1: Rosita S.
Teil 4:
17.01.1986 FF3: Anja F./Anke Sch.
21.02.1986 FF1: Ingrid K./Angelika St.
20.06.1986 FF3: Silke B.
18.07.1986 FF1: Britta H.
07.11.1986 FF1: wird nachgetragen
08.05.1987 FF1: Dieter H.
04.12.1987 FF1: Christina W.
13.01.1989 FF1: Regina F.
Teil 5:
07.04.1989 FF1: Kerstin Sch.
09.06.1989 FF1: Melanie P.
14.06.1991 FF3: Ulrike H.
11.10.1991 FF3: Bettina P.
02.06.1995 FF1: Jeanette G.
02.06.1995 FF3: Jasmin G./Yvonne H.
07.07.1995 FF3: Kathy Th.
29.09.1995 FF3: Concetta D.
05.07.1996 FF3: Nicole N.
25.10.1996 FF1: Manuela K.
11.06.1999 FF2: Christina B.
16.07.1999 FF1: Ulrike R.
21.01.2000 FF1: Heidi S.
03.05.2002 FF1: Magdalene H.
08.12.2002 FF1: Katrin K.
02.03.2006 FF1: Aneta B.
16.09.2009 FF4: Angelika St.
14.12.2011 FF3: Andrea S.

In folgenden Fällen ist für mich eine "Anhalter-Thematik" plausibel oder sogar sehr wahrscheinlich:
11.06.1969 FF1: Rosemarie B.
11.10.1974 FF1: Dorothea H.
07.12.1979 FF1: Anja B./Angelika K./Anke S.
06.11.1987 FF3: Kaja B.
07.09.1990 FF3: Martina L.
27.09.1996 FF3: Manuela R.
21.03.1997 FF2: Yasmin St.
05.11.1999 FF2: Irmgard E.
04.11.2006 FF2: Frauke L.

viele Grüße
Ludwig

Es geht los mit dem ersten Fall:

05.07.1968 FF1: Lydia Sch.

Lydia ist offensichtlich frühreif: zum einen sieht sie mit dreizehn schon aus wie eine Fünfzehnjährige, zum anderen ist ihr Fall der erste in einer langen Liste von Anhaltermorden, die bei XY präsentiert werden, und dabei ist sie bei Ausstrahlung der Sendung schon mehr als sechs Jahre tot, ein Umstand, auf den EZ besonders hinweist mit der Bemerkung, die Sendung sei der letzte Trumpf der Polizei - und somit die Zuschauer vor den Bildschirm fesselt.
Zum Beitrag: Der Bereitschaft habende Kripobeamte Reineke wird an einem heissen Spätsommertag, dem 19.8.1962, vom Fund einer Leiche in einem Waldgebiet bei Bielefeld durch Pilzsammler verständigt. Die Tote wird nur zufällig gefunden, da ein Fuchs einen Arm der vergrabenen Leiche freigelegt hat. Anhand der Kleidung und wegen des guten Gedächtnisses der Beamten wird schnell klar, um wen es sich bei der Toten handelt: um die seit dem 26.4.1962 vermisste Lydia Sch. An diesem Tag hatte sich das Mädchen dem von der Mutter verhängten Stubenarrest durch eine Flucht über das Fenster und die Garage, hin zur nahen Autobahn, entzogen, wie von mehreren Zeugen beobachtet. Dort versuchte Lydia, Autos anzuhalten, und wurde auch, wie von einem neugierigen LKW-Fahrer bestätigt (man beachte den Gebrauch des Plusquamperfekts: ..er war neugierig geworden...!!), von einem roten Sattelschlepper mit belgischem Kennzeichen mitgenommen - heutzutage hielte wegen des just-in-time-Termindrucks wohl kaum mehr einer an, noch dazu auf dem Standstreifen. Der belgische LKW-Fahrer wird in Zusammenarbeit mit der dortigen Polizei und mittels eines umfassenden manuellen Datenabgleichs ermittelt und vernommen.
Er hat das Mädchen mitgenommen, das angab, zu seiner Tante nach Frankreich zu wollen. Lydia hatte kein Geld dabei, weswegen er ihre Erbsensuppe mitbezahlen musste, aber auch keinen Ausweis, und daher ließ er sie an einem Rastplatz vor der belgischen Grenze aussteigen. Sie überquert die Strasse und verliert sich im Dunkeln....
Im Studio werden zwar Fotos von ihr gezeigt und ihre Kleidung angesprochen sowie mögliche Rückreiserouten erörtert, entscheidende Hinweise erhofft man sich aber von dem auffallenden verschwundenen roten Lederbeutel mit marokkanischem Prägemuster (???) und darin enthaltenen "Gesundheitsschuhen", anhand dessen sich mögliche Zeugen so lange nach der Tat an das Mädchen erinnern könnten.
Diese Hoffnung ist vergeblich, der Mord bleibt ungeklärt.
Auffallend ist, dass die Arbeit der Polizei umfassend und wohlwollend geschildert wird mit besonderer Betonung der Teamarbeit, ein Umstand, der uns noch häufiger begegnen wird in den Fällen aus jener Zeit. Das für mich wahrscheinliche Sexualdelikt wird hingegen mit keiner Silbe erwähnt.

Aufgrund eines gefälschten Selbstbezichtigungsschreibens wurde dieses Verbrechen auch mit dem Mord an Heidi B. in Verbindung gebracht, wofür m.E. aber nichts spricht.
Thread hierzu: http://azxy.communityhost.de/thread/?thread__mid=678139814

20.12.1968 FF1: Anne P./Gerda Ö./Eleanor F.

Die Karlsruher Autobahnmorde sorgten Mitte der 60-er Jahre wohl für großes Aufsehen in der Region, Grund genug, sie Jahre später als Sammelfall bei XY zu präsentieren.
Zum Filmfall: Nach einigen einleitenden Bemerkungen mit dem zuständigen Beamten im Studio und dem Verweis auf einige Gegenstände wird Gerda Ö. gezeigt, wie sie in München eine gebrauchte Kamera für ihre Freundin in Paris erwirbt, wohin sie trampen will. Zuletzt wird sie in Obermenzing an der Autobahn Richtung Stuttgart gesehen, sie kommt jedoch nicht in Paris an, sondern wird vier Wochen später nackt und erwürgt aus dem Rhein bei Ludwigshafen geborgen, in den sie etwa auf Höhe Karlsruhe geworfen sein muß. Bei der Besprechung erinnern sich die Beamten an einen knapp zwei Jahre zurückliegenden Fall aus Karlsruhe, in dem die amerikanische Studentin Anne P. erwürgt an einem Autobahnparkplatz aufgefunden wurde. Sie schlagen daher die Bildung einer länderübergreifenden Sonderkommission vor, die auch eingerichtet wird, nachdem ein weiterer Beamter in die Besprechung mit der Nachricht über eine weitere nackte erwürgte Tote (ebenfalls eine amerikanische Studentin, Eleanor F.) im Rhein bei Speyer platzt - durch diesen dramaturgischen Kunstgriff werden alle drei Fälle miteinander verknüpft. Es werden die intensiven Such- und Ermittlungsbemühungen der Polizei dargestellt, bei denen selbst der Einsatz einer "attraktiven Blondine" am Karlsruher Autobahndreieck, der mutmasslichen Schnittstelle aller drei Fälle, als Lockvogel zu keinen greifbaren Ergebnissen führt.
Der Filmfall selbst dient eher der Illustration und als spannungserhöhendes Moment (es wird keine Karte gezeigt und auch nicht nach Autofahrern gefragt, die die Getöteten mitgenommen haben) für die im Studio präsentierten Fahndungsansätze, bei denen es sich um definitiv verschwundene Gegenstände aus dem Besitz der Opfer handelt: eine türkische Mokkamühle, ein Skizzenbuch, Fotoapparate, Armbanduhren, Schiffskarten und ein grüner Schlafsack. Diesen Gegenständen gilt die ganze Hoffnung bei der Fahndung, leider vergebens, die Morde bleiben ungeklärt.
Nicht thematisiert (bzw. höchst subtil durch das Mercedes-Cabrio beim Lockvogel-Einsatz) wurde, dass ein Unschuldiger verhaftet wurde.
Siehe auch:
http://www.zeit.de/1966/49/auch-ein-playboy-hat-rechte


04.06.1971 FF3: Irmhild St.

Gleich zu Beginn betätigt sich EZ als Erziehungsratgeber und warnt davor, aus Angst vor Konflikten Heranwachsende zu sehr sich selbst zu überlassen.
Zum Film: Der Azubi Johann B. hat das perfekte Timing bei seinem morgendlichen Weg auf dem Fahrrad von Drensteinfurt nach Ahlen entwickelt, weswegen er sich auch einen Blick für die Umgebung leisten kann, und hierbei macht er eine für ihn völlig neue Entdeckung, eine nur teilweise bekleidete Mädchenleiche. Nach kurzem Zögern hält er einen LKW an und überzeugt dessen leicht begriffsstutzigen Fahrer, selbst nachzusehen, und, oh Wunder, die Leiche liegt immer noch da. Die herbeigerufene Kripo wird vom Gerichtsmediziner grob unterrichtet, wobei der Vertreter dieser Zunft die Kriminaltechnik gleich noch mit übernimmt (Schleifspuren an den Waden, von einem Tennisplatz oder Ziegelmehl vielleicht). Nach Klärung der Identität der Toten wird erst einmal die familiäre Idylle mit deutlichen Worten in Zweifel gezogen, denn mangels anderer Bezugspersonen und sinnvollem Zeitvertreib nach Abschluß der Schule wendet sich das Mädchen dem Javaäffchen "Bimbo" zu. Wenigstens vertragen sich Hund und Katze und fressen aus derselben Schüssel. Die Mutter schickt ihre Tochter um 15 Uhr nach Kamen wegen einiger Besorgungen, allerdings ohne Geld (das Wirtschaftswunder war noch intakt, man konnte anschreiben lassen) - vermutlich fürchtet sie nicht ganz zu Unrecht um dessen zweckbestimmte Verwendung - und erwartet sie gegen 17 Uhr wieder zuhause. Schon relativ bald hat Irmhild genug vom Haldenslalom, stellt ihr Fahrrad ab und trampt nach Kamen. Dort taucht sie gegen 17 Uhr in unbekannter männlicher Begleitung in ihrer Stammzoohandlung auf und bildet sich in exotischer Fauna fort, um anschließend allein die Besorgungen für die Mutter zu erledigen, nicht aber ohne sich noch zwei Trachtenknöpfe zur Belohnung dafür zu gönnen und telefonisch zu versuchen, den Freund ihrer Schwester als Chauffeur zu verpflichten, allerdings erfolglos. Danach verliert sich ihre Spur. Einige Tage später findet die Polizei einen Zeugen, dem um 19 Uhr ein LKW mit Haldenmaterial die Einfahrt versperrt hat und der erst mit Verzögerung wegfährt. Der Fahrer stellt ihn auf Höhe des späteren Leichenfundorts wieder ab.
Dieser graue Muldenkipper ist auch der erste Fahndungsansatz im Studio, wobei zur zeitlichen Orientierung der 4.11.1970 als Tag der Direktübertragung des Europapokalspiels Mönchengladbach gegen Everton in der ARD (!!!!) genannt wird; die "Fußball-Eselsbrücke" wird bei XY noch oft eingesetzt werden! Aus dem Besitz des Mädchens fehlen der Fahrradschlüssel (???), ihre geflickte "Knautschlackjacke" und die Tüte mit den Einkäufen aus dem Textilgeschäft.
Der Fall ist ungeklärt, auch wenn sich zu dieser Zeit die Anzahl der grauen Muldenkipper im Raum Kamen/Hamm/Ahlen im Rahmen gehalten haben dürfte.


03.03.1972 FF3: Frauke ("Kaktus") E.

Mit Verweis auf mögliche Parallelen werden zunächst kurze Ausschnitte aus dem ungeklärten Fall Rosemarie B. gezeigt, das Auffinden ihrer Leiche und auch ihr Besuch im Cafe "Europa" 19 Tage zuvor, bei dem sie von einem bis heute unbekannten Vertreter zu einem Kurzurlaub in die Schweiz eingeladen wird. Über die Annahme des Angebots ist nichts bekannt; wohl zögert sie zunächst, was in Anbetracht des Phantombildes dieses Mannes auch weiter kein Wunder ist. Nach einer kurzen Einblendung von EZ ist genügend Vorspannung aufgebaut, der Fall Frauke E. kann beginnen: die junge Dame, selbstverständlich bei Vorgesetzten und Kollegen beliebt, aber zurückhaltend und kontaktarm, arbeitet im Ravensburger Telegraphenamt. Ihre Tipperei wird unterbrochen für die Genehmigung ihres Urlaubsantrags für einen angeblichen Kopenhagen-Urlaub und der telefonischen Einladung eines "Günter", dessen Anruf zunächst bei der Aufsichtsbeamtin landet, die aber über den Inhalt aufgrund ihrer atypischen weiblichen Diskretion keine Angaben machen kann. Abends hält sie sich wie so oft im "Jugendlokal" Ranch66 auf, aber auch wie üblich zurück; vielleicht rührt ihr Spitzname "Kaktus" auch daher. Nachdem sie die musikalischen Preziosen (Lynn Anderson: I never promised you a rose garden und Deep Purple: Strange kind of woman) - für mich der Höhepunkt der Verfilmung - genossen und ihre vier Bier bezahlt hat, macht sie sich auf den Heimweg. Hierbei wird sie zunächst von dem mit ihr etwas näher bekannten "Jack" begleitet, der ihr auch anbietet, dies für den Rest des Weges zu tun. Frauke allerdings verabschiedet sich merklich unterkühlt, überquert den Zebrastreifen und versucht vermutlich, auf Höhe des Kinos am Frauentor per Anhalter nach Hause zu kommen. Neun Tage später wird ihre Leiche in einem Waldgebiet in der Nähe von Ravensburg gefunden; die Auffindeprozedur bleibt uns filmisch erspart. Sie wurde am Fundort erstochen; die Tatwaffe, ein älteres Metzgermesser, blieb zurück.
Dieses Messer ist auch der Hauptansatzpunkt für die Fahndung; ferner wird mit einem Phantombild nach dem ominösen Günter gesucht und nach weiteren Bekannten, die ihre verborgen gebliebenen Lebensgewohnheiten etwas erhellen könnten.
Die Parallelen zum Fall Rosemarie B. (bei den Verdachtsfällen aufgeführt !) werden einzeln genannt: der geographische Bezug, die Gewohnheit der Opfer, per Anhalter zu fahren, die Herkunft der Tatwaffen (Metzgerei/Landwirtschaft) und die Einladung zu einem Urlaub durch Vertreter (...als die Spesenkonten noch gefüllt waren...). Genutzt hat der Aufwand leider nicht, der Mord an Frauke E. wurde nicht geklärt - ebensowenig wie der an Rosemarie B.


15.12.1972 FF1: Christoph K. ("Südfrankreichreise")

Gleich zu Beginn der Sendung fesselt uns EZ bei der Präsentation der Ergebnisse der letzten Sendung mit der Ankündigung, es werde ein Verbrechen gezeigt, das zwar außerhalb des Sendegebietes verübt worden sei, dessen Schlüssel zur Lösung aber innerhalb liegen dürfte - welch' eine prophetische Mutmassung !
Für die Wartezeit bis zum Start des Filmfalles werden wir mit einem wunderbar ruhig inszenierten roadmovie entschädigt, dessen schrecklicher Anlass so deutlich mit den gezeigten Landschaftsbildern kontrastiert.
Es beginnt in Monaco, einem schon damals "attraktiven" (???) Kleinstaat, wo in der Nähe des "Holiday Inn" aufmerksamen flics ein seit längerem dort abgestelltes Auto, ein roter DKW mit weissem Dach und Züricher Kennzeichen auffällt. Die Durchsuchung des unverschlossenen Autos fördert neben einigem Reisegepäck auch eine leere Geldbörse, einen Geldbeutel mit 200 Francs, eine unvollendete Postkarte, ein gerade begonnenes Tagebuch sowie Ausweis und Führerschein des Fahrzeugbesitzers zutage, des 20-jährigen Christoph K. aus Winterthur. Die Kupplung des Autos ist defekt und die Batterie leer. Daraufhin setzt sich die einheimische Polizei,dokumentiert durch die Bilder des Fürstenpaares an der Wand, mit ihren Schweizer Kollegen in Verbindung, was uns in den Genuß eines kurzen untertitelten französischen Sprachkurses (J'ai ici des documents.... Christoph K. est réporté´disparu... etc.) und die Züricher Polizei zu ersten Erkenntnissen in diesem Vermisstenfall bringt, denn um einen solchen handelt es sich zum Zeitpunkt der Ausstrahlung der Sendung noch.
Wenige Tage vor Antritt der Reise erst hat der junge Mann seine Fahrprüfung unter den kritischen Augen des Fahrlehrers und des "Experten" (=Prüfer) in Zürich absolviert. Nachdem alle Aufgaben, selbst das Rückwärtseinparken, fehlerlos bewältigt, die Gratulationen der Familie entgegengenommen und der Fahrausweis zugeschickt sowie das Auto, ein Geschenk des älteren Bruders, übergeben waren, kann es losgehen. Vorher allerdings erfolgt noch ein kurzer Ausblick auf die hoffnungsvolle Zukunft: nach dem Urlaub erst vier Monate Rekrutenschule, dann aber ein Auslandseinsatz bei seiner Firma.
Am 26. Juni 1972, einem Montag, bricht Christoph dann zu seiner Reise auf, wohl versehen mit den guten Ratschlägen seiner Mutter und einer Rüblitorte (Originalrezept bei mir auf Anfrage) seiner Freundin Heidi; die Mutter winkt ihm noch nach, ihr Blick hierbei deutet schon an, dass sie ihren Sohn nie wiedersehen wird. Frohgemut fährt Christoph entlang des Genfer Sees Richtung Lyon und kommt an der Grenze dank der Großzügigkeit des Beamten um die Verzollung der in Stanniol eingepackten Rüblitorte herum. Er nimmt ein trampendes holländisches Studentenpaar bis zu einem Campingplatz mit; diese Erkenntnis verdanken wir seinem Tagebucheintrag (vermutlich würde er heute häufig twittern). Abends ist er wieder allein; vor seinem Zelt am Fluß inspiriert ihn der Anblick und der teilweise Verzehr der Torte am Lagerfeuer (http://azxy.communityhost.de/thread/?thread__mid=735400482) zu einem Liebeslied für seine Freundin Heidi, über dessen Melodie und Text an dieser Stelle aber besser der Mantel des Schweigens gebreitet werden soll. Am nächsten Tag geht die Fahrt von Lyon Richtung Rhônetal, in Le Puy en Valey schreibt er Postkarten an seine Eltern und seine Freundin (wobei ich in der Anrede "Fraueli" erkenne...) und kündigt an, noch Richtung Montpellier weiterfahren zu wollen. Schon bald muß er einen Anhalter mitgenommen haben, den er zwei Tage später in einer weiteren Karte an seine Freundin als "Bieler Tramper(Häftling)" bezeichnet; eine weitere Karte an die Schwester bleibt unvollendet. Nach seiner Ankunft am Meer, bei Les-Saintes-Maries-de-la-Mer, wird Christoph K. nicht mehr gesehen, wie dem Zuschauer mit einem Schwenk über den Ort und einem unvermeidlichen Blick auf die berühmten Pferde der Camargue mitgeteilt wird. Dieser Ort, im Untertitel falsch geschrieben, wird aber in einem weiteren Fall noch eine gewisse Bedeutung erlangen, die gar nicht so recht zum Namen passen will. Die Fahrt geht weiter, mit Christoph K. vermutlich schon nicht mehr am Steuer, und endet mit einem Blick über den Hafen nachts vor dem Holiday Inn.
Die Fragen an die Zuschauer richten sich in erster Linie an die zahlreichen deutschsprachigen Touristen zu jener Zeit in der Camargue: es wird mithilfe seines Passbildes und seines Autos nach Christoph K. gefragt, aber ebenso deutlich von Werner Vetterli nach dem "Bieler Tramper". Die vermissten Gegenstände aus dem Besitz des Opfers werden gezeigt: ein Fotoapparat, eine Armbanduh ein Autoschlüsselset, jeweils mit Seriennummer, dazu eine Gitarre und zwei Zelte, jeweils mit Modellbezeichnung. Ein weisser Pullover, ein rotes "Pulli-Hemd" und eine Luftmatratze in blau/türkis gehörten Christoph K. dagegen nicht.
Nachspiel: Bereits in der Sendung gingen zahlreiche Hinweise ein, die zu weiteren Fragen führten, so dass im Verlauf mehrerer Sendungen der "Bieler Tramper" tatsächlich identifiziert und festgenommen werden konnte. Dank seiner Angaben und der Hartnäckigkeit der Ermittlungsbehörden konnte die Leiche des Opfers tatsächlich gefunden und identifiziert werden; Christoph K. war als unbekannter Toter bestattet worden.
Der Tatverdächtige gab in einer seiner vielen Versionen zum Ablauf an, sein Opfer durch einen zufälligen Steinwurf getötet zu haben. Etwas anderes konnte nicht bewiesen werden, so dass nur eine Verurteilung zu einer geringfügigen Gefängnisstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge erfolgte.
Dieser Fall wurde auch in Eduard Zimmermanns Sendung "Meine größten Fälle" gezeigt, kurz vor seiner 300sten und letzten XY-Ausgabe.
Auch wenn das Strafmaß unbefriedigend ist, so ist die filmische Darstellung und die stufenweise Klärung eine Meisterleistung, die wesentlich zum Ruf von XY beigetragen hat, und deswegen fällt der Rückblick auch so ausführlich aus.
Thread: http://azxy.communityhost.de/thread/?thread__mid=171602622

11.05.1973 FF1: Marion L./Rita L. (verschollene Folge)

Im Sommer 1972 brechen die beiden Mädchen aus Siegen zu einer gemeinsamen Trampertour nach Skandinavien auf, zuletzt gesehen werden sie auf dem Rastplatz Stillhorn. Später werden ihre Leichen bei Dahldorf in Schleswig-Holstein gefunden. Genaueres ist mir nicht bekannt; der Doppelmord ist ebenso ungeklärt wie der Verbleib der Folge.
Einige Indizien für weitere Recherchen finden sich im thread:
http://azxy.communityhost.de/thread/?thread__mid=550375931


19.10.1973 FF1: Malte W.

In der Einleitung bemerkt EZ, dass die Ferienzeit vorbei sei und es um ein Verbrechen gehe, das im September des Vorjahres in Spanien verübt worden war, die Ermittlungen aber ergeben hätten, dass Urlauber aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz mit dem Fall zu tun haben müssten.
Zum Film selbst: Am Mittwoch, den 13.09.1972 fährt Aureliano C. eine Ladung Baumaterial (man achte auf die liebevolle Zusammenstellung der Ladung!!!) von Burgos nach Santander. Gegen sechs Uhr morgens macht er bei dem kleinen Dorf San Miguel de Luena eine kurze Pause, bei der ihm in einer Seitenstrasse ein hellblaues Auto auffällt, dessen Fahrer offensichtlich nicht gesehen werden will. Etwa eineinhalb Stunden später ist die Bäuerin Clementine A. mit ihrem Enkel an derselben Stelle auf dem Weg zum Markt, als sie eine schreckliche Entdeckung macht: einen Toten im Schlafsack, daneben die Tatwaffe, einen blutigen Feldstein. Der Enkel wird zurück ins Dorf geschickt, um die Polizei zu verständigen (Corre! Pronto!), was er auch macht, ebenso aber die gesamte Einwohnerschaft, die sich flugs am Tatort einfindet, um mögliche Spuren auch gleich umfassend zu beseitigen. Die Polizei in ihren autoritär wirkenden Uniformen und dem Landrover als Dienstwagen(was weiter kein Wunder ist, regiert zu jener Zeit ja noch Francisco Franco diktatorisch) findet beim Toten zwar keine Papiere und auch nur wenig Geld, aber einen Zettel mit einigen Adressen, mit deren Hilfe die Identität des Toten recht rasch festgestellt werden kann: es ist der 21-jährige Musikstudent Malte W. aus Wiesbaden.
Anfang September fährt Malte mit der französischen Sprachlehrerin Francoise R., die bei ihm zu Besuch war, für einige Tage zu deren Eltern nach Coutans in der Normandie. Dort bleibt er sechs Tage, lässt seinen VW Käfer stehen und macht sich als Anhalter auf den Weg nach Spanien. Lässt sich der Trip zunächst etwas zäh an - er kommt am ersten Tag nur in die Nähe von Rennes - so kommt er dann doch zügig voran: von Nantes aus schreibt er zwei Postkarten nach Hause und an Francoise, in denen er u.a. eine "kalte Nacht" erwähnt, ein Indiz dafür, dass er im Schlafsack im Freien schläft.
Und kaum zwei Tage später wird er 850km entfernt schon tot gefunden. Mithilfe von Zeitungsveröffentlichungen wird ein Zeuge gefunden, der den Getöteten zuletzt lebend gesehen hat: der Tankstellen- und Werkstattbesitzer Emile G. aus Soulac am Atlantik. Dank seiner deutschen Sprach-, erworben während eines längeren, vermutlich nicht ganz freiwilligen Aufenthalts in Deutschland während des Krieges, und Fahrzeugkenntnisse (spécialiste Opel) kommen wir in den Genuss einer längeren Vernehmung durch deutsche Beamte. Demnach ist Malte W. als Beifahrer eines hellblauen Opel "cadet" am 12.9.1972 (genaue Buchführung) gegen 12Uhr an der Tankstelle angekommen. Die Zündung war defekt, weswegen der Tankwart die Unterbrecherkontakte zum unschlagbaren Kampfpreis von 3 Francs reinigte, die aber schon der Beifahrer aus seinem Brustbeutel verauslagen musste. Entsprechend lange hielt die Reparatur, nämlich keine fünf Minuten, daher mussten die Kontakte gewechselt werden. Die 11,50 Francs hierfür prellten die beiden mittels des Probefahrttricks; sie hatten sich zuvor aber noch an der aushängenden Karte über die Route nach Spanien informiert.
Mit dem Phantombild schliesst der Filmbeitrag.
Mit diesem Bild wird auch im Studio nach dem Mann mit slawischem Akzent gefragt, der atypischerweise einen Anzug getragen hat, der mit gipsartigen Flecken ähnlich denen an der Leiche von Malte W. verschmutzt gewesen sein soll, ferner nach dem Fahrzeug und den vermissten Gegenständen aus dem Besitz des Opfers, einem auffälligen Norweger-Pullover und einer Umhängetasche mit Karomuster.
Nachspiel: In der Sendung vom 8.3.1974 wird über die Ermittlung eines Tatverdächtigen berichtet, dessen voller Name dem eingeblendeten Zeitungsartikel zu entnehmen ist. Laut XY wiki gelang ihm die Flucht nach Spanien, wo er erneut festgenommen wurde. Weiteres ist mir nicht bekannt.
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#2

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 16.01.2012 22:54
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Ludwig!
Ich bin schon sehr gespannt auf deine Ausführungen und freue mich schon sehr dadrauf.
So denn, einen schönen Gruß von schildi
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#3

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 17.01.2012 20:21
von Ludwig • 551 Beiträge
Hallo zusammen,

die Premiere ist online, der Mord an Lydia Sch.

Viel Spaß,
Ludwig
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#4

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 18.01.2012 11:37
von Punker • 370 Beiträge
Hallo lieber Ludwig (&vielen Dank für Deine chronologische Auflistung!),

ich bin nie als Anhalter gefahren- und ehemalige Freundinnen von mir auch nicht. Dies verdanke ich XY!
Grund: Als Kind sah ich (heimlich, meine Eltern waren nicht zuhause) XY und somit den FF 'Golfkatzen'. Ist zwar kein Anhaltermord, sondern ein brutale Entführung mit sexuellen Missbrauch in einer Wohnung.

Dieser FF aus dem Jahr 1982, den Eduard Zimmermann als einen seiner größten FF bezeichnet, hat mich und andere so mitgenommen, dass ich von dieser unheimlichen nächtlichen Fahrt durch den Schnee und den hervorragenden Sprechertexten ("Und weil sie nicht auf den Bus warten wollte, heißt das Opfer...") nach der Sendung nachts geträumt habe; der Alptraum hatte einen positiven Effekt fürs ganze Leben: Ich bin nie -auch nur ansatzweise- auf den Gedanken gekommen, per Anhalter zu fahren oder später, als ich ein eigenes Auto hatte, jemanden mit zu nehmen.

Dieser Fall (mit der schnellen Aufklärung) hat meiner Meinung nach sehr viel zur Vorbeugung beigetragen, weil das Opfer-entgegen Deiner Liste- überlebt hat.

Für mich persönlich einer der prägesten FF zum Thema Anhalter; wenn es auch kein Mord war.
Vielleicht deswegen, weil man die Leiden des Opfers sieht und hört, was bei den Mordfällen nicht so häufig der Fall ist...


VG
P.
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#5

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 18.01.2012 22:36
von Ludwig • 551 Beiträge
Hallo Punker !

..und ich habe Anhalterinnen grundsätzlich mitgenommen, ehe es ein anderer tat...
Die Idee zum thread hatte ich schon lange, endgültig dazu entschlossen habe ich mich vor Weihnachten, als ich nach vielen Jahren bei Orkan und Regen (!!!) zum ersten Mal wieder eine junge Frau mitgenommen habe, die "nicht auf den Bus warten wollte"...
Es dauert halt noch, bis ich alle Fälle bearbeitet habe, aber bis zum Forumstreffen möchte ich damit fertig sein.

viele Grüße, und
Ludwig
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#6

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 18.01.2012 23:26
von Oma Thürmann • 737 Beiträge
Hallo Ludwig,
gute Idee für einen vielversprechenden Thread, werde fleißig mitlesen. Frohes Schaffen!
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#7

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 20.01.2012 12:24
von Hans • 18 Beiträge
Hey,

ich finde die Idee auch super und werde hier fleißig mitlesen...
Interessant wäre mal, ob es auch Fälle gab in denen der Tramper der Mörder war.

Gruß,

Hans
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#8

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 20.01.2012 12:33
von Ludwig • 551 Beiträge
Hallo Hans,

auch das kam vor, wie schon der nächste Fall zeigt... (in Kürze online!).

viele Grüße
Ludwig
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#9

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 20.01.2012 14:11
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
ein sehr, sehr gute Idee und es macht Spaß beim Mitlesen. Da hast du aber ein ganz schönes Stück Arbeit vor dir.

Im Fall Anja F./Anke Sch. (Anhaltermorde von Koblenz) sitze ich z.Zt. auch an einen Review, welches in der nächste Woche wohl online ist. In die Quere kommen wir uns jedoch nicht. Der Schwerpunkt ist ein anderer. Vielleicht hast du ja mal Lust auf eine Koproduktion?

Danke für die Mühe.
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#10

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 21.01.2012 19:55
von Ludwig • 551 Beiträge
Hallo zusammen !

Die ersten sieben Fälle (Teil 1) sind online, der Anfang ist geschafft.
Nächste Woche geht es weiter.
@bastian: Bei einer Koproduktion mache ich gerne mit, ich bin halt ein Laie, d.h. weder Jurist, Polizist oder Journalist. Und wegen Deines nächsten reviews kommen wir uns schon nicht in die Quere !

Viele Grüße, und danke für die Vorschlusslorbeeren !
Ludwig
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#11

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 22.01.2012 03:57
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
ganz großes Kompliment, mein Freund. Ich finde es klasse, wenn sich Forumsmitglieder intensiver mit einem Fall beschäftigen und sich nicht mit einem einfachen "geklärt" abfinden. Das Ganze ist toll zu lesen.

Koproduktion heißt- du machst den Teil bis zum Ende der Ausstrahlung in xy, ich mache dann (bei einem geklärten Fall) den Rest.


Ich gebe drei aus.

Danke, Ludwig....
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#12

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 23.01.2012 22:09
von Ludwig • 551 Beiträge
Fahrkarte erhobener Daumen - Teil 2:

16.11.1973 FF1: Anna Maria B.

Einleitend bemerkt EZ, dass sich die Kriminalistik auch anderer wissenschaftlicher Disziplinen bediene, so der Physik, der Medizin und der Psychologie, wozu auch die Hypnose gehöre. Und zur besseren Orientierung und weil die kleinen Orte sowieso niemand kenne, wird die Karte gleich zu Anfang gezeigt: Waldshut und Tiengen unmittelbar an der Schweizer Grenze sowie Dillendorf (Gemeinde Bonndorf) und Remetschwiel (Gde. Weilheim/Baden, Anm. d. Verf.). Entscheidendes fehlt aber in der Karte: die Topographie der Gegend mit tief eingeschnittenen Tälern, die den Umweg, den Anna Maria B. nehmen muss, erklären. In Remetschwiel arbeitet die 21-jährige Anna Maria B. als Haushaltshilfe in einem Arzthaushalt, weil sie sich der harten Arbeit auf dem elterlichen Hof nicht gewachsen fühlt. Sie gilt als "aufgeschlossen und kontaktfreudig, religiös und Männern gegenüber als etwas spröde, insgesamt aber als eher etwas zu vertrauensselig", was aus dem XY-Deutsch übersetzt heisst, dass sie ein richtiger Bauerntrampel ist, noch dazu einer mit einem merkwürdigen Akzent; südbadisch ist die Sprachfärbung jedenfalls nicht. Am Samstag, den 2.9.1972, bricht sie gegen 14Uhr auf, um wie üblich für zwei Tage nach Hause nach Dillendorf zu trampen. Zunächst wird sie von ihrer Chefin bis Waldshut mitgenommen, deren pädagogisch geschickt eingestreute Bedenken gegen das Trampen sie beiseite wischt mit der Bemerkung, dass man dann halt auf Zack sein müsse. Eine Dreiviertelstunde später wird sie in Tiengen gesehen, wie sie sich mit dem Fahrer eines hellblauen VW unterhält, von denen es in der Gegend nur so wimmelt wie sich später herausstellt. Und nun beginnt das Mysterium: Um 1700Uhr kreuzt sie wieder wie sicher und mehrfach bezeugt in Remetschwiel auf, am Haus Nr. 55 (Strassennamen sind verzichtbar; der Ort ist überschaubar), und erkundigt sich vergeblich nach einem Bekannten. Und von da ab wird sie von niemanden mehr gesehen; noch am selben Abend wird sie vermisst gemeldet. Mehrere Suchaktionen bleiben erfolglos. Anna Maria B. muss aber ein zweites Mal in Richtung Dillendorf getrampt sein, denn sie wird von zwei Jagdgehifen auf der Suche nach einem angefahrenen Reh etwa zwei Monate später, am 28.10.1972, gefunden, in eine Wald neben der B314, mit der eigenen Stumpfhose am Fundort erdrosselt. Und nun folgt die Darstellung der schwierigen Ermittlungsarbeit der Polizei: wie immer wird intensiv recherchiert und sogar dank eines Geistesblitzes mittels der Automatikuhr mit Datumsanzeige der exakte Todeszeitpunkt bestimmt, der Tag ihres Verschwindens um 18.20Uhr. Die Polizei findet einen Zeugen, es ist schon wieder ein Opel-Spezialist, dem um 18Uhr an der fraglichen Fichtenschonung ein zweifarbiger Opel Rekord A, Baujahr 1963-1965, aufgefallen ist: Schlangenlinien fahrend und ohne zu blinken abbiegend, auf dem Beifahrersitz eine Frau. Das Kennzeichen hat er zwar erkannt, aber vergessen, weswegen beschlossen wird, der Erinnerung durch Hypnose wieder auf die Sprünge zu helfen. Es folgt ein highlight der XY-Geschichte: die durchaus professionelle Darstellung der Rückführung des Zeugen zu der entscheidenden Szene, als der Schlangenlinien fahrende Opel nach links in den Wald abbiegt, nachdem ihn unmittelbar zuvor noch ein entgegenkommendes Auto ("vielleicht ein Fiat 124 Coupe wegen der Motorgeräusche") per Lichthupe gewarnt hat: und für die detaillierte Nachfrage gibt es die Szene nochmal - in Zeitlupe! Der Zeuge erkennt die Buchstaben AG für den Kanton Aargau und ferner, dass die Zulassungsnummer sechsstellig ist, aber keine einzelne Ziffer.
Die Fragen an die Zuschauer richten sich daher auf den zweifarbigen Opel, den Fahrer des entgegenkommenden Fahrzeugs als Zeugen, an alle, die Anna Maria B. am Tattag gesehen oder mitgenommen haben, insbesondere an den Fahrer des diamantblauen VW. Ede nennt die Bestandteile der letzten kompletten Mahlzeit, einem "frühen Abendessen"; abschliessend werden die vermissten Gegenstände aus dem Besitz des Opfers eingeblendet: ein gemustertes Kleid, eine Hose, eine Umhängetasche und Sandaletten der Marke Salamander. Alle Akribie und die Hypnose halfen nicht weiter, der Mörder von Anna Maria B. konnte nicht ermittelt werden.


11.04.1975 FF1: (Edeltraud v.B.)/Barbara S./Marlies H./Erika K.

Die Münsterland-Mordserie: die unvergesslichen Szenen mit den vermutlich schon toten Beifahrerinnen verdanken wir der automobilen Rückständigkeit jener Zeit - mit Kopfstützen wären diese Sequenzen nicht möglich gewesen !
EZ gestaltet die Einleitung kurz, der Verweis auf die Beunruhigung der Bevölkerung und den Umstand, dass alle Frauen freiwillig, wenngleich aus "unterschiedlichen Motiven" eingestiegen seien, muss genügen.
Im ersten und sicheren einzigen Nicht-Anhalter-Fall erfahren wir, dass die 23-jährige Edeltraud v.B. am 21.11.1971 gegen 20.15 Uhr in Münster aus "beruflichen Motiven" in einen hellen VW Käfer steigt. Wenigstens sind ihre Kolleginnen deswegen nicht neidisch, auch wenn der Vollzug der Dienstleistung auf einem nahen Parkplatz mit 20 Minuten "ungewöhnlich lange" dauert, womit für die beliebte Rubrik "Unnützes Wissen" auch ein Beitrag abfällt. Danach fährt das Auto mit erheblicher Geschwindigkeit an den verdutzten Bordsteinschwalben vorbei, die von dem Anblick ihrer Kollegin mit nach hinten überstrecktem Kopf auf dem Beifahrersitz so geschockt sind, dass sie sich nur ein F und eine 8 als Bestandteile des Kennzeichens merken können. Die Entsorgungstour geht weiter, so auf der B54 Nienberge-Altenberge, wo Mutter und Tochter diesen Anblick fehlinterpretieren ("Der ist wohl schlecht." "Wenigstens anhalten könnte er..."). Angehalten hat der Käfer-Fahrer aber dann doch, und zwar in einem Waldstück bei Burgsteinfurt, wo er die vollständig bekleidete Tote neben einem Waldweg ablegt. Dort wird sie kurz vor Mitternacht von einem Landwirt, der auf dem Heimweg zu seinem abgelegenen Hof ist, gefunden.
Die 20-jährige Büglerin Barbara S. trampt am Samstag, den 13.05.1972 gegen 19.30Uhr gewohnheitsmäßig nach Rheine in eine Disco, die ihren Namen "Tenne" durch die auffällige Wagenrad-Dekoration vollauf zu Recht trägt und in der sie die aktuellsten Hits jener Zeit (Vicky Leandros, Graham Bonney: Hey Papa Joe etc.) genießt. Am Sonntag tut sie dies bereits in unbekannter männlicher Begleitung, der sie wohl, musikalisch stimuliert durch Daniel Gerard: Butterfly, derart nahekommt, dass sie am Montag gleich blau macht, um abends erneut zu zweit in der Tenne zu erscheinen. Zwischenzeitlich hat es nur dazu gereicht, sich bei der Bank telefonisch, aber ergebnislos nach dem Kontostand zu erkundigen. Zwischen 22.00Uhr und 23.00 Uhr muß sie den Schuppen verlassen haben. Zwei Tage später, am 17.05.1972, wird sie von Wolfgang Grönenbaum (http://azxy.communityhost.de/thread/?thread__mid=567475964) als mustergültigem Zeugen etwa 30 Kilometer entfernt in einem Waldstück bei Schöppingen erwürgt aufgefunden; ihre Handtasche und ihr rechter Schuh fehlen.
Am 06.08.1973 trampt die 18-jährige Marlies H. mit ihrem Freund Peter an einer Bundesstraße bei Bentheim nach Wien, das Vorankommen ist wegen des vielen Gepäcks mühsam. Peter hat daher die fatale Idee, sich zu trennen und an der Kunsthalle in Düsseldorf wieder zu treffen, weswegen er seiner leicht orientierungslosen Begleiterin die Generalkarte mit einem Stadtplan von Düsseldorf aushändigt. Bei Ortrup bemerkt er einen vorbeifahrenden Citroen DS mit französischem Kennzeichen und Marlies in der schon vertrauten Kopfhaltung auf dem Beifahrersitz, die auf sein Winken nicht reagiert, weil sie das zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr kann. Nach sieben Stunden Wartezeit an der Kunsthalle erstattet er Vermisstenanzeige; weitere vier Monate später wird Marlies in einem Wald bei Coesfeld gefunden; nur ihr Pass und ihr Jugendherbergsausweis gehlen.
Wieder ein gutes Jahr später, am 22.10.1974, hat die Pädagogikstudentin Erika H. an der Uni Münster eine Zwischenprüfung mit "gut" bestanden, weswegen sie um 13Uhr zuhause in Nordhorn anruft und ihr Erscheinen gegen 17.30Uhr ankündigt, wohin sie mehrfach pro Woche per Anhalter pendelt. Gegen 15 Uhr wird sie am Ortsausgang von Münster Richtung Burgsteinfurt von einer Sekretärin gesehen, wie sie - nicht in ein Auto einsteigt; dies passiert vermutlich genau in dem Augenblick, in dem die Tippse zur Abwechslung mal tatsächlich arbeiten muß. Um 18Uhr, es ist schon dunkel, fällt einem Autofahrer ein alter Mercedes Diesel mit Burgsteinfurter Kennzeichen und schon bekannter Beifahrerin-Kopfhaltung auf, wie er bei Bentheim langsam auf einer schmalen Waldstraße fährt und offensichtlich eine Gelegenheit zum Abbiegen sucht: eine "für die späteren Ermittlungen bedeutsame Beobachtung". Erikas Leiche wird "später" gefunden, ohne Handtasche und mitgeführtem Lehrbuch.
Im Studio wird zunächst eine Karte mit den Orten gezeigt, in denen die Opfer zum letzten Mal gesehen bzw. tot auf gefunden wurden. Danach folgen Fotomontagen der Opfer mit ihren zuletzt getragenen Kleidungsstücken (unter anderem der berühmten Zungenbrecher-Knautsch....jacke) und den vermissten Gegenständen aus deren Besitz, neben einem abgerissenen Knopf, den Ausweisen und dem Lehrbuch sind dies vor allen Dingen die Handtaschen. Ferner wird nach den Autos gefragt, dem VW Käfer und dem alten Mercedes.
In der folgenden Sendung wird der Fund einer Handtasche vermeldet; die in der Nähe ebenso gefundenen Reste verbrannter Kleider hatten damit wohl nichts zu tun, jedenfalls wurde über den zunächst vermuteten Zusammenhang nichts mehr verlautet. Die Mordserie blieb ungeklärt.
Auf belastbare Quellen bin ich leider nicht gestoßen, sie sind wohl nur noch in den Archiven der örtlichen Zeitungen und in den Akten der jeweiligen Kripo-Dienststellen zu finden; daher ein paar Anmerkungen von meiner Seite: worin auch immer die von EZ angesprochenen sexuellen Motive des Täters gelegen haben mögen, durch handelsübliche Praktiken scheinen sie wohl nicht befriedigt worden sein zu können; die Leichen waren immer vollständig bekleidet. Was also war es dann: das Entsetzen der Opfer bei den völlig überraschenden und heftigen Würgeangriffen, die ihnen keine Möglichkeiten zur Gegenwehr mehr ließen, die Fahrt mit der Leiche auf dem Beifahrersitz oder, und das ist durchaus möglich, der Diebstahl der Handtaschen - wir werden es nie erfahren. Sicher ist nur, dass der Täter schwer abartig veranlagt gewesen sein muss und bei seinen Untaten einem hohen Handlungszwang ausgesetzt war, immerhin hat er sich einem erheblichen Entdeckungsrisiko ausgesetzt: wahrscheinlich hätte ein einziges vollständig erkanntes Autokennzeichen schon für seine Festnahme gereicht. Und aus welchen Gründen endete die Serie dann: ist er wegen anderer Straftaten verurteilt worden oder wegen seiner Abartigkeit doch in der Psychiatrie gelandet ? Oder ist er bei einer seiner vielen Fahrten im Münsterland vielleicht schwer verunglückt ? - Bessere Einsicht jedenfalls war es nicht !
Gelegentlich wird ein Zusammenhang mit anderen Mordserien behauptet; für mich ist das grober Unfug, dazu ist der o.g. modus operandi viel zu speziell. Überraschenderweise gibt es im Forum keinen thread, aber in der wiki eine lesenswerte andere Darstellung auf der Detailseite:
http://rufmichan24.de/index.php?title=Sendung_vom_11.04.1975/Filmfall_1


07.11.1975 FF1: Gundula St.

Die Unpässlichkeit einer etwas spleenigen älteren Frau zur falschen Zeit beschert uns diesen Fall und motiviert EZ einleitend zu der Bemerkung, dass sich die Fragen nicht nur an die Einheimischen, sondern auch an die zahlreichen Touristen richten.
Rosa E., bewaffnet mit einem Fernglas und gelegentlich unterstützt von ihrem Mann Albert, führt zu jeder Tageszeit exakt Buch über vorbeifahrende Fahrzeuge, die die idyllische Ruhe in ihrem rustikalen Eigenheim in der Ortsrandlage von Oberau, acht Kilometer loisachabwärts von Garmisch-Partenkirchen gelegen, stören. So auch am 10.01.1975, als wie üblich Peter L., diesmal sogar verspätet, in seinem VW 1600 Variant zum Lauterbach (nicht zu verwechseln mit dem Fautenbach, der kommt auch noch!) fährt, um dort seinen Hund spazieren zu führen. Dort macht er jedoch eine grauenhafte Entdeckung: im Bach liegt die 17-jährige Schwesternschülerin Gundula St., die seit der vergangenen Nacht vermisst wird.
Das Mädchen hatte an Silvester einen zweiwöchigen Urlaub angetreten, den sie überwiegend zuhause bei ihrer Familie in Farchant verbrachte, denn schliesslich: "De g'frein se aa, wenn's mi amoi wida seg'n." Gundula ist an ihrem Arbeitsplatz sogar so ausserordentlich beliebt, dass dies in einer eigenen Szene dargestellt wird. Darüber hinaus ist sie besonders fleissig und verfügt über eine schnelle Auffassungsgabe, weswegen sie am 09.01.1975 sogar eigens nach München in eine Bücherei fährt, um zwei Fachbücher (Frauenheilkunde von Stingl, Innere Medizin) zu besorgen (eine Fehlinvestition, wie sich später herausstellen wird), die ihre kleine Bibliothek ergänzen sollen. Um 13.50Uhr fährt sie mit dem Zug zurück nach Garmisch.
Abends darf sie ausgehen, bis 24Uhr laut Erlaubnis der Eltern.
Zunächst hält sie sich im "Rosenstüberl 3" auf, wechselt gegen 22.30 Uhr aber in die "Schwarze Gams". Doch auch in dieser location ist nicht nur der Name schrecklich, die Musik ist es noch viel mehr, weswegen sich Andrang und Stimmung in Grenzen halten und Gundula nach Hause möchte. Ihr Spezl, der Schorschi, den sie um diesen Chauffeur-Service bittet, hat aber nach eigenen Angaben nicht mehr genug Benzin (für die 4km einfache Strecke, Anm. d. Verf.). Von den beiden verbleibenden Alternativen, Taxi oder Trampen, entscheidet sie sich, wie schon einige Male zuvor, zu ihrem Unglück für letztere. Die erste Mitfahrgelegenheit lehnt sie noch ab (ein silbergrauer BMW), in ein zweites Auto steigt sie bei einem Kaufhaus in der Bahnhofstraße ein. Hierbei handelt es sich um einen weißen BMW der 02-er Reihe mit blauen Zierstreifen und Dreiecken, um einen Autotyp also, der in jener Zeit das unverzichtbare Fortbewegungsmittel für den testosterongesteuerten Provinzmacho darstellte, wofür auch die schwungvolle Kurvenfahrt spricht. Es folgt eine jener unvergesslichen Szenen, derentwegen XY berühmt wurde: der BMW fährt durch die Nacht, hält am Bach, der Fahrer, dessen Kopf nicht zu sehen ist, steigt aus, öffnet die Beifahrertür, wirft das Mädchen ins Wasser und entfernt sich mit quietschenden Reifen wieder. Schnell stellt sich am nächsten Tag heraus, dass Gundula mit einem Auto an den Fundort transportiert wurde, und der wie üblich danach befragte Arzt legt den Todeszeitpunkt noch vor Mitternacht fest, ausserdem ist das Mädchen ertrunken, also noch lebend ins Wasser geworfen worden.
Es finden sich Spuren eines heftigen Kampfes, dann kommt einem Beamten die rettende, den Fall lösende Idee: Frau E. ! Die beklagt sich über die Intensität des Verkehrs, selbst nachts (!!!), auch seien es heute schon acht Autos gewesen, aber allesamt von der Polizei: "Des san ja unsere." Nur in der Nacht zuvor habe sie dank einer Schlaftablette geschlafen, ihr sei es nicht gut gegangen.
Daher muss die Polizei hoffen, durch die im Studio gestellten Fragen weiterzukommen: gezeigt wird der Fahrzeugtyp mit mittigem, sogenanntem "Rallyeauspuff" (vermutlich nicht aus der Gegend) und die vermissten Gegenstände aus dem Besitz des Opfers: ein Silberkettchen mit drei Anhängern, goldene Steckohrringe, ein selbstemaillierter mehrfarbiger ovaler Stein, der aus einen Ring herausgebrochen ist, ein "Fohlen-Mantel" mit Pelzkragen, eine dreiteilige Umhängetasche sowie ein zwei Meter langer orangefarbener Seidenschal mit weissen und roten Kreisen, eine selbstgefertigte Batikarbeit. Es wird nach weiteren Zeugen gefragt, auch nach den beiden Insassen des ersten BMW.
Aber - weil Rosa E. zur falschen Zeit schlief - der Fall blieb ungeklärt. Ein recht guter Artikel findet sich hier:
http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/lauerte-heimweg-190653.html
Wer Lust auf weitere Diskussionen hat:
http://azxy.communityhost.de/thread/?thread__mid=808488299


16.01.1976 FF1: Carmen F.

Vor EZ liegt ein Gips-Schuhsohlenabdruck, der als "stummer Zeuge" für die Findigkeit der Kripo-Beamten spricht, mehr gibt es nicht an Anmoderation.
Wir sehen zunächst einige Feuerwehrmänner samt Einsatzfahrzeug an einem Bach, in dem sie offensichtlich eine hölzerne Behelfssperre errichtet haben und Wasser abpumpen. Wozu das gut sein soll an diesem Sonntagmorgen, den 27.04.1975, darüber darf zunächst gerätselt werden, denn die Aufklärung durch den Sprechertext lässt auf sich warten: wir sehen unscharf, nein, noch keine Leiche, aber einen Sohlenabdruck, der dank des sinkenden Wasserspiegels an Konturen gewinnt. Nachdem Fotografieren und "Gipsen" eingeleitet wurden, wird uns der Sinn des Feuerwehrfestes erläutert: einige Meter unterhalb der Brücke über den Fautenbach, in der Nähe des badischen Städtchens Achern, liegt die Leiche eines unbekannten Mädchens, und die Fussspur könnte möglicherweise zu ihrem Mörder gehören. Die übliche Befragung des Arztes ergibt, dass die Tote nicht tödliche Stichverletzungen aufweist, also möglicherweise ertrunken ist. Die fehlenden Blutspuren lassen aber auf einen anderen Tatort schliessen. Der ortskundige Streifenbeamte kann noch beitragen, dass der Weg über die Brücke als Abkürzung nach Mösbach genutzt wird und dass der Bach immer etwa gleich viel Wasser führt - welch' eine Erkenntnis ! Die sorgfältige Suche erbringt aber noch ein weiteres Ergebnis: in einem Gebüsch hängt "a' elastisch' Bind'", wie sich später herausstellt, aus dem Besitz des Opfers.
Da dessen Identität unklar ist und auch noch keine Vermisstenanzeige vorliegt, fährt die Polizei mit dem schon aus dem vorherigen Fall bekannten Audi 80 durch die umliegenden Ortschaften und gibt per Lautsprecherdurchsage die Beschreibung des Mädchens durch. Wir ahnen, was kommt, doch wieder falsch: zwei junge Männer hören die Durchsage, dank leiser gedrehtem Ferseher und geöffnetem Fenster, doch nach kurzer Diskussion beschliessen sie, sich wieder ihrer ursprünglichen Beschäftigung, dem Biertrinken und Länderspiel-Gucken (dies wäre allerdings noch zu verifizieren, Indiz dafür ist die "lauffreudige deutsche Mannschaft") hinzugeben. Einige Kilometer weiter, in Kappelrodeck, ist es aber dann tatsächlich soweit: die Lautsprecherdurchsage bringt der Familie F., die gerade am Tisch sitzt und dieser Durchsage mit zunehmendem Entsetzen folgt (auch so ein filmischer Glanzpunkt !), schreckliche Gewissheit: ihre seit zwei Tagen abgängige Tochter Carmen ist tot - da hilft es auch nichts, dass Herr F. das Fenster wieder schliesst und damit das Unglück sozusagen nachträglich aussperren will. Bei der Polizei identifizieren die Eltern die Sachen ihrer Tochter, sie geben an, das Mädchen sei am Freitag nach Bühl ins Haus der Jugend zu einer Gewerkschaftsveranstaltung gefahren; trotz der väterlichen Ermahnungen wäre sie öfter per Anhalter unterwegs gewesen, sie hätten Carmen nur deswegen nicht schon am Samstag als vermisst gemeldet, weil sie dachten, die Dienststelle sei geschlossen. Besonders beklemmend: die ausliegenden Bilder von Opfer und Tatort. Nach entsprechenden Veröffentlichungen melden sich auch die Zeugen, sie geben an, in Bühl im "Hufeisen" gewesen zu sein und Carmen an der B3 bei der Ampel aufgenommen und in Achern bei der Kirche wieder abgesetzt zu haben, dort wollten die beiden, die ein einwandfreies Alibi haben, in einer Gaststätte noch etwas essen. Und erst jetzt, und nur kurz, kommt es zur Rekonstruktion der Tatnacht. Nach dem Ende des offiziellen Teils im Haus der Jugend gegen 21.30Uhr wurde in einer nahegelegenen Kneipe intensiv, aber unter nur gelegentlicher Getränkezufuhr weiterdiskutiert, im Falle von Carmen sogar alkoholfrei, schliesslich hatte die Jugend seinerzeit noch Ideale und die Gewerkschaft Nachwuchs. Um 23.30Uhr machte sich Carmen auf den Heimweg, wie immer per Anhalter. Auf dem Weg von Achern zur Brücke ist sie dann ihrem Mörder begegnet.
Im Studio wird anhand der Karte nach weiteren Autofahrern gefragt, die Carmen in jener Vollmondnacht gesehen haben könnten, ihre Bekleidung gezeigt, wobei die zweifarbige Strickjacke den Einsatz einer drehbaren Büste erfordert, die schwarze Cordsamthose aber nur angesprochen. Beim Täter richten sich die Fragen nach den Sandalen, seinen nassen Hosenbeinen in der Tatnacht (!!!) und seinem vermutlich stark blutverschmutzten Auto. Aus Carmens Besitz fehlt eine rote Knautschlacktasche mit Arbeitsunterlagen, eine Fransen-Umhängetasche mit Schlüsselmäppchen und die Personalpapiere, ferner ein DGB-Anstecker.
Der Fall ist ungeklärt und bis heute nicht in Vergessenheit geraten.
http://www.baden-online.de/news/artikel.phtml?id=2046&table=artikel_serien&db=news_lokales
Filmfallthread, auch mit Spekulationen über den "üblichen Vedächtigen":
http://azxy.communityhost.de/thread/?thread__mid=539471056


09.04.1976 FF2: Mordserie Frankfurt

Einstweilen muss ich Euch enttäuschen, die Folge ist seit ein paar Tagen gelöscht.

04.11.1977 FF1: Monika P.

Hier ist es ebenso.

06.04.1979 FF1: Christiane M.

Auch diese Folge gibt es nicht mehr online.


01.06.1979 F1: Luciana F.

Wieder ein Fall, der weit ausserhalb des Sendegebiets spielt und der die französische und die Schweizer Polizei vor große Probleme stellt. Dennoch verbindet EZ die Hoffnung, Touristen könnten wie schon einmal erzählen, wie es gewesen ist, und der Polizei so weiterhelfen.
Die Camargue: freilaufende Pferde, Flamingos, urwüchsige Naturlandschaften - im Sommer ein beliebtes Reiseziel. Was wie ein Werbevideo beginnt, findet kurz darauf eine dramatische Fortsetzung, als der Bauer Marcel C. auf der Route National 570 von Arles nach Les-Saintes-Maries-de-la-Mer am 31.07.1978 morgens um 06.00Uhr wegen eines verschnürten Bündels am Strassenrand anhält, noch nicht ahnend, welche umfangreichen internationalen Ermittlungen er dadurch auslöst. Darin verpackt findet er die Leiche eines Mädchens, erwürgt, vermutlich vergewaltigt und ohne Papiere, und nicht am Fundort ermordet.
Am Montag, den 14.08.1978, meldet in Dietikon das offenkundig gutbürgerliche Ehepaar F. die 23-jährige Tochter Luciana als vermisst. Die als zuverlässig und korrekt geltende junge Frau hätte schon am 10. August wieder arbeiten sollen, doch außer einer am 26. Juli abgestempelten Postkarte gibt es kein Lebenszeichen. Doch erst drei Wochen später, am 7. September, die zwischenzeitlich ermittelnde Kantonspolizei Zürich hat ausser einer dicken Akte keine verwertbaren Erkenntnisse, löst die Meldung von Interpol Paris über den Fund einer weiblichen Leiche in der Camargue, deren Beschreibung auf die Vermisste passt, weitere umfangreiche Ermittlungen aus. Die Linien eines roten Filzstiftes auf einer Karte der Region führen von nun an Regie bei der Rekonstruktion der letzten Tage im Leben von Luciana F.
Ausgangspunkt der Reise am 19. Juli 1978 ist Zürich, Hauptbahnhof, wo sie sich mit Peter St. trifft, der genauso wie sie eine Kanuwoche in den Cevennen gebucht hat. Mit Zug ("ohne Halt bis Bern") und Bus geht es über Genf, Lyon und das Rhônetal bis zum Startpunkt der Tour nach Florac, akribisch nachvollzogen vom roten Filzstift.
Zwei Tage später starten dann 50 Teilnehmer die Tour; sie fahren die Tarne, einen Nebenfluss der Garonne, hinunter, genießen die gebirgige Landschaft und die Herausforderung durch die Stromschnellen. Luciana versteht sich insbesondere mit den deutschen Teilnehmern, vielleicht aber auch nur deswegen, weil sie weder flämisch noch norwegisch spricht. Die erlebnisreiche Ferienwoche für die große internationale Familie vergeht wie im Flug, und daher schwingt am letzten Abend eine gehörige Portion Melancholie mit, als Gitarre gespielt und dazu "House of the Rising Sun" gesungen wird und ein Lagerfeuer (http://azxy.communityhost.de/thread/?thread__mid=735400482) Körper und Seele wärmt. Doch ist der Urlaub nicht für alle zu Ende, so auch nicht für Luciana und Peter, die es noch für ein paar Tage ans Mittelmeer zieht. Am Ende der Reise schickt Luciana noch eine Postkarte aus Aguessac nach Hause, danach geht es im Auto bis nach Palavas-les-Flots, wo beide in einem kleinen Hotel übernachten; und wieder vollzieht der Filzstift die Etappe nach, genauso wie am nächsten Tag: Luciana und Peter wandern entlang der Küste, doch der Genuß dieses Trips hält sich bei ihr in Grenzen, der Rucksack ist einfach zu schwer. Da aber, wie in einem anderen Fall auch schon, das Pärchen-Trampen mit Gepäck erfolglos ist, bleibt nur der Bus, mit dem es bis Montpellier und von dort mit der Bahn nach Nîmes wieder in ein kleines Hotel geht. Am nächsten Tag hat Peter genug von der Region - und wohl auch von der quengelnden Luciana - und reist nach Hause, wobei die Besichtigung der dekorativ ins Bild gesetzten römischen Arena für ihn den kulturellen Abschluß bildet. Luciana plant die Weiterreise im Zug bis Tarascon und löst im Verkehrsbüro noch ein paar Traveller-Schecks ein, und dann "verliert sich ihre Spur".
Lucianas Eltern - der Vater schon im schwarzen Anzug - sitzen wieder bei der Kapo Zürich, wo sie anhand der Fingerabdrücke Gewissheit erhalten: die Tote aus der Camargue ist ihre Tochter.
Die Fragen an die Zuschauer gliedern sich in drei Komplexe: zunächst werden Touristen gesucht, die die junge Frau nach dem 29. Juli noch gesehen haben (im Zug nach Tarascon oder als Anhalterin), wobei gleich zwei Bilder der Toten gezeigt werden, dann wird nach den fehlenden Gegenständen gefragt: unter anderem fehlt ein Fotoapparat mit Blitzgerät, die Armbanduhr und der blaue Tramperrucksack. Am wichtigsten werden allerdings die Gegenstände angesehen, die bei Luciana gefunden wurden und nicht ihr gehörten, und die per Freiluftpräsentation (vermutlich eine Aufnahme der französischen Polizei am Tatort) gzeigt werden: dunkelblaue, rot geringelte lange Helanca-Damensocken, ein geblümtes Kleid ("grün-bääsch"), ein Leintuch, das als Sichtvorhang in einer Lkw-Schlafkoje gedient haben könnte sowie eine Schaumstoffmatratze. Aber damit nicht nur Brummifahrer in Verdacht geraten, wird noch über weitere Herkunftsvarianten der beiden letztgenannten Gegenstände gerätselt.
Alles Bemühen und die Anteilnahme der Schweizer Zuschauer blieben ohne Erfolg: der Mord an Luciana F. wurde nicht geklärt.
Bilder: https://skydrive.live.com/?cid=1251142cde49029c&id=1251142CDE49029C%21122&sff=1#cid=1251142CDE49029C&id=1251142CDE49029C%21125


07.12.1979 FF3: Waltraud O:

Die Einleitung ist ein profunder soziologischer Befund, und das in nur drei Sätzen ! Wie EZ vom Allgemeinen in dieser Kürze zum Besonderen überleitet ist unerreicht. Daher lernen wir, dass nicht nur spezielle Berufsgruppen wie Bankangestellte, Taxifahrer und die "Damen des leichten Gewerbes" ein höheres Risiko haben, Opfer von Verbrechen zu werden, sondern auch Menschen in speziellen psychosozialen Situationen, zu denen vor allem die Einsamkeit gehört. Der folgende Fall gehört in diese Rubrik, ist aber, wie man auch vermuten könnte, kein "Neigungen"-Fall, sondern ein Anhalter-Mord.
Am Sonntagabend, den 21. Januar 1979, wiederholt sich in einer Wohnung in Worms die übliche, jedoch von der 26-jährigen Ehefrau Waltraud O. ungeliebte Abschiedsprozedur: ihr Mann, Oberfeldwebel und Zeitsoldat, schon im kleinen Dienstanzug mit zu kurz gebundener Krawatte, macht sich auf den Weg nach Koblenz zur Bundeswehrfachschule. Noch ein schneller Gute-Nacht-Kuss für den kleinen Sohn, Folge oder Ursache der achtjährigen Ehe, auf alle Fälle aber ein "starkes Bindeglied zwischen den Eheleuten", die Schirmmütze aufgesetzt, und OFw O. geht zur Tür hinaus. Waltraud's daraus folgende Einsamkeit aber hat eine Ehekrise heraufbeschworen, aus der sie sich auf unproblematische Weise nicht abzulenken vermag, sondern nur durch den Genuss des im Küchenbüfett verborgenen Weinbrands, und auch hierbei verzählt sie sich regelmässig in gleicher Weise: es wird immer genau "ein Glas mehr, als ihr gut tut".
Zwei Tage später, in einer ähnlichen Verfassung, wird der Sohn bei der Schwester geparkt und Waltraud O. macht sich gegen 20Uhr auf den Weg nach Koblenz; zur gleichen Zeit will der offenkundig selbständige 51-jährige Schreiner Erwin Sch. zu seiner Frau ins Krankenhaus. Frau O. beschliesst, Autos anzuhalten, da offenkundig die von ihr zurückzulegende Strecke die Entfernung von ihrer Wohnung zum Bahnhof deutlich übertrifft; Erwin Sch. erbarmt sich ihrem mühsam artikulierten Wunsch, zum Bahnof mitgenommen zu werden, da sie schliesslich nach Koblenz zu ihrem Mann "beim Bund" wolle. Der Erwerb einer Fahrkarte für 18.-DM ("einfach") am Schalter misslingt jedoch; Frau O. hat zwar Schecks, aber die zugehörige Karte nicht dabei, weswegen und weil die Schalterbeamtin - die Bahn war ja noch eine Behörde - besonders akkurat und hartherzig ist, sie unverrichteter Dinge wieder gehen muss, nicht ahnend, dass ihr die vergessene Scheckkarte später zum Verhängnis wird.
Denn in ihrer Verzweiflung beschliesst sie, ihren Weg per Anhalter fortzusetzen. Wie von einem mit ihr bekannten Postbeamten bezeugt, steigt sie in einen roten Ford älteren Baujahrs (12M ?), der aber nur eine Ehrenrunde dreht. Den zweiten Versuch sieht der schon bekannte Schlosser, der, ob der Angaben der Frau neugierig geworden, beschliesst, dem Auto zu folgen. Mit seinem Citroen CX verfolgt er daher den Opel Kadett älteren Baujahrs, vielleicht schon ahnend, dass dieser Fahrzeugtyp in Zusammenhang mit Anhaltermorden ohnehin schon in Generalverdacht steht. Als der Wagen aber in Richtung Autobahn Bingen/Koblenz abbiegt, ist seine Neugierde gestillt - und er der letzte, der Waltraud O. noch lebend gesehen hat.
Wieder zwei Tage später, der von der Schwägerin verständigte Ehemann erstattet gerade Vermisstenanzeige, geht bei der Polizei ein Anruf über den Fund einer weiblichen Leiche bei Flörsheim ein; wesentliche Inhalte werden dramaturgisch geschickt, aber für den Betroffenen etwas unsensibel mitgeteilt: gänzlich unbekleidet, gelbe Stiefel mit Fellbesatz, anhand derer eine Fernidentifizierung erfolgt.
Fahndungsansätze ergeben sich aus den fotografierten Reifenspuren am Feldweg: sie deuten tatsächlich auf einen hellblauen Kadett B (Baujahr 1965-1972, das waren noch Modellzyklen!) hin, der Fahrer könnte ein Farbiger gewesen sein. Das Auto müsste innen stark blutverschmutzt gewesen sein. Aus dem Besitz des Opfers fehlen Blouson mit Strickbündchen, Umhängetasche, Schlüsselbund und eine goldfarbene Armbanduhr der Marke Anker - jedoch nicht die Scheckkarte...
Die geographische Nachhilfe anhand einer Karte unterbleibt diesmal.
Auch dieser Mordfall wurde nie aufgeklärt.
Thread: http://azxy.communityhost.de/thread/?thread__mid=861141986
Der Fall besticht durch die Einleitung, durch die zurückhaltend formulierten Texte, die eine Fundgrube für Euphemismen sind, und durch die schauspielerische Darstellung des Opfers.
Erst viele Jahre später wird es bei XY wieder eine völlig verzweifelte Anhalterin geben, die partout zu ihrem Liebsten will....
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#13

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 27.01.2012 13:33
von Ludwig • 551 Beiträge
Hallo zusammen,

ich bin etwas vorangekommen: Gundula St. und Carmen F.

viel Spaß beim Lesen (und ggf. Ansehen)
Ludwig
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#14

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 27.01.2012 15:29
von Oma Thürmann • 737 Beiträge
Hallo Ludwig,
danke und großes Kompliment für den ergiebigen Nachschub! Bei dem Länderspiel im Fall Carmen F. dürfte es sich um das EM-Qualifikationsspiel gegen Bulgarien in Sofia gehandelt haben (27.04.1975, 1:1).
Schöne Grüße von der Oma
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#15

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 29.01.2012 18:14
von Ludwig • 551 Beiträge
Hallo "Oma" !

Herzlichen Dank für die Ergänzung !
Da sieht man wieder, wie akribisch Kurt Grimm viele Details eingearbeitet hat...

viele Grüße
Ludwig
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