#1

6.6.1997 FF 1 (Kripo Nürnberg) Mordfall Hildegard Göstel

in Filmfälle 22.12.2010 19:28
von SimonF • 39 Beiträge
Guten Abend Freunde!!!

Ein enger Freund von mir hatte mir vor einiger Zeit eine Folge der RTL - Reihe "Anwälte der Toten" aufgezeichnet, in der es u.a. auch um einen Mordfall ging, der meines Erachtens nach mit dem Fall Hildegard G. identisch ist, obwohl einige der dargestellten Details von der Schilderung bei XY abwichen:

1. Bei RTL wurde die Tote als Hildegard Gebel bezeichnet.
2. Bei XY wurde das Opfer als pensionierte Beamtin, bei RTL als Immobilienmarklerin bezeichnet.
3. Während bei XY erwähnt wurde, dass die Getötete bedingt durch ihre dubiosen Geschäfte einen Schuldenberg von mindestens 500.000 DM hatte, war davon bei RTL keine Rede; dort wurde sogar gesagt, dass sie in ihrer Maklertätigkeit sehr erfolgreich gewesen sei.
4. Im RTL - Bericht wurde die Frau als verwitwet bezeichnet; davon wurde aber nichts bei XY erwähnt.
5. Bei XY wurde der Wohnort mit Nürnberg, bei RTL mit Fürth angegeben.
6. Bei RTL wurde die Leiche erst nach etwa drei Wochen, bei XY nach drei Tagen gefunden.

Was bei beiden Berichten jedoch übereinstimmt, sind folgende Details:

1. Bei RTL wurde dargestellt, dass die Ermordete illegale Glückspiele wie z.B. das sogenannte "Pilotenspiel" organisierte. Diese könnten einige der undurchsichtigen "Geldanlageprojekte" gewesen sein, nach denen bei XY gefragt wurde.
2. In beiden Berichten wurde betont, dass das Opfer, offenbar sehr systematisch, alles aufbewahrt hat, was nur aufbewahrt werden kann (die bei XY erwähnten Papierberge).

Ich bin der Meinung, dass es sich um ein- und denselben Fall handelt.

Bei RTL wurde erwähnt, dass 2000 oder 2001 ein enger Bekannter und früherer Liebhaber der Toten, ein Deutsch - Franzose verhaftet wurde: er soll die Frau aus Habgier ermordet, ihren Tresor geplündert und ihren Schmuck einem Pfandhaus versetzt haben. Zwischen Täter und Opfer muss ein sehr heftiger Kampf stattgefunden haben. DEr Täter war wohl eher zufällig ins Blickfeld der Ermittler geraten, als diese den Bekanntenkreis des Opfers überprüften: er hatte behauptet, die Frau seit Ende der 80er - Jahre nicht mehr gesehen zu haben; es konnte jedoch festgestellt werden, dass die Ermordete ihm noch Jahre später Geldsummen wohl auf Kreditbasis überwiesen hatte. Zum Zeitpunkt des Mordes hatte der Täter hohe Schulden und hatte vergeblich versucht, sich erneut Geld vom Opfer zu leihen.

Das Verfahren entwickelte sich zu einem sehr aufwändigen Indizienprozess, in dessen Rahmen mehrere Gutachter gehört werden mussten. Der Täter wurde schließlich wegen Mordes aus Habgier zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Diese Informationen decken sich meines Erachtens auch mit dem, was Bastian in dem bekannten Video - Portal schon erwähnt hatte.

Schönen Abend noch, frohe Weihnachten euch allen und einen guten Rutsch!!!
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#2

Re: Mordfall Hildegard G (XY vom 6. Juni 1997, FF 1, Kripo Nürnberg)

in Filmfälle 23.12.2010 02:07
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
der Mordfall Göstel. Erstmal hast du Recht, der Fall wurde Ende 2000 aufgeklärt und der Täter wurde wegen Mord aus Habgier verurteilt. Ich beziehe mich jedoch nur auf den xy- Fall, den RTL Beitrag kenne ich nicht.

Auch stimmt, dass das Opfer in sog. Pilotenspielen involviert war, dh man fängt als Passenger an und arbeitet sich zum Kapitän hoch. Als Passenger muss man natürlich ein gewisses Eintstiegsgeld hinterlegen. Im Endeffekt funktioniert dieses system nach einem "Schneeballprinzip". Geld sehen jedoch nur die Kapitäne.

Zum Fall: Verurteilt wurde wirklich ein Franzose, der zum Tatzeitpunkt in Baden-Württemberg lebte und mit dem Opfer eine Liebesbeziehung pflegte. Das Opfer wollte Mitte Januar nach Miami fliegen, diese Reise trat das Opfer jedoch nicht an, obwohl das Opfer noch 6 Tage nach diesem Reiseantritt gelebt hatte. Was das Opfer in dieser Zeit gemacht hat, ist unklar.

Fest steht auch, dass der Täter nach der Tat die Wohnung des Opfers nochmal betreten hatte. Der Täter hat den Tresor geleert und das Bargeld an sich genommen. Schulden hatte er nicht beim Opfer, sondern bei Leuten, die ihm das Geld für dieses Pilotenspiel geliehen haben, zudem hatte er weitere Leute angeworben, die an diesem Spiel teilnahmen. Überführt wurde er anhand von DNA Spuren in der Wohnung und schließlich lebenslang verurteilt.

Ob dieser Fall in der RTL Serie gesendet wurde, weiß ich leider nicht, der xy Fall Göstel wurde jedoch geklärt. Gewisse Parallelen nach der Schilderung von Simon sind jedoch erkennbar, da RTL in der Regel die Opfernamen abändert.

Kleiner Hinweis: Meine Einträge in dem Videoportal, gerade die Einträge aus dem Jahre 2008 bzw. Anfang 2009, basieren in der Regel nur auf Google- Recherchen, dh Opfername in die Suchmaschine eingegeben und Treffer gepostet. Erst als mich mal ein Forumsmitglied (ein Mod in diesem Forum) darauf aufmerksam machte, dass ich eine Falschmeldung gepostet hatte, werden Einträge mehrmals geprüft. In diesem Forum sind jedoch alle Postings mehrmals geprüft und nachweisbar.
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#3

Re: Mordfall Hildegard G (XY vom 6. Juni 1997, FF 1, Kripo Nürnberg)

in Filmfälle 23.12.2010 14:42
von SimonF • 39 Beiträge
Moin, Bastian!!!

Da mich dieser Fall wirklich brennend interessiert: könntest du mir eventuell das Aktenzeichen des Urteils mitteilen? Möchte mir dieses Urteil selbst einmal zu Gemüte führen.

LG & vielen Dank
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#4

Re[2]: Mordfall Hildegard G (XY vom 6. Juni 1997, FF 1, Kripo Nürnberg)

in Filmfälle 24.12.2010 17:26
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
SimonF>Moin, Bastian!!!

SimonF>Da mich dieser Fall wirklich brennend interessiert: könntest du mir eventuell das Aktenzeichen des Urteils mitteilen? Möchte mir dieses Urteil selbst einmal zu Gemüte führen.

SimonF>LG & vielen Dank

mit einem Az kann ich leider nicht dienen. Ich kann Dir aber die Fundstelle des Urteils mitteilen. Wenn ich mich recht erinnere, bist Du Student. Dann kannst du dir das Urteil im jur. Seminar in den Fallsammlungen der Landgerichte an deiner Uni selbst durchlesen.

Bin allerdings bis Neujahr bei meinen Eltern und habe die Fundstelle nicht im Kopf. Ein paar Tage Geduld bitte noch.
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#5

Re: Mordfall Hildegard G (XY vom 6. Juni 1997, FF 1, Kripo Nürnberg)

in Filmfälle 25.12.2010 09:29
von SimonF • 39 Beiträge
Prima, vielen Dank!!!

Das würde mir in der Tat schon genügen und weiterhelfen.

Die paar Tage kann ich auch noch geduldig warten!!!

Frohe Weihnachten & einen guten Rutsch!!!

GLG
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#6

Re: Mordfall Hildegard G (XY vom 6. Juni 1997, FF 1, Kripo Nürnberg)

in Filmfälle 14.01.2011 07:30
von SimonF • 39 Beiträge
Moin, Bastian!!!

Denkst du noch daran, mir die besagte versprochene Fundstelle zu benennen???

LG & besten Dank im Voraus
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#7

Re[2]: Mordfall Hildegard G (XY vom 6. Juni 1997, FF 1, Kripo Nürnberg)

in Filmfälle 01.02.2011 23:53
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
SimonF>Moin, Bastian!!!

SimonF>Denkst du noch daran, mir die besagte versprochene Fundstelle zu benennen???

SimonF>LG & besten Dank im Voraus

Lieber Simon,

ich habe dich nicht vergessen. Um dir die genaue Fundstelle zu nennen, muss ich allerdings selbst in die Uni bzw. zum Gericht. Dafür hatte ich aus beruflichen Gründen noch keine Zeit.

Das Urteil ist nachzulesen in den "Fallsammlungen der bayerischen Landgerichte bzw. Oberlandgerichte- Rechtssprechungsübersicht 2001". Das sind ziemlich große bzw. schwere Schinken und sind eigentlich in Unistädten, in denen Jura angeboten wird, im jur. Seminar vorzufinden. Ansonsten an sämtlichen Gerichten, egal ob AG oder LG.

Das Urteil wurde im 4. Quartal des Jahre 2001 gesprochen, Gerichtsstand war Nürnberg. Vielleicht gelingt es dir, anhand der vorliegenden Infos über den Fall, das Urteil selbst zu finden. (Täternamen bzw. Opfernamen werden jedoch idR nicht genannt in Sammlungen). Ansonsten wäre ich bereit, an einem freien nachmittag das Urteil rauszusuchen und dir per E- Mail zukommen zu lassen.
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#8

Re: 6.6.1997 FF 1 (Kripo Nürnberg) Mordfall Hildegard Göstel

in Filmfälle 02.02.2011 14:02
von SimonF • 39 Beiträge
Moin, Bastian!!!

Alles klar, dann machen wir es so: werde erstmal selbst zusehen, das Urteil basierend auf deinen Angaben zu finden. Ansonsten melde ich mich hier wieder bei dir.

Vielen Dank für deine Bemühungen, auch die etwaigen zukünftigen.

LG
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#9

Re[2]: 6.6.1997 FF 1 (Kripo Nürnberg) Mordfall Hildegard Göstel

in Filmfälle 02.02.2011 19:51
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
SimonF>Moin, Bastian!!!

SimonF>Alles klar, dann machen wir es so: werde erstmal selbst zusehen, das Urteil basierend auf deinen Angaben zu finden. Ansonsten melde ich mich hier wieder bei dir.

SimonF>Vielen Dank für deine Bemühungen, auch die etwaigen zukünftigen.

SimonF>LG

alles klar, Simon. Gibt es Probleme, einfach melden. Der Schinken hat für jedes Quartal eine Ausgabe, die ersten zwei Quartale kannst du vergessen. Trotzdem hast du etwas zu lesen. Sorry. Bemühe mich, eine genaue Fundstelle zu finden.
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#10

Re: 6.6.1997 FF 1 (Kripo Nürnberg) Mordfall Hildegard Göstel

in Filmfälle 18.02.2011 01:19
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
Hallo Simon,

kurze Info zum Fall. Das Urteil wurde am 21.Mai 2001 vom Schwurgericht Nürnberg gesprochen. Das würde bei der Suche nach dem Urteil helfen. Aber eigentlich kannst du es auch lassen. Ich rufe das Urteil online ab, dauert 2 Minuten. Habe zudem auch noch internes Material gefunden. Da onine über diesen Fall nichts zu finden ist, werde ich die wichtigsten Prozeßverläufe für die Forumsmitglieder hier posten.

Als Dank für die Recherchen in zwei Altfällen von xy, die Du für uns als gelöst herausgesucht hast.

Auf den ersten Blick (habe noch nicht alles durchgelesen) wurde der Fall dank eines Zuschauerhinweises unmittelbar nach der Sendung gelöst. Der Tipp kann aus dem Knast. Ein Erpresser, er hatte den Aldi- Konzern um 4 Mio erpresst und war wohl Geschäftskunde von Göstel, erzählte während der Ausstrahlung bei xy einen Insassen, dass er den Mörder kennen würde. Noch reichten die Beweise nicht. Am 20.7. 1998, nach einen DNA Massentest, wurde der Liebhaber des Opfer verhaftet. So wie es aussieht, war das auch der genannte Name des Täters aus dem Knast.


Bald mehr....
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#11

Re: 6.6.1997 FF 1 (Kripo Nürnberg) Mordfall Hildegard Göstel

in Filmfälle 23.02.2011 13:38
von SimonF • 39 Beiträge
Moin Bastian!!!

Prima, vielen lieben Dank im Voraus.
Das wäre wirklich wunderbar.
Freue mich schon darauf, mir die ganzen Infos dann durchlesen zu könne, den anderen geht es bestimmt genau so.
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#12

Re: 6.6.1997 FF 1 (Kripo Nürnberg) Mordfall Hildegard Göstel

in Filmfälle 21.09.2011 13:15
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
6.06.1997 Mordfall Hildegard Göstel (Kripo Nürnberg)
Der Fall- und Prozeßreview


Sie liebte das Geld und spielte mit den Männern- Eine undurchsichtige Frau mit vielen Geheimnissen
06.06.1997 FF 1 (Kripo Nürnberg) Mord an Hildegard Göstel


Teil 1

viele Männerbekanntschaften, undurchsichtige Finanzgeschäfte, viel Geld, aber auch viele Schulden. Viele Fragen, aber wenige Antworten. Die Kurzbeschreibung eines Mordes, der im Januar 1997 im Nürnberger Stadtteil Gaulnhofen für viel Aufregung sorgte. Auch heute noch gibt der Fall viele Rätsel auf. Auf die Frage, wann das Opfer starb, gibt es bis heute keine klare Antwort. 18 Monate dauert die Suche nach dem Mörder, bis ein DNA Treffer den Täter überführt. Der Täter- eine genauso gescheiterte Existenz wie das Opfer. Ein spektakulärer, aber auch ein chaotischer Indizienprozess bringt den Mörder schließlich lebenslang hinter Gitter.

Undurchsichtige Finanzgeschäfte, ein undurchsichtiges Opfer, ein undurchsichtiger Täter und ein undurchsichtiger Prozess- der Mordfall Hildegard Göstel.

Der Fall

Hildegard Göstel, im Januar 1997 56 Jahre alt, lebt im vornehmen Nürnberger Stadtteil Gaulnhofen in einer staatlichen Villa. Bis 1993 arbeitete sie bei der Bundesanstalt für Arbeit, seitdem ist sie pensioniert. Sie lebt seit dieser Zeit unter anderen von undurchsichtigen Finanzgeschäfte. Ein glückliches Händchen hat die Frau bei ihren Geschäften jedoch nicht, im Laufe der Jahre haben sich Schulden in Höhe von 500000 DM angehäuft. Trotzdem pflegt Hildegard Göstel einen hohen Lebensstandard, sorgen um ihre Existenz musste sie sich nicht machen. Gläubiger sind wohlhabende Männer, zu denen Hildegard Göstel gute, teilweise auch sexuelle Kontakte pflegt.

Im Januar 1997 bietet sich für die 56 Jährige die Chance auf ein großes Geschäft und die Möglichkeit, ihre Schulden auf einmal zurückzuzahlen. In dieser Zeit pflegt sie einen intensiven Kontakt zu einem ca. 55 jährigen Mann mit silbergrauen Haaren, der lange Zeit im Mittelpunkt der polizeilichen Ermittlungen stehen wird. Am 12 Januar, 12 Tage bevor Göstel tot aufgefunden wird, trifft sie wahrscheinlich den Unbekannten in der Nürnberger Gaststätte „Schalander“. An selben Abend wird sie erneut mit dem Unbekannten gesehen, diesmal an einer Tankstelle in der Innenstadt. Sie kauft einen 6er- Pack Eku-Pils und Marlboro-Zigaretten, obwohl Göstel Nichtraucher ist.

Am 13. und 14 Januar ist Hildegard Göstel sehr aktiv und telefoniert viel von ihrem Anschluss in Gaulnhofen. Sie ruft u.a. einen Arzt aus Kassel an, mit dem sie seit 1992 eine Liebesbeziehung
unterhält. 3 Jahre zuvor hatte der Arzt dem Opfer 150000 DM für ein dubioses Geldgeschäft geliehen, dass Geld jedoch nie zurückerhalten. An diesem 13. Januar bittet Göstel ihren Bekannten erneut um ein Darlehn iHv 42000 DM. Sie spricht von einem großen Geschäft und wäre in drei Wochen in der Lage, ihre kompletten Schulden begleichen zu können. Am nächsten Tag, den 14. Januar, holt sie den kompletten Betrag in bar bei ihrer Bank ab. Am Morgen hatte sich die 56 Jährige bei der Lufthansa bzgl. ein Flugroute in die USA erkundigt. Grund der Reise ist wahrscheinlich das große Geschäft, von dem Göstel in den letzten Tagen mehreren Leuten erzählt hat. Das größte Rätsel, welches später auch die Ermittlungen erschweren wird, ist die Tatsache, dass die Nürnbergerin die Reise nicht selbst bucht, sondern ein unbekannter Mann, der sich als „Mister Göstel“ ausgibt. Ungewöhnlich ist auch die Flugroute. Hildegard Göstel wollte am nächsten Tag, den 15 Januar 1997, von Frankfurt nach Miami mit Zwischenstop in New York und Montreal fliegen. Nach einen Aufenthalt von vier Tagen wollte sie dann nach Costa Rica weiterfliegen und am 28 Januar wieder nach Frankfurt zurückfliegen. Das Flugticket, welches für den nächsten Tag für die attraktive Frau reserviert wird, wird jedoch nie abgeholt. Als der Flieger vom Frankfurter Flughafen in die Luft steigt, ist Hildegard Göstel nicht am Bord.

Auch mit einem Arzt aus der Uni- Klinik telefoniert Göstel am 14.1 insgesamt drei Mal. Kurz vor Weihnachten ließ sie sich in einem Krankenhaus untersuchen. Der Verdacht: Krebs. Das Ergebnis sollte in diesen Tagen vorlegen, der Befund lag am 14. Januar jedoch noch nicht vor. Obwohl ihr das Ergebnis der Untersuchung sehr wichtig ist, meldet sich die Frau nicht mehr in der Klinik.

Obwohl Göstel die Reise in die USA nicht angetreten hat, geht die Polizei zunächst davon aus, dass die Frau in der Zeit vom 15 bis 20 Januar trotzdem verreist ist. Einen Nachbarn, den sie einen Tag vor der geplanten Abreise ihren Haustürschlüssel für den Notfall übergeben hat, erzählt Göstel, sie wolle für drei Wochen nach Dresden. Diese Aussage wird später noch für viel Wirrwarr sorgen und der Ort Dresden im Prozeß eine weitere wichtige Rolle spielen.

Zum letzten Mal lebend gesehen wird die Nürnberger laut Zeugenaussagen am 21.1.1997 um 18.30 Uhr, als sie ihr Garagentor schließt- erneut in Begleitung des unbekannten Mannes mit silbergrauen Haaren. Am selben Nachmittag wurde dieser Mann bereits von zwei anderen Zeugen an Haus von Hildegard Göstel gesehen. Gegen 14.30 Uhr fährt der Unbekannte einen Wagen in die Garage, 2 Stunden später fällt er einer Nachbarin auf, die den Mann vor dem Haus wartend bemerkt.

In dieser Zeit macht sich der Bruder von Hildegard Göstel Sorgen. Beide haben regelmäßigen Kontakt, am 17 Januar, an dem Tag hat der 67 Jährige Bruder Geburtstag, meldet sich seine Schwester nicht. Untypisch, den Geburtstag ihres Bruders hat sich noch nie vergessen. Auch in den nächsten Tagen ist Göstel nicht erreichbar.

Als er am 24 Januar immer noch nichts von seiner Schwester gehört hat, verständigt er die Polizei und die Feuerwehr. Als die Feuerwehr die Tür aufbricht, weist zunächst nichts auf ein Verbrechen hin. Die Wohnung macht einen aufgeräumten Eindruck, es fällt nur ein gepackter Reisekoffer im Flur auf. Als der Bruder in den Keller geht und den Sauna- Bereich betritt, findet er gegen 23.30 Uhr seine Schwester. Tot. Sie liegt nackt, nur mit Tüchern bedeckt vor der Sauna, ihre Kleidung findet er gefaltet in einem Nebenraum.

Die Mordkommission Nürnberg wird eingeschaltet. Nach der ersten Leichenschau steht fest, dass Hildegard Göstel brutal erwürgt wurde und der Kopf anschließend gegen den Beckenrand des Whirlpool geschlagen wurde. Der Tod, so dass Ergebnis der Obduktion später, trat jedoch durch Ersticken ein. Der Täter hatte den Opfer ein Handtuch so tief in den Mund gestopft, dass sie erstickte. Zudem wurden im Magen neben Essensreste auch Spuren von Kokain gefunden. Der Gutachter gehen nach der ersten Obduktion davon aus, dass Hildegard Göstel bereits zwei bis drei Tage vor ihrem Auffinden ermordet wurde. Die Polizei setzt den Todeszeitpunkt nach den Zeugenbefragungen in der Nachbarschaft auf die Nacht des 21. Januar 1997 fest, da Göstel das letzte Mal lebend am Abend des 21.1 vor ihrer Garage gesehen wurde.

In den Zeugenbefragungen erfährt die Kripo dann auch von dem unbekannten Mann mit silbergrauen Haaren, mit dem das Opfer die letzten Wochen vor ihrem Tod häufiger gesehen wurde. Aber auch eine weitere Männerbekanntschaft weckt das Interesse der Kripo: Seit einem Jahr soll das Opfer öfter mit einen etwas jüngerem Mann verkehrt sein. Beide wirkten auf die Nachbarn sehr intim, auch soll der Mann regelmäßig über Nacht geblieben sein. Ein Zeuge kann sich sogar an den Namen des angeblichen Geliebten erinnern: Robert. Die Identität beider Männer kann die Polizei jedoch zunächst nicht klären.

Im Heizungskeller, der an dem Saunabereich angrenzt, wird ein blutiger Handschuh gefunden und kriminaltechnisch untersucht. Drei DNA- Spuren werden gefunden: Das Blut stammt von Hildegard Göstel, eine weitere ist von einem Mann und dritte ist nicht eindeutig zu identifizieren, eventuell eine Mischspur. Ein Datenabgleich beim BKA in Wiesbaden verläuft jedoch negativ, das Profil ist nicht in der Datenbank gespeichert.

Im Haus des Opfers finden die Beamten zahlreiche Unterlagen und Notizen mit Namen, Adressen und Telefonnummern von Geschäftsfreunden und Männerbekanntschaften. Bald steht fest, dass Hildegard Göstel nach ihrer Pensionierung als Beamtin nicht nur als Immobilienmaklerin tätig war, sondern höhere Beträge in dubiose Finanzgeschäfte investiert hat. Diese Investitionen wurden jedoch nicht Erfolg gekrönt, Göstel hatte bis zur Ihrem Tod Schulden von ca. 500000 DM angehäuft. Die Beteiligungen etwa an einem "Holiday- und Freizeitclub" oder an Firmen mit Namen wie "World-Wide-Touristik" und "Allfinanz" versprachen hohe Renditen, ausgezahlt wurden diese Renditen jedoch nie. Bereits 1992 wurden die Geschäftsführer in Luxemburg wegen Betrugsverdachts inhaftiert und die Gelder beschlagnahmt.
Auch in das pyramidenartig aufgebaute system "Countdown 3000" hatte Hildegard Göstel Geld
gesteckt. Das Glücksspiel funktioniert nach dem Schneeballsystem - solange die
Mitspieler immer neue Freunde und Bekannte zum Einzahlen überreden und dadurch selbst in
Prämienpositionen aufsteigen. Gegen die nordbayerischen Drahtzieher hatte bereits die
Bamberger Polizei ermittelt.

Drei Wochen nach dem Mord startet die Kripo eine Handzettel- Aktion rundum Gaulnhofen mit dem Ziel, weitere Informationen zu den letzten Begleitern zu erlangen. Tatsächlich können sich mehrere Zeugen an den Mann mit den silbergrauen Haaren erinnern. Er soll zum Tatzeitpunkt einen dunklen Mittelklassewagen mit dem Ortskennzeichen K (Köln) oder KS (Kassel) oder auch KA (Karlsruhe) gefahren haben. Anhand von Akten, die in der Villa des Opfers gefunden wurden, stoßen die Beamten auf einen Arzt. Hildegard Göstel hatte bei diesem Bekannten ca. 150000 DM Schulden. Er wird für die Polizei deshalb interessant, weil er aus Kassel kommt und Zeugen von einem Mittelklassewagen (evt. BMW) gesprochen haben, der in Kassel zugelassen sei. Zudem hatte er mit Göstel kurz vor ihrem Tod telefonischen Kontakt. Der 59 jährige Mediziner wird vernommen und sagt aus, dass er mit der attraktiven Nürnbergerin seit 5 Jahren eine unregelmäßige Liebesbeziehung führte und ihr öfter Geld für „irgendwelche“ Geschäfte geliehen hätte. Für welche Art von Geschäften wisse er nicht, nur hohe Renditen sollten sie abwerfen. Geld wiedergesehen hätte er jedoch nie. Eine Rückzahlung sei ihm auch nicht so wichtig gewesen, er habe die Stunden mit Hildegard einfach nur genossen. Geld sei ihm nicht wichtig gewesen, die Beträge, die er Göstel geliehen hatte, haben ihm nicht wehgetan. Mitte Januar hätte sich dann seine Geliebte wieder bei ihm gemeldet und nach einem Darlehn iHv. 42000 DM nachgefragt. In diesem Telefonat hatte sie ihm in Aussicht gestellt, dass sie mit Hilfe des Darlehns in der Lage wäre, die komplette Schuld bis zum 25. oder 26. Januar zurückzubezahlen. Gehört habe von seiner Geliebten nach der Überweisung nichts mehr, seine Anrufe wurden nicht mehr beantwortet. Es wird jedoch schnell klar, dass der 59 jährige Arzt nicht als Täter in Frage kommt. Er kann ein Alibi nachweisen, zudem werden von ihm keine Spuren in der Wohnung bzw. auf dem Handschuh gefunden. Er kann auch nicht der unbekannte letzte Begleiter von Hildegard Göstel gewesen sein, da die Personenbeschreibung auf ihn nicht zutreffend ist. Die Identität des unbekannten Mannes mit den silbergrauen Haaren bleibt zunächst weiter ungeklärt- genauso wie die Identität des Freundes mit dem Vornamen Robert.

Ein halbes Jahr kommt die Polizei in diesem Fall nicht weiter. Im Juni 1997 bittet die Kripo Nürnberg in Aktenzeichen xy die Zuschauer um Mithilfe und rekonstruiert die Tat in einem Filmfall. Im Mittelpunkt des Filmfalles steht die Identifizierung des unbekannten Mannes mit den silbergrauen Haaren, der die letzten Tagen mit dem Opfer verbracht hat. Der Mordfall erzeugt hohe Resonanz bei den Zuschauer, es gehen viele Hinweise ein. Die Ausstrahlung kann auch großer Erfolg bezeichnet werden, viele Fragen der Kripo Nürnberg können dank der Zuschauerhinweise geklärt werden.

Zunächst wird die Identität des letzten Begleiters mit den silbergrauen Haaren geklärt. Zur Überraschung der Kripo handelt sich bei dieser Person um einen 56 jährigen Polizisten aus Nürnberg. Er wird sofort von den Beamten der Kripo Nürnberg vernommen. Der Nürnberger sagt aus, dass er mit Hildegard Göstel seit 15 Jahren bekannt sei, jedoch nie mit ihr sexuell verkehrte. In all den Jahren haben sich beide noch nicht einmal geduzt. Es war eine Freundschaft per Sie, die aufgrund geschäftlicher Beziehungen Mitte der 80er entstanden ist. Gemeinsame Geschäfte haben beide jedoch seit Jahren nicht zusammen durchgeführt- die Frage der Polizisten, an welchen großen Geschäft Göstel vor ihrem Tod beteiligt war, konnte er nicht beantworten. Der Polizist wird von den Beamten mit Unterlagen aus der Villa von Hildegard Göstel konfrontiert und halten ihm eine Quittung für eine Glücksspiel- Veranstaltung vor, unterschrieben vom ihm. Dies sei allerdings nach seiner Aussage eine nachgeahmte Unterschrift. Hildegard Göstel hätte ihm am Morgen des 14. Januar die Haustürschlüssel gegeben und ihm auch ihr Auto geliehen. Das war das letzte Mal, dass er das Opfer gesehen hat. Zweimal hätte der Polizist in der Villa nach dem Rechten gesehen, hielt sich jedoch nur im Wohnbereich auf. Bei einem weiteren Besuch brachte er das Auto zurück und stellte es in der Garage ab. Weil er jedoch seine Schuhe verschmutzt hatte, ging er nur ins Bad. Für den Tattag kann der 56 Jährige Nürnberger kein Alibi vorweisen. Für die Zeit davor, als Göstel angeblich angeblich verreist war, kann er jedoch belegen, dass er zu dieser Zeit nicht mit Göstel unterwegs war.
Auch im Knast wird Aktenzeichen xy geguckt. Hinweise aus der JVA, nicht selten in der History der Sendung. Diesmal wird die Sendung am 6.6.1997 in der JVA Mainz verfolgt. Stefan L. sitzt in der JVA wegen Autoschieberei ein und teilt sich am diesem Abend eine Zelle mit einen Mann, der kurz nach dem Mord an Göstel im Februar 1997 mit einem Komplizen den Aldi- Konzern um 4 Mio DM erpressen wollte. Beide wurden bei der Geldübergabe von der Polizei gefaßt. Beide Nürnberger werden verhaftet; einer war als Geldkurier beteiligt, der andere war der Drahtzieher. Am nächsten Morgen nach der Sendung von Eduard Zimmermann meldet sich L. bei einem JVA- Beamten und berichtet, er kenne den Mörder von Hildegard Göstel. Bei der anschließenden Vernehmung nennt er den Aldi-Erpresser als Informanten, will zunächst aber keine weiteren Details preisgegeben. Der Preis für weitere Information sei eine sofortige Umwandlung seiner Haft- in eine Bewährungsstrafe.

Die Polizei kennt diese Spur. Im Bungalow von Göstel in Gaulnhofen findet die Polizei bei der ersten Hausdurchsuchung die Adresse eines Mannes, mit dem die Maklerin über zweifelhafte Finanzierungen verhandelt hatte. Der Zeuge wurde von der Polizei verhört, bevor er im Februar wegen der Erpressung verhaftet wurde. Göstel hatte einen Nachbarn gegenüber geäußert, dass sie nach Dresden reisen will. Die Erpressung des Lebensmittelkonzern wurde in Dresden zu dieser Zeit vorbereitet. Der als Informant genannte Geldkurier kennt Göstel gar nicht, der Haupttäter kann für den ganzen Januar ein Alibi vorweisen. Erst der Mithäftling des Geldkuriers Stefan L. stellt diese Verbindung wieder her- Zwei ehemalige Geschäftspartner der Maklerin kennen die Motive für die Bluttat.

L., Staatsanwaltschaft und die Kripo Nürnberg werden sich jedoch nicht handelseinig. So behält L. die Information für sich, gibt nur einen Aktenordner heraus, in dem der Name des Mörders zu
finden sei und nannte den Ex-Zellengefährten als Informanten. Die Polizei verzichtet in Absprache mit der Staatsanwaltschaft darauf, die Spur weiterzuverfolgen.

Wahrscheinlich auch ein Grund, warum diese Spur nach Dresden von der Polizei abgehakt wurde, ist der Ermittlungserfolg, dass die Polizei einen weiteren Mann aus dem Bekanntenkreis des Opfers identifizieren kann. Es ist der sogenannte Robert, der mit Hildegard Göstel nach Zeugenaussagen näher bekannt war. Im Juli 1997 wird die Villa des Opfers zwangsversteigert, um die Gläubiger von Göstel zu befriedigen. Ein Nürnberger Auktionshaus übernimmt die Vorbereitungen für die Versteigerung. In einer Kommode im Wohnzimmer findet die Angestellte des Auktionshauses, sorgfältig eingewickelt in eine rosa Tischdecke und in einem Stapel anderer Leintücher versteckt, neben handschriftlichen Aufzeichnungen vier Überweisungsbelege aus den Jahren 1991 und 1992 - Empfänger: Robert F. im französichen Metz. Göstel hatte F. im Laufe der Jahre immer wieder Geld geliehen, die Summe beläuft sich auf 65.000 DM. Hinter einen Bilderrahmen findet die Frau Liebesbriefe von Göstel an den Franzosen. Diese waren bei ersten Hausdurchsuchung durch die Kripo nicht gefunden wurden.

Robert F. wird sofort von der Kripo Nürnberg vernommen. Nach der Scheidung hatte sich der 44 jährige in Baden Württemberg niedergelassen. Bevor er nach Baden Baden umzog, hatte er auch in München gewohnt. In Baden Baden versuchte er sein Glück als Schmuck- und Antiquitätenhändler, jedoch mit wenig Erfolg. In einem seiner Läden hatte Hildegard Göstel den Mann in den 80er kennengelernt. Es kam zu einer Romanze. In seinen Vernehmungen gibt Robert F. jedoch an, Göstel seit 1989 nicht mehr gesehen zu haben. Für Tattag, den 21.1.1997 gibt er ein Alibi an.

Von Robert F. wird eine Speichelprobe genommen und zur kriminaltechnischen Untersuchung zum LKA eingeschickt. Das Ergebnis ist eindeutig: Im ganzen Haus von Hildegard Göstel werden Spuren von Robert F. gefunden. Auf einen Handschuh, der in unmittelbarer Nähe der Leiche gefunden wurde, befinden sich DNA- Spuren von F. Ebenso auf den Bierflaschen der Marke (EKU- Pils), die Hildegard Göstel am 12 Januar 1997 an einer Tankstelle in Nürnberg gekauft hatte.

Robert F. gilt jetzt als dringend tatverdächtig, aber überführt ist er noch nicht. Es wird insgesamt noch ein Jahr dauern, bis Robert F. festgenommen wird. Insgesamt werden in diesem Zeitraum weitere 450 Personen überprüft, viele Speichelproben werden genommen. Nur Spuren von F. werden jedoch in der Nürnberger Villa gefunden. In diesem Jahr versucht die Polizei alles, um F. zu überführen. Keine leichte Aufgabe, den der Verdächtige hat ein Alibi, aber auch ein starkes Motiv. Robert F. ist hoch verschuldet, seine Verbindlichkeiten belaufen sich auf über 400000 DM. Göstel hatte ihn über die Jahre hinweg immer wieder finanziell unterschützt, das letzte Mal im Jahre 1992 mit einem hohen fünfstelligen Betrag per Postanweisung, die von F. persönlich in Metz abgeholt wurde. Im Laufe ihrer Ermittlungen schafft es die Kripo Nürnberg, Robert F. der Lüge zu überführen. Zeugenaussagen belegen, dass Robert F. ebenfalls die letzten Tage vor dem Mord mit Hildegard Göstel verbracht hat. Das letzte Mal soll er in Gaulnhofen am 14 Januar gesehen worden sein, einen Tag bevor Göstel in die USA fliegen wollte. F. hatte dies in den ersten Vernehmungen jedoch abgestritten. Und eine Tatsache steht auch fest: Am 23 oder 24 Januar 1997, zu einem Zeitpunkt als Hildegard Göstel definitiv tot war, muss der Täter wieder in die Bungalow zurückgekehrt sein, um Spuren zu verwischen und einen höheren Geldbetrag, nämlich die Summe, die das Opfer am 14 Januar bei einer Bank im Landkreis Roth abgehoben hatte, gestohlen haben. Staubaufwühlungen und Fingerspuren im Staub belegen diese These, leider hatte der Täter jedoch Handschuhe getragen.

Knackpunkt ist jedoch der Todeszeitpunkt. Zeugen hatten Göstel am Abend des 21. Januar noch zum letzten Mal gesehen, die Gutachter der Rechtsmedizin konnten einen genauen Todeszeitpunkt jedoch nicht bestimmen. Die Leichenstarre spreche für einen Todeseintritt um den 20 bzw. 21 Januar herum, jedoch wies der Körper der Toten aber auch Merkmale auf, die auf einen weiter zurückliegenden Todeszeitpunkt hindeuten. Auch die Kripo geht nach dem Tatverdacht gegen F. von einem früheren Todeszeitpunkt aus. Die Beamten sind bereits bei Auffinden der Leiche davon ausgegangen, dass der Koffer für die Reise in die USA nicht von Göstel gepackt wurde. Das Opfer galt als modebewusst, die eingepackten Kleidungsstücke passen nicht zum Modestil von Hildegard Göstel.

Als Robert F. in weiteren Vernehmungen nach längerem Leugnen zugibt, die Nacht vom 14 auf den 15 Januar mit Göstel in deren Villa in Gaulnhofen verbracht zu haben, wird der Franzose 18 Monate nach der Tat in Baden Baden festgenommen. Der Haftrichter erläßt 24 Stunden später Haftbefehl wegen Mordes aus Habgier und Unterschlagung.

Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage u.a. wegen Mordes. Am 30 Januar 2001, vier Jahre nach dem Mord an Hildegard Göstel, wird gegen Robert F. der Prozeß vor der Schwurgerichtskammer Nürnberg eröffnet.

Im zweiten Teil: Der Prozeß gegen den Franzosen. Ein Prozeß um die Aldi- Erpresser und um die Frage, wer Hildegard Göstel wirklich ermordet hat. Ein Unbekannter mit blonden Haaren, der Mann mit den silbergrauen Haaren oder gar eine Frau? Oder doch der Angeklagte? Die Verteidigung liefert viele weitere Verdächtige. Und ein weiteres wichtiges Detail im Mittelpunkt: Wann starb das Opfer wirklich?
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#13

Re: 6.6.1997 FF 1 (Kripo Nürnberg) Mordfall Hildegard Göstel

in Filmfälle 22.09.2011 17:35
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Klasse Darstellung, die bei den ungewöhnlich vielen Sabine-Bildern fast untergeht. Wir sind bereit für den zweiten Teil.
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#14

Re: 6.6.1997 FF 1 (Kripo Nürnberg) Mordfall Hildegard Göstel

in Filmfälle 22.09.2011 21:46
von Ludwig • 558 Beiträge
Lieber Bastian !
Auch von meiner Seite ein großes Dankeschön für diesen so großartig aufbereiteten Fall ! Wie alle anderen freue ich mich schon auf Teil 2.
Was ließen sich auf der Basis Deiner reviews nicht alles für erstklassige TV-Dokumentationen (XY gelöst - Die größten Fälle) erstellen ! Der Fall Göstel wäre prädestiniert dafür, aber es gäbe auch einige andere wie z.B. den unlängst geklärten Fall Carmen Kampa.

viele Grüße
Ludwig
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#15

Re: 6.6.1997 FF 1 (Kripo Nürnberg) Mordfall Hildegard Göstel

in Filmfälle 23.09.2011 13:31
von Oma Thürmann • 748 Beiträge
Herausragend, vielen Dank! Wie Ludwig schon schreibt: Was für eine Vorlage für das Kopf-TV! Vielleicht setzt es ja mal jemand um...
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