#1

25.08.1995 SF6 (Kripo Frankfurt/M) unbekannte Tote

in Studiofälle 13.01.2012 12:10
von schildi • 856 Beiträge

Hallo!
In der Sendung vom 25.08.1995 stellte Ede diesen Fall vor, den ich persönlich als sehr schockierend empfunden habe: 1994(das genaue Datum weiß ich leider im Moment nicht) wird im Stadtwald von Frankfurt die Leiche von einer unbekannten Frau gefunden. Und jetzt das schockierende: Die Frau stammt vermutlich aus Südamerika und sollte Drogen nach Deutschland schmuggeln. Dazu hatte sie mehrere Behälter mit Kokain verschluckt. Als sie dann in Deutschland angekommen war, sollte sie das Rauschgift ausscheiden. Leider platzte bei diesem Versuch ein Behälter und die Frau starb qualvoll. Die gewissenlosen Drogenhändler schnitten daraufhin den Körper der Frau auf und entnahmen dann die Behälter mit dem Rauschgift. In der Sendung vom 01.12.1995 wird nach zwei Südamerikanern-ein Mann aus Kolumbien und ein Mann aus Peru-gefahndet, die wohl das Opfer aufgeschnitten und das Rauschgift entnommen haben sollen. Und hier meine Fragen: Ist es der Kripo gelungen, die unbekannte Tote zu identifizieren? Konnten die beiden Tatverdächtigten festgenommen werden? Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.
So denn, einen schönen Gruß von schildi:)


zuletzt bearbeitet 08.01.2014 20:49 | nach oben springen

#2

Re: 25.08.1995-letzter Fall-Kripo Frankfurt/M-unbekannte Tote

in Studiofälle 21.03.2012 16:08
von schildi • 856 Beiträge
Hallo!
Hier nun ein Nachtrag: Da die XY-Sendung vom 25.08.1995 nicht mehr online ansehbar ist, kann sich wohl kaum jemand etwas unter diesen Fall vorstellen. Deshalb schreibt wohl auch niemand etwas zu diesem Fall.
Aber trotzdem, einen schönen Gruß von schildi
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#3

Re: 25.08.1995-letzter Fall-Kripo Frankfurt/M-unbekannte Tote

in Studiofälle 12.11.2012 16:25
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
Die unbekannte Tote konnte nicht identifiziert werden, obwohl ihr Pass zwei Wochen nach dem Auffinden der Leiche gefunden wurde. Die Frau wurde am 26. September 1994 in der Eschenheimer Anlage tot gefunden worden- Arme und Beine waren zur Verschleierung ihrer Identität abgetrennt, wurden später jedoch in der Friedberger Anlage entdeckt- der Kopf bleibt bis heute verschwunden. Der Frau wurde post mortem (also nach Todeseintritt) der Bauch aufgeschlitzt und wahrscheinlich ein große Menge an Kokain- Gummikapseln entnommen. Lediglich an die tiefer im Körper verborgenen Kapseln kamen die Täter nicht heran. 80 Kapseln soll die Frau in ihrem Körper mitgeführt haben.


Gestorben ist die Frau an einer Kokainvergiftung. In Magen und Darm wurden bei der Obduktion etwa 30 Gummikapseln mit Kokain gefunden worden, von denen eine defekt und ursächlich für den Tod der Frau war. Es ist anzunehmen, dass die Frau bei ihrer Einreise auf dem Rhein- Main Flughafen 3 kg Kokain- verpackt in Gummikapseln- im Körper hatte.

Die Frau war am 22.September von Venezuela nach Frankfurt geflogen. Bei der Ankunft auf dem Flughafen Frankfurt ist für die Drogenkuriere in der Regel schon ein Hotelzimmer oder eine Privatunterkunft gebucht, weil das Ausscheiden der geschluckten Drogenkapseln unterschiedlich lange dauert. Wo sich die Frau nach ihrer Ankunft aus Venezuela aufgehalten hat, konnte zunächst nicht geklärt werden. Beim Versuch des Ausscheidens ist dann wahrscheinlich eine Kapsel geplatzt.

2 Wochen nach dem Auffinden der Leiche wird durch ein Spaziergänger in der Taunusanlage ein spanischer Reisepass gefunden. Eintragungen über Alter, Größe und Statur stimmen mit den Daten der Toten überein. Zudem trägt der Pass einen Ausreisestempel vom 22. September aus Venezuela. Weitere Ermittlungen ergeben jedoch, dass die Drogenkurierin mit einem gestohlenen Pass unterwegs war. Die Frau war zwischen 30 bis 40 Jahre alt und stammte aus Südamerika. Sie war das erste Mal als Drogenkurierin unterwegs.

Weitere Ermittlungen führen die Beamten in eine Wohnung in den Frankfurter Stadtteil Nordend, die bekannt ist, dass Drogenkuriere aus Südamerika hier ihre Rauschgiftkapseln ausscheiden. Über die Frankfurter Wohnung ermitteln die Beamten auch zwei Tatverdächtige: Der 31 Jahre alte Kolumbianer Guillermo V.-N. und der 34 Jahre alte Peruaner Enrique F.-T. werden ab diesem Zeitpunkt mit internationalem Haftbefehl des Landgerichts gesucht.

Drei Sachen noch zu diesem Fall:

Die Kripo Frankfurt/M. stellt einen Zusammenhang zum Tod der drogensüchtigen Prostituierten Dominique M. her, deren Torso ein dreiviertel Jahr vor dem Leichenfund in der Eschenheimer Anlage in Frankfurt- Seckbach gefunden worden war. Die Frau starb durch einen Messerstich ins Herz, danach wurden der Leiche ebenfalls Kopf, Arme und Hände abgetrennt. Die 31 Jahre alte Prostituierte wurde anhand einer auffälligen Narbe identifiziert.
Erst danach warfen der oder die Täter am Schwanheimer Kreisel einen Müllsack weg, in dem sich unter anderem Arme und Hände der Toten befanden, die eine Identifizierung anhand der Fingerabdrücke möglich gemacht hätten. (auch dieser Fall ist ungeklärt)

Die Polizei ist sich sicher, daß es möglicherweise im hochkriminellen Drogenmilieu einen Mann gibt, der mit dem fachmännischen Zerstückeln der Leichen und ihrer Beseitigung betraut wird und dafür sorgen soll, daß die Toten nicht so schnell identifiziert werden.

Noch eine Sache: Im Mai 1996 wird erneut eine 27 Jahre alte Kolumbianerin am Frankfurter Flughafen bei dem Versuch festgenommen, in ihrem Körper rund ein Kilogramm Kokain nach Deutschland zu schmuggeln. Sie überlebt die Reise nicht und stirbt in der Flughafenklinik.

Ein Jahr nach Auffinden der Toten werden am Rhein- Main Flughafen zwei Kolumbianer und ein Deutscher wegen des Verdachts des Kokainschmuggels festgenommen. In den Vernehmungen in der Untersuchungshaft ergibt sich über die Festgenommenen eine Verbindung zu den Tätern, auf deren Konto die Ermordung der Drogenkurierin im September 1994 geht.

Alle drei werden jedoch nach einen Jahr Untersuchungshaft auf Anordnung des Oberlandesgerichts auf feien Fuß gesetzt. Der Strafsenat rügte, daß die Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft bzgl. des eigentlichen Tatverdachts der drei Inhaftierten sich zu lange hingezogen hätten, eine U-Haft über 6 Monate hinaus ungerechtfertigt sei. Es habe sich während der Untersuchungshaft nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ermittlungstaktisch eine Situation ergeben in der vorrangig nach Beweisen gesucht wurde, die zur Aufklärung des "Torso-Falls" hätten führen können. Um diesen Hinweisen nachzugehen, seien die Ermittlungen wegen des Drogenschmuggels der Tatverdächtigen zurückgestellt worden. Ende des Jahres stellten die Inhaftierten ihre Zusammenarbeit jedoch mit den Behörden ein und machten zum Torso- Fund keine weiteren Ausgaben mehr.

Nicht extra zu erwähnen ist wohl der Umstand, dass dieses Vorgehen im hessischen Landtag zu heftigen Diskussionen zwischen Regierung und Opposition geführt hat. Der damalige Justizminister Rupert von Plottnitz und Ministerpräsident Hans Eichel gerieten unter gewaltigen Druck.


Fazit:

Leiche nicht identifiziert. Und Täter wurden bis heute auch noch nicht gefasst.
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#4

Re: 25.08.1995-letzter Fall-Kripo Frankfurt/M-unbekannte Tote

in Studiofälle 12.11.2012 18:10
von schildi • 856 Beiträge
Hallo Bastian!
Vielen Dank für deine Ausführungen zu diesem wirklich sehr schrecklichen Fall. Damit sind meine Fragen, die diesen Fall betreffen, beantwortet-darauf .
So denn, einen schönen Gruß von schildi
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#5

RE: 25.08.1995-letzter Fall-Kripo Frankfurt/M-unbekannte Tote

in Studiofälle 19.10.2013 01:22
von Joss • 28 Beiträge

Einer der Täter- es geht nicht um Mord sondern um unterlassene Hilfeleistung, Leichenschändung und Drogenhandel /unerlaubtem Besitz und Weitergabe von Betäubungsmitteln - wurde in der Türkei bei einem ähnlichen Delikt festgenommen (Artikel "Das Kokain-Baby" im SZ Magazin 3/2001 ) Aji M. hatte sich auf die Entnahme von Packets post mortem spezialisiert und wurde in einem Hotel in Ankara bei der ... eines Kokain Babys durch Zufall erwischt. Er gab an auch an der Tat in Frankfurt beteiligt gewesen zu sein. Er wurde jedoch "NUR" wegen Drogenbesitz verurteilt. Seit 2006 ist er wieder frei.

Privater Kommentar ( weder politisch noch antidemokratisch gemeint- im Gegenteil) : Es gab 1997 einen Spruch unmittelbar vor einer XY Sendung- etwas was mit "wo ist ihre berühmte Menschenwürde" zu tun hat- und die Antwort trifft genau auf diesen Typen zu.

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#6

RE: 25.08.1995-letzter Fall-Kripo Frankfurt/M-unbekannte Tote

in Studiofälle 21.10.2013 15:41
von bastian2410 • 1.543 Beiträge

Zitat von Joss im Beitrag #5
Einer der Täter- es geht nicht um Mord sondern um unterlassene Hilfeleistung, Leichenschändung und Drogenhandel /unerlaubtem Besitz und Weitergabe von Betäubungsmitteln - wurde in der Türkei bei einem ähnlichen Delikt festgenommen (Artikel "Das Kokain-Baby" im SZ Magazin 3/2001 ) Aji M. hatte sich auf die Entnahme von Packets post mortem spezialisiert und wurde in einem Hotel in Ankara bei der ... eines Kokain Babys durch Zufall erwischt. Er gab an auch an der Tat in Frankfurt beteiligt gewesen zu sein. Er wurde jedoch "NUR" wegen Drogenbesitz verurteilt. Seit 2006 ist er wieder frei.

Privater Kommentar ( weder politisch noch antidemokratisch gemeint- im Gegenteil) : Es gab 1997 einen Spruch unmittelbar vor einer XY Sendung- etwas was mit "wo ist ihre berühmte Menschenwürde" zu tun hat- und die Antwort trifft genau auf diesen Typen zu.


Danke, Joss für diese Zusatzinformation. Der Umstand, dass einer der Täter gefasst werden konnte- auch wenn erst nach 6 Jahren- war mir nicht bekannt, obwohl ich eigentlich bis zur Gegenwart recherchiert habe. Naja, 4 Augen sehen immer mehr als 2. Toller Beitrag...


Zwei Fälle, die wieder einmal nachdenklich machen, gerade im Hinblick auf das Anhalterunwesen." (Zitat Zimmermann FF 3 17.01.1986)

zuletzt bearbeitet 21.10.2013 15:41 | nach oben springen


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