#31

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 11.03.2012 17:40
von Ludwig • 538 Beiträge
Lieber Bastian !
Vielen Dank für Deine Ergänzungen !
Das ist ein großartiger Service für die XY-Gemeinde.
Leider ist mir gestern abend ein Fehler passiert: zunächst unbemerkt habe ich den "Zitieren" statt den "Bearbeiten" Button angeklickt; daher erscheint ein Großteil doppelt.
Für's erste lasse ich mal den Doppel-post so stehen und fahre fort mit
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#32

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 11.03.2012 18:28
von Ludwig • 538 Beiträge
14.06.1991 FF3: Ulrike H.

Von der bäuerlichen Enge des letzten Falles in die große weite Welt:
EZ kündigt an, dass es in folgenden Fall um eine 26-jährige Biologiestudentin gehe, eine in jeder Hinsicht aussergewöhnliche junge Frau, deren Leidenschaft neben dem Studium das Reisen sei. So sei sie in den meisten europäischen Ländern schon gewesen, im Nahen Osten und auch in Nordafrika, meistens als Anhalter mit dem Rucksack. Für die Sommersemesterferien 1990 war eine Reise nach Nordamerika geplant. Nach ihrer Rückkehr im Herbst nach Deutschland ist sie zuhause in Hamburg bei ihren Eltern nicht mehr angekommen.
Dort sitzt Ulrike H. Anfang Juli 1990 bei ihren Eltern im Vorgarten in Hamburg, wo sie auch aufgewachsen ist, bei Orangensaft, nur teilweise beschattet vom Sonnenschirm, aber schon voller Vorfreude auf den bevorstehenden Trip nach Nordamerika, um den sich der Smalltalk mit drei Freundinnen dreht. Die Diskussion erstreckt sich auf die Kosten einer derartigen Reise, aber der Flug sei wegen der Buchung über eine Studienagentur nicht so teuer, und laut einer Freundin, bei der etwas Neid anklingt, ist auch das Übernachten für Ulli kein Problem, da sie ja überall Freunde hat. Es ist das letzte Treffen vor der Abreise, Mutti informiert das Quartett über den bevorstehenden elterlichen Spaziergang ("Ich sag' den Gören Bescheid"), und anhand der dekorativen Wohnaccessoires und der kunstvoll gedrechselten Schreibtischbeine lässt sich ein gewisser hanseatischer Wohlstand erkennen, der für die umfangreichen Reiseaktivitäten der Tochter sicherlich nicht hinderlich gewesen ist. Die Unterhaltung der Mädels dreht sich noch um wichtige Vorlesungen und Klausuren, die einer von ihnen bevorstehen, und dann geht Ulrikes Aufenthalt in Hamburg zu Ende.
Am Sonntag, den 8. Juli 1990 verabschiedet sie sich in Kiel-Stampe schwerbepackt von ihrer Mädels-WG. Die erste Etappe nach Frankfurt wird wie gewohnt per Anhalter und zunächst in einem weissen japanischen Mittelklassewagen bewältigt und in Frankfurt bei einer Freundin übernachtet. Am nächsten Tag dürfen wir den Abflug der TWA-Maschine nach Vancouver bestaunen; dreieinhalb Monate wird Ulrike in Nordamerika unterwegs sein. Die Zurückgebliebenen werden regelmässig postalisch beglückt, damit Mamas Weg zum Briefkasten nicht umsonst ist, so für's erste mit der Postkarte "Vancouver bei Nacht", auf der entgegen aller Usancen bei Karten dieses Titels doch etwas zu erkennen ist. Neben ihren Eltern werden auch die Freundinnen mit Postkarten und Briefen bedacht, wobei sie aus Alaska ihre Rückkehr für den 24. Oktober 1990 ankündigt. Am Samstag, den 20. Oktober ruft sie aus New York bei ihrer Freundin Biggi in Hamburg an und vermeldet ihren Rückflug in drei Tagen und ihre nachmittägliches Eintreffen in Hamburg. Wieder sehen wir einen Flieger, diesmal im Landeanflug und laut Passagierliste mit Ulrike an Bord, die am Gepäckband ihren blauen Tramperrucksack entgegennimmt, um die weite Weiterreise nach Hamburg per Anhalter anzutreten.
Am Dienstag, den 23. Oktober fragt sie gegen 16.00Uhr am Rasthof Kirchheim an der A7 einen Autofahrer in einem weissen Golf, ob er in Richtung Hamburg fahre, was dieser, der als technischer Berater im Grobkaro-Sakko und Krawatte vorwiegend in Nordhessen unterwegs ist, verneint. Ulrike setzt ihren Imbiss aus der Tüte fort; der Golffahrer registriert nach dem Tanken noch, dass die junge Frau an der Auffahrt zur Autobahn in einen hellen VW Transporter steigt. Diese Beobachtung inspiriert Isolde zu einer XY-typischen verbalen Pretiose: "Zwei Wochen später wird er daran erinnert werden (Futur II !!!), allerdings in einem wenig erfreulichen Zusammenhang."
Einige Tage danach telefoniert Freundin Biggi, diesmal in weisser Bluse, aber noch mit demselben Miles-Davis("Music was my first love")-Poster an der Wand, in grosser Sorge um die vermisste Ulrike die Hamburger Mädels-Clique zusammen, denn "da muß was passiert sein. Heute ist Freitag." Wie die Nachfrage ergibt, ist aber eine polizeiliche Plakataktion "nicht von heute auf morgen" (Isolde T.) zu bewerkstelligen, weswegen sich die Mädels zur Selbsthilfe und zu einer privaten Suchaktion entschliessen. Ulrikes Foto wird farbkopiert und zurechtgeschnitten; auf ein grosses Plakat geklebt und der Text handschriftlich dazugesetzt. Diese Aktion wird häufiger wiederholt ("Wieviel haben wir?" "Vierzehn." "Das ist mehr als die Hälfte."), und daher dauert die Bastelstunde auch länger, nämlich nach Dörte's Anruf, die mit ihrem Auto den Chauffeurdienst übernimmt, noch etwa zwei Stunden. Jedenfalls haben diese individuellen Collagen mehr Charme als ein heutzutage in einer Viertelstunde angefertigter Computerausdruck, aber das nur am Rande. In einer "ausserordentlichen Solidaritätsbekundung" fahren die Mädels die Autobahn Hamburg-Frankfurt ab und hängen an jeder Raststätte und Tankstelle ihre selbstgefertigten Plakate auf. Und diese Mühe wird belohnt, denn an der Tankstelle Berfa kommt, diesmal im Casual-Look, der Autofahrer vorbei, der Ulrike am Rasthof Kirchheim zuletzt gesehen hat, der an der Eingangstür das Plakat sieht und bemerkt: "Das gibt's doch nicht!"
Laut EZ hat er seine Beobachtung sofort der Polizei mitgeteilt, was beweist, dass Ulrike zumindest bis Kirchheim gekommen ist. Anhand eines in Kanada entstandenen Bildes wird nach Zeugen gefragt, denen Ulrike in ihrer auffälligen Kleidung noch begegnet ist, ferner unter Einblendung eines Passbildes danach, wer die junge Frau im TWA-Flug 740 von New York nach Frankfurt, der dort pünktlich um 07.35Uhr gelandet ist, gesehen hat. In den Vormittagsstunden muß Ulrike bis zum Kirchheimer Dreieck gekommen und dort am Rasthof in einen hellgrauen VW Transporter mit weissem Hochdach gestiegen sein. Dessen Fahrer, der gegen 16.00Uhr in Richtung Kassel-Hannover gefahren sein muß, wird gebeten, sich zu melden. Die verschwundenen Gegenstände aus dem Besitz des Opfers konnten nachgekauft werden: ein auffallender schwarz-brauner Hut, ein türkisfarbener Anorak aus Sympatex, eine schwarze dreiviertellange Pluderhose mit farbigem Besatz, ein graublauer Rucksack mit ihrem Gepäck und ihr Reisepaß.
Die Plakataktion der Freundinnen und die Ausstrahlung in XY blieben ohne Erfolg; einige Monate später wurde ihr Gepäck und auch ihre Leiche gefunden, ihr Mörder allerdings nicht.
Es gibt erstaunlicherweise kaum informative Quellen zu dem Fall, lediglich einen eher belanglosen thread hier im Forum:
http://azxy.communityhost.de/thread/?thread__mid=21274490.


11.10.1991 FF3: Bettina P.

Auch dieser Fall ist leider derzeit nicht mehr ansehbar; es existiert aber ein hervorragend recherchierter und lesenswert geschriebener Fallrückblick von Bastian:
http://azxy.communityhost.de/thread/?thread__mid=675474087.


02.06.1995 FF1: Jeanette G.

Zuständig für den ersten Fall ist laut EZ die Kripo Kiel, "ein Verbrechen, das in der Nähe eines Badeortes an der Ostsee verübt wurde. Aus heiterem Himmel, am helllichten Tag hat es praktisch eine ganze Reihe junger Leute getroffen. Drehpunkt ihres Lebens: das Ostseebad Damp in Schleswig-Holstein, ein Ort, der in den siebziger Jahren im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen in München gegründet wurde." Zur Erläuterung: dort wurden 1972 die Segel-Wettbewerbe ausgetragen, und die schmeichelhaft in Szene gesetzte Hochhaus-Beton-Architektur beherbergte seinerzeit die Athleten. Bevor aber der eigentliche Beitrag beginnt, dürfen wir uns noch am Anblick originaler Aufnahmen Damps mit Ausflugsdampfer und Steinwall ergötzen, was durchaus einen gewissen Schleichwerbungseffekt erzeugt, denn "der Ort ist bemüht, seinen Kurgästen (heute residieren dort die Ostsee-Kliniken) und Urlaubern einen angenehmen und attraktiven Aufenthalt zu bieten." Und damit schweift der Kamerablick von der Strandpromenade und den sechs Tennisplätzen, die weltweit vermutlich einzigartig noch von einer Aschenbahn umgeben sind, zum Vieleck des Aqua tropicana, von dem gerade einige Badegäste mit ihren Taschen zum dem Parkplatz schlendern, der später noch eine gewisse Bedeutung erlangen wird, und an dessen nordöstlicher Ecke das "Aqua tropicana"-Schild heute noch genauso steht wie damals, allerdings sind die Farben mittlerweile etwas verblasst. Aber "dass es in einer solchen Idylle Kriminalität gibt, wollen die Menschen eigentlich nicht so recht wahrhaben, und dennoch ist es so." Und nach diesem längeren, aber stimmungsvollen Präludium sind wir im Filmfall, d.h. genauer im Aqua tropicana selbst und beim Opfer, der 20-jährigen Jeanette G., die dort im dritten Jahr ihrer Ausbildung zur Schwimmmeistergehilfin steht und einen schwimmflügelbewehrten kleinen Jungen bei dessen Brustschwimmbewegungen vom Beckenrand aus anleitet. Alsdann werden uns die weiteren wesentlichen Protagonisten dieses Falles vorgestellt (in dieser Form einzigartig bei XY): Jürgen R., selbständiger Fuhrunternehmer im Kreis Rendsburg, Lebensgefährte Jeanettes und gerade am Schreibtisch telefonierend, Robert D., Schwimmmeister und Jeanettes Ausbilder, ihren Mitfahrservice in Anspruch nehmend, sowie Jens B., Polizeihauptmeister, mit Jeanette und Jürgen befreundet, und von dem Isolde sagt: "Das Schicksal will es, dass er auch dienstlich mit dem Fall befasst wird."
Zunächst aber erleben wir den sonntäglichen Schichtwechsel im Freizeitbad: Jeanette erkundigt sich bei ihrer Dienst-T-Shirt-tragenden Kollegin an der Kasse nach dem Verbleib von Robert, der auch prompt im Freizeitlook eintrifft, und nach einigen Bemerkungen über die Vorzüge der Spätschicht erfolgt die Verabschiedung für diesen Tag. Jeanette kutschiert ihren Chef, dessen Frau die Familienkutsche benötigt, im rotbraunen, Schwimmmeister-Gehilfin-Azubi-atypischen Mercedes 240D der Baureihe W123 nach Hause nach Eckernförde. Sie selbst wohnt seit einigen Monaten mit ihrem Lebensgefährten, "mit dem sie eine gemeinsame Zukunft plant", in einer Zwei-Zimmer-Wohnung in Schacht-Audorf, etwa 60km von Damp entfernt. Der Liebste belädt gerade in vorbildlicher häuslicher Arbeitsteilung die Waschmaschine und widmet sich dann dem Fernsehprogramm, doch glücklicherweise trifft Jeanette ein, etwas zeitverzögert zwar wegen der vielen Lastwagen auf der Strecke, aber trotz der zweimal sechzig Kilometer bereit, die Heimfahrt nach dem gemeinsamen Restaurantbesuch zu übernehmen. Jürgen hat schliesslich nicht nur einen Mords-Hunger, sondern möchte auch "hinterher noch was trinken gehen."
Am nächsten Tag, Montag, den 18. Juli 1994, ist Jeanette gegen 12.45Uhr unterwegs zu ihrer Spätschicht nach Damp. Der Zufall will es, dass um dieselbe Zeit ein junger Mann, der das Mädchen kennt, ebenfalls auf dem Weg nach Damp, allerdings auch unter Zeitdruck ist, wie ein Blick auf die Armbanduhr im Bahnhof-Retro-Look und das "verdammte Sch..." beim Umschalten der Ampel auf rot andeutet. Er winkt der hinter ihm stehenden Jeanette, die sich gerade eine Zigarette angezündet hat, zu und fährt etwa 15 Kilometer vor ihr her, dabei das Lenkrad zu Chris Rea's "Josephine" merkkwürdig unrhythmisch malträtierend. Nach der Ortschaft Söby, etwa sechs Kilometer von Damp entfernt, verlieren sie sich aus den Augen. Unmittelbar danach, gegen 13.15Uhr, muß Jeanette einen Anhalter mitgenommen haben, dargestellt durch das "Komm', steig' ein" zu dem bärtigen Vokuhila-Typ in weissem T-Shirt und Jeans-Bermuda. Es ist üblich, in den Sommermonaten Anhalter, die zum Strand wollen, mitzunehmen, auch Jeanette hat in der Vergangenheit häufiger von derartigen Freundlichkeiten profitiert, wie wir bei der Gelegenheit erfahren. "Doch diesmal wird ihr ihre Arglosigkeit zum Verhängnis." Der Anhalter zückt ein Messer, "los, da vorn links rein", und nötigt die junge Frau, über einen pfützenübersäten Feldweg in den Wald zu fahren.
Etwa zwei Stunden später kommt ein junges Pärchen zu seinem Fahrzeug, einem schwarzen VW Caddy, am schon erwähnten Parkplatz zurück und wird vom uns schon bekannten Anhalter in der Bermuda und in Vollendung des schlechten Geschmacks in weissen Tennissocken und Halbschuhen, der den Mercedes von Jeanette sehr schräg hinter dem Caddy abgestellt hat, mit der Bitte um einen merkwürdigen Gefallen konfrontiert: Ob sie nicht das Auto nach Kiel fahren könnten, sein Freund habe heute morgen einen "Seeunfall" gehabt und läge im Krankenhaus, er selbst könne das nicht, da er mit seinem eigenen Wagen da sei, und es solle der Schaden des Pärchens nicht sein, fünfzig Mark sei ihm die Sache schon wert. Dennoch lehnen die jungen Leute ab: "keine Zeit." Daher muß der Unbekannte umdisponieren: an einer belebten Straße steht er an einer DEA-Tankstelle und tankt einen Ersatzkanister voll Benzin, das Geld für den hinzukommenden Tankwart hat er in der Gesässtasche griffbereit: "Stimmt so." Danach fährt er das Auto in den vertrauten Waldweg auf eine Lichtung, und zu unheilschwangeren Streicherklängen und fröhlichem Vogelgezwitscher verteilt er, mittlerweile in Arbeitshandschuhen, das Benzin auf und im Auto, geht mit unverwandtem Blick einige Schritte zurück, wickelt einen Lappen in einen vorgefundenen Stein, tränkt das Ganze mit dem Rest des Benzins, zündet den Lappen mit einem Feuerzeug an und wirft diesen Zünder zielsicher aus mehreren Metern Entfernung durch die geöffnete Seitenscheibe der Fahrertür ins Wageninnere; eine Verpuffung entsteht, der Mercedes fängt an zu brennen.
Das Feuer wird ziemlich bald von einer Polizeistreife im VW Passat entdeckt, und zwar ausgerechnet von PHM Jens B. auf dem Beifahrersitz: "Du, da brennt was. Laß' uns mal nachsehen, was da los ist. dieses Vorhaben wird umgehend der Leitstelle ("91 für 973") angekündigt, der Passat biegt in das Wäldchen zwischen Söby und Damp ein und hält auf der Lichtung an: "Du, das brennt wie der Teufel. Hoffentlich ist da keiner drin." In kollegialer Arbeitsteilung verständigt der Fahrer die Feuerwehr, während Jens B. am Fahrzeug nachsieht und beim Blick auf das Kennzeichen erkennt: "RD-TA 843. Das gibt's doch gar nicht. Das ist der Wagen von Jürgen R." Da er keine Ahnung hat, wie das Auto hierher kommt, ruft er bei der schon bekannten Leitstelle 973 an und bittet: "Den Halter kenn' ich. Mach' mir mal 'nen Funkdraht. Der Halter heisst Jürgen R., Nummer 19387". Auch ohne Vorwahl kommt die Verbindung sofort zustande, Jens B. ist zunächst erleichtert: "Jetzt bin ich aber froh, dass Du da bist." Jürgen R. ist noch entspannt, sein Auto steht schließlich auf dem Hof, "aber den Mercedes, den hat Jeanette, die fährt damit zur Arbeit nach Damp." Jürgen R. ist dann aber wegen des brennenden Fahrzeugs doch in großer Sorge, ob ein Unfall vorliegt, muss noch geklärt werden ebenso wie der Verbleib von Jeanette, über den Jens B. fälschlicherweise mutmaßt: "Hier ist sie jedenfalls nicht". Jürgen R. verspricht, im Aqua tropicana anzurufen und die Polizei zu informieren.
Im Bad sitzt die schon vertraute Kollegin an der Kasse, als das Telefon klingelt und sie sich recht salopp meldet: "Aqua tropicana...Ach Herr R., Tagchen". Doch auch diese Lockerheit verfliegt recht schnell, als sie vom brennenden Auto erfährt, nachdem sie Herrn R. über das Fernbleiben von Jeanette in Kenntnis gesetzt hat. Da kommt auch schon Robert D., ausweislich des Firmen-T-Shirts ebenfalls im Dienst, hinzu und wird von der mittlerweile etwas verwirrten Kollegin informiert, dass Jeanettes Auto hinter Söby steht und brennt. Und als mustergültiger Vorgesetzter beschließt Robert D.: "Ich fahr' hin und seh' nach, was da los ist".
An der Brandstelle selbst hat die Feuerwehr den Brand gelöscht; ein Feuerwehrmann hebelt die Motorhaube auf, ein schnauzbärtiger Kollege mit einem Brecheisen den Kofferraumdeckel. Dabei macht dieser eine schreckliche Entdeckung: im Kofferraum liegt die Leiche einer jungen Frau, was er die Umstehenden auch sofort wissen lässt: "Hey, kommt mal her!" Jens B. befürchtet schon das Schlimmste. "Das kann doch gar nicht sein". Da naht aber auch schon der Dienst-Golf des Aqua tropicana mit Robert D. am Steuer, der die Polizeiabsperrrung mit Verweis auf seine Person überwindet und auch gleich zur Mithilfe bei der Identifizierung der Toten von Jens B. herangezogen wird: "Würden Sie sie mal ansehen? Ich bin mir nicht ganz sicher". Und mit vor Entsetzen geweiteten Augen bestätigt Robert D.: "Doch. Ja, das ist sie".
Im Studio bestätigt EZ, dass Jeanette G. vergewaltigt und danach getötet wurde, ein Verbrechen, das nicht nur die Menschen in Schleswig-Holstein in Angst und Schrecken versetzt hat. Und auch wenn das Feuer zahlreiche Spuren vernichtet hat, so besteht doch Hoffnung, mit Hilfe der Zuschauer den Täter ermitteln zu können. im Fahrzeug bzw. dessen Nähe sind Gegenstände gefunden worden, die der Täter zurückgelassen haben muss. Zunächst einmal ist dies ein Gürtel aus braunem Leder mit Lochmuster und einfacher Metallschließe, der im Kofferraum gefunden wurde; ferner ein Fünf-Liter Benzinkanister, der vom Feuer weitgehend verschont wurde und vom Täter am Tattag nach Änderung seiner Pläne gekauft worden sein dürfte. Dieser Kanister der Marke Crailsheimer besteht aus schwarzem Kunststoff mit grünem Drehverschluss und Einfüllstutzen (und unglaublicherweise habe ich ein identisches Exemplar in einem Internet-Kleinanzeigenmarkt für 3 Euro gefunden; einfach "Crailsheimer Benzinkanister" googeln!). Und zu guter Letzt ein Stück Toilettenpapier mit rot-grünem Aufdruck vermutlich aus skandinavischer Produktion, dessen Fund aber auch Zufall sein kann, und bei dem gefragt wird, woher dieses Papier stammt.
Aus Jeanettes Besitz fehlt ein Schlüsselbund mit ca. zehn Schlüsseln und einer Metallröhre als Anhänger, in der in einer Flüssigkeit bunter Flitter schwimmt. Ferner hat die Polizei nicht mit restloser Sicherheit den mysteriösen Vorfall auf dem Parkplatz klären können (hier wird die Filmszene eingeblendet) mit dem angeblichen "Seeunfall" am Tattag. Die Beschreibung des Unbekannten: 30 - 40 Jahre alt, 1,75m - 1,85m groß, schlank, dunkle, fast schwarze Haare, kurzer Vollbart und eine Narbe oder einen Kratzer an der Oberlippe. Ein Bild des Fahrzeugs wird eingeblendet und gefragt, ob der Mercedes am Tattag noch bei anderen Gelegenheiten gesehen worden ist. Nach neuesten Erkenntnissen ist Jeanette auch einige Tage vor ihrem Tod in Begleitung eines jungen Mannes gesehen worden; es wird gefragt, wer - auch als Urlauber - Angaben über die Identität dieses Unbekannten machen kann.
Trotz der recht hohen Belohnung von 20.000DM und zahlreichen Hinweisen von Zuschauern konnte dieses abscheuliche Verbrechen nicht geklärt werden.
Filmfall-thread hierzu:
http://azxy.communityhost.de/thread/?thread__mid=564577625.

Dieser Fall war unser Vor-Ort-Fall beim letztjährigen Forumstreffen; aus diesem Grund ist er etwas ausführlicher dargestellt.
Das Verbrechen ist nicht nur einer der mysteriösesten Anhalter-Morde, sondern eines der rätselhaftesten in der gesamten XY-Geschichte. Zwischen dem letzten sicheren Lebenszeichen von Jeanette und ihrem Auffinden liegen nur wenige Stunden, und das in einer überschaubaren Gegend. Und doch gibt es über die Tatsache, dass die junge Frau vergewaltigt, getötet und ihr Auto angezündet wurde, kaum wirklich gesicherte Fakten. Daher gestatte ich mir an dieser Stelle noch einige Anmerkungen:
1. Wir wissen alle um gelegentlich großzügige Interpretationen der Wahrheit bei der XY-Verfilmung von Verbrechen. Doch wenn man davon ausgeht, dass Jeanette ihren Kumpel an der Ampel (in Eckernförde?) getroffen hat und er vor ihr hergefahren ist, dann hätte er eigentlich auch den Anhalter bemerken müssen. So viel Vorsprung hatte er nicht, es gibt nur eine Verbindung nach Damp, und Anhalter fallen nicht so einfach vom Himmel, in einer abgelegenen Gegend erst recht nicht.
2. Streng genommen ist die Anhalter-These gar nicht bewiesen; es handelt sich vielmehr um eine "Via negativa", d.h. um die am wenigsten unwahrscheinliche Möglichkeit.
3. Zum Vorfall auf dem Parkplatz: an sich müsste sich feststellen lassen, ob sich an diesem Montag tatsächlich ein "Seeunfall" mit nachfolgender Krankenhausbehandlung ereignet hat. Hat der Unbekannte auch andere Personen gebeten, den Mercedes nach Kiel zu fahren? Er muss dort Ortskenntnisse haben, denn falls einer der Angesprochenen sein Angebot angenommen hätte, hätte er ja auch eine Adresse nennen müssen.
4. Der Benzinkanister: für mich das entscheidende Indiz!
Wenn ihn der Täter tatsächlich gekauft hat, dann sollte sich auch feststellen lassen, wo. So viele Möglichkeiten gibt es in der Gegend ja nicht; eventuell hat er dazu bis nach Eckernförde zurückfahren müssen. Und um nicht weiter aufzufallen, musste er ihn an der Brandstelle zurücklassen, wenn er zu Fuß unterwegs gewesen ist.
5. Es wurde (siehe Thread) ein blaues Auto in der Nähe der Brandstelle gesehen. Ich sehe in dieser Beobachtung keinen Zusammenhang zur Tat, denn dann hätte der Täter den Benzinkanister ja wieder mitnehmen können.
6. Das Benzin muss der Täter ja auch irgendwo gekauft haben; auch hierfür gibt es nicht allzu viele Alternativen. Dieser Kauf von fünf Litern müsste sich über die Journalrollen der Kassen der infrage kommenden Tankstellen nachvollziehen lassen, einmal ganz abgesehen davon, dass es auffallen kann, wenn jemand im 240D einen Kanister Benzin kauft.
7. Und irgendwie muss der Täter ja wieder vom Abstellort des Mercedes weggekommen sein.
Eine Skizze oder Karte und Fragen hierzu sind jedoch unterblieben.

Nachtrag und Korrektur: Der Fall steht möglicherweise vor der Aufklärung. Gestern, am 23. März 2012, fast 18 Jahre nach der Tat wurde die Festnahme eine dringend Tatverdächtigen gemeldet. Die regelmäßige Überprüfung von Altfällen führte zu einem Täter-Spur-Treffer. Der Fortgang der Ermittlungen findet sich mit Sicherheit im Filmfall-thread, der oben schon verlinkt wurde.
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#33

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 11.03.2012 21:18
von Punker • 339 Beiträge
@Ludwig

Kann hier leider keine PNs schreiben: Noch mal ein Lob und vielen Dank-sehr interessant das alles nochmals zu lesen. Den letzten Fall habe ich noch sehr gut im Gedächnis.

Muss mal eine Zeit aussetzen.

VG, P.
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#34

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 13.03.2012 21:20
von Ludwig • 538 Beiträge
Hallo Punker!

Vielen Dank für die Blumen! Meine e-mail-Adresse steht übrigens auf Seite 3 dieses threads ganz oben...

Einen schönen Abend und eine erholsame Auszeit,
bis bald,
Ludwig
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#35

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 14.03.2012 16:00
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Ludwig!
Du hast eine E-Mail von mir bekommen!
So denn, einen schönen Gruß von schildi
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#36

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 14.03.2012 16:16
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Ludwig!
Ich habe gerade das Review zu dem Fall "Jeanette Grabig" gelesen und muss dir an dieser Stelle ein ganz großes Lob aussprechen. Es macht mir immer Freude, deine Ausführungen zu lesen. Ich bin schon auf weitere Fälle gespannt.
So denn, einen schönen Gruß von schildi
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#37

Re[2]: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 14.03.2012 19:40
von TheWhite1961 • 1.160 Beiträge
schildi>Hallo Ludwig!
schildi>Ich habe gerade das Review zu dem Fall "Jeanette Grabig" gelesen und muss dir an dieser Stelle ein ganz großes Lob aussprechen. Es macht mir immer Freude, deine Ausführungen zu lesen. Ich bin schon auf weitere Fälle gespannt.
schildi>So denn, einen schönen Gruß von schildi

Auch von mir gibts ein dickes Lob für den Ludwig. Deine Beiträge sind wirklich eine Bereicherung für dieses Forum. Ich freue mich sehr darauf Dich beim diesjährigen XY Treffen endlich kennenzulernen.
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#38

Re[2]: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 17.03.2012 15:51
von Punker • 339 Beiträge
Ludwig>Hallo Punker!

Ludwig>Vielen Dank für die Blumen! Meine e-mail-Adresse steht übrigens auf Seite 3 dieses threads ganz oben...

Ludwig>Einen schönen Abend und eine erholsame Auszeit,
Ludwig>bis bald,
Ludwig>Ludwig

Hallo Ludwig,

Danke für Deinen lieben Gruß...kann mich ja mal bei Dir per Mail melden!

VG+ schönes Wochenende! P.
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#39

Re[2]: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 17.03.2012 20:33
von Ludwig • 538 Beiträge
Hallo zusammen!

Der FF3 vom 2.6.1995 (Doppelmord Jasmin G./Yvonne H.) ist fertig bearbeitet.
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#40

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 23.03.2012 21:07
von Ludwig • 538 Beiträge
Hallo zusammen !

Beim Speichern eines Nachtrages zum Fall Grabig ist durch ein Serverproblem ein wesentlicher Teil dieses reviews sowie der folgende Fall Jasmin G./Yvonne H. komplett verloren gegangen. Ich werde diese Teile also komplett neu bearbeiten müssen; ich versuche, dass es so schnell als möglich geht.

Viele Grüße
Ludwig
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#41

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 24.03.2012 20:34
von Ludwig • 538 Beiträge
Hallo zusammen !

Der Fall Jeanette G. ist wieder vollständig. Die neue Darstellung weicht von der alten geringfügig ab, da ich meine Notizen schon vernichtet und das review nicht ausgedruckt hatte. Trotzdem hoffe ich, nichts wesentliches vergessen zu haben.

viele Grüße
Ludwig
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#42

Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 25.03.2012 19:25
von Ludwig • 538 Beiträge
Fahrkarte erhobener Daumen - Die Anhaltermorde bei XY Teil 6

02.06.1995 FF3: Jasmin G./Yvonne H.

Vor EZ liegen etwas seltsam anmutende Geräte auf dem Schreibtisch, und diese Plastikschalen hat er, als er sie das erste Mal gesehen hat, für ein Küchengerät gehalten. Wie er inzwischen weiß, sind diese Geräte in einem Sexshop zu erhalten und haben einem brutalen Mörder als Folterwerkzeug gedient. Für die Kripo Limburg/Lahn sind sie wichtige Ansatzpunkte bei ihren Ermittlungen in einem Mordfall. Bei den Getöteten handelt es sich um zwei junge Mädchen, "die wie tausende andere auch am Samstagabend in einer Disco ihren altersgemäßen Spaß haben wollten".
Die 16-jährige Jasmin G. ist seit einiger Zeit mit der gleichaltrigen Yvonne H. eng befreundet, kein Wunder also, dass sie auch gemeinsam weggehen. Daher stylen sie sich in der Wohnung von Familie G. für den bevorstehenden Discobesuch am Samstag, den 8. Oktober 1994. Die Sorge der anscheinend recht toleranten Mutter gilt lediglich dem Umstand, ob Jasmin auch warm genug angezogen ist ("Komm', zeig' Dich doch mal.") und den Schlüssel dabei hat. Dann wünscht sie den beiden Mädchen viel Spaß und widmet sich ihrer Fernsehzeitschrift. Jasmin und Yvonne verlassen die Wohnung in Limburg-Blumenrod gegen 21.30Uhr und machen sich auf den Weg in die knapp drei Kilometer entfernte Discothek "Easy" in Diez. In diesem Raverschuppen treffen sich am Wochenende bis zu viertausend junge Leute aus der näheren und weiteren Umgebung, auch die Limburger Jugend gehört zu den Stammgästen ebenso wie viele Freunde der beiden Mädchen. Als diese dort eintreffen, "ist noch nicht viel los", es herrschen aber "Temperaturen wie in der Sauna", weswegen die beiden umgehend ihre Getränkebestellung aufgeben und sich ihrer Pullover entledigen. Sie sitzen an einem Tisch bei einer Clique junger Türken, mit denen insbesondere Yvonne eng befreundet ist. Nach der Aufforderung "Komm', laß' uns dancen" erfolgt die Hauptbeschäftigung des Abends, körperliche Bewegung zur Musik, wenn man mal diese überlaute Geräuschentfaltung so bezeichnen will. Nach mehreren Stunden ohne außergewöhnliche Vorfälle entschließen sich die Mädchen zu einem Tapetenwechsel. Ziel ist das "Anyway" im sieben Kilometer entfernten Elz: "Mal sehen, was da abgeht." Gegen 02.00Uhr verlassen die beiden Mädchen das "Easy"; wie und mit wem sie bis Elz gefahren sind, konnte nicht festgestellt werden. Um etwa 03.00Uhr werden sie im "Anyway" von Bekannten mehrfach gesehen; sie treffen sogar eine Freundin von Yvonne, der Dialog am Tresen soll auszugsweise wiedergegeben werden: "Hey,wie geht's?" "Ganz gut, und Dir?" ... "Echt geile Musik heute (Sheryl Crow: All I wanna do)." ... "Wen hast'n noch getroffen?" "Naja, total viele Leute." Etwa um 04.00Uhr verlassen Jasmin und Yvonne die Disco in Begleitung ihrer Freundin, die mit ihrem Bruder heimfahren will. Die Freundin hat bei der Verabschiedung das Gefühl, "dass Yvonne nicht sagen will, wie und mit wem sie nach Hause kommt". Uns sie kann auch nicht erkennen, ob die beiden Mädchen schon auf dem nahen Parkplatz in ein Auto steigen.
Am nächsten Morgen versucht Mama G., selbst noch im Morgenmantel, ihre Tochter Jasmin zu wecken, doch das gemachte Bett ist leer, von drei akkurat drapierten Kopfkissen einmal abgesehen. Die sofortige telefonische Nachfrage bei Yvonnes Mutter veranlaßt diese, auch im Zimmer ihrer Tochter nachzusehen, doch auch Yvonnes Bett ist unberührt. Frau G. beschleichen schlimme Vorahnungen: "Mein Gott, da wird doch nichts passiert sein." Ihre älteste Tochter Caroline wird eingeschaltet ("die kennt die Freundinnen besser als ich") und eine große private Suchaktion gestartet, doch die beiden Mädchen tauchen nicht auf. Gegen Abend werden sie als vermisst gemeldet.
Zwei Tage später, am Dienstag, den 11. Oktober 1994, will ein Händler in Hüttenberg-Volpertshausen, etwa 45 Kilometer von Limburg entfernt, einem Kunden ein paar Kubikmeter Holz verkaufen. Beim Liefertermin ("Am Wochenende könnte ich Ihnen die Stämme bringen." "Kommt auf den Tag nicht drauf an.") ist der Händler flexibel, er hat immer ein paar Leute im Revier. Als das forsttypische Fahrzeug jener Jahre, ein Isuzu Trooper Diesel, am Holzpolder eintrifft, meint der Kunde, eine weggeschmissene Schaufensterpuppe zu erkennen. Diese Form der Müllentsorgung scheint in diesem Waldstück Usus zu sein, doch bei der Nachschau macht der bebrillte, Schlapphut tragende, schnauzbärtige Händler eine grausige Entdeckung: hinter dem Stapel liegen, bäuchlings und teils übereinander, zwei nackte Körper. "Das sind keine Puppen. Zwei tote Mädchen!" Und sofort fasst er den einzig richtigen Entschluss: "Wir müssen sofort die Polizei holen."
Diese kann die Toten schnell identifizieren und in das Institut für Rechtsmedizin der Justus-von-Liebig- Universität verbringe, wie uns das Messingschild glaubhaft macht. die Obduktion ergibt ein bis dato vom Kripobeamten noch nie gehörtes Ergebnis: die beiden Mädchen sind durch Chloroform getötet worden, was auch dem Mediziner noch nicht untergekommen ist, und dabei macht er das schon ein paar Jahre. Chloroform ist zwar, wie der Beamte bemerkt, ein Betäubungsmittel, doch wie schon Paracelsus wusste ("Die Dosis macht das Gift."), zuviel davon, und "Adieu, Du schöne Welt." Die ebenso anwesende Ärztin weist die Beamten auf eine "ungewöhnliche Sache" hin, wobei wie einen bei XY eher seltenen Anblick geboten bekommen, ein Paar nackter Brüste, die in diesem Fall u.a. "runde, nicht unterbrochene Rötungen" aufweisen und mit deren Ursachenerklärung der Professor mit seinem Latein am Ende ist: "Vielleicht Saugglocken oder was Ähnliches." Ein Sexualdelikt liegt aber in jedem Fall vor, denn im Genitalbereich gibt es ähnliche Verletzungen, wenngleich eine Vergewaltigung noch untersucht werden muß. Bei der weiteren Ursachenforschung hilft aber die lebenserfahrene Ärztin, die den Beamten empfiehlt, sich doch in diversen Sexshops umzusehen, denn dort gäbe es "allerhand Folterwerkzeug". Also beheben die Beamten diese Bildungslücke und begeben sich auf eine delikate Recherche, indem sie einen einschlägigen und offenkundig gut sortierten Laden aufsuchen und der dort arbeitenden Blondine ein Foto der manipulierten Brüste präsentieren. Diese tippt folgerichtig auf ein Unterdruckgerät und holt zu den Klängen der Bangles: "If she knew what she wants" ein derartiges Exemplar aus dem Lager. Nach einem nicht ganz originalen Shakespeare-Zitat ("so viele Dinge zwischen Himmel und Erde") und der entsprechenden Nachfrage wird die Funktionsweise plastisch vorgeführt: Schlauch aufsetzen, Pumpe betätigen, Unterdruck erzeugen und damit die Durchblutung fördern. Im Übrigen gäbe es diese Geräte auch "für unten und für den Mann", doch da die Kripobeamten noch jung und viril sind, müssen sie von diesem Angebot keinen Gebrauch machen. Lediglich mit dem Professor wollen sie nochmal reden, denn der "will auch noch was dazulernen".
Im Studio bestätigt EZ, dass die Verletzungen mit großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich von derartigen Unterdruckgeräten herrühren. Da sie in relativ geringen Stückzahlen verkauft wurden, sind sie wichtige Ansatzpunkte bei den weiteren Ermittlungen. Im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwältin ist diese Form der Misshandlung bislang einmalig, so dass nach Zeugen gefragt wird, die in anderen Fällen gegen ihren Willen mit derartigen Geräten gequält worden sind, wobei laut EZ ausdrücklich nicht die Fälle gemeint sind, in denen es medizinische Gründe für den Einsatz derartiger Saugschalen gibt. Eine weitere Besonderheit ist der Einsatz von Chloroform als Mordinstrument, eine äußerst ungewöhnliche Vorgehensweise. Auch hier fragt die Staatsanwältin, deren Präsentation der Fahndungsansätze von beispielgebender Klarheit und Präzision ist, ganz allgemein nach dem missbräuchlichen Einsatz dieses Betäubungsmittels. Nach den außergewöhnlichen spekten des falls werden die eher klassischen Ansatzpunkte behandelt, die Bilder der Mädchen eingeblendet und gefragt, wer sie am 9. Oktober 1994 nach dem Verlassen der Discothek "Anyway" nach 04.00Uhr noch gesehen hat. Ihre gesamte Kleidung ist verschwunden, im Falle Jasmins sind dies: eine schwarze bauchfreie Bluse mit weiten langen Ärmeln, ein grau-weiß-melierter Rollkragenpulli, eine hellblaue, an den Oberschenkeln aufgerissene Jeans und schwarze knöchelhohe Turnschuhe der Marke LA Gear mit teilweise pinkfarben abgesetzter Sohle. Bei Yvonne war bis auf die blaue Jeansjacke mit einer türkischen Flagge als Aufnäher auf dem rechten Ärmel alles schwarz: der durchbrochene Pulli, die Sweatshirtjacke mit Kapuze, die Hot Pants, die Netzstrumpfhose und die Schnürstiefel. Von beiden Mädchen fehlen die Papiere, bei Yvonne ferner ein Schlüsselbund und ein goldfarbenes Halskettchen, beides mit türkischem Emblem als Anhänger, und ein pinkfarbenes Portemonnaie aus Nylonstoff der Marke Ogilvy mit innenseitigem Würfelmuster. Fundort und Tatort sind verschieden, die Leichen der beiden Mädchen sind vermutlich in der Nacht vom Montag zum Dienstag, d.h. vom 10./11. Oktober 1994 in den Wald bei Hüttenberg-Volpertshausen verbracht worden. Es wird nach Zeugen gefragt, die entsprechende Beobachtungen gemacht haben.
Trotz der hohen Belohnung von 25.000 DM konnte der Fall nicht durch Zuschauerhinweise geklärt werden. Erst ein Massen-Gentest sieben Jahre später führte zum Täter und in der Folge zu seiner Ehefrau. Dies ist meines Wissens auch das einzige Mal bei einem Anhaltermord, in dem eine Frau tatbeteiligt war.
Streng genommen ist dies kein Anhalter-Mord, aber da ich davon ausgehe, dass die Mädchen vorhatten zu trampen, um nach Hause zu kommen, wären sie nicht auf dem Parkplatz angesprochen worden, habe ich den Fall hier abgehandelt.
Übrigens: Das "Easy" existiert anscheinend nicht mehr, das "Anyway" nur noch in älteren Branchenbuch-Eintragungen. Aber am 31. März 2012 findet eine "Anyway-Revival-Party" mit Musik und den Discjockeys aus jenen Jahren statt.

Filmfall-thread: http://azxy.communityhost.de/thread/?thread__mid=949260153

Der dort verlinkte SPIEGEL-Artikel enthält alles Wissenswerte über dieses abscheuliche Verbrechen:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-24093757.html

Über die Arbeit im Labor: http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/hessen/ein-biologe-im-polizeidienst-auf-der-suche-nach-der-entscheidenden-spur-1709978.html

In folgendem Buch ist dem Fall auch ein Abschnitt gewidmet:
Markus Sauter: DNA-Massentests in Strafverfahren, Verlag für Polizeiwissenschaft, Wiesbaden 2003


07.07.1995 FF3: Kathy Th.

Der Fall ist online nicht mehr verfügbar, insofern muß ich Euch vertrösten:
Filmfall-Thread: http://azxy.communityhost.de/thread/?thread__mid=407676810


29.09.1995 FF3: Concetta D.

Einleitend spricht EZ davon, dass die Sendung relativ oft der letzte Versuch ist, ein Verbrechen doch noch zu klären, so auch in diesem Fall, den die Kripo Freiburg bearbeitet, die seit fast einem Jahr versucht, den Mord an einem 19-jährigen Mädchen aufzuklären. Die Hartnäckigkeit der Polizei hat einen besonderen Grund, denn möglicherweise hat derselbe Täter vor zehn Jahren auch schon zwei Mädchen getötet und ist bis heute nicht gefasst worden (21.02.1986 FF1: Ingrid K./Angelika S.).
Das Opfer, die 19-jährige Concetta D., sortiert an ihrem Arbeitsplatz, einer Bücherei, in der sie ihre Ausbildung zur Buchhändlerin absolviert, gerade die neue Lieferung in die Rückwand, als sie von einer Frau im Karoblazer angesprochen wird, die ein Geschenk für ihre kleine, doch aber schon zwölfjährige Nichte sucht. Perfekt multitaskingfähig hat Concetta auch sofort das Gewünschte, ein Pferdebuch, zur Hand, und da die Alternative weniger überzeugend ist, ebenso schnell verkauft. Deswegen und aufgrund ihrer Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit ist sie bei ihren Vorgesetzten recht beliebt und kommt darüber hinaus auch noch mit ihren Kolleginnen und Kollegen sehr gut zurecht. Nachdem die dienstlichen Leistungen soweit gewürdigt sind, darf Concetta nach Hause ins fünfzehn Kilometer nördlich von Freiburg gelegene Waldkirch, wo sie üblicherweise gegen 18.30Uhr eintrifft und von der hungrigen Familie schon sehnlichst erwartet wird. Diese umfasst neben den Eltern den allerdings wegen Spätdienst abwesenden älteren Bruder Michael sowie zwei kleinere Schwestern. Alle, insbesondere der Vater, sitzen schon ausgehungert am gedeckten Esstisch, und deswegen gibt es für jeden sogar zwei Kellen der delikaten XY-Suppe. Mit der Familie, vor allem mit der Mutter, versteht sich Concetta sehr gut, allerdings fühlt sie sich von den etwas strengen Ansichten ihres Vaters etwas eingeengt , was übersetzt heißt, dass Papa D. als echter Patrone in gut italienischer Tradition ein wachsames Auge auf seine bildhübsche Älteste hat und deren Freizeitverhalten und insbesondere Umgang mit potentiellen Verehrern strikt reglementiert. Demnächst steht für des Mädchen der Erwerb des Führerscheins an, noch ein paar Fahrstunden, und Concetta fühlt sich für die Prüfung gewappnet. Unter der Woche verbringt sie die Abende zuhause; am Wochenende geht sie in Discotheken oder trifft sich mit Freunden. Am Sonntag, den 23. Oktober 1994 verbringt sie den Nachmittag mit ihrer Freundin Jennifer; gegen 18.00Uhr besuchen die beiden Mädchen zwei Freunde im Stadtteil Weingarten. Der gelockte Harry hat sich eine neue CD zugelegt, "ein cooler Mix", und deswegen wird die Wohnung zur Disco umfunktioniert und die beiden Jungs tanzen alleine, weswegen die beiden Mädchen auch Mühe haben, mit ihrem Klopfen an der Wohnungstür gehört zu werden. Die Mädels klinken sich in die Party ein, die Jungs haben ja "die Kiste schon mal angeschmissen"; diese zieht sich bis etwa 22.00Uhr hin. Um diese Zeit wird nicht mehr getanzt, sondern zu Kerzenlicht und zur Musik der Scorpions: Wind of change geknabbert. Die Mädels müssen früh raus und sind bettreif, die Jungs aber haben kein Auto, und daher müssen Concetta und Jennifer auf den Bus ausweichen. Aber noch nicht mal mit einem Fahrplan kann Harry in seinem kreativen Chaos dienen, vielleicht sollte er doch auf die Mädchen hören und mal aufräumen. Auf dem Weg zur Haltestelle spüren die beiden Mädchen die herbstliche Kälte, daher ist ihnen auch die Viertelstunde Wartezeit zu lange und sie beschließen zum trampen, denn "rumstehen tun wir ja sowieso". Wenn möglich benutzen sie zwar öffentliche Verkehrsmittel, fahren aber auch gelegentlich trotz elterlichen Verbotes per Anhalter. Recht schnell hält ein mit drei jungen Männern besetzter Kleinwagen, in dessen Fond sich die Mädchen nach Begrüßung ("Salue") und Nennung des Fahrziels Herdern zwängen. Jennifer nennt die in der Nähe gelegene Habsburger Straße als Zieladresse, die der Fahrer auch zielstrebig ansteuert. Ehe die beiden Mädchen aussteigen, versucht der Beifahrer noch wenig überzeugend, Concetta zum Kaffeetrinken einzuladen, doch die hat keinen Bedarf - "Na, dann eben nicht". Die Mädchen unterhalten sich noch kurz über den Abend, der witzig war, denn "Harry ist immer gut drauf", planen noch die Mittagspause für den nächsten Tag und verabschieden sich gegen 23.00Uhr. Die das "r" so schön bayrisch rollende Jennifer betritt durch die Riffelglastür ihr Haus, und Concetta macht sich auf den 15 Kilometer langen Heimweg nach Waldkirch. Allerdings fährt der Bus erst um Mitternacht, und daher entschließt sie sich vermutlich zu trampen; jedenfalls sieht sie ein in der Nähe wohnender Autofahrer als letzter bekannter Zeuge, als sie versucht, Autos anzuhalten.
Ihr Fehlen wird erst am nächsten Abend bemerkt; die Kollegen glaubten, sie hätte frei genommen, und zuhause war man der Ansicht, sie sei früher aus dem Haus gegangen, noch dazu, ohne Bescheid zu sagen oder wenigstens einen Zettel hinzulegen, denn "so geht's ja nicht". Damit das gemeinsame Abendessen der erneut ausgehungerten Familie D. starten kann, ruft Vater D. bei Jennifer an, nachdem er sich nach deren Nummer erkundigt und die Mutter beschwichtigend eingegriffen hat: "Mein Gott, sie ist doch schon fast erwachsen". Während es also mal keine Suppe gibt, sondern sogar Alternativen angeboten werden ("Willst Du Schwarzbrot oder Graubrot?"), erkundigt sich das Familienoberhaupt bei Jennifer, die aber ihrerseits auch besorgt ist, denn mittags ist Concetta nicht wie verabredet gekommen und Fahrstunde hat sie auch keine. Und mit der XY-typischen Anhalter-Verbleib-Vermutung schließt sie: "Da muss was passiert sein", worauf Vater D. entgegnet: "Ich ruf' die Polizei an. Das ist mir nicht geheuer".
Diese Befürchtungen bestätigten sich laut EZ im Studio etwa eine Woche später, als ihre Leiche von einem Pilzsammler südlich von Freiburg gefunden wurde. Für den Mord an Concetta könnte derselbe Täter verantwortlich sein, der bereits vor 10 Jahren zwei Anhalterinnen getötet hat und sich möglicherweise ein neues Opfer sucht, weswegen eindringlich vor dem Trampen gewarnt wird. Mit einem Bild des Mädchens wird gefragt, wer sie am 23. Oktober 1994 nach 23.00Uhr noch lebend gesehen hat, eventuell die überregionalen Besucher eines Volksfestes, der sogenannten Herbstmesse. Concetta trug eine helle Jacke mit Tom Tailor-Schriftzug am Rücken und eine schwarze Jeans; wer hat sie an der mit einem Foto und Stadtplan gezeigten Bushaltestelle in der Habsburger Straße in ein Fahrzeug einsteigen sehen? Ferner werden immer noch die drei Männer als wichtige Zeugen gesucht, die die beiden Mädchen von Weingarten in die Habsburger Straße mitgenommen haben, von zweien existieren Phantombilder. Der Fahrer ist ca. 20 - 25 Jahre alt, 1,75 m groß, dunkle Haare, Pferdeschwanz, gemusterte Brille; der Beifahrer ist gleichaltrig, ca. 1,80 m groß, dunkelblond, Brille, starke Gesichtsakne - kein Wunder also, dass Concetta die Einladung zum Kaffee ausgeschlagen hat.
Die Leiche wurde bei Ehrenkirchen 20 Kilometer südlich von Freiburg gefunden, dazu Handschellen mit einer seltenen Verriegelung, aber ohne die dazugehörigen Schlüssel. Es fehlt auch Concettas Haustürschlüssel, ein Profilschlüssel mit Name und Telefonnummer des Geschäfts in Waldkirch. Am unbekannten Tatort, einem Auto oder einer "Räumlichkeit" könnten aufgrund einiger Schnittverletzungen Concettas Blutspuren zurückgeblieben sein.
Wie die dürftigen Fahndungsansätze, deren Präsentation von etlichen Versprechern von EZ und dem Kripobeamten begleitet wurde, schon vermuten lassen, wurde dieses Verbrechen nicht aufgeklärt.
Filmfall-Thread:
http://azxy.communityhost.de/thread/?thread__mid=465304243.
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#43

RE: Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 04.04.2013 22:45
von Ludwig • 538 Beiträge

Hallo zusammen!

Im Mordfall Dieter H., dem Realschullehrer aus Sindelfingen (FF 8.Mai 1987) gibt es einen längeren Bericht im SPIEGEL vom 25.03.2013, S. 47 - 51.
Darin wird die Geschichte eines geradezu unglaublichen Skandals erzählt, von schlampigen Ermittlungen, verschwundenen Akten und gestohlenen (!!!) Asservaten. Und deswegen läuft einer der beiden mutmaßlichen Mörder noch frei herum (der zweite ist nicht bekannt). Im Lauf der nächsten Tage werde ich den Artikel hier einstellen.

So viel einstweilen,
Ludwig


Hier hält aber auch der Bus zur Siedlung Muckensturm, den Anja benutzt, wenn sie bei Dunkelheit allein nach Hause kommt.
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#44

RE: Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 07.04.2013 18:16
von Ludwig • 538 Beiträge

Hallo zusammen,

hier ist der SPIEGEL-Bericht:

Viele Grüße
Ludwig


Hier hält aber auch der Bus zur Siedlung Muckensturm, den Anja benutzt, wenn sie bei Dunkelheit allein nach Hause kommt.

zuletzt bearbeitet 07.04.2013 18:17 | nach oben springen

#45

RE: Re: Fahrkarte erhobener Daumen - die Anhaltermorde bei XY

in Filmfälle 08.04.2013 11:05
von Porcupine • 2 Beiträge

Hallo,

da ich schon lange an Aktenzeichen XY interessiert bin, viele Folgen gesehen habe und mich zu vielen Filmfällen belesen habe möchte ich mich in diesem Forum ein wenig mit gleichgesinnten austauschen (im realen Leben habe ich leider niemanden, der dieses Interesse mit mir teilt ;)).

Der Fall vom 12.04.1985 FF3: Angelika S. wurde hier ja schonmal ausführlich besprochen, ich habe allerdings vielleicht noch eine interessante Ergänzung dazu, der die Umstände wie es zur Verhaftung kam näher beschreibt:

Man erwischte den Täter im August 2007 beim Diebstahl von Schrott, in diesem Zuge wurde ihm auch eine Speichelprobe abgenommen. Er rechnete wohl nicht damit, dass ihn seine DNA mit insgesamt 5 Anhaltermorden, darunter auch der genannte von Angelika S., in Verbindung bringen wird. Er gestand während eines Verhöres die fünf Morde, widerrief sie jedoch dann wieder vor dem Landgericht. Begründen tat er dies mit einer ausgeprägten sadomasochistischen Neigung; der Gedanke an Bestrafung hätte ihn stark erregt. Am Ende kam es dennoch zur Verurteilung: lebenslange Freiheitsstrafe.

VG
Porcupine


zuletzt bearbeitet 08.04.2013 11:17 | nach oben springen



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