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12.01.1996 SF 5 (Gendarmerie Luxembourg) Fahndung nach einem Ausbrecherquartett

in Studiofälle 06.05.2020 01:23
von Heimo • 1.413 Beiträge

Dass sich die Sendung auch in Luxemburg einer Zuseherschaft erfreute, sei bekannt, meinte Ede zur Einleitung des Studiofalls, der dann von Sabine behandelt wurde. Zuvor verwies Ede darauf, dass sich erstmals ein Ermittler aus Luxemburg im Studio befände.

Schuld daran sind vier Ausbrecher, die aus dem Gefängnis in Schrassig (Luxemburg) am 6.12.1995 entkamen. Ein paar Tage nach ihrer Flucht, am 10.12. überfielen sie ein Tanzlokal "Trpoical" in Konz (Kreis Trier-Saarburg). Dabei töteten sie einen Mann und verletzten eine andere Person schwer. Eine weitere Person - das wird in der Sendung aber nicht erwähnt - begleitete sie und stand beim Überfall lt. Zeitungsartikel aus dem "Volksfreund" Schmiere.

Festgenommen wurde alle Täter (wenn auch über mehrere Jahre verteil). Im Juli 97 wird der erste Täter in Düsseldorf festgenommen. Einer wurde in New York geschnappt und 1998 nach Deutschland ausgeliefert. Ein weiterer aus dem Quartett wurden 2009 in Montenegro vor Gericht gestellt und verböüßte eine zehnjährige Strafe. Der Mann, der Schimere stand, wurde 1998 in Berlin geschnappt.

Der vierte Täter wurde in Sarajevo 1999 festgenommen. Er wurde im September 2000 in Trier zu lebenslanger Haft verurteilt. Er konnte jedoch erneut ausbrechen, weil eine Justizbeamtin ihm zur Flucht verhalf. In Montenegro wurde er 2002 verhaftet. Dort wird die Hafstrafe auf 20 Jahre reduziert und der Gefangene 2009 aus der Haft entlassen (seine Geschichte: (https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-...-trier-100.html).

Zu den Vorgängen in Konz folgende Auszüge aus einem Zeitungsartikel: http://www.volksfreund.de/nachrichten/re...art8100,4389179 (Bezahl-Artikel): Aus 2015


Brutale Bluttat vor 20 Jahren: Wie eine Mörderbande Konz unsicher machte
Vier ausgebrochene Sträflinge überfallen ein Tanzlokal und töten einen Kellner

(Konz) Besucher und Mitarbeiter des Tanzlokals Tropical in Konz (Kreis Trier-Saarburg) haben heute vor 20 Jahren die brutalsten Minuten der Nachkriegsgeschichte der Stadt erlebt. Fünf Kriminelle überfielen den Club und töteten einen Kellner. Heute sind drei der Täter wieder auf freiem Fuß. Zwei verbüßen noch ihre Strafen.


3.30 Uhr am Sonntagmorgen. Es ist der 10. Dezember 1995. 25 Gäste und mehrere Angestellte lassen den Abend in der Konzer Diskothek Tropical mit leiser Tanzmusik ausklingen. Plötzlich stürmen vier Maskierte herein. Dann folgen die wohl brutalsten Minuten in der Nachkriegsgeschichte von Konz: Die Männer schießen gegen die Decke, stechen zweimal mit Messern zu und rauben die Anwesenden aus.

Der Albtraum ist schnell vorbei, fordert aber ein Todesopfer. Ein 33-jähriger Kellner verblutet vor den Augen der anderen im Raum. Ein weiterer Angestellter überlebt die Messerstiche schwer verletzt. Als die Polizei um 3.45 Uhr auf die schockierten Opfer trifft, sind die Täter über alle Berge. Die Gäste sind schwer traumatisiert (...)

Entflohene Sträflinge sind Täter

Schnell wird klar, dass es sich bei den Maskierten um vier entflohene Sträflinge handelt, die am 6. Dezember aus dem Gefängnis im luxemburgischen Schrassig entkommen sind. Ein fünfter Mann, Izet D., stand für sie Schmiere. Die Namen der Ausbrecher sind Cengis K., Kemal C. und Satko A.. Der Vierte im Bunde, Muhamed A., hat später mit einem spektakulären Gefängnisausbruch rheinland-pfälzische Justizgeschichte geschrieben.

Eine internationale Großfahndung bleibt zunächst erfolglos. Die Ermittler verbuchen erst im Juli 1997 eine erste Verhaftung: Eine Spezialeinheit nimmt Cengis K. in Düsseldorf fest. Im November 1998 wird Izet D. in Berlin erwischt. Die Staatsanwaltschaft klagt Cengis K. wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung an. Izet D. muss sich wegen Beihilfe verantworten. Bei der Verhandlung patrouillieren Polizisten mit Maschinenpistolen am Trierer Landgericht. Es wird wie eine Festung bewacht. Am 4. Juli 1998 wird es wegen einer Bombendrohung geräumt. Später bricht der beim Überfall verletzte Kellner vor Gericht wegen einer Angstattacke zusammen. Danach belasten er und seine Frau Cengis K. schwer. Sie kommen in ein Zeugenschutzprogramm.

Im August 1998 liefert die USA Kemal C. an Deutschland aus – er wird in New York geschnappt. Als Kronzeuge bekommt auch er zunächst Zeugenschutz. Dann knickt er im Verhör ein. Er gibt zu, dass er im Tropical war. Doch er bleibt dabei: Cengis K. sei der Haupttäter. Am 10. Dezember 1999 fällt ein Urteil: lebenslänglich für Cengis K..

Haftstrafen größtenteils verbüßt

Die Trierer Staatsanwaltschaft erklärt aktuell auf TV-Anfrage, dass der Mann immer noch in Deutschland inhaftiert sei. Itzed D. habe seine vierjährige Freiheitsstrafe abgesessen. Kemal C. wurde am 15. September 2000 verurteilt und hat neuneinhalb Jahre später seine Strafe verbüßt. Satko A. wurde laut Staatsanwaltschaft 2009 in Montenegro zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt, die er noch verbüßt.

Das Tropical stellt nach der Bluttat den Betrieb ein. (...).

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