#1

4.2.2014 Supermarktmord in Hannover (Zivilcourage und XY-Preis)

in Kriminalität 19.12.2014 09:32
von XYmittendrin • 601 Beiträge

Hallo liebe Leute,

so wie es aussieht ist der Mörder gefaßt wurden in Hamm. Vielleicht hat ja von Euch jemand einen guten Link dazu. Der Kunde wurde ja erschossen, weil er ja helfen wollte. Also manchmal kann so eine Zivilcourage auch böse enden. Denn es ist ja immer sehr gefährlich einzugreifen, wenn ein Täter schwer bewaffnet ist. Vielleicht können ja jetzt durch die Festnahme auch weitere schwere Verbrechen, die bei XY liefen aufgeklärt werden. 'Der Kunde hätte sicherlich zum XY-Preis gekürt werden können. So denn

eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch für Euch von XYmittendrin.

Viele Grüße


Guten Abend , meine Damen und Herren

zuletzt bearbeitet 13.11.2015 20:38 | nach oben springen

#2

RE: Supermarktmord in Hannover (Zivilcourage und XY-Preis)

in Kriminalität 19.12.2014 22:05
von Ede-Fan • 594 Beiträge

Hallo XYmittendrin,

leider war es nicht der Richtige:

FAZ vom 19.12.2014: Raubmord in Hannover - Die Polizei fasst den Falschen


...
Nur einen Tag nach seiner Festnahme im Zusammenhang mit dem Raubmord in einem Supermarkt in Hannover ließ die Polizei den Mann wieder laufen. Er habe glaubhaft versichern können, zum Tatzeitpunkt nicht in Deutschland gewesen zu sein, sagte Oberstaatsanwalt Thomas K. von der Staatsanwaltschaft Hannover.
...


Übrigens sehe ich das Eingreifen bei einen mit einer Schußwaffe hantierenden Täter nicht als Zivilcourage, sondern als -hier leider tödlichen- Leichtsinn an.


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#3

RE: Supermarktmord in Hannover (Zivilcourage und XY-Preis)

in Kriminalität 20.12.2014 18:05
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Ede-Fan im Beitrag #2
Hallo XYmittendrin,

leider war es nicht der Richtige:

FAZ vom 19.12.2014: Raubmord in Hannover - Die Polizei fasst den Falschen


...
Nur einen Tag nach seiner Festnahme im Zusammenhang mit dem Raubmord in einem Supermarkt in Hannover ließ die Polizei den Mann wieder laufen. Er habe glaubhaft versichern können, zum Tatzeitpunkt nicht in Deutschland gewesen zu sein, sagte Oberstaatsanwalt Thomas K. von der Staatsanwaltschaft Hannover.
...


Übrigens sehe ich das Eingreifen bei einen mit einer Schußwaffe hantierenden Täter nicht als Zivilcourage, sondern als -hier leider tödlichen- Leichtsinn an.

Hallo!
Genau, wenn der Täter bewaffnet ist, entweder mit einem Messer oder mit einer Schußwaffe, sollte man auf KEINEN!!! Fall eingreifen, sondern alles in Ruhe beobachten, damit man später wertvolle Hinweise der Polizei geben kann. Man hat nur dieses eine Leben und Heldentum ist in diesem Fall nicht gefragt. So sehe ich das.
So denn, einen schönen Gruß von schildi


"Bitte denken Sie daran! Wer uns nicht einschaltet, der kann uns nicht sehen!" (Schlußwort von Butz Peters aus der Sendung vom 06.10.2000)
"Er bestellt sich zwar ein Bier, aber trinken wird er es nicht mehr." (Sprechertext Wolfgang Grönebaum aus dem YOGTZE-Fall, FF 1, 12.04.1985)

zuletzt bearbeitet 20.12.2014 18:06 | nach oben springen

#4

RE: Supermarktmord in Hannover (Zivilcourage und XY-Preis)

in Kriminalität 30.12.2014 01:04
von Ede-Fan • 594 Beiträge

Es sieht so aus, als ob "unser" Täter mehrfach überregional tätig war, quasi ein ÜGIT:

sueddeutsche.de vom 29.12.2014: Supermarkt-Raub von Hannover - Waffe wurde bei vier weiteren Taten benutzt

Zitat:...
Aus Sicht der Ermittler könnte Spielsucht das Motiv des Mannes sein. "Er muss Druck haben", sagte Oberstaatsanwalt K.
...


Wenn das stimmt, kann man hoffen, daß er sich verzockt und ohne Gefährdung weiterer Menschenleben gefaßt wird.


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#5

RE: Supermarktmord in Hannover (Zivilcourage und XY-Preis)

in Kriminalität 27.06.2015 09:32
von Ede-Fan • 594 Beiträge

Am Donnerstagmorgen (25.06.2015) wurde ein Verdächtiger kurz nach seiner Einreise aus Polen festgenommen und diesesmal scheint es der Richtige zu sein.

...
"Wir haben äußerst gesicherte Anhaltspunkte dafür, dass es sich um den mutmaßlichen Täter handelt", sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge am Freitag in Hannover.
...

stern.de vom 26.06.2015: Festnahme in Dresden - Handy wurde Supermarkträuber zum Verhängnis


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#6

RE: Supermarktmord in Hannover (Zivilcourage und XY-Preis)

in Kriminalität 16.12.2015 20:18
von Ede-Fan • 594 Beiträge

Und heute hat der Prozeß begonnen (Springer Video- und Textbeitrag):

welt.de vom 16.12.2015: Nicht mal vor der Mutter seines Opfers zeigt er Reue

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#7

RE: Supermarktmord in Hannover (Zivilcourage und XY-Preis)

in Kriminalität 14.02.2016 20:49
von Ede-Fan • 594 Beiträge

spiegel.de vom 14.02.2015: Prozess gegen Supermarkträuber: Warum tötete Marek K.?


Von Julia Jüttner, Hannover

Er überfiel Supermärkte in Serie - und erschoss einen Kunden, der eine Kassiererin schützen wollte. Vor dem Landgericht Hannover berichten Zeugen von seiner Brutalität. Doch das Motiv von Marek K. bleibt rätselhaft.


Die Dolmetscherin übersetzt für Marek K. fast jeden Satz, der in die Mikrofone des Saals 127 im Landgericht Hannover gesprochen wird. Marek K., 42, lebt in Schlesien, er hört ihr aufmerksam zu, wenn sie flüsternd auch schwierige juristische Begriffe ins Polnische überträgt.

Doch als Cornelia K. in den Zeugenstand tritt, schweigt die Dolmetscherin. Marek K. scheint auch so zu verstehen, was die Mutter zu sagen hat. Sie erzählt von Joey, ihrem Sohn, welch ein Mensch er war, warum er nach Hannover zog und wie sein Tod auch sie aus dem Leben riss.

Sie habe drei Kinder allein großgezogen, sagt Cornelia K., 50, eine Frau mit einem mädchenhaften Gesicht, umrahmt von dunklen Haaren. Eine examinierte Altenpflegerin, die seit dem Tod ihres Sohns nicht mehr in der Lage ist, ihrer Arbeit nachzugehen. Joey sei ein Jugend-forscht-Kind gewesen: wissbegierig, laut, quirlig. Ein hilfsbereiter Junge mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, der sich das Leben manchmal selbst schwer machte und von klein auf Koch werden wollte. Sein Spitzname: "Ratatouille". Im August 2013 begann er in Hannover mit seiner Ausbildung zum Koch.
Marek K. schaut die Frau an, sie erwidert seinen Blick. "Ich vermisse meinen Sohn", sagt Cornelia K. "Und ich möchte, dass dieser Mensch weiß, was er unserer Familie angetan hat."

Joey K., 21, musste sterben, weil er bei einem Raubüberfall auf den Supermarkt NP Discount in Hannover-Stöcken am 4. Dezember 2014 eine Kassiererin schützen wollte. Der Täter tötete den jungen Mann, der sich ihm in den Weg stellte, mit zwei aufgesetzten Schüssen, sogenannten Nahschüssen: Er hielt eine halbautomatische Ceska, Kaliber 7,65 Millimeter, direkt an Joeys Kopf, danach an dessen Brust. Das erste Projektil zerschlug mehrere Hirnregionen, das zweite traf Lunge und Hals. Jeder Schuss für sich wäre schon tödlich, sagt der Rechtsmediziner dem Gericht.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft soll Marek K. dieser Räuber sein - und zwischen Februar 2014 und Juni 2015 zahlreiche Supermärkte in Niedersachsen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Bayern überfallen haben. Angeklagt hat die Staatsanwaltschaft diejenigen 24 Fälle, die laut Oberstaatsanwalt Thomas Klinge nachzuweisen sind. Die Beute: etwa 30.000 Euro. Sie vermutet, dass er sogar bis zu 45 Märkte ausraubte.

Die Sonderkommission "Discounter" hatte bundesweit nach dem Täter gefahndet und ein aufwendiges Bewegungsprofil erstellt. Sie kam Marek K. auf die Spur, indem sie an den Tatorten die in der Nähe befindlichen Funkzellen auswertete. In vier Fällen stieß sie auf dieselbe Nummer: die von Marek K.s Mobiltelefon.

Als Marek K. im Juni 2015 die Grenze nach Deutschland passierte, meldete sich sein Mobiltelefon nahe Cottbus am deutschen Netz an. Ein Spezialeinsatzkommando nahm ihn am folgenden Morgen auf einem Rasthof fest. Im verdeckten Rückteil des Beifahrersitzes seines schwarzen BMWs fanden die Beamten die gesuchte Waffe, durchgeladen und schussbereit. Im Kofferraum lagen deutsche Kennzeichen und ein Akkuschrauber.

Die 13. Große Strafkammer wickelt in den ersten sechs Prozesstagen die Beweisaufnahme über acht Raubüberfälle ab. Einige Zeugen können das Zittern oder Weinen vor Gericht nur schwer unterdrücken, sie alle berichten von der Brutalität des Täters: Er schoss einer Kassiererin in den Fuß, eine andere verfehlte er nur knapp, er schoss auf den Fußboden des Supermarkts, in die Decke, auf einen Spiegel. Einen Kunden traf ein Querschläger. Einer Angestellten schlug der Räuber die Waffe auf den Hinterkopf. Bei den acht Überfällen gab er 13 Schüsse ab.

Der Täter ging immer nach dem gleichen Muster vor: Er betrat kurz vor Ladenschluss den Supermarkt, bemühte sich, der letzte Kunde an der Kasse zu sein, legte einen oder wenige Artikel auf das Fließband, hielt Bargeld parat und zog dann die Waffe. Maskiert war er nicht, er trug keine Handschuhe, meist eine Schiebermütze. Die Beweise sind erdrückend. An allen Tatorten wurden DNA- oder Fingerspuren von ihm sichergestellt oder ballistische Spuren jener Waffe, die ihm gehörte und die er bei seiner Festnahme bei sich hatte. Die Zeugen beschreiben übereinstimmend einen Täter, der Marek K. zumindest ähnelt.

"Wer zweimal hintereinander abdrückt, der will töten"

Marek K. schweigt zu den Vorwürfen. Er ist ein wuchtiger Mann mit grau meliertem Haarkranz und Vollbart, der 42-Jährige wirkt zehn Jahre älter als er ist. Er hat drei Kinder, sie sind sieben, fünf und eineinhalb Jahre alt; ein gelernter Industriemechaniker ohne Arbeit, der bei Fiat in der Produktion arbeitete und zweimal als Gastronom scheiterte. Zuletzt habe er chinesische Waren auf Flohmärkten verkauft, sagte er einem Ermittler.

Das Gericht möchte auf die Beweisaufnahme in den 16 anderen Fällen verzichten und hat vorgeschlagen, das Verfahren abzukürzen; die Staatsanwaltschaft will nun einen entsprechenden Antrag stellen. Das Schwurgericht hatte 25 Termine für die Hauptverhandlung gegen Marek K. festgelegt, 145 Zeugen geladen. Es geht darum, Zeit und Kosten zu sparen. Das Gericht hat offenbar bereits ein detailliertes Bild gewonnen, und die Fortführung des Prozesses würde am zu erwartenden Strafmaß nichts ändern.

So verkündet der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch am siebten Verhandlungstag eine "vorläufige Zwischenbilanz": Die Wahrscheinlichkeit, dass Marek K. der Täter sei, sei "sehr, sehr groß". Es ist eine Bewertung und Würdigung der bisherigen Beweisaufnahme, die einer Urteilsbegründung schon nahekommt. Für das Gericht scheint, zumindest vorläufig, die Lage klar zu sein.

Entscheidend ist die Tat vom 4. Dezember 2014, als Joey K. ums Leben kam. Die Art der Schüsse auf Joey K. sprechen nach Ansicht der Kammer gegen "ein zufälliges, aus dem Ruder gelaufenes Geschehen". Kein "dolus eventualis", bedingter Vorsatz, vielmehr ein "dolus directus 1. Grades", Absicht also. "Wer zweimal hintereinander abdrückt, der will töten", sagt Rosenbusch.

Das Mordmotiv? Aus Sicht der Kammer: Habgier und die Ermöglichung einer anderen Straftat. Der Täter habe nicht geschossen, um unerkannt zu entkommen, meint Rosenbusch. Denn er hatte sich bei anderen Raubüberfällen auch nicht maskiert, nicht versteckt, dafür viele Spuren hinterlassen. "Das spricht eine deutliche Sprache." Wäre der sterbende Joey K. nicht auf die Beute gesackt, der Täter hätte sie ohne Aufwand mitnehmen können.

Das Schwurgericht geht zum jetzigen Zeitpunkt von einer lebenslangen Freiheitsstrafe aus, bei gleichzeitiger Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, wie die Juristen sagen. Das bedeutet: Die Strafe kann - selbst bei günstiger Prognose - nach 15 Jahren noch nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Die Staatsanwaltschaft hatte in der Anklage außerdem Sicherungsverwahrung gefordert. Hat Marek K. den bedrohlichen Hang, ein derart kriminelles Inneres, dass er wieder schwerste Straftaten begehen würde? Quasi aufgrund charakterlicher Veranlagung?

Ein hohes Maß an krimineller Energie liege vor, konstatiert Richter Rosenbusch. Doch bei Marek K. könne man einen Hang nicht nachweisen. Die Tatserie begann im Februar 2014, aber was war zuvor? "Es gibt keinerlei Feststellung, dass Sie schwere Straftaten begangen haben - weder in Deutschland noch in Polen." Es gebe auch keine Warnungen. "Sie haben ein normales Leben geführt, wir können Ihnen keine Lebensführungsschuld zuweisen", sagt Rosenbusch. Die Voraussetzungen für die Anordnung der Sicherungsverwahrung nach Paragraf 66 des Strafgesetzbuchs sieht er nicht erfüllt.

"Als Mutter erträgt man das natürlich nicht"

Die Staatsanwaltschaft will ihre Forderung nun deshalb nicht weiterverfolgen, am 17. Februar könnte das Urteil gegen Marek K. ergehen.

Sollte Marek K. verurteilt werden, bleibt sein Motiv rätselhaft. In Hemmingen bei Hannover soll er zweimal denselben Supermarkt überfallen haben. Ein Ermittler vermutet vor Gericht, dass "die Geldnot so groß" war, dass Marek K. keine Zeit hatte, einen Überfall auf einen ihm fremden Markt vorzubereiten.

Bei einer Vernehmung soll Marek K. dem Beamten gesagt haben, er habe seiner Familie "etwas bieten wollen". Doch Kollegen, die sein Haus in Polen durchsuchten, konnten nichts finden, was solch eine Aussage stützen würde. "Vielleicht hatte er noch Ausstände oder andere Verbindlichkeiten", orakelt der Ermittler. Den Angeklagten beschreibt er dem Gericht als "kaltschnäuzig". Marek K. habe sich im Verhör für die Tatvorwürfe nicht interessiert, keinen Wert auf Details gelegt. Der Fahnder sagt, er habe ihm vorgerechnet, wie alt Marek K.s jüngste Tochter sei, wenn er die zu erwartende Strafe abgesessen habe. Marek K. habe ihm mit ruhiger Stimme geantwortet, dass seine Eltern im Alter von 62 und 63 Jahren gestorben seien und er davon ausgehe, in Deutschland zu sterben.

Ob er diese Aussage protokolliert habe, will Verteidiger Holger Nitz von dem Polizeibeamten wissen. Der kann sich nicht erinnern. Marek K. hat die Vernehmung nicht unterschrieben. Nitz bezweifelt, dass sein Mandant rechtmäßig belehrt wurde: "Marek K. ist über seine Rechte im Unklaren gelassen worden."

Richter Rosenbusch wendet sich am Ende seiner Zwischenbilanz noch mal an Cornelia K., Joeys Mutter. Er erklärt ihr, was Sicherungsverwahrung bedeutet: "Wir sperren einen Menschen ein, der seine Strafe schon verbüßt hat. Wir lassen ihn im Gefängnis, weil wir sagen, der ist so unglaublich gefährlich und so wenig einsichtig, dass wir die Gesellschaft vor ihm schützen müssen. Wir sperren ihn als Unschuldigen ein. Das kann in einem Rechtsstaat nur die Ultima Ratio sein."

Cornelia K. blickt ins Leere und nickt. "Als Mutter erträgt man das natürlich nicht", sagt Rosenbusch. Wenn Marek K. seine Strafe abgesessen habe, sei seine Schuld verwirkt. "Dann hat er eine zweite Chance. Eine Chance, die Joey nicht hatte."


(c) Spiegel.de

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#8

RE: Supermarktmord in Hannover (Zivilcourage und XY-Preis)

in Kriminalität 15.02.2016 22:35
von Fritz Funke • 22 Beiträge

An diesen brutalen Überfall kann ich mich noch gut erinnern. Bin sehr froh, dass sie dieses Schwein endlich haben.
Hoffe nur, dass er auch die besondere schwere der Schuld bekommt. Vielleicht ist es ein kleiner Trost für die arme Mutter zu wissen, dass er dann i.d.R. erst nach 30 Jahren das Gefängnis verläßt. Er wäre dann 72 Jahre alt.

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#9

RE: Supermarktmord in Hannover (Zivilcourage und XY-Preis)

in Kriminalität 17.02.2016 18:15
von TheWhite1961 • 1.160 Beiträge

Zitat von Fritz Funke im Beitrag #8
An diesen brutalen Überfall kann ich mich noch gut erinnern. Bin sehr froh, dass sie dieses Schwein endlich haben.
Hoffe nur, dass er auch die besondere schwere der Schuld bekommt. Vielleicht ist es ein kleiner Trost für die arme Mutter zu wissen, dass er dann i.d.R. erst nach 30 Jahren das Gefängnis verläßt. Er wäre dann 72 Jahre alt.



Er hat die besondere Schwere der Schuld bekommen.
http://www.bild.de/regional/hannover/pro...90668.bild.html

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#10

RE: Supermarktmord in Hannover (Zivilcourage und XY-Preis)

in Kriminalität 17.02.2016 19:42
von Fritz Funke • 22 Beiträge

The white1961, danke für die Info. Bin echt froh, dass so ein Wesen lange hinter Schloss und Riegel kommt.
Er hätte genauso gut sein Geld bekommen,ohne dafür unschuldige Menschen zu töten. Bin wirklich froh, dass unsere Rechtssystem da funktioniert hat. Mir tut die Mutter so unendlich leid, Worte können den Schmerz und die Trauer der unfassbaren Tat gar nicht wiedergeben, denke ich.

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#11

RE: Supermarktmord in Hannover (Zivilcourage und XY-Preis)

in Kriminalität 17.02.2016 19:53
von Ede-Fan • 594 Beiträge

Das ist aber sehr gemein von dem Gericht, denn er war nach eigener Aussage garnicht der Täter.

spiegel.de vom 17.02.2016: Lebenslange Haft für Supermarkträuber: "Mit eiskalter Ruhe"

Lebenslange Haft für Supermarkträuber: "Mit eiskalter Ruhe"


Von Julia Jüttner, Hannover

Der Supermarkträuber von Hannover ist wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Bis kurz vor Schluss schwieg er vor Gericht - und präsentierte dann doch noch eine ganz eigene Version.

Vor der Verkündung des Urteils hat ein Angeklagter im deutschen Strafprozess das Recht auf das letzte Wort. Es ist seine letzte Chance, sich vor der Bekanntgabe des Strafmaßes zu den Vorwürfen zu äußern oder zu seiner Person. Er kann Reue zeigen, sich entschuldigen, gestehen. Auch wenn er vorher nichts gesagt hat.

Marek K., 42, ein Familienvater aus Polen, ein unauffälliger Typ, nicht vorbestraft, hat im Prozess vor dem Landgericht Hannover konsequent geschwiegen. Er soll zwischen Februar 2014 und Juni 2015 in Niedersachsen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Bayern 24 Supermärkte überfallen, dabei einen jungen Mann getötet und weitere Personen verletzt haben.

Marek K. hat kein Wort zu den Vorwürfen gesagt. Nun räuspert er sich laut und äußert sich - zur Überraschung vieler Prozessbeteiligter - zum ersten Mal. "Heute soll das Urteil über mich gesprochen werden", sagt er. Sein Rechtsanwalt habe die Verhandlung für ihn geführt, er habe sich nicht früher erklären können.

"Die Beweise sind gefälscht", sagt Marek K. Die Handyverbindungen, die ihn angeblich überführten, könnten nicht stimmen; es sei unmöglich, dass an einigen Orten seine Fingerabdrücke gefunden worden seien; die DNA-Probe, die mit Spuren von den Tatorten übereinstimmt, stamme nicht von ihm. Seine Lebensgefährtin, deren Schwester, ein Bekannter - sie könnten bezeugen, dass er am 4. Dezember 2014, als der 21-jährige Joey K. in einem Supermarkt in Hannover erschossen wurde, zu Hause im polnischen Kattowitz gewesen sei.

Die deutschen Kennzeichen und andere Beweise, die in seinem Haus sichergestellt worden seien, könnten nur Polizisten "da hingelegt haben". Der Hauptermittler habe ihm bei seiner Festnahme gedroht, er werde "zusehen, dass ich nie wieder das Gefängnis verlasse".

"Mit eiskalter Ruhe"

Die 13. Große Strafkammer glaubt Marek K. nicht und verkündet am Nachmittag das Urteil: K. muss lebenslang in Haft, bei Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Er kann also selbst bei günstiger Prognose nicht nach 15 Jahren auf Bewährung freikommen. Marek K. schaut bei der Verkündung zur Decke, eine Dolmetscherin übersetzt.

Staatsanwalt Martin Lienau hatte Marek K. in seinem Plädoyer wenige Stunden zuvor vorgeworfen, er habe "mit eiskalter Ruhe" geraubt. "Empathie war nicht im Ansatz erkennbar", der Tod von Joey K. "ein gezielter Mord". Verteidiger Holger Nitz bezeichnete die Schüsse auf Joey K. hingegen als das Resultat einer "fatalen Entwicklung". Eine Tat, die nicht mit "dolus directus 1. Grades", also mit Absicht, begangen worden sei.

Wenn Marek K. der Täter war, was bewegte ihn zu der Raubserie mit dieser auffälligen Brutalität? Ein Gerichtsgutachter hat ausführliche Gespräche mit ihm geführt; aber zu den Tatvorwürfen schwieg Marek K.

Vor der Urteilsverkündung fasste der psychiatrische Sachverständige zusammen: Marek K. wuchs als fünftes von sieben Kindern in der Bergbauregion Kattowitz auf. Die Familie lebte lange an der Armutsgrenze. Er absolvierte eine Ausbildung als Industriemechaniker, arbeitete im Bergbau, hielt sich nach der Umstrukturierung in der Branche mit Gelegenheitsjobs über Wasser, arbeitete zuletzt fünf Jahre als Staplerfahrer bei Fiat, aber er fühlte sich schlecht bezahlt und nicht wertgeschätzt.

Sein unauffälliges Leben nahm eine "radikale" Wende, wie der Gutachter meint, als Marek K. im Sommer 2013 seine neun Jahre jüngere Partnerin kennenlernte. Sie brachte zwei Kinder mit in die Beziehung, im März 2014 wurde die gemeinsame Tochter geboren.

Die Mutter des Opfers spricht ihn direkt an

Handelte Marek K. aus Existenzängsten? Die neue Lebenssituation, die neue Herausforderung als Vater, könnte Versagens- und Verlustängste ausgelöst haben, sagte der Gutachter, aber es bleibe letztendlich eine Hypothese.

Warum wehrt sich Marek K., wenn er sich als Unschuldigen sieht, erst am letzten Verhandlungstag? Sind seine Äußerungen, die Polizei habe die Ermittlungen manipuliert, reine Schutzbehauptungen? Dem Psychiater gegenüber sprach K. von Kränkungen und Erniedrigungen, mangelnder Anerkennung und Ungerechtigkeiten, die er als Kind und als Angestellter erfahren habe. Diese Sichtweise könne nun Teil der Tatverarbeitung sein, meint der Gutachter. Eine Persönlichkeitsstörung liege nicht vor.

Cornelia K., die Mutter des im Supermarkt getöteten Joey, wandte sich vor der Urteilsverkündung an Marek K.: "Meine Tochter wünscht Ihnen den Tod." Sie könne das Mädchen beruhigen, sagt die Altenpflegerin, sterben müsse jeder Mensch. "Das Leben ist eine viel größere Strafe. Dass Sie Ihre Kinder nicht aufwachsen sehen, ihre Liebe und Zuneigung nicht spüren können. Das Bewusstsein, alles verloren zu haben, was das Leben ausmacht."

In seinem letzten Wort betonte Marek K. noch einmal, dass sich alles aufklären werde. Das werde der nächste Überfall des wahren Täters zeigen.


(c) Spiegel.de

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#12

RE: Supermarktmord in Hannover (Zivilcourage und XY-Preis)

in Kriminalität 17.02.2016 21:06
von Fritz Funke • 22 Beiträge

Wäre natürlich ein Megaskandal, wäre es wahr, dass sämtliche Beweise gefaked sind. Doch so abgebrüht halte ich die Ermittler nicht. Zumal zu viele Beweise zusammen kommen. Der Idiot hat doch fast bei jeden Überfall mit seiner Knarre rumgeballert wie soll man sowas faken?
Für Experten ist es möglich die Patronenhülsen der Waffe zweifelsfrei zu zuordnen. Naja, konnte ich jetzt schon des öfteren beobachten, was für absurde Ausreden bei Angeklagten auf den Tisch kamen, wenn die Beweislage eindeutig war und Ihnen das Wasser bis zum Hals stand.

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