#16

RE: Filmfälle Sendungen 11.04. 1975 und 04.11. 1977

in Filmfälle 25.01.2016 11:31
von vorsichtfalle • 667 Beiträge

Mal schauen was draus wird:

http://www.wn.de/Muensterland/2244229-An...-50-neue-Spuren
Artikel vom 25.01.2016

"Mordserie: Über 50 neue Spuren

Nordhorn/Münster -

Die ungeklärten Morde an vier jungen Frauen aus der Grafschaft Bentheim und dem Münsterland vor rund 40 Jahren stehen zurzeit erneut im Fokus polizeilicher Ermittlungen. Nachdem unsere Zeitung am 2. Dezember an die Mordserie erinnert hat, sind mehr als 50 neue Hinweise bei der Kriminalpolizei eingegangen.
Von Irene Schmidt

Die Prostituierte Edeltraud van Boxel (23) aus Münster verschwindet im November 1971 vom Straßenstrich. Sie wird wenige Stunden später nahe der B 499 bei Steinfurt erwürgt aufgefunden. Im Mai 1972 kehrt die Büglerin Barbara Storm (20) aus Schüttorf nach einem Discobesuch nicht mehr zurück. Zwei Tage später wird ihre Leiche zwischen Schöppingen und Gronau gefunden. Die 17-jährige Nordhornerin Marlies Hemmers wird zuletzt im August 1973 als Tramperin an der B 403 in Bad Bentheim gesehen. Erst im Dezember wird ihre Leiche im Merfelder Bruch, 25 Kilometer vom Fundort Barbara Storms, entdeckt. Im Oktober will die 22-jährige Erika Kunze von Münster aus nach Hause nach Nordhorn trampen. Sie wird eine Woche später tot im Samerrott gefunden.


Auch 40 Jahre nach diesen Morden hoffen Kriminalbeamte in Nordhorn und in Münster auf Hinweise, die auf die Spur des Täters führen. Aufgrund der Berichterstattung unserer Zeitung und der Grafschafter Nachrichten werden zurzeit rund 50 Spuren verfolgt. So melden sich zum Beispiel tatsächlich Zeugen, die Barbara Storm nach ihrem Verschwinden in Begleitung eines Mannes in Schüttorf gesehen haben. Diese Aussagen bestätigen eine Zeugin, die sich im Jahr 1972 bereits gemeldet hat. Andere Zeugen geben Hinweise auf die während der Fahndung genannten Tatfahrzeuge, einen hellen VW-Käfer (1971) und einen grauen Mercedes (1974).


Hinzu kommen konkrete Hinweise auf Personen. Vor 40 Jahren hatten die Ermittler unter anderem unter dem Fingernagel eines Opfers DNA gefunden. Aufgrund der Hinweise und erneuter intensiver Aktenstudien sollen nun Vergleichsproben von Männern untersucht werden. Den DNA-Abgleich gibt es erst seit den 1990er-Jahren. Damit einen Treffer zu landen, wie erst kürzlich im Fall der 2007 in Köln ermordeten Anke Schäfer aus Lingen, wäre für die Ermittler Joachim Poll aus Münster und Eckhard Klemp aus Nordhorn „der Idealfall“.



Für Kriminalhauptkommissar Eckhard Klemp ist es höchst wahrscheinlich, dass der Serienmörder aus dem Dreieck zwischen Nordhorn, Rheine und Münster stammte. Er muss sich sehr gut ausgekannt haben. So befuhr er mit Edeltraud van Boxel 1971 dieselbe Strecke von Münster über Steinfurt in Richtung Wettringen wie 1974 mit Erika Kunze."


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#17

RE: Filmfälle Sendungen 11.04. 1975 und 04.11. 1977

in Filmfälle 19.02.2016 19:29
von Ede-Fan • 586 Beiträge

Zitat von Ludwig im Beitrag #7

Hallo zusammen, liebe Ricky!

Um eine etwas umständliche Einleitung zu wählen: Da mich das Thema Sexualmorde besonders interessiert, habe ich mir vor kurzem ein interdisziplinäres wissenschaftliches Fachbuch zu diesem Thema gegönnt. Einer der Autoren ist Alexander Horn, das Buch heißt "Sexualmord in Bayern" und behandelt alle entsprechenden (abgeurteilten) Taten in Bayern von 1979 bis 2008. Ziel des Buches ist die Analyse von Tatverläufen und Tatmerkmalen bei Sexualmorden.
Langer Rede kurzer Sinn: Die Münsterland-Serie weist zahlreiche übereinstimmende Tatmerkmale bei den Einzeltaten auf (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
- Aufnahme der Opfer im Auto (im Fall Storm nicht bekannt)
- Tötungsart stumpfe Gewalt gegen den Hals (im Fall Hemmers vermutlich nicht mit Sicherheit feststellbar)
- Tatort in allen Fällen höchstwahrscheinlich ein Fahrzeug
- Transport der Opfer über eine gewisse Entfernung zum Ablageort
- Ablageort Wald
- Ablage der Opfer vollständig bekleidet (abgesehen von einem Schuh)
- Entwenden der Handtaschen der Opfer (im Fall Hemmers führte sie Ermordete keine mit)
- kein Geschlechtsverkehr mit den Opfern (im Fall Hemmers nicht mehr feststellbar)
- Opfer phänotypisch ähnlich: klein, zierlich, dunkelhaarig und etwa 20 Jahre alt

Unterschiedlich sind insbesondere die Tageszeiten, zu denen Täter und Opfer aufeinandertrafen, v.a. im Fall Hemmers. Dies ist auch der einzige Fall, bei dem ich mir theoretisch auch einen anderen Täter vorstellen könnte. Inwieweit evtl. DNA-Analysen diese Serie verifizieren können entzieht sich meiner Kenntnis.

Demgegenüber, und da stimme ich Ricky vollauf zu, sind viele Tatmerkmale bei der Heidelberger Anhalterserie so fundamental anders (u.a. waren die Opfer vorwiegend Blondinen), dass ich zwar auch von einem Serientäter ausgehe, jedoch von einem anderen als in den Münsterländer Fällen.

Viele Grüße
Ludwig




Hallo Ludwig,

das von dir genannte Buch des Alexander Horn habe ich bisher nicht gelesen. Daher kann ich leider nicht mitreden, wie sehr Horn die phänotypischen Merkmale der Opfer gewichtet. Gestern lief im "ZDF-Infokanal" (mal wieder) Serienkiller: Mörderische Triebe - Im Visier der Fahnder, in dem es u.a. auch um die Heidelberger Anhaltermorde ging. Zum Schluß dieses Beitrages heißt es dann wörtlich: "Und fast immer sind Frauen die Opfer. Das Gerücht, die Täter suchten sich in der Regel den gleichen Typus aus, nach Alter oder nach Aussehen, stimmt so nicht. Die meisten Täter sind nicht wählerisch."
Direkt im Anschluß meint Stephan Harbort: "Vielen Serienmorden eilt keine spezielle Opferauswahl voraus, sondern die Täter suchen sich Jagdgebiete aus -sie beschreiben das tatsächlich so- in denen sie sich gut auskennen und von denen sie wissen, daß zu bestimmten Tageszeiten eben Menschen dort unterwegs sind, die sich für ihre Tat als Opfer eigenen. Wen es dann letztendlich trifft, bleibt dem Zufall überlassen."

Hier kommt nun meine Frage, inwieweit die äußeren Merkmale geeignet sind, Rückschlüsse auf einen möglichen Serientäter zu ziehen, bzw. Verbindungen zwischen Taten zu verneinen.

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#18

RE: Filmfälle Sendungen 11.04. 1975 und 04.11. 1977

in Filmfälle 06.03.2016 20:08
von Heimo • 1.277 Beiträge

Schon wieder ein neuer Artikel zu der Serie. Auch mit einer neuen Information, wenn ich recht sehe. Vom Täter existiert wohl eine DNA-Spur.

http://www.gn-online.de/Nachrichten/Mord...auf-132163.html

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#19

RE: Filmfälle Sendungen 11.04. 1975 und 04.11. 1977

in Filmfälle 11.07.2016 11:36
von vorsichtfalle • 667 Beiträge

Stand: 06.07.2016 13:59 Uhr - Lesezeit: ca.5 Min.

40 Jahre danach: Polizei sucht nach Serienmörder
von Josephine Lütke

"Etwas Schlimmes ist passiert." Auch wenn Eckhard Klemp erst zehn Jahre alt war - so viel hatte er mitbekommen. Und dies blieb ihm seither in Erinnerung. Im Oktober 1974 ist er auf dem Bauernhof bei seinem Onkel in Samern bei Schüttorf, als in der kleinen Gemeinde eine Frauenleiche entdeckt wird. Es handelt sich um Erika Kunze, sie wird nur 22 Jahre alt. Ihr Mörder hatte wohl zuvor bereits drei andere Frauen umgebracht. Sie ist vermutlich das letzte Opfer eines Mannes, der bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnte. Eckhard Klemp will den Fall endlich aufklären: Er ist inzwischen Kriminaloberkommissar im emsländischen Lingen.
Morde sind bis heute ungeklärt


Edeltraud van Boxel aus Münster war 1971 wahrscheinlich das erste Opfer des mutmaßlichen Serientäters. Sie arbeitete als Prostituierte und stieg wohl deshalb in den Wagen, in dem sie ermordet wurde. Die 23-Jährige war schwanger. Ihre Leiche wurde noch am selben Abend im Kreis Steinfurt gefunden. Mit diesen Fotos der Opfer sucht die Polizei bis heute nach Zeugen.


Sechs Monate später, im Jahr 1972, wurde die 20-jährige Barbara Storm aus Schüttorf ermordet. Zuletzt wurde sie in Rheine in einer Diskothek gesehen. Wenige Tage später wurde ihre Leiche in einem Wald bei Schöppingen gefunden. Unter ihren Fingernägeln fanden die Ermittler DNA-Spuren. Sie könnten von ihrem Mörder stammen.

Marlies Hemmers aus Nordhorn wurde im Jahr 1973 mit nur 17 Jahren ermordet. Das letzte Mal wurde die Schülerin am Ortsausgang von Bad Bentheim gesehen. Von dort wollte sie nach Düsseldorf trampen. Erst Monate später wurde ihre Leiche in der Nähe von Coesfeld gefunden.


Erika Kunze aus Nordhorn war 1974 das vierte Opfer des mutmaßlichen Serienmörders. Die 22-Jährige wollte aus Münster, wo sie studierte, nach Nordhorn zu ihren Eltern per Anhalter fahren. Sie kam nie an. Ihre Leiche wurde eine Woche nach ihrem Verschwinden in Samern bei Schüttorf gefunden.


Mit diesem Fahndungsfoto sucht die Polizei bis heute nach dem mutmaßlichen Mörder der Frauen. Das Phantombild zeigt den letzten Begleiter von Barbara Storm, die 1972 ermordet wurde. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter - falls er noch lebt - heute 60 oder 70 Jahre alt sein könnte. Außerdem könnte es laut Polizei sein, dass er damals Zugriff auf einen VW-Käfer und eventuell auch einen Mercedes hatte. Bis heute hofft die Polizei, dass Zeugenhinweise eingehen. "Vielleicht hat er ja auch mit jemanden über die Taten gesprochen", sagt Polizist Klemp.







Vier Anhalterinnen werden ermordet

Für den Mord an Erika Kunze war damals die Polizei in Nordhorn zuständig. Die anderen drei Morde wurden in Münster bearbeitet, da auch die Fundorte der Frauenleichen im Münsterland waren. Die Nordhorner Kollegen sind mittlerweile im Ruhestand, die großen Fälle haben die Lingener Polizisten - und somit auch Klemp - übernommen. Um ihn herum liegen dicke Aktenordner mit vergilbten Seiten. Es sind Spurenakten zu dem Mord an Erika Kunze. Die 22-Jährige studierte damals in Münster und wollte per Anhalter zu ihren Eltern nach Nordhorn fahren, als sie auf ihren Mörder traf. Sie war die letzte von vier Anhalterinnen, die zwischen 1971 und 1974 im Umkreis von etwa 50 Kilometern ermordet und tot aufgefunden wurden. Schon damals ging die Polizei davon aus, dass es ein Serientäter sein könnte.


"Es hat mich psychisch damals mitgenommen"


Es war ein aufsehenerregender Fall, vier junge Frauen werden ermordet, unter anderem eine 23-jährige Prostituierte. In der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" wird die Öffentlichkeit von der Polizei zur Mithilfe bei der Fahndung aufgefordert. Die Journalistin Irene Schmidt soll den Fall für das Fernsehen umsetzen. "Ich war damals etwa im gleichen Alter wie die Opfer", erzählt Schmidt heute. Zudem stammt sie auch aus der Grafschaft Bentheim, genau wie drei der ermordeten Frauen. Zur Festnahme führt die Sendung damals nicht. Inzwischen ist Schmidt stellvertretende Chefredakteurin der "Grafschafter Nachrichten". Jahrzehnte nach den Verbrechen stößt sie in ihrem Keller auf alte Notizen zu dem Fall, der sie nie so richtig losgelassen hat. Sie beginnt zu recherchieren und bringt die Staatsanwaltschaft dazu, sich den Fall noch mal anzuschauen. Mit den Ermittlungen wird Oberkommissar Klemp beauftragt.


Erfahrung auch mit alten Fällen

Mit großen Fällen kennt sich Eckhard Klemp aus. Er half nach dem Tsunami in Thailand bei der Identifizierung der Toten, ermittelte nach dem Transrapid-Unglück bei Lathen im Emsland und half durch seine Arbeit im Oman, einen Piraten-Chef aus den USA hinter Gitter zu bringen. Einige Fotos in seinem Büro erinnern an diese Einsätze. Zudem war Klemp an der Aufklärung eines Mordfalls beteiligt, der nach acht Jahren geklärt wurde. Doch in einem so alten Fall wie den Anhalterinnenmorden in der Grafschaft Bentheim und im Münsterland hat der 52-Jährige bisher noch nie ermittelt.

Klemp lassen die Fälle nicht mehr los. In den knapp 30 Aktenordnern prüft er alte Spuren und nimmt neue auf. Er liest Zeugenvernehmungen und besucht die Leichenfundorte. Er geht Ermittlungsansätzen nach, die vorherige Kollegen hatten. "Es ist sehr schwierig, solche Sachen zu klären, weil die Spuren damals anders erhoben worden sind, weil man noch nicht die gleichen Möglichkeiten hatte wie heute", sagt Klemp. "Keine DNA, keine Handys, keine Funkzellen, keine Computer." Doch Klemp hat noch Hoffnung, die Morde endlich aufzuklären. Schließlich gibt es heute viel mehr Ermittlungsmöglichkeiten, darunter den DNA-Abgleich. Unter den Fingernägeln einer der Frauenleichen fanden Rechtsmediziner Fremd-DNA. "Laut Gutachter stammt sie mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Täter", sagt Klemp. Dieses DNA-Material will er nun abgleichen mit der DNA eines Mannes, der bereits gestorben ist. "Er hatte damals bei der Überprüfung kein Alibi. Außerdem gibt es einen örtlichen Bezug."

Keine falschen Hoffnungen wecken

Nun wollen die Ermittlungsbehörden herausfinden, ob sie den Mann als Täter ausschließen können. Sollte die DNA allerdings übereinstimmen, werde die Person weiter überprüft, so Klemp. Gab es Verbindungen zu den anderen Opfern? Könnte der Mann auch etwas mit einer ähnlichen Mordserie rund um Heidelberg Ende der 70er-Jahre zu tun haben? All das könnten Fragen sein, denen die Ermittler dann nachgehen. Doch wann das Ergebnis kommt, ist bislang unklar. Und so lange will Klemp erst einmal abwarten. Er ist schließlich Ermittler. Sachlich, nüchtern, korrekt und sich auch der emotionalen Bedeutung des Falles bewusst. Er will keine falschen Hoffnungen wecken oder jemanden beschuldigen. Nur die Fakten zählen.

Weitere Ermittlungsansätze

Die DNA-Spur ist außerdem längst nicht der einzige Ansatz, dem Klemp noch nachgehen will. Die Überprüfung von hunderten Autobesitzern stünde auch noch an, sagt er. Sollte jemand von ihnen straffällig geworden sein, könnten weitere DNA-Abgleiche infrage kommen. "Aber der Reihe nach ..." Aufgeben will Klemp nicht. "Die Angehörigen haben ein Recht darauf, dass die Polizei weiter ermittelt und solche Fälle nicht liegen gelassen werden." Und Mord verjährt schließlich nie.

http://www.ndr.de/nachrichten/niedersach...ienmord126.html


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#20

RE: Filmfälle Sendungen 11.04. 1975 und 04.11. 1977

in Filmfälle 01.09.2016 10:37
von vorsichtfalle • 667 Beiträge

HIer gibt es ein Update: die Leiche eines verdächtigen wurde exhumiert


http://www.gn-online.de/nachrichten/spur...aft-164485.html

Spur zum Mädchenmörder führt in die Grafschaft

Von Irene Schmidt

Die Morde an vier jungen Frauen im Münsterland vor mehr als 40 Jahren beschäftigen nach wie vor die Kriminalpolizei. Durch GN-Berichte ist neuer Schwung in die Ermittlungen gekommen. Es gibt eine heiße Spur.

Nordhorn/Lingen. Führt Spur 916 zum Erfolg? - Als die junge Prostituierte Edeltraud van Boxel aus Münster im November 1971 ermordet und bei Burgsteinfurt ihre Leiche abgelegt wurde, war der Verdächtige 19 Jahre alt. Hat er die 23-Jährige sowie 1971 die 20-jährige Barbara Storm aus Schüttorf, 1973 Marlies Hemmers (17) aus Nordhorn und 1974 die 22-jährige Studentin Erika Kunze aus Nordhorn umgebracht? Ein junger blonder Mann aus der Grafschaft geriet damals zumindest kurz in den Fokus der Ermittler, wie alte Vernehmungsprotokolle ergeben. Spurenakte 916 im Mordfall Erika Kunze dokumentiert das. Der Mann war vier Jahre nach dem Mord an Kunze aufgrund einer anderen schweren Straftat verhaftet und vernommen worden. Allerdings kam die Polizei damals zu dem Schluss, dass er wahrscheinlich nicht „der Richtige“ sei. Es gab keine handfesten Beweise, die ihm hätten zugeordnet werden können. DNA-Analysen waren damals in der Kriminaltechnik noch nicht im Einsatz. Spurenakte 916 wurde geschlossen.

Die Recherchen der GN führten dazu, dass Kriminalisten in Nordhorn und Münster im Dezember 2015 kistenweise Asservate und alte Akten aus den Archiven holten und darüber hinaus neuen Hinweisen, die nach der GN-Berichterstattung eintrafen, nachgingen. Zwar verjährt Mord niemals, und sporadisch werden solche „cold cases“ (kalte Fälle) überprüft, doch Eckhard Klemp, Kriminalhauptkommissar bei der Polizeiinspektion Emsland-Grafschaft Bentheim, „kniete sich in die verstaubten Akten“ so richtig hinein und Spur 916 weckte bei ihm aufgrund einzelner Details großes Interesse. Könnte das vielleicht doch ein Treffer sein?

Parallel dazu hatte Kriminalhauptkommissar Joachim Poll aus Münster unter den Asservaten im Mordfall Storm einen Fingernagel gefunden, unter dem Ende der 1990er-Jahre DNA-Spuren nachgewiesen wurden. Würde das die Ermittler weiterbringen?

Verdächtiger bereits verstorben

Inzwischen hatte Eckhard Klemp herausgefunden, dass der Verdächtige aus Spur 916 verstorben und auf einem Friedhof in der Grafschaft Bentheim bestattet worden ist. Nach längeren juristischen Überlegungen gaben ein Richter und die Staatsanwaltschaft Osnabrück „Grünes Licht“ für eine Exhumierung. Nur so könne ausgeschlossen werden, dass der Verdächtige von damals entweder für den Mord – zumindest an Barbara Storm – in Frage kommt oder nicht. „Wir werden diesen Verdacht klären“, räumte Oberstaatsanwalt Hubert Feldkamp aus Osnabrück auf Anfrage der GN in der vergangenen Woche ein. Am Dienstag war es soweit.

Im Morgengrauen begannen die Friedhofsgärtner damit, das Grab zu öffnen. Zwei Stunden später stand der schwere Eichensarg im Vorbereitungsraum der Friedhofshalle und wurde im Beisein von zwei Kripobeamten aus Lingen sowie zwei Mitarbeiterinnen des Gerichtsmedizinischen Instituts in Oldenburg geöffnet. „Es wird nur DNA-Material entnommen“, hatte der Oberstaatsanwalt angekündigt. Und so konnte nach kurzer Zeit der Sarg wieder geschlossen und über den stillen Friedhof zurück an seinen Liegeplatz gebracht werden. Umgehend wurde die Grabstelle in ihren vorherigen gepflegten Zustand zurückversetzt.

Angehörige in Ungewissheit

Die Untersuchung der DNA-Proben kann einige Wochen dauern. Es sei auch aus seiner Sicht wichtig, das Ergebnis bald zu bekommen, damit die Angehörigen ebenfalls aus ihrer Ungewissheit befreit werden, so einer der Kriminalbeamten. Die Angehörigen des verstorbenen Mannes waren erst kurzfristig über die Exhumierung informiert worden. Immerhin könne das Ergebnis auch lauten, dass ein im Hinblick auf die ungeklärten Mädchenmorde Unschuldiger in seiner Totenruhe gestört worden ist. Dann ginge die Auswertung der Spuren weiter.

Stehen die Anhaltermorde aus den Jahren 1971 bis 1974 wirklich vor der Aufklärung? Denkbar ist das schon, auch wenn ebensoviele alte Erkenntnisse für diese Theorie wie dagegen sprechen. Nur der DNA-Test kann daher Auskunft geben und der Kriminalpolizei ermöglichen, diese Akte zu schließen, oder aber weiter damit zu arbeiten. Das Verfahren an sich stellt für die Hinterbliebenen des Mannes eine äußerst schwere emotionale Belastung dar. Ihre Privatsphäre muss daher berücksichtigt werden. Die journalistische Ethik gebietet daher, Hinweise, die einen Rückschluss über die Örtlichkeit der Exhumierung oder die Person erlauben, zurückzuhalten.

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#21

RE: Filmfälle Sendungen 11.04. 1975 und 04.11. 1977

in Filmfälle 19.11.2016 10:50
von Hilty • 30 Beiträge

Der (tote) Verdächtige scheidet nun wohl eindeutig als Täter aus. DNA-Vergleich entlastet Verdächtigen (Grafschafter Nachrichten)

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#22

RE: Filmfälle Sendungen 11.04. 1975 und 04.11. 1977

in Filmfälle 27.11.2016 11:45
von Ede-Fan • 586 Beiträge

Auch wenn es bald ein Jahr alt ist: Der lokale Sender ev1.tv hat zum Beginn der Artikelserie in den Grafschafter Nachrichten (01.12.2015) ein Interwiew mit dem auch später im SPIEGEL 17/2016 auftauchenden Ermittler gemacht. Für den Pulitzer-Preis wird es nicht reichen, aber es werden Fragen gestellt, wieso diese Morde als Serie anzusehen sind und wieso ein Zusammenhang zu den späteren Heidelberger Fällen vermutet wird.

ev1.tv der Talk - Mord verjährt niemals

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#23

RE: 11.04. 1975 (Kripo Münster) FF1 Mordserie in Münster und 04.11. 1977 (Kripo Heidelberg) FF1 Mordfall aus einer Mordserie

in Filmfälle 17.05.2017 17:12
von Ylva • 3 Beiträge

Ich habe heute, durch dieses Forum, das erste Mal von den "Anhaltermorden im Münsterland" gehört, was auch daran liegen mag, dass ich zum Zeitpunkt des ersten Mordes noch nicht mal geboren war.
Ich wohne nicht weit entfernt vom Fundort der Leiche von Marlies Hemmers, der im Letter Bruch (Merfelder Bruch) angesiedelt ist. Noch heute ist die Gegend vorwiegend durch Wald und angrenzende Äcker gekennzeichnet und recht dünn besiedelt. In der Nähe des Fundortes, gibt es heute 4 bebaute Grundstücke, wobei die Hundeschule meines Erachtens am Dichtesten dran ist. Allerdings weiß ich natürlich nicht, ob es diese zum damaligen Zeitpunkt überhaupt schon gab. Die genauen Koordinaten des Fundortes sind (51.859341, 7.124858).


"Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt." [Bertolt Brecht]

"Willst du das Leben leicht haben, so bleibe immer bei der Herde." [Friedrich Nietzsche]

"Jeder ist ein Irrer. Aber diejenigen, die ihren Wahn analysieren können, nennt man Philosophen." [Ambrose Bierce]
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#24

RE: 11.04. 1975 (Kripo Münster) FF1 Mordserie in Münster und 04.11. 1977 (Kripo Heidelberg) FF1 Mordfall aus einer Mordserie

in Filmfälle 18.05.2017 22:28
von Ede-Fan • 586 Beiträge

Hallo Ylva,
vielen Dank für Deinen interessanten Beitrag. Darf ich erfahren, woher Du die Koordinaten der Fundstelle von Marlies H. hast? Die konkreteste Beschreibung war bisher in den Westfälischen Nachrichten vom 02.12.2015:

...
Zwei Tage vor Heiligabend, fast 20 Wochen nach dem Verschwinden von Marlies Hemmers, macht ein Zeuge im Merfelder Bruch, nahe Dülmen, eine schreckliche Entdeckung. Er findet die bereits stark verweste Leiche von Marlies Hemmers in einem Waldgebiet an der L 599. Der Fundort ist etwa 25 Kilometer Luftlinie entfernt von der Stelle, an der Barbara Storm im Mai des Vorjahres gefunden worden ist.

Dieses Mal hat der Täter sich die Beseitigung des Leichnams nicht leicht gemacht. Zuerst muss er von der L 600 nahe Merfeld über einen unbefestigten Wald- und Wirtschaftsweg gefahren sein, anschließend muss er sein Opfer noch über eine Waldschneise geschleppt haben, denn hier konnte kein Auto mehr fahren.
...


Beim Eintrag in meine XY-Karte habe ich festgestellt, daß dieser Fundort 1,1 Km vom Fund-/Tatort des Falles Karen O. (Mord an Tierärztin, FF1 vom 08.06.1984) liegt. Schlimme Straße, diese L600....

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#25

RE: Filmfälle Sendungen 11.04. 1975 und 04.11. 1977

in Filmfälle 28.05.2017 13:55
von Zinkwanne • 32 Beiträge

Zitat von TheWhite1961 im Beitrag #15
Ich habe im Eintrag zu Erika H. einen Fehler gemacht, gefahndet wurde nach einem Golf mit KH Kennzeichen nicht HD. Was man auch nicht ganz von der Hand weisen kann ist die These, daß der Täter z. B ein GI war, denn sowohl in KH als auch in HD gab es zu damaliger Zeit große US Garnisonen.


Das ist aus meiner Sicht eher unwahrscheinlich. Bis in die 90er Jahre hinein hatten Autos von US Militärangehörigen spezielle Militär Kennzeichen, die eher Nummernschildern entsprachen, wie man sie aus den USA kennt. Erst im Zuge der zunehmenden Terrorgefahr und der Sorge, US Militärangehörige können vorrangige Anschlagsziele werden, wurden die Kennzeichen angepasst, so dass sie nicht auf Anhieb als US Militär Kennzeichen identifiziert werden konnten.

Z.

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#26

RE: 11.04. 1975 (Kripo Münster) FF1 Mordserie in Münster und 04.11. 1977 (Kripo Heidelberg) FF1 Mordfall aus einer Mordserie

in Filmfälle 26.06.2017 21:58
von Ede-Fan • 586 Beiträge

Zitat von Ylva im Beitrag #23
Ich habe heute, durch dieses Forum, das erste Mal von den "Anhaltermorden im Münsterland" gehört, was auch daran liegen mag, dass ich zum Zeitpunkt des ersten Mordes noch nicht mal geboren war.
Ich wohne nicht weit entfernt vom Fundort der Leiche von Marlies Hemmers, der im Letter Bruch (Merfelder Bruch) angesiedelt ist. Noch heute ist die Gegend vorwiegend durch Wald und angrenzende Äcker gekennzeichnet und recht dünn besiedelt. In der Nähe des Fundortes, gibt es heute 4 bebaute Grundstücke, wobei die Hundeschule meines Erachtens am Dichtesten dran ist. Allerdings weiß ich natürlich nicht, ob es diese zum damaligen Zeitpunkt überhaupt schon gab. Die genauen Koordinaten des Fundortes sind (51.859341, 7.124858).



@Ylva
Meine Neugierde ist da immer noch sehr hoch. Kannst Du mir verraten, woher Du die Koordinaten des Fundortes hast? Vielleicht nach Erzählungen von Einheimischen selbst aus Google abdigitalisiert?

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