#1

Sendung vom 1.10.2008

in XY-Hauptsendungen 05.09.2008 13:53
von XY-Webmaster • 299 Beiträge
Mord auf dem Bauernhof
Seit Jahren schon wohnt der Finanzbeamte allein auf einem alten Bauernhof. Verheiratet war er nie. Schließlich fasst er sich ein Herz und gibt eine Kontaktanzeige auf. Endlich soll sein neues Leben beginnen. Die Vorfreude steigt mit jedem Antwortbrief, den er bekommt. Doch dann steht jemand vor seiner Tür, der nichts Gutes im Sinn hat.

Mordversuch in der Tankstelle
Ein junges Paar, er gerade mal 20, sie noch nicht ganz volljährig, möchte endlich zusammenziehen. Es soll die Grundlage für ein langes, gemeinsames Leben werden. Über Wasser halten sie sich unter anderem mit dem Nebenjob des jungen Mannes: Kassierer in einer Tankstelle. Und dann kommt die Nacht, in der das Glück des Paares jäh zerstört wird.

Der Mann mit dem Messer
Der Albtraum beginnt im Frühjahr 2007: Auf der Terrasse eines Ehepaares taucht plötzlich ein unbekannter Mann auf, direkt vor der Glastür zur Küche. Die Frau erschrickt fürchterlich und schreit, der Mann flüchtet. Es ist der Auftakt von mehreren rätselhaften Vorkommnissen in den nächsten Monaten: Einbruch in die Wohnung, zerstörte Wohnzimmermöbel, mysteriöse Telefonanrufe. Und schließlich geht der Einbrecher mit dem Messer auf die Frau los.

Trickdiebstahl an Seniorin
"Sie müssen Ihr Geld aus Ihrem Schließfach holen. Wir hatten einen Computerabsturz!", mahnt der angebliche Bankangestellte am Telefon. "Dann kommt mein Kollege gleich persönlich vorbei und kontrolliert die Geldscheinnummern." Die angerufene Seniorin zögert, überlegt kurz und macht sich schließlich doch auf den Weg zur Bank.

Die Horrornacht einer Frau
Es ist nicht das erste Mal, dass ihr Ehemann auf Geschäftsreise ist. Er ist viel unterwegs und an das vorübergehende Alleinsein hat sich die 53-jährige Frau schon lange gewöhnt. Bis zu der Nacht, die zur schrecklichsten ihres Lebens werden wird. Denn nachdem sie eingeschlafen ist, schleichen mehrere Männer ums Haus. Sie wollen um jeden Preis hinein.
nach oben springen

#2

Re: Sendung vom 1.10.2008

in XY-Hauptsendungen 05.09.2008 21:40
von Meffert • 92 Beiträge
Tolle Themen, verheißungsvolle Einleitungen...

...aber das Output kann im krassen Mißverhältnis zu diesen Dingen stehen.

Kommt mir irgendwie bekannt vor. Ist noch gar nicht so lange her. Gerade mal 48 Stunden.
nach oben springen

#3

Re[2]: Sendung vom 1.10.2008

in XY-Hauptsendungen 06.09.2008 10:38
von Laniol • 130 Beiträge
Klingt nach einer sehr abwechslungsreichen Sendung. Hoffen wir auf eine gute Umsetzung.
nach oben springen

#4

Re: Sendung vom 1.10.2008

in XY-Hauptsendungen 06.09.2008 20:20
von TobiasW • 41 Beiträge
Regisseur ist noch keiner bekannt? Ihr wisst ja....der Herr Schön...macht leider nicht allzu schöne Sendungen
nach oben springen

#5

Re: Sendung vom 1.10.2008

in XY-Hauptsendungen 15.09.2008 14:06
von Jiri Brei • 520 Beiträge
Selbst die kurzen Beschreibungen der ersten beiden FF lesen sich schon dermaßen schnulzig, dass man auf das Schlimmste gefasst sein muss:
Doch was er dann sah, wird er sein Leben lang nicht mehr vergessen....

JB
nach oben springen

#6

Re[2]: Sendung vom 1.10.2008

in XY-Hauptsendungen 15.09.2008 21:07
von Meffert • 92 Beiträge
JB>Selbst die kurzen Beschreibungen der ersten beiden FF lesen sich schon dermaßen schnulzig, dass man auf das Schlimmste gefasst sein muss:
JB>Doch was er dann sah, wird er sein Leben lang nicht mehr vergessen....
Also bitte, derartige Redewendungen waren in der Ära Ede, Wolfgang und Kurt _die_ Formulierungen, an die man sich heute auch nach Jahrzehnten erfolgreich mit Gänsehaut erinnert.

Bei der aktuellen Qualität der Sendung grenzt dieses Geplänkel in der Tat stark in Richtung Gotteslästerung.
nach oben springen

#7

Re: Sendung vom 1.10.2008

in XY-Hauptsendungen 16.09.2008 08:00
von Jiri Brei • 520 Beiträge
Mooooment!


Selbst die kurzen Beschreibungen der ersten beiden FF lesen sich schon dermaßen schnulzig, dass man auf das Schlimmste gefasst sein muss

DIE Aussage bezog sich auf die Beschreibungen ganz oben (z.B. "Schließlich fasst er sich ein Herz und gibt eine Kontaktanzeige auf. Endlich soll sein neues Leben beginnen. Die Vorfreude steigt mit jedem Antwortbrief, den er bekommt" ODER "Es soll die Grundlage für ein langes, gemeinsames Leben werden.")

Doch was er dann sah, wird er sein Leben lang nicht mehr vergessen....
Bezog sich auf meine Erwartungshaltung zur Sendung (und ist tatsächlich in Anlehnung an bessere Zeiten geschrieben).

JB
nach oben springen

#8

Re: Sendung vom 1.10.2008

in XY-Hauptsendungen 22.09.2008 12:57
von TobiasW • 41 Beiträge
Gute oder schlechte Nachrichten? Alfons Schön führt dieses Mal NICHT Regie!!! Sondern ein gewisser Volker Weicker, auf jeden Nicht das Dreamteam der Augustsendung....also lasst uns gespannt sein^^

http://aktenzeichenxy.zdf.de/ZDFde/inhalt/13/0,1872,2000781_idDispatch:8008941,00.html
nach oben springen

#9

Re[2]: Sendung vom 1.10.2008

in XY-Hauptsendungen 22.09.2008 15:05
von andyrandy
avatar
TobiasW>Gute oder schlechte Nachrichten? Alfons Schön führt dieses Mal NICHT Regie!!! Sondern ein gewisser Volker Weicker, auf jeden Nicht das Dreamteam der Augustsendung....also lasst uns gespannt sein^^

TobiasW>http://aktenzeichenxy.zdf.de/ZDFde/inhalt/13/0,1872,2000781_idDispatch:8008941,00.html

Führt der nicht auch Regie bei der 4-Schanzen-Tournee

Da darf man ja gespannt sein.
Schön war wirklich nicht schön.
Eine Steigerung sollte möglich sein
nach oben springen

#10

Re[3]: Sendung vom 1.10.2008

in XY-Hauptsendungen 22.09.2008 16:06
von Jiri Brei • 520 Beiträge
Ach, wenn es nur die 4-Schanzen-Tournee wäre....!

Jetzt mal ganz ohne Witz.
Der Mann ist bekannt für diverse DSDS-Folgen, RTL-Chart-Shows, Stern TV, SKL-Show und ähnliche Prunkstücke der deutschen Fernsehlandschaft.
(http://www.liveregie.de/)

Ich will ja nicht unken, schraub meine Erwartungen aber mal eher zurück.
Man darf ja auch nicht vergessen, dass die Produktionen für die FF wahrscheinlich schon liefen, als das ZDF das Feedback auf die allerletzte Sendung bekommen hat. Von daher, dürfte man wohl frühestens zur übernächsten eine Änderung erwarten, wenn überhaupt.

Quo vadis XY?

JB
nach oben springen

#11

Re: Sendung vom 1.10.2008

in XY-Hauptsendungen 01.10.2008 18:25
von bdvogel (gelöscht)
avatar
Hui, diese "Werkliste" klingt in der Tat alles andere als ermutigend ... aber lassen wir uns überraschen. Trotzdem danke für die "Warnung"...

Bernhard.
nach oben springen

#12

Re[2]: Sendung vom 1.10.2008

in XY-Hauptsendungen 01.10.2008 20:29
von Meffert • 92 Beiträge
bdvogel>Hui, diese "Werkliste" klingt in der Tat alles andere als ermutigend

Deshalb tue ich mir das auch nicht an. Theoretisch hätte ich ja noch eine gute Viertelstunde die Gelegenheit dazu.
Falls tatsächlich Bedarf bestehen sollte (wie z.B. die diesjährige Augustsendung), gibt es zum Glück die Tube.

BTW:
Spiegel online zum XY-Preis, zu RC und zur Sendung überhaupt:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,581740,00.html
nach oben springen

#13

Re: Sendung vom 1.10.2008

in XY-Hauptsendungen 01.10.2008 20:59
von bdvogel (gelöscht)
avatar
Laut Einblendung eben am Schluß führte aber doch Alfons Schön die Studioregie...

Mach' mich gleich ans Review - erster Eindruck: Erster Teil der Sendung knüpfte FFmäßig (FF1, FF2) nahtlos an die tolle August-Sendung an, auch gabs etwas "Vorsicht Falle" (FF3), im zweiten Teil hingegen wars streckenweise so unterirdisch wie im September (FF4), mit einem etwas versöhnlichen Schluß (FF5).

Näheres wie gewohnt gegen 23 Uhr - bis dahin: Guten Abend!

Bernhard.
nach oben springen

#14

Re[2]: Sendung vom 1.10.2008

in XY-Hauptsendungen 01.10.2008 21:05
von andyrandy
avatar
bdvogel>Laut Einblendung eben am Schluß führte aber doch Alfons Schön die Studioregie...

bdvogel>Mach' mich gleich ans Review - erster Eindruck: Erster Teil der Sendung knüpfte FFmäßig (FF1, FF2) nahtlos an die tolle August-Sendung an, auch gabs etwas "Vorsicht Falle" (FF3), im zweiten Teil hingegen wars streckenweise so unterirdisch wie im September (FF4), mit einem etwas versöhnlichen Schluß (FF5).

bdvogel>Näheres wie gewohnt gegen 23 Uhr - bis dahin: Guten Abend!

bdvogel>Bernhard.

Ob Du es mir glaubst, oder nicht.
100% Zustimmung.

Die erste Hälfte der Sendung, d.h. die ersten 45 Minuten haben mir gut gefallen.
Endlich kein Gequatsche mehr. Gute FF. Gute Spannungsmusik und Sprechertexte. August Sendung lässt grüßen!

Die 2.ten 45 Minuten waren deutlich deutlich schwächer. Deutlich. Zu viele Wiederholungen beim XY-Preis (Gähn).

Zum Mord an den Finanzbeamten, der eine Frau suchte:
Was sollte dieses Gequatsche des Kommissars wischen den Film?
Wo war das Tatmotiv?

Erwähnenswert war noch der gute Ansatz Autos ins Studio zu bringen. Ist für die Aufklärung eventuell nicht schlecht.

Insgesamt eine eher etwas ansprechende Sendung, die viel besser war, als die letzte, aber auch ein paar Schwachpunkte hatte (nach der ersten Abfrage).
nach oben springen

#15

Re: Sendung vom 1.10.2008

in XY-Hauptsendungen 02.10.2008 00:54
von bdvogel (gelöscht)
avatar
Liebe XY-Freunde,

jetzt im Frühherbst ist ja vor allem im Süden der Republik die Zeit vieler Kirchweihfeste mit angeschlossenem Rummelplatz, auf dem meist auch eine Achterbahn nicht fehlen darf...

Passender(?)weise läßt sich die heutige XY-Sendung, was ihre Qualität betrifft, durchaus als eine kleine Achterbahnfahrt beschreiben: Sie begann genauso gut, solide und schnörkellos (mit FF1 und FF2, und ganz am Anfang sogar mit einem Clip von Eduard Zimmermann!) wie die tolle August-Ausgabe 2008. Doch leider wurde das diesmal nur bis zur „Halbzeit“ durchgehalten, denn die zweite Hälfte stand (vor allem mit FF4, bei dem man daran zweifeln muß, ob der Inszenator dieses Machwerks wirklich zur Aufklärung eines Verbrechens beitragen möchte) dann aber streckenweise wieder im Zeichen der September-Katastrophe... ein Kontrast, der mir eigentlich unerklärlich erscheint.

Hat man (siehe erste Hälfte) beim ZDF begriffen, wo die wirklichen Stärken der Sendung liegen, wollte aber (siehe zweite Hälfte) dennoch „trotzigerweise“ einige „Innovationen“ retten, obwohl eigentlich inzwischen klar sein dürfte, wohin sie die Sendung führen?

Na, schauen wir uns die Sachen mal der Reihe nach an.

Review: XY-Sendung vom 1.10.2008

Für die XY-Annalen erwähnenswert mag die Tatsache sein, daß die heutige Sendung erst um 20.24 Uhr, also mit neunminütiger Verspätung begann (das kam in den 41 Jahren XY-Geschichte nur sehr selten vor) – Grund dafür war die zuvor im Anschluß an die „heute“-Nachrichten ausgestrahlte ZDF-Spezial-Sondersendung zum Rücktritt des bayerischen Ministerpräsidenten Günter Beckstein.

Gleich zu Beginn, noch vor dem Überblick über die Fälle der heutigen Sendung, erinnert Rudi Cerne an den Fall Yasmin Stieler (21.3.1997 FF3, Kripo Peine), dessen offenbare Klärung später behandelt werden soll – dazu gibt’s einen kurzen Einspieler aus der XY-Sendung vom 21.3.1997 mit Eduard Zimmermanns damaligen Einleitungsworten zum FF, in denen er die brutale Vorgehensweise des Täters (Zerstückelung der Leiche) beschreibt.

Keine Actioneinlage, sondern Ede gleich am Anfang – sollte das Mut machen für eine gute Oktobersendung 2008? Tatsächlich schaut zunächst alles danach aus, als hätten wir wieder August...

FF1 (Kripo Aachen) Mordversuch an Tankstellenangestelltem (Sprecher: Michael)

Schnörkellos inszenierte stringente Filmfälle mit erläuternden/überbrückenden Sprechertexten – das waren und bleiben die Stärken eines guten XY, wie uns die gute Augustsendung (und als scharfer Kontrast dazu die grottige Septembersendung) einmal mehr vor Augen führte. Und erfreulicherweise startet nun die Oktober-Sendung genau so: Ein solider FF mit guten Spannungsmomenten, vortrefflichen Sprechertexten von Michael Brennicke – und ohne jede Unterbrechung.

In der ersten kurzen Szene des FF geht in einem „Adler-Modemarkt“ irgendwann im Jahr 2006 ein Kleidungsstück über die Verkaufstheke, das – so Michael – „der Schlüssel zur Aufklärung eines furchtbaren Verbrechens 2 Jahre später“ sein wird.

Zeitsprung: Die nächsten Szenen des FF portraitieren, schön ergänzt um entsprechende Sprechertexte das spätere Opfer, einen 21jährigen aus Afghanistan stammenden Studenten, der sich nebenher etwas Geld durch Nachtdienste an einer Aachener Tankstelle hinzuverdient (leider erfahren wir nicht, ob er bei seinen dortigen Kollegen „aufgrund seiner Art sehr beliebt“ war... aber naja, das wäre dann wohl auch zuviel XY-Nostalgie auf einmal ).

Er hat feste Pläne für seine Zukunft, „und auch die Frau seines Lebens hat er bereits gefunden“ (Michael). Die heißt Tina, ist 16 Jahre alt, geht noch zur Schule und steht den Plänen ihres Freundes, in einer eigenen Wohnung zusammenzuziehen, eher kritisch gegenüber; doch die beiden sind schwer verliebt. Netter Dialog: Er zu ihr „Du siehst supersüß aus!“ – Sie: „Naja, wir schreiben ja am Montag auch eine Klassenarbeit über ‚Wärmeleitung an Körpern’“ ^^ ^^).

Im folgenden gelingt ein guter Spannungsaufbau durch einige Blenden in chronologischer Szenenfolge: Der junge Mann tritt seinen Nachtdienst an der Tankstelle an (dazu erste unheilverkündende Spannungsmusik!). Seine Freundin erhält noch einen Anruf von ihm („ich komme dann morgen um halb sieben vorbei“), der aber rasch zu Ende ist, weil die Akkus vom Handy ihres Freundes leer sind. Wieder Szenenwechsel in die Tankstelle, in der sich außer dem Angestellten nachts um kurz vor halb zwei nur eine Art pensionierter Weihnachtsmann ( ) aufhält, der etwas verloren zwischen den Regalen herumtapert. Währenddessen sieht man im gefilmten (nachgestellten) Überwachungsbildschirm, wie ein Mann den Laden betritt, der „niemandem auffällt. Seine Jacke ist mehrere Nummern zu groß“.

Plötzlich bedroht der Mann den Angestellten mit einer Pistole und verlangt Geld – der Angestellte zögert mit der Herausgabe, versucht mit dem Täter zu sprechen. Draußen an der Zapfsäule beobachtet eine Autofahrerin die Szene an der Kasse (Täter mit gezückter Waffe): Sie wird Zeugin, wie der Mann den Angestellten niederschießt und dann den Tatort verläßt. Noch während die Frau die Polizei verständigen will, ein unglaublicher Zufall: Ein Notarzt-PKW fährt an der Tankstelle vor! So kann dem schwerverletzten Opfer gleich geholfen werden, das blutend am Boden liegt (Sprechertext: „Zwei Kugeln haben Fahrid A. am Hals getroffen“).

Weitere Blenden: Freundin Tina erhält zuhause telefonisch die schreckliche Nachricht, während Polizeibeamte in der Umgebung des Tatorts nach der Tatwaffe suchen. Sie finden die Jacke des Täters. Die kurze Schlußszene zeigt dann das Opfer auf der Intensivstation im Krankenhaus, dazu ein finaler (im Wortsinne) Sprechertext: „Die Ärzte retten das Leben des jungen Mannes, doch er wird vom Hals abwärts gelähmt bleiben“.

Im anschließenden Fahndungsgespräch steht die gefundene Jacke im Mittelpunkt. Durch aufwendige Ermittlungen ist es der Kripo gelungen, alle Käufer dieses Jacken-Modells der Adler-Modekollektion zu ermitteln und zu überprüfen; die fragliche Jacke hatte eine Mutter für ihren Sohn gekauft, dem das Kleidungsstück (Übergröße 62) jedoch später „abhanden kam“. Dazu werden Filmausschnitte der Überwachungskamera eingespielt, auf denen der Täter und seine auffällige Basecap gut zu erkennen sind. Und nebenbei erfahren wir, daß Rudi Cerne selbst Kleidergröße 48-50 hat .
Einzige Schwäche der Studiofahndung: Es gibt wieder mal keinerlei detailliertes Kartenmaterial/Lagepläne des Tatorts, obwohl das doch zwingend notwendig ist, wenn man Zuschauer ansprechen will, die gerade dort vielleicht Beobachtungen gemacht haben!

Grundsolider und spannend gemachter, handwerklich schnörkelloser FF in guter XY-Tradition – so sollte es immer sein. Die Tat selbst bietet nicht allzuviel „mysteriöses“, aber die ausnehmend überzeugende Verarbeitung mit guten Sprechertexten gibt locker zweieinhalb XY-Sterne her, vielleicht sogar drei.

Als nächstes folgt ein Blick auf zwei gelöste Fälle aus früheren Sendungen:

GEKLÄRT: 3.9.2008 Studiofall 2 (Kripo Stade) Unbekannte Tote im Maisfeld

Rudi gibt die Entwicklungen in diesem Fall aus der vorangegangenen Sendung bekannt, die wir hier im Forum ja im Thread zur September-Sendung auch schon dokumentiert haben: Das Opfer wurde durch Zuschauerhinweise identifiziert, und im Anschluß daran konnte eine Tatverdächtige aus dem Bekanntenkreis des Opfers festgenommen werden, die die Tat inzwischen gestanden hat. Lediglich das Motiv bleibt einstweilen unklar.

GEKLÄRT***: 21.3.1997 FF3 (Kripo Peine) Mord an Yasmin Stieler

Rudi informiert über die neuesten Entwicklungen mit der Festnahme eines dringend Tatverdächtigen (siehe dazu auch den Thread zum Fall hier im Forum unter Mordfall Yasmin Stieler), zu Beginn gibt’s kurze Ausschnitte aus dem damaligen XY-Filmfall zu sehen. Die entscheidende neue Spur, den sichergestellten Spaten mit Erdanhaftungen vom Torso-Fundort (Lacksplitter dieses Spatens wurden zudem an der Leiche des Opfers gefunden), hat Rudi als Replik gleich mitgebracht bzw. läßt ihn sich reichen („Edwin, gib’ mal her!“). Eigentlich Schnickschnack, klar, aber durchaus nette Einlage.
***Nachtrag: Der Tatverdacht gegen den Festgenommenen hat sich nicht erhärtet; die auch bei XY erwähnten Indizien erwiesen sich als nicht schlüssig. Die Aufnahme des Prozesses wurde Anfang März 2009 abgelehnt, der Verhaftete wieder freigelassen. Der Fall hat damit weiterhin als UNGEKLÄRT zu gelten. BV 28.3.2009.

FF2 (Kripo Hannoversch Münden) Psychoterror und Raubüberfall auf Ehepaar (Sprecher: Michael)

Dieser wiederum exzellent inszenierte FF ist geradezu ein Paradebeispiel dafür, wie wichtig (auch im dramaturgischen Sinne) ein chronolgischer FF-Aufbau mit guten Sprechertexten ist. Wäre er nach „Zerstückelungsmanier“ aufgezogen: Kein Mensch fände das spannend – so aber ist er packend und äußerst mysteriös, einer der geheimnisvollsten seit langem bei XY.

Schauplatz der Geschehnisse ist ein Einfamilienhaus in Staufenberg bei Kassel. Gleich zu Beginn das erste Spannungsmoment: Eine Frau telefoniert auf ihrer Terrasse und wird dabei offenbar von einem Unbekannten mit dem Fernglas beobachtet („Fernglasmaske“ vor der Kameralinse). Fürs XY-Poesiealbum ihre Worte am Telefon: „Ich glaub, er wünscht sich so’n Ding, also... wie heißt das noch... Navi, ja, so ein Navi!“ .
Dazu wird das spätere Opfer durch Sprechertext kurz charakterisiert; die Frau (im Film Heidi Schaller genannt) soll aufgrund einer Erkrankung „jede Aufregung vermeiden“. Doch wenige Augenblicke später der erste Schreck (auch für den Zuschauer, weil klasse inszeniert): Ein schwarz gekleideter Täter mit Sonnenbrille erschreckt die Frau, als er plötzlich draußen vor ihrem Küchenfenster steht.

Zeitsprung 1: Einige Zeit später dringt „wohl derselbe Mann“ in das Haus des Ehepaars ein, bedient sich mit zahlreichen offen herumliegenden Armbanduhren und richtet im Wohnzimmer der Familie große Zerstörungen an (zerschlagene Flaschen und Geschirr, verkratzte Möbel, aufgeschnittene Polster), „ein Exzeß, den sich die Polizei bis heute nicht erklären kann“ (Michael-Text).
Komik am Rande: Als Polizeibeamte die Spuren aufnehmen, sagt der Hausherr auf die Frage, wie hoch der Schaden sei, lapidar „Naja, bischen Bargeld, ein paar Uhren“. Also halb so wild, man hat ja wie jeder Armbanduhren im Dutzend zuhause herumliegen...

Zeitsprung 2: Inzwischen ist eine Alarmanlage eingebaut worden (gute Sprechertext-Erläuterungen!), aber nun wird das Ehepaar mit mysteriösen anonymen Telefonanrufen traktiert, deren Herkunft nicht geklärt werden kann. Der Hausherr versucht, den Anrufer mit der Trillerpfeifen-Methode zu vertreiben (der zeigt sich im FF aber wenig beeindruckt davon).

Zeitsprung 3: Wieder wird der Zeitsprung gut durch Sprechertexte überbrückt und veranschaulicht – am Tattag ist der Hausherr nicht da, nur seine Ehefrau, und die Alarmanlage daher ausgeschaltet. Der geheimnisvolle sonnenbebrillte „schwarze Mann“ schlägt mit der Axt das Fenster der Kellertür ein, dringt in das Haus vor, überrascht die Hausherrin im Flur und bedroht sie mit einem Messer („Ich will Schmuck und Geld“). Schließlich läßt er sich noch den Tresor im Keller öffnen, bevor er die Frau dort einschließt und sich aus dem Staub macht. Gute Michael-Texte erläutern dazu, daß der Täter das Haus wohl bei seinem vorangegangenen Zerstörungs-Besuch bereits detailliert ausgekundschaftet hatte.

Zum anschließenden Fahndungsgespräch begrüßt Rudi einen Kommissar mit dem teutschen ( ) Namen „Hagen Riese“, der aber nicht nibelungischer Abstammung zu sein scheint. Im Mittelpunkt stehen ein Phantombild des Täters („auffälliger Igelschnitt“) und Fotos einiger der geklauten Schmuckstücke, sogenannter „Hiddenseeschmuck“, der Schatzfunden aus der Wikingerzeit nachempfunden ist. (Hmmh – also doch Nibelungen? )

So gefällt das XY-Kino: Kompliment an die Macher dieses FF, in Form von drei Sternen!

An der Studiofahndung aber wieder der Kritikpunkt: Keine Information zur genauen Lage des Tatorts, an dem doch vielleicht Zeugen den Mann beobachtet haben könnten. Freilich könnte das natürlich in diesem Fall, so wie sich die Lage darstellt, auch aus Gründen des Opferschutzes geschehen sein.

Studiofall 1 (LKA Wiesbaden): Fahndung nach Serdal Ergün (Dreifachmord in Rüsselsheimer Eisdiele)

In der Personenfahndung geht es um einen der inzwischen identifizierten Täter, die am 12.8.2008 in Rüsselsheim ein Blutbad in einer Eisdiele angerichtet haben, bei dem drei Menschen starben.

FF3 (Kripo Celle) Trickbetrug an Rentnerin ("Alle Konten sind auf Null") (kein Sprechertext)

Zu den “sinnlosen Opfern” des ZDF-Modernisierungswahns Anfang diesen Jahrzehnts gehörten nicht nur viele klassische Elemente von XY, sondern auch die Sendung, mit der alles begann in puncto Fernsehfahndung in Deutschland: „Vorsicht Falle: Nepper, Schlepper, Bauernfänger“, Eduard Zimmermanns erste Sendung, die er ebenfalls bis 1997 moderierte und die danach noch einige Jahre von Sabine Zimmermann fortgeführt wurde.

Der nun folgende FF wäre ein klassischer Fall für diese Sendung gewesen und ist auch so inszeniert; er kommt ganz ohne Sprechertext aus (aber auch ohne Unterbrechungen: auch die Polizeivernehmung ist erfreulicherweise komplett nachgestellt).

Schöne Kamerablicke in ein großes Wendeltreppenhaus eines Mietshauses: Hilfeschreie aus einer Wohnung, während ein Unbekannter im dunklen Anzug unten das Haus verläßt. Das Opfer, eine Rentnerin, wird vom Notarzt versorgt, ist aber nicht schwer verletzt und erzählt dann bei der Vernehmung auf der Polizeiwache eine geradezu unglaubliche Geschichte, die der Film dann in Rückblenden nachstellt (und die, bei allem Respekt, eine unfaßbare Naivität des Opfers erkennen läßt):

Die Dame erhält einen Anruf eines angeblichen Sparkassenmitarbeiters: Der Sparkassen-PC sei ausgefallen, „alle Konten sind auf Null“
Bereitwillig erteilt die Frau daraufhin Auskunft über ihre Sparkonten und sogar, nach entsprechender Nachfrage („für Ihr Bankschließfach: Darf ich da Null notieren?“ – „Nein nein!“ ), über den Inhalt ihres Bankschließfachs, wo sie 25.000 Euro aufbewahre, um ihrem Sohn eine notwendige medizinische Operation kurzfristig bezahlen zu können. Der Anrufer behauptet daraufhin, dieses Geld müsse sie „nach einem neuen Gesetz“ versteuern, und gibt der Dame den „Geheimtip“, das Geld lieber gleich aus dem Schließfach nach Hause zu holen. Die Frau glaubt diese Story tatsächlich! (Zwischendialog im Vernehmungszimmer: Sie „Wenns nicht so schlimm wäre, wärs ja komisch!“ – Kripomann: „Da sagen sie was!“ )

Von der Sparkasse zurück, wird die Frau gleich wieder angerufen: „Und, haben Sie das Geld geholt?“. Anschließend läßt sich der Anrufer die Seriennummern der Scheine durchgeben (Opfer: „Also erstmal die großen, die 500er“.... !!!), kündigt dann aber trotzdem an, gleich käme noch ein Kollege vorbei, der die Nummern persönlich aufnehmen müsse. „Gucken Sie doch gleich mal aus dem Fenster, vielleicht kommt er ja schon!“

Tatsächlich: Unten vor der Haustür steht schon ein freundlich lächelnder Mann in gediegenem Zwirn, den sie gleich ins Haus und in ihre Wohnung läßt, wo er sich als der angekündigte Sparkassenmitarbeiter vorstellt und noch einige Worte mit dem Anrufer wechselt. Und dann nimmt er einfach die Scheine an sich und spaziert wieder fort, stößt dabei die überrumpelte Frau noch gegen den Flurspiegel, und weg isser.

Rudi im anschließenden Fahndungsgespräch (mit Phantombild): „Solche Dreistigkeit zieht einem ja die Schuhe aus!“ Stimmt wohl, aber ehrlich, nicht nur die Dreistigkeit tut das, sondern auch die Gegenseite: Gäbe es einen XY-Preis für Dämlichkeit, so hätte das Opfer in diesem Fall ihn sicher verdient... seinen Vorbeugungseffekt aber wird der solide inszenierte Film sicher nicht verfehlen. Daher zwei Sterne.

Studiofall 2 (Kripo Potsdam) Fahndung nach unbekanntem Bankräuber

Mithilfe sehr guter Bilder und Filmsequenzen aus Überwachungskameras geht es um die Fahndung nach einem unbekannten Bankräuber, der, wie es Rudi in grotesk umständlich-komischer Weise ausdrückt, „mit einem für den Raum Berlin und Brandenburg ortsüblichen Dialekt“ spricht. Polittikäl Korräktnäß, wa, Rudi? Also icke wors nischt!

Anschließend ist wieder eine halbe Minute zu verschwenden äääh sorry , ist es wieder Zeit für eine erste Zwischenergebnis-Abfrage, die wie stets (natürlicherweise bei solcher Planung) belanglos bleibt.

FF4 (Kripo Erding) Mord an Anton Fanger (Sprecher: Michael)

Weiter geht’s mit der zweiten Hälfte der Sendung... und wer sich schon vollends im August wähnte angesichts der bis hierhin wieder toll gemachten Sendung, wurde nun jäh aus seinem XY-Feeling gerissen, durch einen Filmbeitrag, der (im negativen Sinne) seinesgleichen sucht. Tatort (so Rudi in der Einleitung) „nur wenige Kilometer von diesem Fernsehstudio entfernt, aus dem wir gerade senden“.

Da sich der Fall anhand des chaotischen Films gar nicht richtig schildern läßt, hier zunächst die faktischen Hintergründe bzw. der Gang der Ereignisse: Der Finanzbeamte Anton Fanger (48 J.) lebt allein auf einem etwas verwahrlosten Bauernhof in Kirchasch in der Nähe von München. Der Junggeselle sucht eine „Frau fürs Leben“ per Kontaktanzeige, tut sich aber bei der Abfassung des Anzeigentextes schwer und holt sich Rat bei einer Freundin. Kurze Zeit, nachdem er die ersten Antworten auf sein Inserat bekommen hat, muß ein Unbekannter auf Fangers Gehöft erschienen sein, den der Mann, der ansonsten kaum Besuch zuhause empfing, auch eingelassen haben muß. Fanger wird auf der Kellertreppe von hinten erschossen. Zur ungefähren Tatzeit kommt ein Jogger an dem Anwesen vorbei, der sich später erinnert, dort einen auffällig hellblauen Audi A3 geparkt gesehen zu haben. War es der Wagen des Mörders?

Jeder mag sich ausmalen, wie man diesen Fall hätte inszenieren können – die ersten Sekunden des FF lassen das sogar noch erkennen, als das Opfer über seinem Anzeigentext brütet („Ich habs: Suche eine angenehme Frau“ ... „angenehme Frau, das ist doch Mist!“ In der Tat, isses! ), und auch Sprechertext gibt’s dazu. Dann aber zerfällt der FF bis zum Ende in kleine und kleinste Schnipsel, immer wieder unterbrochen von absolut überflüssigen Kripobeamten-Aussagen, die vor allem zu Beginn nichts anderes sind als Sprechertext – und die kurzen Filmschnipsel dazwischen sind, um das Durcheinander zu komplettieren, dann auch noch mit Michael-Sprechertext versehen.

Ansätze, das ganze etwas dramaturgisch aufzubauen, lassen sich zwar teilweise noch erkennen (zum Beispiel, als kurz der Jogger gezeigt wird und Michael dazu sagt, dieser Mann „wird später ein wichtiger Zeuge werden“), und ein wenig „Junggesellenflair“ entfaltet die (viel zu kurze) Szene, als das spätere Opfer im zeitlos-unmodischen blauen Zweistreifenfirma-Trainingsanzug seine Post aus dem Kasten holt – doch all das geht in der wilden Schnipselei letztlich völlig unter.

Ganz schlimm wird es dann, als der Jogger von den Beamten vernommen wird, in einer Art Pseudo-Hypnose (ohne Kommentar!) erinnert er sich nach und nach an Details vor dem Haus und den auffälligen Wagen, seine Aussagen werden durch Wackelbilder-Rückblenden und Pseudo-Traum-Filmsequenzen illustriert: Läßt sich kaum vernünftig beschreiben, außer als Bilderbrei, keine Sequenz/Einstellung dauert länger als ein paar Sekunden(!), bevor schon wieder unterbrochen wird.
Antifernsehen der schlechtesten Sorte – es muß die Frage erlaubt sein, ob derjenige, der diesen FF inszeniert hat, überhaupt ernsthaft daran interessiert war, daß sein FF zur Aufklärung eines Verbrechens beitragen kann. Sowas darf, meiner Meinung nach, einer Sendung wie XY nicht durchgehen! Welcher Redakteur hat das abgesegnet?

Nahtlos „passend“ dazu auch das anschließende Fahndungsgespräch, welches Rudi und der ermittelnde Kommissar im Auto(!!) beginnen: Man hat nämlich einen Audi A3 in besagter auffälliger Farbe ins Studio geschafft. Dort sitzen sie also, bevor Cerne die Parole ausgibt „gehen wir mal kurz zum Pult“.
Netter Einfall vielleicht – aber besonders mit Blick auf das, was dann kommt, doch wieder nur ein komplett überflüssiges Mätzchen: Unter aller Kanone sind die Fahndungsansätze, und es gibt tatsächlich wieder ÜBERHAUPT KEINE Karte vom Tatort!!! Weiß jeder, wo Kirchasch liegt? Wo das Fahrzeug in der Umgebung am Tattag aufgefallen sein könnte? Das sind doch die ERSTEN konkreten Fahndungsansätze! Nichts davon bekommt der Zuschauer als Information an die Hand!
Symptomatisch: Der Kommissar bemerkt „wie ja im Film zu erkennen war, war das Haus in großer Unordnung“ – von wegen, nix war im Film zu erkennen, die Person des Opfers und sein häusliches Umfeld blieben genauso nebulös wie die ganz simple Frage, wo genau sich das denn nun alles abgespielt hat.

Fazit: Null Punkte für den FF und fassungsloses Kopfschütteln über solch ärgerlichen Dilettantismus.

Studiofall 3 (Kripo München): Fahndung nach Qaeiss Zekraia und Fehmi Weiß

Den beiden mit Fahndungsfotos Gesuchten wird ein brutaler Überfall auf dem Parkplatz vor einer Münchner Diskothek im Januar 2008 zur Last gelegt; zwei weitere Täter konnten bereits verhaftet werden.
(Tip nebenbei: Den Vornamen "Qaeiss" unbedingt für die nächste Scrabble-Runde vormerken! )

XY-Preis 2008: Die Gewinner

Cerne begrüßt die diesjährigen Preisträger des XY-Preises im Studio; zu Beginn wird der unvermeidliche Einspieler von der Preisverleihung Anfang des Monats durch den Bundesinnenminister gezeigt (diesmal untermalt von nerviger Mucke „Beautiful Day“). Anschließend werden nochmals längere Ausschnitte aus den jeweiligen „Vorstellungsfilmen“ gezeigt.
Der XY-Preis an sich ist sicher keine schlechte Sache, und es ist wohl auch keine Frage, daß die Betroffenen eine Auszeichnung und Würdigung ihres Handelns auch im Fernsehen rundum verdient haben – ob man aber anläßlich der Preisverleihung nochmals so lange Wiederholungen der Einspielfilme zeigen muß, darüber ließe sich sicher diskutieren. (Obwohl: Heute war alles besser als noch ein Film Marke FF4...)

Für die Akten – gewonnen haben
a) das fesche ( ) Schwimmerpaar, das den Mißbrauch zweier Buben durch fiese Mitschnacker-Opas in letzter Minute verhinderte (XY vom 6.8.2008),
b) die beherzte Frau, die auf der Straße das Opfer einer nächtlichen Schlägertruppe vor schlimmerem bewahrte (XY vom 28.5.2008),
c) die Hundebesitzerin, die beim Gassigehen im Wald die Vergewaltigung eines Mädchens in einem geparkten Wagen beobachtete, die Polizei rief und so die sofortige Festnahme des Täters und die Befreiung des Opfers ermöglichte (XY vom 3.9.2008).

FF5 (Kripo Alsfeld) Überfall auf Geschäftsfrau (Geldtransport im Weidenkorb) (Sprecher: Michael)

Und noch ein Auto im Studio, diesmal zu Beginn: Rudi präsentiert „einen sogenannten Kastenwagen“ der Firma Backes-Scholz, der im folgenden FF eine Rolle spielt. (Was das nun aber bringen soll? Für die Fahndungsaussage reicht ein Foto des Wagens völlig aus - lohnt dafür so ein Aufwand?). Der FF knüpft zum Glück in der Machart nicht an FF4 an, sondern begibt sich erfreulicherweise wieder auf solides Terrain, chronologisch angelegt, ohne Unterbrechungen und mit Sprechertexten von Michael.

Besagter Kastenwagen wird, wie in der kurzen Eröffnungssequenz des FF zu sehen, vom Gelände einer Firma in der Nähe von Fulda in Hessen gestohlen. Mit ihm werden die Täter später ihren Überfall verüben.
Dann gibt’s (schade, etwas kurz) tolle Alpenpanorama-Luftbilder, um die Zuschauer in die Berge zu versetzen, genauer gesagt nach Südtirol (mit passender Zithermusik), wo sich ein Ehepaar aus dem hessischen Vogelsbergkreis, das einen Feinkosthandel für italienische Spezialitäten betreibt, gerade auf Einkaufstour befindet und verschiedene Angebote kritisch mustert („also der Speck ist nicht besonders gut“, mault die Gattin , während ihr Mann dann beim Käse knallhart von elf Euronen auf neunfuffzich runterhandelt ).

Währenddessen ist der gestohlene Wagen mehrfach in einer hessischen Kleinstadt abgestellt, wird aber zwischendurch auch weggefahren; der FF illustriert das anhand einer Gruppe auf der Straße spielender Kinder, die schonmal für die WM 2014 üben und deren Fußball unter dem Auto steckenbleibt..

Szenenblende zum inzwischen zurückgekehrten Ehepaar in seiner Geschäftszentrale; hier gibt’s gute beschreibende Sprechertexte von Michael, die dem Zuschauer den Geschäftsalltag der Firma nahebringen. Offenbar werden diese Abläufe aber bereits von den späteren Tätern genau ausgekundschaftet; der gestohlene Wagen fällt mehrfach in der Nähe auf. Der Mann überrascht seine Frau derweilen mit „Karten für Verona“ (und das ist natürlich nicht ehemals Feldbusch , sondern die bekannte Opern-Freiluftbühne in Norditalien). „Was gibt es denn?“ – „Don Giovanni!“ Na, da bekommt Don Käsetto natürlich einen Dankeskuß. Über den er sich dann etwas merkwürdig freut „Haha, jjja!“, so als sei ihm ein Coup gelungen.

Die Geschäfte des Paars laufen gut, der Käse aus Südtirol findet reißenden Absatz, was für die Professionalität des Paars spricht. Weniger professionell, um es vorsichtig auszudrücken, ist hingegen die Art und Weise, in der die Frau ihre Einnahmen zur Bank bringt: Sie transportiert das Geld offen „in einem Weidenkorb“ (der hinterher sogar als Fahndungsfoto gezeigt wird), der auf dem Rücksitz steht, während Madame noch mal schnell im Supermarkt was einkaufen will (wahrscheinlich besseren Speck ). Dazu aber kommt es nicht: Auf dem Parkplatz wird sie überfallen, die Täter entreißen ihr den Korb und flüchten mit dem gestohlenen Kastenwagen. Skurril, aber vielleicht durch den Schock zu erklären: Die Frau ruft mit ihrem Handy NICHT sofort die Polizei, sondern versucht erst, ihren Gatten anzurufen, doch die Leitung ist besetzt, weil er gerade freiwillig den Ankaufspreis des Käses erhöht.

Zeitblende zur Schlußszene: Auf einer Landstraße kommt es wenige Minuten später beinahe zu einem Unfall durch ein riskant rasendes Auto, dem ein entgegenkommender Fahrer gerade noch ausweichen kann. Unmittelbar danach entdeckt der Mann neben der Straße den brennenden Kastenwagen der Täter, der offensichtlich gerade erst angezündet worden ist.

Das anschließende Fahndungsgespräch offenbart noch einmal die eklatante Schwäche, keinerlei kartographisches Anschauungsmaterial für den Zuschauer bereitzustellen: Es bleibt bei durch alberne Blinkpunkte garnierten Google-Weltraumfotos – keine genauen Ortslagen, keine Straßenzüge, keine Pfeile, wo genau der Wagen geklaut wurde, wo er danach abgestellt war, wo der Überfall stattfand und wo er dann aufgefunden wurde. Peinlich und amateurhaft wirkt das, es müßte doch – nochmal sei’s gesagt – selbstverständlich sein, dem Zuschauer sprich potentiellen Hinweisgeber all das an die Hand zu geben! Als Erinnerungsstütze sind doch solche exakten Ortsangaben ganz unverzichtbar, wie jeder professionelle Ermittler weiß. Mehr als ärgerlich, gerade in diesem Fall, wo gleich verschiedene Orte eine Rolle spielen. Sowas gehörte längst abgestellt!

Na, immerhin bietet das Fahndungsgespräch dafür ein ziemliches Original als Kommissar: Herr Wallenta von der Kripo Alsfeld, in legerem Outfit mit sicher spurenträchtiger Lederjacke, ginge sicher auch als Kneipenwirt in einem FF durch...

Für den FF, der den vorangegangenen gottlob als Ausrutscher erscheinen läßt, und seine handwerklich solide Machart und Inszenierung gibt’s aber zwei Sterne!

Am Schluß der Sendung nochmals kurz erste Ergebnisse aus dem Studio – Alfred Hettmer wirkt dabei sehr freudig erregt, was zum Teil sicher daran liegt, daß es zum Psychoterror-Fall (FF2) einen Hinweis gegeben hat auf einen ähnlich gelagerten Fall 2005, bei dem die Täterbeschreibung praktisch identisch sei... da darf man in der Tat gespannt sein.

Das Fazit der heutigen Sendung aus meiner Sicht: Die erste Hälfte der Sendung läßt hoffen, das man sich, wie schon im August zu bejubeln war, allmählich tatsächlich wieder auf die Stärken besinnt, die einen guten FF ausmachen. Die zweite Hälfte, vom versöhnlich stimmenden FF5 einmal abgesehen, hingegen verflachte demgegenüber deutlich und erreichte mit FF4 erneut einen Tiefpunkt der FF-Geschichte. Daduch wirkte die heutige Sendung insgesamt nicht „aus einem Guß“, sondern merkwürdig uneinheitlich. Einheitlich blieb leider die Schwäche in puncto zuschauerfreundlicher-hinweisanregender Präsentation der Tatorte in der Fahndung.

Kurzum: Für die erste Halbzeit ein „ja, klasse, weiter so!“, für die zweite Hälfte hingegen... naja, wer spricht noch drüber, wenn am Ende das Ergebnis stimmt. Andererseits: Ein Team, das nicht in der Lage ist, 90 Minuten auf gleichbleibendem Niveau durchzuhalten, wird es über kurz oder lang schwer haben, einen Erstligaplatz zu behaupten.

Aber all das weiß sicher niemand so gut wie ein langgedienter Sportmoderator...

Bernhard.
nach oben springen



Besucher
1 Mitglied und 9 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Knudsen10
Besucherzähler
Heute waren 9 Gäste und 1 Mitglied online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 1471 Themen und 18724 Beiträge.

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de