#1

5.4.2002 FF3 (Kripo Nürnberg) Mordfall Gerhard Brand

in Filmfälle 18.02.2011 03:13
von bastian2410 • 1.543 Beiträge

der Mordfall Brand ist tw. geklärt. Ich habe leider nicht die Sendung gesehen. Ich hoffe, die Angaben zum Tatgesehen passen.
Die Polizei hatte am 2.11.01 eine mit Klebeband gefesselte Leiche in einer Wohnung des Hochhauses Weltenburger Straße 106 (Reichelsdorf) gefunden. Es handelte sich bei dem Getöteten um den früheren Friseurmeister Gerhard Brand. Der 71-jährige Rentner lebte allein in der Zwei-Zimmer-Wohnung . Im Wohnzimmer sahen die Beamten bei der Tatortbegehung eine große Blutlache, der Getötete lag vollständig bekleidet am Boden. Er starb durch stumpfe Gewalteinwirkung auf den Kopf. Die Zimmer waren durchwühlt, die Täter raubten mindestens 20 000 US-Dollar und Schmuck. Das Opfer trug ständig ein Bündel amerikanischer Dollars in einer Gürteltasche, darunter auch 1000-Dollar-Noten. Die Gürteltasche wurde leer am Tatort zurückgelassen. Zudem hatte der Täter vermutlich auch einen goldenen Ring des Opfers mit einem roten Stein mitgenommen.

Der Rentner lag schon seit Tagen tot in der Wohnung, erst das ständige Bellen des Hundes machte die Nachbarn aufmerksam. Eine Rauferei, die bereits am Tattag (31. Oktober)um 1.20 Uhr der Polizei telefonisch gemeldet wurde, war eine erste Spur. Eine Frau rief in der Nacht in der Einsatzzentrale an, um eine Prügelei im Haus des Opfers zu melden. Als die Beamten eintrafen, konnten sie jedoch nichts Verdächtiges mehr feststellen.
Am 5.4.02 stellt die Kripo Nürnberg den Mordfall Brand in Aktenzeichen xy vor und bittet die Zuschauer um Hilfe. Zudem verfolgt die Kripo eine andere heiße Spur. Das Opfer war am 30. Oktober im Plus-Markt an der Reichelsdorfer Hauptstraße in Begleitung einer 50 bis 60 Jahre alten Frau mit grauen, glatten, halblangen Haaren gesehen worden.

Wahrscheinlich spielt die Kripo in der April Sendung auch ein Tonband der Frau ab, die in der Tatnacht die Polizei über eine angebliche Rauferei in diesem Wohnhaus informierte. Auf jeden Fall wird die Stimme nach der Sendung durch ein Zuschauerhinweis identifiziert. Es ist die 27-jährige Ukrainerin Tatjana L. Im Verhör gibt die Frau zu, die anonyme Anruferin zu sein. Die Ukrainerin gab zudem zu, dass ihr 20-jähriger Bruder Aleksander T. an der Schlägerei und dem Raub beteiligt war. Sein späteres Opfer lernte er vermutlich in einer Gaststätte in Reichelsdorf kennen, in der er als Küchenhilfe arbeitete. Offenbar sollte die Schwester die Polizei verständigen, weil die Täter befürchteten, dass ihr Opfer stirbt. Über den Mittäter machte sie jedoch falsche Angaben und ließ ein falsches Phantombild anfertigen. Es stellte sich schnell heraus, dass die Angaben der Schwester und somit das Phantombild falsch waren. Daraufhin wurde der Ehemann von Tatjana L. festgenommen. Die Schwester wurde wegen Beihilfe zum Mord angeklagt, der Bruder ist noch flüchtig. Die Rolle des Ehemann in diesen Fall von Tatjana L. ist mir unbekannt.

Leider liegt mir kein Urteil vor, aufgrund der Angaben der Frau ist jedoch davon auszugehen, dass sie an der Tat beteiligt war und der flüchtige Bruder der Haupttäter war.


Quelle Nürnberger Nachrichten vom 03.06.2002, Nürnberger Nachrichten vom 21.05.2002, Nürnberger Nachrichten vom 05.04.2002


zuletzt bearbeitet 07.12.2013 21:20 | nach oben springen

#2

Re: 5.4.2002 (Kripo Nürnberg) Mordfall Gerhard Brand

in Filmfälle 18.02.2011 03:22
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
Quellennachweis der Nürnberger Nachrichten

Nürnberger Nachrichten vom 21.05.2002

Lokales

Rentnermord: Polizei fahndet nun nach jungem Ukrainer
Schwester gab Hinweis
"Aktenzeichen XY" brachte Kripo auf die Spur - Untergetaucht

Die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY - ungelöst" hat die Polizei auf die Spur des mutmaßlichen Mörders des Rentners Gerhard Brand gebracht. Er war erst Tage nach einer Schlägerei tot in seiner Wohnung in der Weltenburger Straße gefunden worden, obwohl eine unbekannte Anruferin per Notruf auf die Auseinandersetzung aufmerksam gemacht hatte.
Nach der Ausstrahlung des Falles Anfang April konnte mit den eingegangenen Hinweisen die Identität der Anruferin geklärt werden, die am 31. Oktober 2001 um 1.20 Uhr über Notruf eine Rauferei in der Weltenburger Straße gemeldet hatte. Es handelt sich um eine 27-jährige Ukrainerin, die bei der Vernehmung eingestand, ihr 20-jähriger Bruder Aleksander T. sei in die Schlägerei verwickelt gewesen. Die Kripo vermutet in ihm und mindestens einem weiteren unbekannten Mann die Mörder des Rentners, der an seinen schweren Verletzungen starb.
Offenbar sollte die Schwester die Polizei verständigen, weil die Täter befürchteten, dass ihr Opfer stirbt. An der Tat beteiligt war sie nicht. Die mutmaßlichen Mörder raubten 20 000 US-Dollar sowie Schmuck und tauchten dann unter. Die Polizei vermutet den 20-Jährigen jetzt in der Ukraine. Er wird mit Haftbefehl gesucht.
Der Tatverdächtige hat sich wahrscheinlich im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres in Nürnberg aufgehalten. Sein späteres Opfer lernte er vermutlich in einer Gaststätte in Reichelsdorf kennen, in der er als Küchenhilfe arbeitete.
Vom Tatverdächtigen wurde eine Fotomontage erstellt und von einem Mittäter ein Phantombild gefertigt. Die Polizei bittet nun um weitere Hinweise aus der Bevölkerung. Das Bayerische Landeskriminalamt hat eine Belohnung von 5 000 Euro ausgesetzt.



Nürnberger Nachrichten vom 03.06.2002

Lokales

Festnahme im Mordfall Brand
Vorwurf lautet auf Beihilfe
Schwester des Tatverdächtigen sitzt in Untersuchungshaft

Die Schwester des Tatverdächtigen im Mordfall Brand, die 27-jährige Tatjana L., sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft legt ihr Beihilfe zum Mord zur Last.
Die Ukrainerin hatte sich erst vor wenigen Tagen an unsere Zeitung gewandt und ihre Angst vor einer Festnahme geschildert (
wir berichteten
). Die Frau war durch einen Hinweis in der XY-Sendung als die anonyme Anruferin identifiziert worden, die Ende Oktober 2001 über Notruf der Polizei eine Rauferei in einem Haus in der Weltenburger Straße gemeldet hatte. Wie sich herausstellte, war damals der 71-jährige Rentner Gerhard Brand in seiner Wohnung erschlagen worden. Aus seinem Besitz fehlten mindestens 20 000 US-Dollar und Schmuck.
Die Vernehmungen der anonymen Anruferin ergaben dann, dass ihr 20-jähriger Bruder Aleksander T. an der Schlägerei und dem Raub beteiligt war. Während dieser Vernehmung waren Tatjana L. und ihr Ehemann für zwei Tage in Polizeihaft genommen, danach aber wieder freigelassen worden. Jetzt erließ der Ermittlungsrichter Haftbefehl wegen Beihilfe zum Mord: Die 27-Jährige habe inzwischen gestanden, dass das auf Grund ihrer Aussage erstellte Phantombild, das einen angeblichen Mittäter zeigen sollte, frei erfunden war, teilte das Polizeipräsidium mit.
Der Tatverdächtige Aleksander T., gegen den Haftbefehl wegen Mordes besteht, ist nach wie vor unbekannten Aufenthalts. Er soll Gerhard Brand in einer Gaststätte in Reichelsdorf kennen gelernt haben, in der er als Küchenhilfe tätig war. Die Mordkommission sucht Zeugen, die wissen, wer mit dem jungen Ukrainer verkehrte und wo er vor Oktober 2001 gewohnt hat. Hinweise werden unter (09 11) 2 11 33 33 erbeten.
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#3

Re: 5.4.2002 (Kripo Nürnberg) Mordfall Gerhard Brand

in Filmfälle 22.02.2011 01:18
von bd-vogel • 570 Beiträge
bastian2410>Ich hoffe, die Angaben zum Tatgesehen passen.

Hoffentlich meintest Du "Tatgeschehen"

Der Fall wurde & wird hier immer wieder mal in der Presse hervorgeholt; eine endgültige Klärung scheint es aber nach wie vor nicht zu geben.

Bernhard.
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#4

Re[2]: 5.4.2002 (Kripo Nürnberg) Mordfall Gerhard Brand

in Filmfälle 13.11.2012 20:06
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
bd-vogel>Der Fall wurde & wird hier immer wieder mal in der Presse hervorgeholt; eine endgültige Klärung scheint es aber nach wie vor nicht zu geben.

Es hat wieder etwas gedauert, aber der Fall ist seit Ende 2004 juristisch abgeschlossen und wenigstens ein Täter auch verurteilt.

Der damals 23 jährige Ukrainer Alexander T. wurde am 18.11.2004 von der Jugendkammer des LG Nürnberg wegen Mordes in Mittäterschaft zu einer Jugendstrafe von 8 Jahren und 9 Monaten verurteilt.

Der Ukrainer hatte bereits am ersten Prozeßtag gestanden, den Friseur Gerhard B. im Nürnberger Stadtteil Reichelsdorf zusammen mit seinen 50 jährigen Vater ermordet und beraubt zu haben. Tatmotiv war Habgier. Die Täter hatten ihr Opfer in einer Kneipe beobachtet, wie er mit seinen vielen Geld geprahlt hatte und erzählte, er habe in seiner Wohnung noch viel mehr Geld. Der 71- jährige Rentner war nach Ansicht des Angeklagten ein leichtes Opfer. Plan war es, in die Wohnung von B. einzubrechen, diesen ruhig halten, die Wohnung ausräumen und dann unterzutauchen. Eine Tötung sei nicht geplant gewesen.

Doch B. fing an zu schreien, als er die maskierten Männer in seiner Wohnung sah. Daraufhin wurde das Opfer geschlagen, dabei wurde sein Gesicht zertrümmert. Anschließend fesselten und knebelten sie ihr Opfer mit Klebeband und durchsuchten die Wohnung vergeblich nach Geld. Schließlich nahmen sie die 21 500 Dollar aus B.s Gürteltasche an sich, zogen ihm zwei Ringe vom Finger und ließen ihn sterbend in der Wohnung zurück.

Bereits am Tattag wurde der Polizei um 1.20 Uhr eine Schlägerei in der Weltenburger Straße 106 in Reichelsdorf gemeldet. Die Beamten konnten jedoch nichts entdecken und rückten wieder ab. Der Tote wurde erst Tage später gefunden. Nachbarn hatten sich über das tagelange Bellen des Hundes von B. gewundert.

Der Anruf wurde aufgezeichnet, die Anruferin hatte einen russischen Akzent. Die Frau konnte nach Ausstrahlung in Aktenzeichen xy identifiziert werden. Es war die Schwester des Angeklagten, die zusammen mit ihrem Ehemann festgenommen wurde (-jedoch wieder freigelassen wurden). In der Vernehmung gestand sie die Tatbeteiligung ihres Bruders.

Das Gericht sprach in der Urteilsbegründung von grausamer Brutalität, wie das Opfer behandelt wurde. Außerdem zeuge es von unglaublicher Kaltblütigkeit, wie Vater und Sohn die Wohnung eineinhalb Stunden lang durchwühlten, während der alte Mann sterbend daneben lag. Es ergebe sich ein Gesamtbild, das einen schaudern lässt. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass der damals 20-jährige Alexander T. Reiferückstände hatte. Außerdem müsse die Dominanz des Vaters berücksichtigt werden.

Das Gericht stufte den Vater als Haupttäter ein, so hatte es auch der Angeklagte ausgesagt. Das bezeichnete der Richter als „erwähnenswerte Leistung“.

Die Anklage hatte 9, 5 Jahre gefordert, die Verteidigung 6 Jahre und 7 Monate.

Die Schwester des Angeklagten wurde wegen des Mordes nicht strafrechtlich verfolgt.

Nach dem Vater wird nach wie vor international gefahndet.

(Quelle Nürnberger Nachrichten 19.11.2004)
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