#1

09.09.1988 FF 3 (Kripo Wuppertal) Mordfall Sigrid Wolf

in Filmfälle 22.06.2010 14:47
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Ein recht gut gemachter Filmfall, über den man ewig nichts mehr hörte, bis 20 Jahre später in Wuppertal ein Speicheltest durchgeführt wurde, der aber auch ohne Ergebnis blieb. Hierzu ein Bericht aus der Westdeutschen Zeitung vom 1. Januar 2009:


Ungeklärter Mordfall Sigrid Wolf: Hoffnung auf Speicheltest
von Andreas Spiegelhauer

Vor 21 Jahren wurde die 51 Jahre alte Wuppertalerin tot in ihrer Wohnung gefunden. Ihr Mörder ist bis heute nicht gefasst.

Wuppertal. Den Polizeibeamten bot sich ein furchtbarer Anblick: Als sie am Nachmittag des 2. Januar 1988 die Wohnung an der Wilkhausstraße betraten, hing die Leiche der damals 51 Jahre alten Sigrid Wolf an der Klinke der Badezimmertür. Der Unterkörper der Frau war entkleidet, Bluse und BH zerrissen. Offenbar hatte die kaufmännische Angestellte zuvor verzweifelt um ihr Leben gekämpft. Zahlreiche Blutergüsse fanden sich am Körper der Toten.
Das Opfer wurde mit einem Ledergürtel erhängt

Die damalige Obduktion ergab: Die 51-Jährige starb durch Erhängen. Tatwerkzeug war ein Ledergürtel. Zudem fanden die Gerichtsmediziner Würgemale am Hals des Opfers. Wahrscheinlich waren der Frau auch noch Mund und Nase zugehalten worden, als sie um Hilfe schrie. Verletzungen im Genitalbereich ließen auf ein Sexualdelikt schließen. Aufbruchspuren fanden sich weder an der Wohnungs- noch an der Balkontür.

Hat Sigrid Wolf ihren Mörder gekannt und arglos in ihre Wohnung gelassen? Oder stieg der Täter doch über die offen stehende Balkontür ein? Im September 1988 wurde der Mordfall Sigrid Wolf im ZDF-Kriminal-Magazin Aktenzeichen XY ungelöst – damals noch mit Moderator Eduard Zimmermann – rekonstruiert.
1100 Casino-Besucher wurden überprüft – ohne Ergebnis

Demnach war die geschiedene Frau, die als Chefeinkäuferin des Paritätischen Wohlfahrtsverbände viele berufliche Kontakte hatte, in der Nacht vor ihrem Mord im Spielcasino Hohensyburg gewesen, hatte 700 D-Mark gewonnen. 1100Casino-Besucher wurden anschließend von der Staatsanwaltschaft überprüft – ergebnislos.

Diverser Schmuck wurde damals per AktenzeichenXY in die deutschen Wohnzimmer gesendet: Stücke, die dem Opfer gestohlen wurden, aber nie wieder auftauchten.

Fragen über Fragen. Seit 21Jahren sind sie unbeantwortet. Der Täter ist bis heute nicht ermittelt. Der Mordfall Sigrid Wolf ist einer der wenigen ungelösten Fälle in Wuppertal. Doch Mord verjährt nie.

Im Jahr 2008 haben die Fahnder einen erneuten Vorstoß unternommen. Mehr als 200 Speichelproben wurden von Männern, die rund um den Tatort wohnen beziehungsweise gewohnt haben, genommen und mit DNA-Spuren aus der Wohnung des Opfers abgeglichen. Fehlanzeige. „Es gibt keine Übereinstimmung“, sagt Chef-Ermittler Wolfgang Heuschen.
„Wir geben nicht auf.“

Wolfgang Heuschen, Ermittler im Fall Sigrid Wolf

Allerdings gibt es zu etwa zehn der mehr als 200 Testpersonen noch keine Ergebnisse. Darunter sind Männer, die längst aus Wuppertal weggezogen sind und bislang nicht auffindbar waren. Und es gibt auch einige wenige, sich geweigert haben sollen, eine Speichelprobe abzugeben.

Chef-Ermittler Heuschen zur WZ: „Wir geben nicht auf.“ Hinweise zum Mordfall Sigrid Wolf nimmt die Polizei unter der Rufnummer 2840 entgegen.

Quelle (mit Foto der Frau, das auch schon bei XY gezeigt wurde): http://www.wz-newsline.de/?redid=394020
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#2

Re: 09.09.1988 FF 3 (Kripo Wuppertal) Mordfall Sigrid Wolf

in Filmfälle 22.06.2010 14:51
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Der WDR-Kriminalreport griff den Fall am 23. November 2009 auf, ebenfalls ohne Ergebnis:


Mord an Sigrid Wolf

Wuppertal, Januar 1988: die 51-jährige Sigrid Wolf wird tot in ihrer Wohnung aufgefunden – ihre Leiche halb nackt, es finden sich Spuren eines verzweifelten Kampfes, Geld und Schmuck des Opfers fehlen. Ein paar Stunden zuvor hatte die Frau die Spielbank in Dortmund-Hohensyburg mit einem kleinen Gewinn und einem unbekannten Begleiter an Ihrer Seite verlassen. Sonst gibt es keine Hinweise auf den Täter. Die Polizei beschließt, gegen sämtliche männlichen Casinogäste dieser Nacht zu ermitteln: insgesamt über 1000 Personen werden in einer in dieser Größenordnung nie dagewesenen Flächenfahndung überprüft – doch der Erfolg bleibt aus. Gibt es über zwanzig Jahre nach dem Verbrechen noch eine Chance, den großen Unbekannten zu finden? Der Kriminalreport rekonstruiert noch einmal die letzten Stunden im Leben der Sigrid Wolf.

Quelle: http://www.wdr.de/tv/home/webcards/kriminalreport/34_20091123.jsp?tag=gestern
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#3

Re: 09.09.1988 FF 3 (Kripo Wuppertal) Mordfall Sigrid Wolf

in Filmfälle 23.06.2010 10:54
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
das muss ein ziemlich brutales Verbrechen geweses sein. Ganz am Anfang ist ein Serientäter, der u.a. wegen 3 Morde verurteilt wurde, in den Fokus der Ermittlungen geraten, der sich zur selben Zeit wie das Opfer in der Spielbank aufgehalten hat. Er konnte jedoch nach seiner Festnahme als Täter ausgeschlossen werden.

Der Massen- DNA Abgleich blieb ohne Erfolg. Leider
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#4

RE: 09.09.1988 FF 3 (Kripo Wuppertal) Mordfall Sigrid Wolf

in Filmfälle 03.02.2014 21:17
von Ede-Fan • 599 Beiträge

Zitat von xyzuschauerseit72 im Beitrag #1

....
1100 Casino-Besucher wurden überprüft - ohne Ergebnis
....




Der Begriff "überprüft" ist vielleicht ein wenig verharmlosend. Gegen sämtliche Männer (1037) wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, die auf einmal im Verdacht standen, als der unbekannte Begleiter auch der Mörder zu sein. In allen Fällen ordnete das Amtsgericht Wuppertal "die Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten" an und zugleich "die Beschlagnahme evtl. aufgefundener Beweismittel sowie die Anfertigung einer Polaroid-Aufnahme" (s. Quelle). Ob das die Mütter und Väter unserer FDGO so gewollt haben? Zur falschen Zeit am falschen Ort: Schon ist man mordverdächtig und muß im Korb mit der Schmutzwäsche nachsehen lassen, ob sich nicht vielleicht doch irgendein Schmuckstück als "evtl. aufgefundenes Beweismittel" finden lässt!

Quelle: DER SPIEGEL 20/1988

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