#1

Täter-Opfer-Gespräch

in Kriminalität 16.01.2009 14:08
von Alice • 76 Beiträge
Tach näh.

Heute gab's einen interessanten Artikel im Spiegel-Online über ein Täter-Opfer-Gesprächs-Projekt: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,601347,00.html

Recht interessant. Was meint ihr, kann es hilfreich sein, als Verbrechensopfer dem Täter nicht nur im Gerichtssaal, sondern unter vier Augen ansichtig zu werden? Und umgekehrt, als Täter demjenigen direkt gegenüber zu stehen, dem er geschadet hat?

"Willst Du den Feind besiegen, studiere ihn (und stelle Dich ihm)." Ist hilfreich bei bestimmten Phobien, Höhenangst etc.

Gruß
Alice
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#2

Re: Täter-Opfer-Gespräch

in Kriminalität 13.06.2009 08:26
von greeneyed • 2 Beiträge
In manchen Fällen ist es vllt. ganz gut, aber bei Vergewaltigungen z.B. halte ich gar nichts davon
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#3

Re[2]: Täter-Opfer-Gespräch

in Kriminalität 13.07.2009 14:07
von TomRai62 • 76 Beiträge
greeneyed>In manchen Fällen ist es vllt. ganz gut, aber bei Vergewaltigungen z.B. halte ich gar nichts davon

Ja, und warum nicht? Ich könnte mir schon vorstellen, daß das Opfer
aus so einem Gespräch einen gewissen Nutzen zieht.
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#4

Re: Täter-Opfer-Gespräch

in Kriminalität 18.07.2009 17:56
von Mercutio • 83 Beiträge
Ich hätte als Opfer keinerlei Interesse mit einem Täter persönlich zu sprechen.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß ein Vergewaltigungsopfer mit seinem Peiniger in persönlichen Kontakt treten möchte.

Oder nehmen wir mal den Akazienweg-Fall. Hättet ihr anstelle von "Wutz" Interesse an einem Gespräch mit dem Täter?
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#5

Re[2]: Täter-Opfer-Gespräch

in Kriminalität 19.07.2009 14:24
von TomRai62 • 76 Beiträge
Hallo Mercutio,


Mercutio>Oder nehmen wir mal den Akazienweg-Fall. Hättet ihr anstelle von "Wutz" Interesse an einem Gespräch mit dem Täter?

Hm, nun der Akazienweg ist jetzt auch eine extrem grausame
Tat.
Aber wenn ich so überlege, auch wenn der Schmerz über den
Verlust naher Angehöriger groß ist, vielleicht 2-3 Monate später
würde ich mir so einen Killer schon mal "vornehmen" wollen.

Gruß,

Tom
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#6

Re: Täter-Opfer-Gespräch

in Kriminalität 24.07.2009 13:10
von Mercutio • 83 Beiträge
Unter "vornehmen" verstehe ich in dem Zusammenhang allerdings kein Gespräch. Ich finde allein schon den Gedanken unerträglich, daß dieser Akazienweg-Täter heute wieder frei herumläuft. Wie mag sich der arme "Wutz" da wohl fühlen, der über diese grauenhafte Tat und den Verlust von Mutter und Schwester sicher sein ganzes Leben niemals hinwegkommen wird.
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#7

Re[2]: Täter-Opfer-Gespräch

in Kriminalität 24.07.2009 20:08
von Gelöschtes Mitglied
avatar
Mercutio>Unter "vornehmen" verstehe ich in dem Zusammenhang allerdings kein Gespräch. Ich finde allein schon den Gedanken unerträglich, daß dieser Akazienweg-Täter heute wieder frei herumläuft. Wie mag sich der arme "Wutz" da wohl fühlen, der über diese grauenhafte Tat und den Verlust von Mutter und Schwester sicher sein ganzes Leben niemals hinwegkommen wird.
Dem kann ich nur zustimmen. Ich für meinen Teil würde auch nicht das Gespräch mit dem Täter wollen-vor allem wenn er ein Familienmitglied auf so grausame Weise aus dem Leben reißt. Mal ein anderes Beispiel: Angenommen, der Täter im "Daumen-Fall" wird verhaftet. Ein Gespräch mit so einem Menschen-NIEMALS!!! Ich glaube, auch andere Member aus diesem(übrigends klasse: Forum denken da genauso wie ich. Abgesehen davon, ein schönes Wochenende wünscht euch allen Schildi.
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#8

Re[2]: Täter-Opfer-Gespräch

in Kriminalität 25.07.2009 11:32
von TomRai62 • 76 Beiträge
Mercutio>Unter "vornehmen" verstehe ich in dem Zusammenhang allerdings kein Gespräch.

Damit meine ich natürlich ein Gespräch. Handgreiflich würde ich
da auf keinen Fall werden, den Gefallen würde ich ihm nicht tun.


Mercutio>Ich finde allein schon den Gedanken unerträglich, daß dieser Akazienweg-Täter heute wieder frei herumläuft. Wie mag sich der arme "Wutz" da wohl fühlen ...

Klar fühlt er sich schlecht, der Wutz. Aber wie wird sich der Täter
fühlen? Dessen Persönlichkeit hat wahrscheinlich - auch durch den
Strafvollzug - eine gewisse Läuterung erfahren. Wenn ihm in einem
Dialog nochmal voll vor Augen geführt wird, was er da eigentlich
angerichtet hat, die Trauer, die Wut unter den Angehörigen,
bewirkt das mit Sicherheit was in ihm. Auch der Wutz dürfte aus
so einer Unterredung was mit raus nehmen. Worte sind Dinge
und geteiltes Leid ist halbes Leid, um gleich zwei Sprichwörter
hier zu zitieren.
Ich glaube auch, daß es besser für den Wutz ist, wenn er
mit dem Verursacher seiner Trauer eine Aussprache hält, als
wenn er die Trauer ein Leben lang mit sich herum trägt.

Grüße an alle,

tom
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#9

Re[3]: Täter-Opfer-Gespräch

in Kriminalität 12.10.2009 15:40
von Mercutio • 83 Beiträge
TomRai62>Klar fühlt er sich schlecht, der Wutz. Aber wie wird sich der Täter fühlen? Dessen Persönlichkeit hat wahrscheinlich - auch durch de Strafvollzug - eine gewisse Läuterung erfahren.

Geh mal davon aus, daß der Wutz diesen unglaublichen Schicksalsschlag sein ganzes Leben niemals überwinden wird. Allein die Vorstellung, daß er seine bestialisch zugerichtete Mutter und seine Schwester morgens gefunden hat....dieser Schock, dieser Verlust durch eine solch barbarische Tat wird den Mann für immer verfolgen, ich glaube nicht, daß man sowas "überwinden" kann, darunter leidet man immer.

Falls der Wutz ein Interesse daran hat, mit dem Peniger und Mörder seiner Mutter und Schwester ein Gespräch zu führen, soll er es tun.

Ich persönlich könnte niemals auch nur ein Wort mit so einer Bestie wechseln, nichtmal in einem Raum möchte ich mich mit dem aufhalten. Das einzige, was mein Leid evtl. etwas mildern könnte, wäre das Wissen darum, daß der Täter eine gerechte Strafe erhält, d.h. dass er jeden einzelnen Tag für den Rest seines Lebens genauso unter den Folgen seiner Tat zu leiden hätte wie ich, und daß er selbst zu spüren bekommt, was er anderen angetan hat.

Daß der Täter heute wieder frei rumläuft und nochmal ein neues Leben beginnen kann, ist ein Faustschlag ins Gesicht der Opfer und der Angehörigen. Vermutlich würde ich es mir an Stelle von Wutz zur Lebensaufgabe machen, diesen Täter zu finden.....allerdings nicht um mit ihm zu diskutieren.
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