#1

Re: Rätselhafte Verbrechen jenseits von XY

in Kriminalität 27.06.2012 21:38
von TheWhite1961 • 1.160 Beiträge
Der mysteriöse Neubrandenburger Mordfall(Fund von Leichenteilen im Tollensesee) ist nun geklärt worden. Die Auflösung des Falles ist überraschend und tragisch zugleich.

http://www.nordkurier.de/cmlink/nordkurier/lokales/neubrandenburg/frauenleiche-in-neubrandenburg-tater-beging-selbstmord-1.449160
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#2

Re: Rätselhafte Verbrechen jenseits von XY

in Kriminalität 12.07.2012 18:46
von Astrid • 149 Beiträge
Die 26-jährige Maria Baumer aus Regensburg wird seit dem 26. Mai 2012 vermisst

Es ist ein früher Vormittag im Mai, ein junger Mann in Regensburg telefoniert mit seiner Verlobten. Sie reden über dieses und jenes, ein ganz normales Gespräch eben. Drei Tage später wird er der Polizei jedes noch so kleine Detail dieses Gesprächs erzählen müssen, denn der Plausch am Handy ist das letzte Lebenszeichen von seiner Verlobten Maria Baumer. Die 26-Jährige ist seit dem 26. Mai spurlos verschwunden.

Nur wenige Tage zuvor hatte sich die junge Frau in Passau zum Vorstandsmitglied der Katholischen Landjugendbewegung Bayern (KLJB) wählen lassen. Laut Informationen des "Münchner Merkur" sei sie nach der Wahl fröhlich und ausgelassen gewesen.

Vergangenen Freitag ging die Kripo Regensburg mit einer Vermisstenmeldung an die Öffentlichkeit, nachdem die polizeiinternen Ermittlungen kein Ergebnis brachten. "Wir haben nach wie vor keinerlei Anhaltspunkte. Vielleicht wollte sie sich eine Auszeit nehmen. Vielleicht handelt es sich aber auch um ein Gewaltdelikt", sagt Polizeisprecher Michael Rebele gegenüber Welt Online.

Selbst einen Suizid schließen die Ermittler nicht aus. Der scheint einerseits unwahrscheinlich, wenn man bedenkt, dass Baumer gerade ein neues Amt übernommen hat. Noch dazu hat sie ihr Studium an der Universität Bayreuth erst vor Kurzem erfolgreich abgeschlossen und schon einen Arbeitgeber gefunden, bei dem sie demnächst hätte anfangen sollen. Alles sieht nach Erfolg und Zufriedenheit aus.

Andererseits können "neue Herausforderungen und Aufgaben zu hohem Erwartungsdruck führen", gibt Rebele zu Bedenken.

Maria Baumer lebte bisher mit ihrem Verlobten in Regensburg. Ursprünglich stammt sie aus Muschenried, einem Dorf im Kreis Schwandorf. Sie ist etwa 1,80 Meter groß und wiegt 94 Kilo. Sie hat schulterlange, braune Haare und trägt eine Kette mit einem Kreuzanhänger. Wahrscheinlich hat sie einen schwarzen Rucksack bei sich. Hinweise können bei jeder Polizeidienststelle oder unter 0941 / 5 06 28 88 abgegeben werden.


Quelle: http://www.welt.de/regionales/muenchen/article108272659/Jung-erfolgreich-und-ploetzlich-verschwunden.html
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#3

Re: Rätselhafte Verbrechen jenseits von XY

in Kriminalität 08.08.2012 19:02
von freemason • 87 Beiträge
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#4

Rätselhafte Verbrechen jenseits von XY

in Kriminalität 08.08.2010 08:56
von freemason • 87 Beiträge
Ich würde gerne mal eine Diskussion starten über Rätselhafte Verbrechen, welche nicht bei xy Erwähnung finden.

Mich beschäftigt seit einiger Zeit z.B. der Fall "Hinterkaifeck"

http://www.hinterkaifeck.net/

Sehr spannend und lesenswert!
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#5

Re: Rätselhafte Verbrechen jenseits von XY

in Kriminalität 08.08.2010 12:59
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
das Hinterkaifeck ist nicht nur rätselhaft, sondern stellt einen Mythos dar in der Rechtsgeschichte. Vielleicht könnte man solch ein Verbechen mit den Möglichkeiten der KTU heute wohl aufklären. Beamte im Ruhestand ermitteln heute noch

Wurde übrigens verfilmt mit Benno Fürmann und Alexandra Maria Lara in den Hauptrollen.

Meine Erinnerungen an historische und rätselhafte Verbrechen sind mit einem Justizirrtum verknüpft:

Der Mordfall Hermann Rohrbach aus Münster, auch der "Tote ohne Kopf aus dem Aasee."

Im April 1957 findet ein Mann zunächst einen männlichen Oberkörper, später Kinder den dazugehörigen Unterkörper im Aasee in Münster. Der tote Mann heißt Hermann Rohrbach.

Seine Ehefrau wird schnell als Verdächtige verhaftet. Sie hatte eine außereheliche Beziehung zu einem Besatzungssoldaten; das Opfer hingegen war homosexuell, die Ehe also eine Zweckgemeinschaft. Heute normal, 10 Jahre nach dem Krieg unvorstellbar.

Die Frau wird im april 1958 in einem Indizienprozeß zu lebenslangen Zuchthaus verurteilt. Grund: Man fand in dem Körper der Leiche und im Kaminrohr der Eheleute erhebliche Mengen von Thallium. Das Gericht ging davon aus, dass Rohrbach den Kopf ihres Gatten nach der Zerteilung des Körpers im heimischen Ofen verbrannt hatte.

1959 tauschte dann der Schädel des Opfers auf, eine Wiederaufnahmeverfahren aufgenommen. Nachdem erhebliche Fehler bei den Ermittlungen und bei der Durchführung der Gutachten aufgedeckt wurden, wurde Maria Rohrbach im Juni 1961 freigesprochen.

Der Fall ist bis heute ungklärt. Maria Rohrbach wurde auch von ihrem zweiten Mann des Mordversuches beschuldigt, auch hier fehlten die Beweise. Sie lebt heute noch unter einer neuen Identität.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43364733.html

http://suche.abendblatt.de:8000/article.php?xmlurl=http%3a%2f%2f87.230.59.37%2fha%2f1964%2fxml%2f19641207xml%2fhabxml64_35131.x

http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Rohrbach
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#6

Re: Rätselhafte Verbrechen jenseits von XY

in Kriminalität 08.08.2010 13:18
von freemason • 87 Beiträge
Stimmt, der Fall ist mir auch bekannt (War auch Teil einer Doku- Reihe in der ARD)

Anmerkung zu Hinterkaifeck:
http://www.scribd.com/full/33648935?access_key=key-1kmpm9gy1ex6qe8q7ugj

Wer Zeit hat, kann sich diese Arbeit der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern durchlesen- wirklich interessant!
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#7

Re: Rätselhafte Verbrechen jenseits von XY

in Kriminalität 08.08.2010 15:50
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
einer der bekanntesten Fälle der deutschen Nachkriegsgeschichte: Mehrfach verfilmt und bis heute nicht aufgeklärt.

Der Mord an der Edelprostituierten Rosemarie Nitribitt. Am 1. November 1957 wurde Nitribitt mit einer Platzwunde am Kopf und Würgemalen am Hals tot in ihrer Wohnung in Frankfurt am Main aufgefunden.

In den Fokus der Ermittlungen gerieten auch viele Prominente, ua Harald von Bohlen und Halbach(Krupp- Familie, ein Foto von ihm stand auf einer Kommode in der Wohnung des Opfers), Harald Quandt, Gunter Sachs. Alle waren Kunden von Nitribitt.

Angeklagt wurde der Freund von Rosemarie, Heinz Pohlmann. Im Juli 1960 wurde er freigesprochen.

Viele Pannen der Beamten wurden aufgedeckt, Akten verschwanden, der genaue Todeszeitpunkt konnte nicht ermittelt werden.


http://www.herrenzimmer.de/281.html

http://www.mercedes-benz190sl-club.de/documents/Revue_Nitri1.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Rosemarie_Nitribitt
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#8

Re: Rätselhafte Verbrechen jenseits von XY

in Kriminalität 08.08.2010 19:23
von Tommy79 • 35 Beiträge
Nabend zusammen,

Hinterkaifeck ist sehr interessant, die Seite dazu im Netz kannte ich noch nicht. Danke dafür. Worüber ich schon ziemlich viel gelesen habe, ist der "Fall Weimar". Ihr wisst schon, der Doppelmord an den beiden Weimar-Kindern mit der großen Frage dahinter: Sie oder Er? Ich habe mehrere Bücher dazu gelesen, unter anderem von Gisela Friedrichsen. Das ist schon ziemlich fesselnd, da es Argumente für und jeweils gegen die Tatversionen Tag und Nacht gibt. Und wenn man dann noch bedenkt, dass Monika Weimar bzw. Böttcher trotz Verurteilung und der Chance auf Hafterlass bei ihrer Nachtversion geblieben ist, wird das Ganze noch mysteriöser und man fragt sich, ob es nicht eventuell doch Reinhard Weimar gewesen ist.
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#9

Re: Rätselhafte Verbrechen jenseits von XY

in Kriminalität 08.08.2010 21:09
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
der Fall Weimar hat Rechtsgeschichte geschrieben. Juristisch vergleichbar ist der Fall mit dem Fall Vera Brühne.

Der Fall Weimar wird in der Fachliteratur als Justizirrtum angesehen, im Fall Brühne ist man geteilter Meinung. In beiden Fällen hätte man durchaus, wenn man den in dubio pro reo Grundsatz anwendet, auf Freispruch entscheiden können.

Aber in beiden Fällen muss aber auch sagen, dass sich beide Frauen durch Widersprüche und Falschaussagen selbst erst in den Fokus der Ermiitlungen gebracht haben und es erst durch die Widersprüche zu einem Prozeß gekommen ist. Ich persönlich bin ein Freund davon, dass Beschuldigte bzw. Angeklagte niemals zum Tatvorwurf Stellung beziehen sollten, sondern immer die Aussage verweigern sollten. Die Gefahr eines Widerspruch in einer Aussage ist zu groß.

Im Fall Weimar hatte die Angeklagte auch im dritten Prozeß in Frankfurt ein wenig Pech mit dem Richter. Der damalige Richter Heinrich Gehrke war eigentlich Spezialist für Wirtschaftstraftaten, und der kriegt dann einen Mordfall nach einer Wiederaufnahme und Urteilsaufhebung des BGH. Das sieht man mE auch am Urteil: Entweder die Frau wird freigesprochen oder sie kriegt wegen 2fachen Kindsmord lebenslang mit(!!!) besonderer Schwere.

Anhand der Indizienlage, die ich allerdings auch nur aus der Presse kenne, sprechen durchaus Indizien für eine Täterschaft der beiden Frauen, aber ob diese Indizien auch damals für eine Verurteilung gereicht haben (gerade auch wegen entlastenden Indizien) halte ich doch für sehr zweifelhaft.
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#10

Re: Rätselhafte Verbrechen jenseits von XY

in Kriminalität 08.08.2010 21:38
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
mit Sicherheit bemerkenswert ist auch der Fall Harry Wörz aus Birkenfeld. Er wurde angeklagt wegen versuchten Totschlags an seiner damaligen Ehefrau. Das Opfer ist seit dem Verbrechen ein Pflegefall.

Das Verfahren durchlief drei Hauptverhandlungen.

im April 1997 wird Wörz verhaftet, kurz davor wurde seine Frau, eine Polizistin, mit einem Schal stranguliert.

Anfang 1998 wurde Wörz wegen versuchten Totschlags zu 11 Jahren Haft verurteilt. Die Revision wurde verworfen.

Nachdem ein Zivilgericht Schadenersatzansprüche gegen Wörz wegen Behandlungskosten aus Zweifel an der Schuld des Beklagten ablehnte, beantragte Wörz die Wiederaufnahme des Verfahrens. Das Oberlandlandgericht Karlsruhe ordnete erneute die Prüfung des Falls an, der Haftbefehl wurde aufgehoben.

Nachdem dieses Verfahren in Mannheim abgelehnt wurde, gab erneut das OLG Karlsruhe der Beschwerde Wörz statt.

Im Wiederaufnahmeverfahren wurde Wörz im Oktober 2005 aus aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Die Anklage legte Widerspruch ein, der BGH hob das Urteil auf.

Im April 2009 dann die dritte Verhandlung, wieder in Mannheim. Im Rahmen dieses Prozesses wurde Harry Wörz am 22. Oktober 2009 wieder freigesprochen. Das Gericht geht davon aus, dass der damalige Geliebte (auch Polizist) des Opfers als Täter in Betracht kommt.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat Revision in Karlsruhe eingelegt. Mit einer Entscheidung ist bis Herbst zu rechnen.

http://www.focus.de/panorama/welt/harry-woerz-staatsanwaltschaft-legt-revision-ein_aid_450430.html

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,624448,00.html

Eine Falldarstellung der damaligen Nacht aus der Sicht von Harry Wörz

http://www.harrywoerz.de/3.html
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#11

Re: Rätselhafte Verbrechen jenseits von XY

in Kriminalität 08.08.2010 21:56
von Tommy79 • 35 Beiträge
Also, was für mich den Fall Weimar "faszinierender" macht als beispielsweise Hinterkaifeck, sofern man das so sagen kann, ist, dass es zwei Tatverdächtige gibt, die beide noch leben und die Tat seit fast einem Vierteljahrhundert abstreiten. Nach der Lektüre der Bücher dazu muss ich sagenals Laie sagen, dass beide als Täter in Frage kommen. Mal angenommen ER war es, stellt sich mir die Frage: Wie kann jemand, der eine solche Tat begangen hat, unter diesem imensen Druck, dem er ja über die ersten Jahre ausgeliefert war, standhalten. Und dann auch noch damit leben, dass jemand dafür büßt, der/die es nicht war. Aber wie gesagt alles hypothisch...
Monika Weimar hat sich, und da bin ich ganz bei Dir Bastian, sicher keinen Gefallen damit getan, dass sie ihren Mann erst so spät belastet hat. Womöglich wäre die Sache anders verlaufen, wenn sie sich anders verhalten hätte. Damit war ihre Glaubwürdigkeit natürlich von Anfang an schwer beschädigt. Was mich auch noch sehr bewegt im Zusammenhang mit diesem Fall sind einige der Zeugen. So weit ich mich erinnere gab es damals eine Zeugin im Nachbarhaus, die angab, sie hätte die Kinder morgens von ihrem Fenster auf dem Spielplatz gesehen. Demnach hätte nur Monika Weimar die Täterin sein können. Später wurde behauptet bzw. ermittel, sie hätte aufgrund einer Hecke (?) gar nichts sehen können. Zudem meinte die Nachbarin später, ich meine gegenüber einer Verwandten von Monika Weimar, sie könne nun nicht mehr von ihrer Aussage zurücktreten. Also, meine Lektüre liegt schon länger zurück, aber so weit ich mich erinnere, wohnte die gesamte Familie ihrerseits in dem Haus. Hier und in der Nachbarschaft bildeten sich angesichts der kriselnden Ehe der Weimars und ihrer Affäre mit dem amerikanischen Soldaten Lager, die bei der ganzen Geschichte auch noch zu berücksichtigen sind. Alles in allem sehr verworren... Spurenlage, Ermittlungsfehler, verwirrende Zeugenaussagen, nebulöse Selbstbezichtungen von Reinhard Weimar...
Ob dieser Doppelmord noch aufgeklärt wird, steht natürlich über allem. So weit ich weiß, hat sich Monika Böttcher nach ihrer Entlassung 2006, anders als früher, völlig zurückgezogen und sucht nicht mehr den Weg an die Öffentlichkeit. Es scheint so, wenn sie es denn nicht war, dass sie sich damit abgefunden hat. Reinhard Weimar, der bereits im dritten Prozess 1999 psychisch erkrankt war, lebt wohl inzwischen wieder seit Längerem bei seinen Eltern. Das letzte Mal hat er sich öffentlich geäußert in der Doku zu "Die großen Kriminalfälle" vor knapp drei Jahren. Ich kann jetzt den Zusammenhang nicht herstellen, wo ich das gehört oder gelesen habe, aber ich entsinne mich, dass irgendjemand gemutmaßt hat, dass er zumindest so lange seine Eltern noch leben, nichts mehr dazu sagen werde. Was immer das auch heißen mag...
Das Problem ist wohl, dass der Fall juristisch abgeschlossen ist. Frau Böttcher ist frei und dürfte, sofern sie die Täterin ist, nun erst keinen Grund mehr haben, sich dazu zu bekennen. Von Reinhard Böttcher dürfte dies eventuell eher zu erwarten sein, ist aber doch sehr unwahrscheinlich.
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#12

Re: Rätselhafte Verbrechen jenseits von XY

in Kriminalität 08.08.2010 22:34
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
also, Tommy, ich habe den Fall Weimar- Prozeß nicht so ganz im Kopf. Ich werde mich zwei- drei Tage einlesen, da können wir ein wenig über den Fall diskutieren, Dubiose Zeugen gab es in allen drei Instanzen, ich kann mich noch an Zeugen erinnern, der den Vater dann doch bei der Tötung beobachtet hat. Und an ein Fasergutachten, dass Faserspuren der Mutter beim Waschvorgang in einer Waschmaschine auf die Kleider der Kinder übertragen wurden. Auch der Geliebte der Weimar machte eine komische Figur vor dem Richter. Er lieferte wohl das Motiv.

Insgesamt: auch die Möglichkeit, dass der Vater die Kinder umgebracht hat, damit "sie keiner von uns kriegt" halte ich nicht für unwahrscheinlich.

Ein Wiederaufnahme zugunsten Frau Weimar hätte für sie den Vorteil, dass sie Anspruch auf Haftentschädigung für 15 Jahre (ich glaube das sind 11 € po Tag) hätte und sie rechtlich als unschuldig gilt, ihre Vorstrafe würde sofort gelöscht werden aus BZR.
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#13

Re: Rätselhafte Verbrechen jenseits von XY

in Kriminalität 08.08.2010 23:04
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
dieser Fall ist nicht so bekannt, aber dieser Fall diente als Romanvorlage.( Der Fall Arbogast)

Der Fall Hans Hetzel. 1955 für er wegen Mordes an der der 25-jährigen Magdalena Gierth zu lebenslanger Haft verurteilt.

im September 1953 nahm Hetzel die 25j. Anhalterin in seinem Wagen mit. Mit dieser Frau hatte er an jenem Abend mehrmaligem Geschlechtsverkehr.

Beim Analverkehr, die Art des Verkehrs war ihm gänzlich unbekannt, merkte er, dass Magdalena tot war. Er versteckte das Mädchen in den Büschen. (dort wurden bereits vorher Leichen, die lange nicht gefunden wurden, abgelegt- ungeklärt die Funde)

Nachdem die Polizei das Mädchen fand, ging er Polizei und erzählte diese Geschichte. Ihm wurde nicht geglaubt, daher kam er vor Gericht.

Der folgende Prozeß machte Schlagzeilen, weil sogar die Größe des Penis in die Beweisaufnahme aufgenommen wurde. (die Länge ist mir nicht bekannt, sorry Mädels )

Grund für die Verurteilung war jedoch die Angaben eines Gutachters, der den Angeklagten zum sadistischen Lustmörder machte. Der Gutachter wollte Würgemale am Hals der Leiche (anhand schlechter Fotos) entdeckt haben, die, wie er meinte, von einem Kälberstrick stammten, denn Hetzel sei schließlich Metzger. Der Kälberstrick wurde nie gefunden

Eine Wiederaufnahmeverfahren in Offenburg erreichte der Angeklagte erst 14 Jahre später, als ein weiterer Gutachter aussagte, dass die „Würgemale“ nach Eintreten des Todes von Ästen stammen könnten. Als Todesursache ging er von einem plötzlichen Herztod des Mädchens aus.

Hetzel wurde freigesprochen, erhielt 75000 DM Haftentschädigung. Er starb an Krebs 1988

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45440140.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Hetzel
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#14

Re: Rätselhafte Verbrechen jenseits von XY

in Kriminalität 09.08.2010 09:22
von Rickybaby1977 • 299 Beiträge
Habe mich im vergangenen Jahr auch länger mit dem Fall Weimar beschäftigt, nachdem ich die Folge "Große Kriminalfälle" gesehen habe. Es gibt dazu ein altes, wie ich finde sehr interessantes, aber eher unbekanntes Buch zu dem Fall. (Heide Platen, Kindsmord-Der Fall Weimar, 1988 Rotbuch Verlag) Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass man durch die zeitliche Nähe des Buches der Wahrheit etwas näher kommt als in anderer Literatur dazu. Die Autorin schreibt recht interessant über grundsätzliche Aspekte zur gesellschaftlichen Einordnung zum Kindesmord. Außerdem schafft sie es , ein ziemlich genaues Bild zu entwerfen, in welcher Welt die damaligen Dorfbewohner gelebt haben. (Sehr, sehr beklemmend, sag ich euch.Nichts, was man irgendjemandem wünschen würde.) Da wird der Nachbarin in den Einkaufskorb geguckt, ob sie denn auch brav die Markennutella kauft oder ein billiges No-Name Produkt und die Rückschlüsse auf die finanzielle Lage der Familie erfahren dann später ungefragt sämtliche Hausbewohner. Kinder werden drei mal am Tag umgezogen, damit sie auch ja immer ordentlich aussehen.Innere Strichlisten, wie oft die Gardinen gewaschen werden und wer sich wie oft in der Woche Fleisch zum Mittag leisten kann.Und hinter der Wohnungstür ein betrunkener Ehemann,der keine höheren Lebensziele als "gleich Dalli-Dalli gucken" und ein weiteres Bier hat. Da schnürts einem beim Lesen schon mal den Hals zu.
Jedenfalls versteht man nach dem Lesen, dass die Verantwortung für das Verbrechen niemals nur individuell für eine Person gesehen werden kann.
Ich hab übrigens - wie vermutlich die meisten, die sich mal mit dem Fall intensiver befaßt haben - so meine eigene Theorie. Eindeutig ist ja, dass der Vater von Anfang bis Ende bei der gleichen Version der Stunden vor dem Verschwinden der Mädchen geblieben ist. (Hat die Kinder zu Bett gebracht und hat lange an dem Morgen geschlafen. Danach waren sie weg.) Dagegen hat die Mutter von Anfang permanent ihre Geschichten der jeweiligen Ermittlung angepaßt.Wie Bastian schon schrieb: Wenn sie geschwiegen hätte, hätte man sie vermutlich sogar freisprechen müssen. Meine Theorie: Es ist im Auto zu einer Eskalation/Unfall mit einem der Mädchen gekommen, was die andere mitbekommen hat,was ihr das Leben gekostet hat. Und dann hat die Mutter sich jemanden zur Unterstützung geholt. (Familie, Geliebter?) Wegen dieser Unterstützung schweigt die Mutter bis heute über den Tatablauf, um diese Person zu schützen. Wenn man liest, wie nah die gesamte Familie mit Großmutter (Die war übrigens zu dem Zeitpunkt des Verbrechens im Krankenhaus und war dadurch schon seit Tagen als erhebliche Entlastung für die Familie ausgefallen!!!),Schwager, Schwester etc. in einem Mietshaus, bzw im Nebenhaus gelebt haben, ist das meiner Meinung nach die plausibelste Erklärung. Vermutlich werden wir nie gänzlich erfahren, was wirklich in der Nacht gescheheen ist. Nur eins ist sicher: Es wurde beim Prozeß von allen Seiten und Beteiligten gelogen, dass sich die Balken biegen...
Ich fänds auch klasse, wenn zu dem Fall ein eigener Thread aufgemacht werden würde!

Liebe Grüße, eure Ricky
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#15

Re: Rätselhafte Verbrechen jenseits von XY

in Kriminalität 09.08.2010 15:22
von Tommy79 • 35 Beiträge
Deine Theorie klingt interessant und wird so, wenn ich mich recht erinnere, in dem Filmbeitrag zum Schluss von einem der damaligen Ermittler genannt. Auch könnte die Beteiligung eines Dritten aus der Familie ein Grund für Monika W.s hartnäckiges Leugnen sein. Das Buch habe ich übrigens auch gelesen udn kann deinen Eindruck über die bedrückenden Verhältnisse in dieser Nachbarschaft deswegen bestätigen. Es gibt Argumente für beide Personen als Täter.
1. Mir fällt an dieser Stelle die Analyse des Mageninhalts ein. Die Kinder hatten Kakao bzw. Nutellabrote noch nicht abgebaut, was für die Tag-Version zur Tat spricht, denn im Falle der Nachtversion hätten sie mitten in der Nacht etwas essen müssen.
2. Dann war da noch die Geschichte mit der Unterwäsche der Kinder. Wohl in vielen Fällen von Erwürgen und Ersticken nässen die Opfer ein. Die Unterwäsche der Kinder war blütenweiß. Also vielleicht nach der Tat umgezogen, am hellichten Tag von Monika W.? Dann wohl eher in der Nacht von Reinhard W.
3. Die Zeugenaussagen variieren. Einige Kinder sagten aus, dass Karola und Manuela am besagten Morgen nicht auf dem Spielplatz gewesen seien. Andere Zeugen wiederum hatten sie gesehen. An der Kleidung der toten Mädchen indes waren keine Sandspuren, auch nicht an den Sandalen. Waren die Kinder morgens noch auf dem Spielplatz?
4. Das Fasergutachten. Von Monika W.s Bluse waren Fasern am T-Shirt von Melanie festgellt worden. Im ersten Prozess wurde davon ausgegangen, dass sie nur bei der Tatbegehung übertragen worden sein konnten. Später nicht mehr. Ein neues Gutachten war, so weit ich mich erinnere, einer der wesentlichen Gründe, diesen Fall wieder neu aufzurollen.
5. Reinhard W. zeigte wohl schon vor der Tat ernste Anzeichen einer psychischen Erkrankung. Als er von seiner Frau der Tat beschuldigte wurde, antwortete er in der Vernehmung, er könne sich nicht erinnern, ob er die Kinder "totgemacht" habe. Dazu die späteren Zeugenaussagen einer Frau, die mit ihm in der Psychiatrie war, einer Prostituierten und eines Hobbydetektives, denen er anvertraut haben soll, dass er die Tat begangen hat.

Mehr fällt mir im Moment nicht ein. Klar ist aber, dass Monika W.s Verhalten nach der Tat, sofern die Nachtversion stimmt, für Außenstehende so unvorstellbar ist, dass man ihr allein schon deshalb wenig Glauben geschenkt hat. Unter dem Motto: "Wie kann eine Mutter..." Demnach hat sie ihren Mann ja weinend neben den sich nicht mehr bewegenden Kindern gefunden und nicht einmal überprüft, ob noch lebensrettende Maßnahmen möglich waren. Sie will ihren Mann dort gelassen haben und ins Schlafzimmer gegangen sein, hörte dann ihren Mann wegfahren, der angeblich die Kinder an den besagten Stellen ablegte. Dann schlief sie neben dem Mann ein, der gerade die Kinder umgebracht hatte, erledigt am kommenden Morgen Besorgungen und iniiziert die Suche nach den beiden. Eigentlich alles ziemlich unvostellbar, aber es war eben auch eine Ausnahmesituation, die rationales Handeln nicht unbedingt realistisch erscheinen lässt. Was man wissen muss, sind eben die Hintergründe. Monika W. war eine einfache Frau aus einfachen Verhältnissen und wer sich einliest, merkt, dass sie mit Reinhard W. den ersten Mann in ihrem Leben überhaupt geheiratet hat. Das ganze wurde dann anscheinend schnell zu einer Zweckehe. Dann kam das Verhältnis mit dem US-Soldaten Kevin P. dazu. Das erste Mal brach sie aus íhrer Ehe aus. Womöglich waren es die Schuldgefühle gegenüber ihrem Mann, die sie zu ihrem Verhalten, sofern sie es denn wirklich nicht war, veranlasst haben. Möglich ist das.
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