#16

Re[2]: 07.04.1989 FF3 (Kripo Altenahr) Daumenring

in Filmfälle 12.05.2010 10:21
von bd-vogel • 570 Beiträge
freitag2015>Grund für das Posting war auch, dass sicher viele Filmfälle Hintergründe/Nachspiele haben, die dem XY-Zuschauer, vielleicht auch den ermittelnden Kriminalbeamten, verborgen bleiben. Mich hat der Filmfall seit der Erstausstrahlung auch nicht mehr losgelassen und immer gegruselt ... umso überraschter war ich, als ich diese Dissertation las und ihn darin wiederfand.

Ja in der Tat - und grad solche 'Nachspiele' sind für uns hier ja seit jeher ein Kernthema, wie Du mitbekommen haben wirst. Da ist Dein "Fund" (also diese Diss von Harms) wirklich ein echter Knaller!!!

freitag2015>Die immens hohe Versicherungssumme stimmt aber schon sehr nachdenklich. Eine Erklärung wäre ja vielleicht, dass der Überfall tatsächlich stattgefunden hat, die Verletzung dann aber "ergänzt" wurde? Ich will ich aber aus den bekannten Gründen jetzt nicht in Mutmaßungen stürzen.

Muß man ja auch gar nicht - allein der Aspekt an sich ist schon, wie's wohl heute neudeutsch heißt, "mind-intriguing".
Und daß im Prinzip "alles" möglich ist, zeigen ja auch diverse XY-Fälle - man denke etwa an den falschen "Kaspar Hauser" (28.1.1977 FF1), an das frei erfundene "Dreitägige Martyrium" (7.2.1992 FF3), oder an die Auflösung zum "Sylter Teehaus" (26.9.1997 FF2).
Um mal nur drei Beispiele für spektakulär-unerwartete Fallklärungen aus Edes XY-Zeit zu nennen.

Insofern wäre es (und das ist leider seit September 2009 wirklich rein hypothetisch) schon interessant zu erfahren, was zB Ede über die Fortentwicklung des Daumen-Falls gedacht hat - darüber daß die XY-Redaktion davon was mitbekommen hat, bin ich mir eigentlich relativ sicher.
Wahrscheinlich reagierte Ede auf sowas aber dank seines Erfahrungshorizontes da eher nüchterner - "es gibt nichts was es nicht gibt". Denn schließlich hatte er ja auch gelernt, daß nicht alles, was man "zunächst für ein Küchengerät gehalten" hat, auch ein solches ist... (O-Ton Ede in der Einleitung zu 2.6.1995 FF3).

Jetziger Stand der Dinge im Daumen-Fall ist aber also: Vor zivilrechtlichem Gericht hatte die These einer fingierten (welch Wort in dem Zusammenhang...) Körperverletzung keinen Bestand, und strafrechtlich ist die Sache nach unserem Kenntnisstand ungeklärt...

Aber genauso stark gilt es anhand der Schilderungen von Harms zu bedenken: Falls die Zivilprozesse letztlich doch nur aufs Konto skeptischer Versicherungsunternehmen gehen, sprich die "Ungereimtheiten" in den Tatortspuren doch keine solchen sind und das Ganze sich so abgespielt hat, wie Opferaussage und FF es schildern - und genau das hat das OLG ja ausdrücklich für möglich gehalten - wieviel Kraft muß dann ein Opfer haben, solche Verfahren durchzustehen, in denen die Tat als ganzes angezweifelt wird?

Das wäre ja sozusagen der umgekehrte Fall zu den (vorhandenen) Fällen, in denen jemand unschuldig in den Knast mußte für eine Tat, die er gar nicht begangen hat. Letzterem glaubte man nicht, daß er unschuldig war - ersterem glaubt man nicht, daß er Opfer war. Heimtückisches Spiel, und eine Gratwanderung für alle Beteiligten.
--

Aber sag mal freitag2015, hast Du am Ende noch mehr auf Lager? Vielleicht die Lösung des YOGT2E-Rätsels? Immer her damit!!!

Viele Grüße,
Bernhard.
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#17

Re[3]: 07.04.1989 FF3 (Kripo Altenahr) Daumenring

in Filmfälle 12.05.2010 10:51
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Mit Sicherheit haben die Ermittler von diesem (letztlich ohne neue Erkenntnisse gebliebenen Versicherungsnachspiel) erfahren. Auch dürften die Ermittlungsakten in den Prozeß eingebracht worden sein.

Inwieweit aber auch XY informiert wurde, ist schwer zu sagen. Wenn nicht "offiziell", dann aber wohl über Edes legendäres Netz von "Flurfunk-Verbindungen" zur Polizei.

bd-vogel>Aber sag mal freitag2015, hast Du am Ende noch mehr auf Lager? Vielleicht die Lösung des YOGT2E-Rätsels? Immer her damit!!! )

Wenn wir hier schon einen Wunschzettel an freitag2015 schreiben, dann möchte ich auch dabei sein: Ich hätte gerne zu diesem Fall

http://azxy.communityhost.de/thread/?thread__mid=975001479

eine wie auch immer geartete Knaller-Info
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#18

Re[2]: 07.04.1989 FF3 (Kripo Altenahr) Daumenring

in Filmfälle 12.05.2010 15:45
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
bd-vogel>PS:
bd-vogel>Anmerkung am Rande: Dein zitierendes Posting habe ich im Format/Layout etwas verändert und auch den genauen Weblink sowie die exakte bibliographische Angabe zu der Dissertation von Harms ergänzt - da müssen und wollen wir genau sein, schon wegen des langen Zitats. Gruß B.

Erinnert mich irgendwie an Erstsemesterkurse "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten"
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#19

Re: 07.04.1989 FF3 (Kripo Altenahr) Daumenring

in Filmfälle 12.05.2010 17:21
von Heimo • 1.263 Beiträge
Das Wichtigste wurde schon erwähnt, deswegen kommt von mir nur ein kurzes Statement.

Ich habe bereits davon gehört, dass im Daumenfall die Vermutung ausgesprochen wurde, dass das Opfer sich die Verletzung selbst zugefügt haben könnte. Jedoch waren das nur Spekulationen, die ich in einem Forum nachgelesen habe (es könnte durchaus ein Vorgängerforum zu diesem gewesen sein). Und diese Spekulationen fußten auf keinerlei fundierten Erkenntnissen. Wie Bernhard habe ich den Spekulationen aber eher widersprochen, obgleich ich sämtliche meiner Informationen nur aus der XY-Ausstrahlung hatte. Und die Beurteilung eines Geschehens, die auf eine Verfilmung beruht, ist nicht frei von Unzulänglichkeiten. Wenn ich den Film als apodiktisch ansehe, dann würde ich sagen, dass die Annahme der Selbstverstümmelung des Opfers aus meiner Sicht abwegig ist.
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#20

Re: 07.04.1989 FF3 (Kripo Altenahr) Daumenring

in Filmfälle 12.05.2010 20:59
von freitag2015 • 23 Beiträge
Ich freue mich, dass der Beitrag zu so einer regen Diskussion führt. Das interessante ist ja gerade, das für und wider in so einem Fall gegenüber zu stellen.

Mit neuen Aspekten zum YOGTZE-Fall kann ich leider nicht dienen ...
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#21

Re: 07.04.1989 FF3 (Kripo Altenahr) Daumenring

in Filmfälle 14.05.2010 01:09
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
ein ganz toller und hoch interessanter Bericht. Danke für´s Reinstellen.
Die Vermutung einer Selbstverletzung habe ich auch beim Upload der Folge in einem Videoportal mitbekommen, habe mich aber auch nicht diesen Spekulationen angeschlossen, weil ich eigentlich auch glaube, das eine Selbstverletzung abwegig ist. Gerichtlich wurde ja entschieden, dass keine Selbstverstümmelung vorliegt. Obwohl man anhand dieser Diss. auch eine andere Meinung vertreten kann. Aber Worte wie "könnte" oder "wäre möglich" reichen halt nicht vor Gericht.

Aber sehr interessant, die Sache von der medizinischen Seite geschildert zu bekommen.
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#22

Re[2]: 07.04.1989 FF3 (Kripo Altenahr) Daumenring

in Filmfälle 14.05.2010 01:28
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
bd-vogel>Eine private Information (aber aus zuverlässiger Quelle, gestützt durch einen Pressebericht von 2004) besagt, daß der Fall bis zum Schluß als "unerledigt" gekennzeichnet gewesen ist. Hätten die im Versicherungsprozeß zur Sprache gebrachten Ungereimtheiten dann nicht auch die Staatsanwaltschaft im "Kriminalfall" erneut aktiv werden lassen müssen? Wie schaut das strafrechtlich aus? Bastian weiß hier sicher Rat.

bd-vogel>Aber andererseits (und das ist eine zentrale Info aus Harms):
bd-vogel>[i][color=yellow]"Das Amputat konnte trotz intensiver Suche niemals
bd-vogel>So oder so: Faszinierend an Harms' Darstellung ist die analytische Auslegung der Tatortspuren durch die Gerichtsmedizin bzw. die Tatortsicherung - die dadurch aufgeworfenen Fragen waren aber sicher der Kripo auch bekannt? Wurde deren Einschätzung in den Versicherungsprozessen auch gehört? So, wie die (medizinische, nicht juristische) Dissertation den "Versicherungsfall" schildert, klingt das, als ob die 'kriminalistische' Seite in dem Prozeß gar keine Rolle gespielt hätte? Kann ich mir (als Laie in solchen Dingen) schwer vorstellen - aber vielleicht weiß Bastian hier Rat, ob das so sein kann, bzw. ob solche Fälle dann unabhängig von Zivilgerichtsentscheiden noch weiter verfolgt werden, oder ob mit dem OLG-Urteil pro "Versicherungsnehmer" auch die staatsanwaltliche Ermittlung endet? (Eigentlich eher nicht, oder?)

Grundsätzlich sind Zivil- und Strafgerichte von einander unabhängig, dh sie führen eigene Prozeße, Zeugenbefragungen und Gutachten durch.
Wenn ein Täter einen Menschen tötet(egal ob vorsätzlich oder fahrlässig), ist man den Hinterbliebenen zum Schadensersatz verpflichtet. Bei Mord ist es selten der Fall, aber bei Fahrlässigkeitsdelikten (zB Verkehrsunfall) kommt es öfter vor, dass jemand vor dem Strafgericht freigesprochen wird, zivilrechtlich aber zum Schadensersatz verurteilt wird.
Bei Straftaten kommt erst ein "Erledigt" auf die Akte, wenn die Tat aufgeklärt ist bzw. eine Verjährung eingetreten ist. So wird es auch in diesem Fall sein, der Fall wäre auch bei einem "contra Versicherungsnehmer" nicht erledigt.
Allerdings wäre es bei so einem Urteil schwierig, einem Verdächtigen die Tat nachzuweisen.
Aber grundsätzlich ist so, dass Zivil- und Strafgerichte sich NICHT ergänzen, sondern eigentlich nebenher arbeiten.
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#23

Re: 07.04.1989 FF3 (Kripo Altenahr) Daumenring

in Filmfälle 14.05.2010 22:08
von bd-vogel • 570 Beiträge
Danke für die fachkundigen Erläuterungen, Bastian!

Bernhard.
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#24

Re: 07.04.1989 FF3 (Kripo Altenahr) Daumenring

in Filmfälle 27.05.2010 06:10
von freitag2015 • 23 Beiträge
Ich habe mir heute den Fimlfall nocheinmal angesehen und kann mir (neben den bereits diskutierten rechtsmedizinischen Ungereimtheiten) ein paar Ungereimtheiten des Tatgeschehens nicht erklären:
- Wenn schon beim ersten Einbruch drei Jahre vorher bis auf eine Kamera und den besagten Revolver keine Beute gemacht wurde, warum sucht der Täter das Wochenendhaus ein weiteres Mal auf? Dass der Eigentümer anwesend war und die ungewöhnlich hohen Tageseinnahmen des Zoogeschäftes mit sich führt, konnte er doch nicht wissen.
- Falls der Täter mit der Anwesenheit des Eigentümers gerechnet hat (und deswegen Revolver und Maskierung mit sich führt), warum sucht er sich einen Montagabend aus? An diesem Tag ist der Aufenthalt in einem Wochenendhaus doch eher ungewöhnlich.
- Falls bei der zweiten Tat ursprünglich auch nur ein Einbruch geplant war, warum rückt der Täter dann nicht von seinem Vorhaben ab, als er die Anwesenheit des Eigentümers feststellt, sondern überfällt auch noch den Eigentümer.
- Warum entwendet der Täter drei Jahre vorher einen Revolver und wirft ihn dann nach der zweiten Tag weg? Aus meiner Sicht doch ein unnötiger Spurenträger.

Diese Punkte machen schon sehr nachdenklich ...
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#25

Re: 07.04.1989 FF3 (Kripo Altenahr) Daumenring

in Filmfälle 25.07.2010 06:21
von jupiterjones • 3 Beiträge
Die Sache mit der Dissertation ist sehr aufschlussreich und wirft ein ganz neues Licht auf den Fall.
Allerdings gibt es zahlreiche Ungereimtheiten zwischen der Fallschilderung im Rahmen der Dissertation und dem Filmfall bei XY :
1.In Der Dissertation fordert der Täter nachdrücklich Geld. Im Filmfall frägt er nach dem Tresor mit dem Gold und Schmuck.
2.Als der Täter zurückkommt, fordert er in der Dissertation Gold, im Filmfall stülpt er dem Opfer die Tüte über und fordert:"Hände über den Kopp."
3.Laut Dissertation steckt der Täter den Daumen seinem Opfer in die linke Brusttasche seines Parkas. Im Film sieht man davon nichts und das Opfer trägt ausserdem ein Hemd.
4.Laut Dissertation sperrt der Täter das Opfer zum Schluss ein und fährt einige Minuten später mit dem Auto des Opfers davon. Im Film schließt der Täter ab und man hört ihn kurz darauf wegfahren.
5.Laut Dissertation probiert das Opfer die Tür mit dem Vorschlaghammer zu öffnen. Im Film mit einer Axt.
6. Laut Dissertation ist der Daumen verschwunden und wurde trotz Suche nicht gefunden. Im Film heisst es, er konnte nicht mehr angenäht werden.

Finde das keine Schönheitsfehler sondern handfeste Fakten, die von Bedeutung sind. Wieso gibt es die Unterschiede. hat XY einfach schlampig gearbeitet ? Oder enthält die Dissertation Fehler ? Wie kommen die Unterschiede zustande ? Warum erwähnt XY nichts von dem zugesteckten Daumen, der dann verloren und nicht mehr gefunden wurde ? Das ist doch eine ganz wichtige Information für die Zuschauer.

Ausserdem wirft der Fall viele Fragen und Ungereimtheiten auf
1.Wieso nimmt das Opfer 10000 Euro mit zum Anstreichen, anstatt das geld schnell (in Bonn) auf die Bank zu bringen. Dafür war keine Zeit ? Für die Sache mit den Kartoffeln dann aber schon (siehe Telefonat mit der Tochter), "es kann noch dauern wegen den Kartoffeln für Onkel Bertram" (trotz später Stunde).Ganz sonderbare Sache.Oder das geld im Geschäft lassen beim Bruder und am nächsten tag auf die Bank bringen.
2.das Opfer hatte einen Revolver unter dem Kissen, der beim 1.Einbruch gestohlen wurde. Danach wurde keine neue Waffe gekauft, man fährt sogar mit 10000 Euro alleine raus, bleibt bis nachts, lässt den Autoschlüssel stecken ... Erst so ein Sicherheitsdenken, und dann so ein Leichtsinn, nachdem schonmal eingebrochen wurde ?
3.Wie wahrscheinlich ist es, dass ich Montagabend in einem abgelegenen Wochenendhaus in einem Waldstück auf den Besitzer treffe, der zufällig gerade auch noch 10000 Mark dabeihat beim Anstreichen ? Eher läuft einem der Weihnachtsmann über den Weg. Und dann fordert der Täter auch noch sofort Geld (laut Dissertation). Begebe ich mich dazu in ein abgelegenes waldstück und fordere das von einer Person die gerade in einem Schuppen ist ? Ist das der Ort, um jemanden zu überfallen und Geld zu verlangen ? Wenn schon muss der Täter eine Information bekommen haben, das heisst er hat einen Komplizen, der ihm sagte wo es was zu holen gibt. Ich denke an einen Mitarbeiter oder Kunden aus der Zoohandlung. Wurde in diese Richtung intensiv ermittelt ? Wieso geht XY darauf gar nicht ein ?
4. Wieso hinterlässt der Täter die Schuss-Waffe (Spur für Ermittler), nimmt aber die gartenschere überhaupt mit (trotz Handschuhen die er trug) ?
5. Wo ist der Daumen geblieben ? Den hätte man finden müssen, den Fluchtweg konnte man ungefähr rekonstruieren und dann Zoll für Zoll abgrasen mit Suchtrupps.

Irgendwas ist da ganz faul an diesem Fall.Die Geldprobleme und hohen Versicherungen (siehe Dissertation, wären ein Motiv für Betrug), die Sache mit den Blutspuren vor der Tür, die gehäuften Nachlässigkeiten des Opfers, die zeit für die Kartoffelgeschichte während keine Zeit war das geld auf die bank zu bringen,der verschwundene Daumen und die verschwundene Gartenschere und einige andere Ungereimtheiten und Zufälle lassen einen Versicherungsbetrug durchaus möglich erscheinen.Den Wagen könnte auch ein Komplize weggefahren haben, genauso gefesselt haben. Zudem verhinderte die Fesselung mit dem Draht um das handgelenk größeren Blutverlust und war im Nachhinein eher nützlich.
Aber wenns ein Überfall war, dann hatte der Täter einen Komplizen, und zwar jemanden der wusste dass das Opfer alleine im Wochenendhaus arbeitet und womöglich viel Geld dabeihat. In Frage kämen vor allem Mitarbeiter und Kunden aus der Zoohandlung, vor allem jene die an besagtem Tag anwesend waren und etwas mitbekommen haben könnten.Die hätte ich mal gleich einen nach dem anderen unter die Lupe genommen. Hoffentlich wurde intensiv in diese Richtung ermittelt, ich befürchte aber nein. Einen Einzeltäter der zufällig mit Waffe und Maske im abgelegenen Wald auf der lauer liegt und zufällig sein Opfer mit 10000 Euro antrifft die es beim Anstreichen dabeihat weil es zufällig noch nicht auf der Bank war-das kann ich mir nicht vorstellen. Das sind zuviele Zufälle. Schade, dass XY nicht die Richtung mit dem Komplizen näher unter die Lupe genommen hat und danach gefragt hat, wer z.B. an dem Tag in der Zoohandlung war (an die Zuschauer). Imo ziemlich unglücklich was da gefragt und vermittelt wurde in dem Beitrag. Und nach dem Schocker konnte sicher niemand der zuschauer so schnell wieder klar denken. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass den entscheidenden Spuren im richtigen Moment nicht nachgegangen wurde, anders kann ich mir den ausbleibenden Ermittlungserfolg nicht erklären-denn es gibt in diesem Fall soviele Spuren, Ansatzpunkte, Ungereimtheiten und Fakten, denen man nachgehen könnte, sogar später ein Phantombild des vermeintlichen Täters. XY hat hier imo falsche Akzente gesetzt in seinem Beitrag. Sonst wäre da vielleicht mehr drin gewesen an Hinweisen.
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#26

Re: 07.04.1989 FF3 (Kripo Altenahr) Daumenring

in Filmfälle 19.08.2010 11:47
von freitag2015 • 23 Beiträge
Genau diese Ungereimtheiten sind es auch, die mich in diesem Fall so stutzig machen.
Viele Tatumstände, die absolut unlogisch erscheinen.
Die variante mit dem Tip eines Mitarbeiters/Kunden aus dem Geschäft ist für mich nicht so schlüssig. es kann doch eigentlich niemand davon ausgehen, dass das Geld nicht vor dem Besuch des Wochenendhauses zur Bank gebracht wird. Das würde doch eigentlich jeder so machen. Alles in allem lassen mich die geschilderten Umstände/Widersprüche doch sehr an dem Tatablauf zweifeln.
Matze
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#27

Re[2]: 07.04.1989 FF3 (Kripo Altenahr) Daumenring

in Filmfälle 19.08.2010 12:34
von Heimo • 1.263 Beiträge
freitag2015>....es kann doch eigentlich niemand davon ausgehen, dass das Geld nicht vor dem Besuch des Wochenendhauses zur Bank gebracht wird. Das würde doch eigentlich jeder so machen. >

Das ist jetzt eine Annahme von Dir. Ich habe mal eine Ausbildung bei der Bank gemacht. Ich kann eines sagen, was mancher Geschäftsmann an Beträgen offen herumliegen lässt oder tagelang durch die Gegend trägt, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, das Geld an einen sicheren Ort zu bringen, kann man sich nicht vorstellen. Dieses Sicherheitsdenken ist bei denen, bei welchen man es am ehesten vermutet, mitunter kaum vorhanden. Es gibt manche Gewerbetreibende, denen ist der Bereich der peniblen Geldverwaltung ein Greuel, an das sie aus Gründen der Bequemheit keinen Gedanken verschwenden.

Ganz nebenbei, zwar gibt es bei den Banken Sicherheitsvorschriften, was den Geldtransport betrifft, aber selbst da gibt es manch abenteuerliche Story, wie da Geld von einem Ort zum anderen verbracht wurde. Zumindest wasr das in der Vergangenheit so.
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#28

Re: 07.04.1989 FF3 (Kripo Altenahr) Daumenring

in Filmfälle 23.08.2012 14:52
von Tor • 15 Beiträge
War heute bei dem schönen Wetter mal mit meinem Hund in Kalenborn bei den Wochenendhäuschen... Welches davon dem Tierhändler gehört oder gehörte, weiß ich natürlich nicht. Ein paar Gedanken von mir zum Fall:

1.) Selbstverstümmlung: Hatte ich auch schon mal irgendwann dran gedacht. Von meinem Urgroßonkel kenne ich Geschichten aus dem 1. Weltkrieg, da wurde aber einander siedendes Wasser in die Stiefel geschüttet und es ging nicht um den schnöden Mamon. Für die Selbstverstümmlung hätte das Opfer auch einen Komplizen gebraucht, oder? Wie ist er zum Beispiel von Bonn nach Kalenborn gekommen, wenn das Auto später wieder in Bonn-Poppelsdorf stand? Komplize? Mitwisser? ÖPNV (sehr umständlich!) Taxi? erhobener Daumen? Wenn er doch mit dem Lada hingefahren ist, wer hat den Wagen dann wieder nach Bonn-Poppelsdorf (übrigens sehr gut über Autobahn erreichbar) gebracht? Dort wurde der Wagen ja von der Polizei gefunden. Ich halte die Selbstverstümmlung für eher unwahrscheinlich, aber auch nicht ausgeschlossen. Das makabere Detail, dass er den Daumen im Wald verloren hat und der Daumen gar nicht mehr gefunden wurde, stand damals in der Presse (General-Anzeiger). Aktenzeichen wollte wohl nicht noch einen draufsetzen... Die Aussage "konnte nicht mehr angenäht werden" stimmt ja auch.
2.) Warum und wie kam der Täter nach Kalenborn? Nicht nur Bonn ist ganz in der Nähe, sondern auch Rheinbach... (13 km). Bingo! JVA! (Ich sage nur Lecki). Könnte es nicht ein frisch entlassener Knacki gewesen sein, der sich daran erinnert hat, dass es dort in den Wochenendhäuschen was zu mausen gibt?
3.) Im Grunde ist der Fall in XY sehr fokussiert behandelt worden. Die "Rohheit" schafft die Aufmerksamkeit, dann liegt der Fokus auf den Ringen und den anderen Gegenständen. Schade zum Beispiel, dass es keine Karte zu sehen gab.

Juristisch verjährt, der Schrecken beim Zuschauer leider nicht. Und beim Opfer erst recht nicht, trotz der 900 000 DM.

Gruß aus Bonn
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