#16

Re: Vergewaltigungsfälle Eupen-Aachen-Köln-Düsseldorf

in Filmfälle 19.03.2010 10:10
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Abseits aller juristischer Aspekte sagt mir mein gesunder Menschenverstand: Ein deutscher Tatverdächtiger, dem in Deutschland begangene Taten zur Last gelegt werden und der in Deutschland festgenommen wurde, muss zunächst hierzulande angeklagt und abgeurteilt werden. Erst danach sollte die Frage geklärt werden, wie zu verfahren ist, wenn wie im Falle des Sexualtäters auch ausländische Strafverfolgungsbehörden ein Interesse an dem Mann haben.

Zu den hier im Thread aufgeworfenen Rechtsfragen noch zwei Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Auslieferung_%28Recht%29

http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Haftbefehl
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#17

Re[2]: Vergewaltigungsfälle Eupen-Aachen-Köln-Düsseldorf

in Filmfälle 19.03.2010 12:40
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
xyzuschauerseit72>Abseits aller juristischer Aspekte sagt mir mein gesunder Menschenverstand: Ein deutscher Tatverdächtiger, dem in Deutschland begangene Taten zur Last gelegt werden und der in Deutschland festgenommen wurde, muss zunächst hierzulande angeklagt und abgeurteilt werden. Erst danach sollte die Frage geklärt werden, wie zu verfahren ist, wenn wie im Falle des Sexualtäters auch ausländische Strafverfolgungsbehörden ein Interesse an dem Mann haben.

xyzuschauerseit72>Zu den hier im Thread aufgeworfenen Rechtsfragen noch zwei Links:

xyzuschauerseit72>http://de.wikipedia.org/wiki/Auslieferung_%28Recht%29

xyzuschauerseit72>http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Haftbefehl

genau das ist es ja. sobald der täter in Deutschland vor gericht steht, verstößt eine auslieferung gegen das GG, sogar bei einen evt. freispruch. nämlich dann verstößt die auslieferung gegen zwei rechtsstaatliche Prinzipien: dem grundsatz der verhältnismäßigkeit und dem verbot der doppelbestrafung.
die ganze vorschrift ist total mißlungen und zeigt, dass es grenzen innerhalb der EU nur noch bei strafverfolgungsbehörden gibt. seit 20 jahren versucht man einen einheitlichen haftbefehl zu installieren. das bundesverfassungsgericht wird sich schon bald wieder mit diesem fall beschäftigen, da bin ich sicher.

Das ist aber hier nicht der richtige Ort, um dieses Problem zu besprechen, wie gesagt, der Gesetzgeber bespricht die Vorschrift schon seit 20 Jahren. Vielleicht sollten wir in einem anderen Menüpunkt mal einen Thread eröffnen, bei dem wir über juristische Spitzfindigkeiten mal philosophieren. Ist auf jeden Fall interessant

DAS WICHTIGSTE: Der Täter ist gefaßt, die Taten können durch DNA nachgewiesen werden und er wird lange Zeit kein Unheil mehr anrichten.
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#18

Re: 29.3.2007 FF2 (Krefeld) & Vergewaltigungsfälle Eupen-Aachen-Köln-Düsseldorf

in Filmfälle 29.03.2010 09:31
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Hier noch einige ergänzende Infos zu dem Mann:


Er soll 100 Frauen in 19 Jahren missbraucht haben
Kölner Richterin ließ Mitleids-Monster 2007 laufen
28.03.2010 - 23:58 UHR

Hätte das „Mitleids-Monster“ schon vor vier Jahren gestoppt werden können?

Daniel Q. (46) soll in 19 Jahren circa 100 Frauen in Belgien und im Rheinland sexuell genötigt oder vergewaltigt haben. Am 13. März wurde er im heimischen Altenahr gefasst, seither sitzt er in U-Haft.

Aber: Schon 2006 war er in Köln geschnappt worden. Auch hier hatte er eine junge Frau in deren Hausflur angegriffen. Doch im Prozess ein Jahr später glaubte eine Amtsrichterin den Ausführungen des zweifachen Familienvaters (Kinder 6, 9), es sei eine spontane Zufallstat gewesen.

Und: Die Richterin lehnte es ab, dass der Mann eine DNA-Probe abgeben musste. Obwohl die Staatsanwaltschaft vor der Gefährlichkeit des Mannes warnte und dem LKA zu diesem Zeitpunkt schon drei nicht zugeordnete DNA-Beweise vorlagen!

Daniel Q. hatte in Krefeld, Aachen und Bonn zugeschlagen, seine Spuren hinterlassen. Doch die Kölner Richterin ließ ihn gegen eine Geldbuße von 1500 Euro laufen. Wie viele Frauen er danach überfiel, müssen nun die andauernden Ermittlungen zeigen.

Dass Daniel Q. überhaupt gefasst wurde, ist seiner Dummheit zu verdanken – und der Aufmerksamkeit eines belgischen Streifenbeamten. Der mutmaßliche Vergewaltiger hatte in der Nähe von Eupen in einen Vorgarten gepinkelt, an sich herumgespielt.

Weil kurz zuvor in der Nachbarschaft bei einer Frau eingebrochen worden war, nahm der Streifenbeamte seine Personalien auf. Die Sache wurde zu den Akten gelegt. Bis der Beamte dann im März bei „Aktenzeichen XY“ von der Mitleids-Masche erfuhr und vor diesem Hintergrund Q. überprüfen ließ.

Quelle:
http://www.bild.de/BILD/regional/koeln/aktuell/2010/03/29/100-frauen-in-19-jahren-missbraucht/koelner-richter-liess-mitleids-monster-2007-laufen.html
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#19

Re: 29.3.2007 FF2 (Krefeld) & Vergewaltigungsfälle Eupen-Aachen-Köln-Düsseldorf

in Filmfälle 29.03.2010 17:56
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Kölner Amtsgericht weist Justizpanne-Vorwurf zurück:

Auf DNA-Test verzichtet
DNA-Probe hätte Serienvergewaltiger enttarnt
29. März 2010, 16:13 Uhr

Der vor zwei Wochen festgenommene mutmaßliche Sexualtäter stand schon 2007 vor Gericht. Das Gericht verzichtete damals auf einen DNA-Test.

Köln. Ein erst vor zwei Wochen festgenommener mutmaßlicher Serien-Sexualtäter hat bereits 2007 wegen versuchter Nötigung einer Frau vor dem Kölner Amtsgericht gestanden. Eine DNA-Probe, die zu einer Enttarnung des Mannes schon vor Jahren hätte führen könne, sei damals nicht genommen worden, bestätigte das Gericht am Montag einen „Focus“-Bericht. Dabei handelte es sich einem Gerichtssprecher zufolge aber nicht um eine Justizpanne. Vielmehr habe die Justiz nach ihrem damaligem Wissensstand „nicht fehlerhaft gehandelt“. Laut „Focus“ soll der Beschuldigte nach dem seinerzeit eingestellten Kölner Verfahren in Belgien und Deutschland mindestens fünf Frauen vergewaltigt haben.

Der Verdächtigte war Mitte März in der Eifel aufgrund eines Auslieferungshaftbefehls aus Belgien festgenommen worden. Er soll in den vergangenen 19 Jahren eine Vielzahl von Sexualtaten in Deutschland, Belgien und den Niederlanden begangen haben. Laut „Focus“ führte das Bundeskriminalamt spätestens seit 2001 im entsprechenden Register DNA-Spuren von den Tatorten des Mannes.

Der nun bekannt gewordene Kölner Fall datiert laut Amtsgericht vom Juli 2006. Damals soll der mutmaßliche Serientäter versucht haben, eine Frau in einem Haus in Köln-Lindenthal zu nötigen. Noch im Ermittlungsverfahren hatte die Staatsanwaltschaft demnach dem Beschuldigten die Einstellung des Verfahrens in Aussicht gestellt, wenn er sich neben einer Geldauflage mit der Abgabe einer Speichelprobe einverstanden erklärte. Als der Mann dies ablehnte, erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen versuchter Nötigung in besonders schwerem Fall. Zugleich beantragte sie, die DNA-Entnahme richterlich anzuordnen.

Da die Tat aber folgenlos geblieben war der Täter nur geringe Gewalt angewendet hatte, wurde das Verfahren in der Hauptverhandlung 2007 im allseitigen Einverständnis gegen eine Geldauflage eingestellt. Dem Gericht zufolge musste der Beschuldigte keine DNA abgeben, weil die gesetzlichen Voraussetzungen für entsprechende Anordnung gegen seinen Willen nicht vorlagen. So sei der damals 43 Jahre alte Angeklagte nicht vorbestraft gewesen. Auch hätten keine tragfähigen Anhaltspunkte dafür vorgelegen, dass er bereits ähnliche Taten begangen hatte.

Bei seinen Taten über einen Zeitraum von fast zwei Jahrzehnten bediente sich der verheiratete Familienvater laut Staatsanwaltschaft unter anderem einer „Mitleidsmasche„: Er soll an Haustüren geklingelt und Frauen gebeten haben, ihm beim Urinieren zu helfen, da er wegen einer Behinderung seine Arme nicht bewegen könne. Der Fall war in der TV-Sendung „Aktenzeichen XY – ungelöst“ vorgestellt worden. (AFP/abendblatt.de)

Quelle: http://www.abendblatt.de/vermischtes/article1439224/DNA-Probe-haette-Serienvergewaltiger-enttarnt.html
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#20

Re: 29.3.2007 FF2 (Krefeld) & Vergewaltigungsfälle Eupen-Aachen-Köln-Düsseldorf

in Filmfälle 28.05.2010 10:36
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Der Mann soll zunächst in Düsseldorf angeklagt werden. Hierzu ein Bericht vom 27.05.2010:

Vor Auslieferung nach Belgien Prozess in Düsseldorf
Neun schwere Sexualdelikte im Verhör zugegeben

Der Mitte März in der deutschen Eifel gefasste Serienvergewaltiger, dem insgesamt rund 100 Sexualdelikte in Deutschland, Ostbelgien und den Niederlanden zur Last gelegt werden, hat in Verhören durch die Kripo Krefeld neun versuchte oder vollendete Vergewaltigungen zugegeben.

Das führt dazu, dass er sich zunächst in Düsseldorf vor Gericht wird verantworten müssen und dass sich die durch die Staatsanwaltschaft Eupen beantragte Auslieferung nach Belgien entsprechend hinauszögert.

Zwar lag zur Wochenmitte weder in Eupen noch in Düsseldorf der Staatsanwaltschaft eine offizielle Entscheidung des diesbezüglich zuständigen Oberlandesgerichts Koblenz vor, doch geht der mit dem Fall befasste Staatsanwalt am Landesgericht Düsseldorf, Eberhard Harings, davon aus, dass diese nicht mehr lang auf sich warten lassen wird.

Fakt ist, dass seine Behörde in Folge der Geständnisse Vorbehalt gegen eine Auslieferung vorgebracht hat, um den Fall zunächst in Deutschland verhandeln zu können. Und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gilt in diesem Fall als »vorrangige Behörde«: »Wir haben entschieden, dass wir das Verfahren erst einmal in Deutschland durchziehen«, so Harings auf Anfrage gegenüber dem Grenz-Echo. Wie es dann weitergehe, hänge stark von der Entscheidung der belgischen Kollegen ab.

Quelle: http://www.grenzecho.net/zeitung/aktuell/news.asp
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#21

Re: 29.3.2007 FF2 (Krefeld) & Vergewaltigungsfälle Eupen-Aachen-Köln-Düsseldorf

in Filmfälle 24.06.2010 09:37
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Gangsterlatein? Zu seiner Mitleidsmasche legte der Mann jetzt fast unglaubliche Zahlen auf den Tisch:


Der Familienvater (verheiratet, zwei Kinder, als Schlosser im Kreis Ahrweiler tätig) gibt an, er habe ab 1995 in Aachen, Krefeld, Bonn, Köln und Düsseldorf tausendfach an Privathäusern geklingelt, um Frauen mit einem „Behinderten-Trick“ zu sexuellen Handlungen zu nötigen. Dabei gab er an, er könne Hände oder Arme nicht bewegen, brauche Hilfe beim Toilettengang. In 300 Fällen sei er in fremde Wohnungen eingelassen worden, 150 Opfer hätten ihm in der (erfundenen) Not beigestanden.

Quelle: http://www.rp-online.de/duesseldorf/duesseldorf-stadt/nachrichten/200-Sexualstraftaten-gestanden_aid_873023.html
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#22

Re[2]: Vergewaltigungsfälle Eupen-Aachen-Köln-Düsseldorf

in Filmfälle 20.07.2010 19:27
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Heimo>Ich befürchte fast, dass die Phantombilder so stark unterschiedlich ausfallen, dass man sie lieber gar nicht veröffentlicht.

Heute wurde ein Foto des Mannes in der Presse veröffentlicht:

http://www.bild.de/BILD/news/2010/07/20/mitleids-monster-serienvergewaltiger-gesteht-1000/sexualdelikte-begangen-zu-haben.html

Da wäre es schon interessant gewesen, das Foto jetzt im nachhinein mal mit den nicht in der Sendung gezeigten Phantombildern zu vergleichen.
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#23

Re: 29.3.2007 FF2 (Krefeld) & Vergewaltigungsfälle Eupen-Aachen-Köln-Düsseldorf

in Filmfälle 20.07.2010 19:35
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Hier einige Details aus dem gestrigen FOCUS zur bevorstehenden Anklage:

Serientäter
Der Vergewaltiger mit der Mitleidsmasche
19 Jahre lang überfiel ein Schlosser aus der Eifel Frauen – mit einer perfiden Masche. Die Anklage schildert das Leben eines bizarren Serientäters.
Von FOCUS-Redakteur Axel Spilcker

Als die Polizei vor seiner Haustür steht, zeigt sich Jörg P. erleichtert. Seit sein Phantombild vergangenen Februar in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ über den Bildschirm flimmerte, hatte er auf die Fahnder gewartet. Er sei froh, bekennt der 45 Jahre alte Schlosser, während sich die Handschellen schließen, „dass nun alles zu Ende ist“. 19 Jahre lang hatte er seinem Trieb nachgegeben, hatte Frauen mit einem Messer aufgelauert, sie missbraucht oder mit einer „Mitleidsmasche“ übertölpelt.

Seine DNA-Spuren fanden sich im Laufe der knapp zwei Jahrzehnte in nahezu allen Winkeln des Dreiländerecks Nordrhein-Westfalen, Belgien und den Niederlanden. Während die Ermittler dies- und jenseits der Grenzen verzweifelt die Identität des so genannten „Sex-Phantoms“ zu lüften versuchten, lebte der Handwerker in einem Eifel-Dorf als harmloser Familienvater.

Damit ist es nun vorbei. Mitte Mai machte Jörg P. „reinen Tisch“. Drei Tage lang schilderte er auf 591 Seiten seine kriminelle Biografie. Als Schlosser hatte er keine Mühen, in die Häuser seiner Opfer einzusteigen. Dabei trug er stets eine Maske aus Damenstrümpfen und Latexhandschuhen.

Am 30. Juni erhob die Staatsanwaltschaft gegen den Serienvergewaltiger Anklage in neun Fällen. Mit einem Klappmesser hatte er Frauen zum Sex gezwungen. Die belgischen Behörden legen ihm überdies mindestens elf schwere Sexualstraftaten zur Last.

Bitte um Hilfe beim Urinieren

Damit ist es beileibe nicht getan. Als einzigartig in der deutschen Kriminalitätsgeschichte bezeichnen Ermittler das gigantische Ausmaß von P.s Mitleidsmasche. Der Handwerker klingelte an den Haustüren und bat um Hilfe beim Urinieren, da er behindert sei. Nach eigenen Angaben startete er mehr als 1000 Versuche. In gut 300 Fällen habe man ihm auch geholfen, gab P. zu. Knapp die Hälfte der Frauen konnte er laut Anklage dazu bewegen, ihm einen Orgasmus zu verschaffen.

Die Ermittler listen jedoch noch zwei weitere Varianten auf, um ans Ziel zu kommen. Gezielt suchte P. Ärzte auf und klagte über Knötchen oder Verspannungen in der Leistengegend. Von vorneherein hatte er sich Praxen mit Medizinerinnen ausgeguckt, weil diese aus Pietätsgründen nicht so genau in den Intimbereich schauten. Auf diese Weise ergatterte Jörg P. massenhaft Privatrezepte für Massagepraxen, in denen er sich das gewünschte sexuelle Vergnügen verschaffte.

Aberwitzig aber wahr: Für die Mitleidsmasche kann P. nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus formaljuristischen Gründen nicht belangt werden. Somit hat die Staatsanwaltschaft einzig die nächtlichen Sex-Überfälle mit einem Klappmesser angeklagt. Die Vorwürfe wiegen allerdings auch hier so schwer, dass der Angeklagte sein restliches Leben hinter Gittern verbringen könnte. Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall, lautet der Strafvorwurf. Höchststrafe: 15 Jahre. Anschließend droht Jörg P. die Sicherungsverwahrung.

Bis 16 bei der Mutter im Bett

In ihrer Anklage hat die Staatsanwaltschaft beim Landgericht Düsseldorf ein entsprechendes Gutachten beantragt. Begründung: P. neige zu erheblichen Straftaten und sei „gefährlich für die Allgemeinheit“.

Thomas Ohm, Verteidiger des Angeklagten, hält eine Sicherungsverwahrung für unangemessen. Nach seiner Ansicht sind die Gründe „für diese Handlungen meines Mandanten in seiner schwierigen Kindheit und einer Entwicklungsstörung zu suchen“.

Schon als Junge entwickelte Jörg P. demnach Minderwertigkeitskomplexe, weil er unter einer Lese- und Rechtschreibschwäche litt. Außer seiner Frau gegenüber versuchte er seine Legasthenie vor der Außenwelt zu verheimlichen. Als Kind war er zu Hause schlecht gelitten. In Konkurrenz zu seinem älteren Bruder fühlte er sich als der Buhmann der Familie. Bis zu seinem 16. Lebensjahr musste P. im Bett der Mutter schlafen. Dies habe ihn zutiefst gekränkt, ließ er im Verhör durchblicken. Ob solche Eingeständnisse allerdings sein Motiv ausreichend erklären, bezweifeln die Ankläger.

Quelle: http://www.focus.de/panorama/welt/serientaeter-der-vergewaltiger-mit-der-mitleidsmasche_aid_532073.html
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#24

Re: 29.3.2007 FF2 (Krefeld) & Vergewaltigungsfälle Eupen-Aachen-Köln-Düsseldorf

in Filmfälle 24.09.2010 10:32
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Kommenden Montag beginnt der Prozess am Düsseldorfer Landgericht. Hierzu ein aktueller Pressebericht:

24.09.2010, 07:56 Uhr
"Einmaliger Fall vor Gericht"

Familienvater als Serienvergewaltiger

Düsseldorf (dapd-nrw). Er war der "nette Nachbar", der Schützenbruder, der unauffällige Arbeitskollege. Jetzt muss er sich ab dem kommenden Montag als Deutschlands vielleicht schlimmster Serienvergewaltiger vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Jörg Peter P. aus Altenahr in Rheinland-Pfalz will innerhalb der letzten 20 Jahre mehr als 1.000 Sexualdelikte in Deutschland, Holland und Belgien begangen haben. Um das Verfahren gegen den zweifachen Familienvater nicht unnötig in die Länge zu ziehen, hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf Anklage in insgesamt neun Fällen erhoben.

"Es ist aus unserer Sicht ein sehr ungewöhnlicher, wenn nicht gar einmaliger Fall", sagte Staatsanwalt Johannes Mocken im Vorfeld des Verfahrens. Demnach hat Familienvater Jörg Peter P. gestanden, in Deutschland und Belgien insgesamt 20 Vergewaltigungen und versuchte Vergewaltigungen begangen zu haben. Dazu kommen mehr als 900 Fälle, in denen der Schlosser Frauen durch die sogenannte Mitleidsmasche zu sexuellen Handlungen gebracht haben will.

"Er hat angegeben, sich als Behinderter ohne Arme ausgegeben zu haben", sagt Chefermittler Reinhard Freuen von der Polizei Krefeld. "Zunächst hat er gefragt, ob die Frauen ihm beim Urinieren helfen könnten. Bei dieser Gelegenheit soll er sie dann dazu gebracht haben, ihn sexuell zu befriedigen." Jörg Peter P. habe sich in seinen Vernehmungen geradezu mit diesen Taten gebrüstet. "Er wusste ganz genau, dass es sich nicht um Straftaten handelt, schließlich haben die Frauen das freiwillig gemacht", sagt Freuen. Anders ist die Rechtslage bei den insgesamt 20 versuchten oder vollendeten Vergewaltigungen, die der Angeklagte begangen haben soll.

"Er ist seit 1998 regelmäßig in die Wohnungen oder Büros von Frauen eingedrungen, hat sie mit einem Messer bedroht und sie anschließend vergewaltigt", sagt Staatsanwalt Johannes Mocken. Angeklagt haben die Ermittler nun neun Fälle aus Düsseldorf, Krefeld, Köln, Bonn und Aachen. Elf weitere Vergewaltigungen soll der Mann in Belgien begangen haben. Ob er nach seiner Verurteilung in Deutschland dorthin ausgeliefert wird, ist noch offen. Auf insgesamt knapp 600 Seiten hat die Polizei die Aussagen des Mannes zusammengefasst. "Es ist so etwas wie eine Lebensbeichte", sagt der Leiter der Sonderkommission Reinhard Freuen.

Zum Motiv des 46-Jährigen wollen sich im anstehenden Prozess am Düsseldorfer Landgericht auch Gutachter äußern. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte selbst angegeben, er habe eine Lese- und Schreibschwäche, als Legastheniker habe er sich im Leben "zurückversetzt" gefühlt und es auch beruflich als Schlosser nicht weit gebracht. "Deshalb hatte er es sich zum Ziel gesetzt, sich vor allem hoch intelligente Frauen zu unterwerfen", so Ermittler Reinhard Freuen. Als Opfer soll er deshalb vor allem Studentinnen oder Ärztinnen ausgewählt haben. Unter anderem war er laut Anklage auch bei seinen neun Vergewaltigungen mehrfach in Studentenwohnungen oder Studentenwohnheime eingebrochen.

Sowohl die Familie als auch Freunde und Bekannte von Jörg Peter P. hatten von seinem Doppelleben nichts geahnt. "20 Jahre lang hat er mit niemandem über seine Taten gesprochen", sagt Staatsanwalt Johannes Mocken. Stattdessen sei er der unauffällige Arbeitskollege, der nette Schützenbruder oder Nachbar gewesen. "Große Teile seiner Freizeit allerdings muss er dafür genutzt haben, Hunderte Kilometer durch die Gegend zu fahren und nach potenziellen Opfern zu suchen."

Der jetzt Angeklagte war erst nach dem Hinweis eines belgischen Polizisten gefasst worden. Er hatte sich nach einer Ausstrahlung der Vergewaltigungsserie bei "Aktenzeichen XY" an einen Mann aus Deutschland erinnert, der schon einmal in Belgien vorgetäuscht hatte, keine Arme zu haben. Er gab daraufhin den deutschen Ermittlern den entscheidenden Tipp. Mithilfe von DNA-Untersuchungen konnte die Polizei dem Mann schließlich eine ganze Reihe von Vergewaltigungen nachweisen.

Seine Frau hat inzwischen die Scheidung eingereicht und zusammen mit ihren beiden Kindern einen anderen Namen angenommen. Jörg Peter P. drohen bis zu 15 Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung. Für den Prozess hat das Landgericht Düsseldorf bis dato drei Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll am 25. Oktober verkündet werden.

Quelle: http://www.b2b-deutschland.de/nordrhein-westfalen/region/detail_ddpb2b_2853078770.php
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#25

Re: 29.3.2007 FF2 (Krefeld) & Vergewaltigungsfälle Eupen-Aachen-Köln-Düsseldorf

in Filmfälle 28.09.2010 00:01
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
Heute war Prozeßauftakt in Düsseldorf. Der Serienvergewaltiger räumte die ihm zur Last gelegten Taten ein. Er muss sich insgesamt für neue (vollendete oder versuchte) Vergewaltigungen verantworten. Zudem wartet auch Belgien auf seine Auslieferung, unsere Nachbarn haben ein ziemlich hartes Sexualstrafrecht. Die Auslieferung dürfte jedoch scheitern, wenn die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet wird. Das wird durchaus in Erwägung gezogen.

Urteil am 25.10

http://www.sueddeutsche.de/panorama/prozessauftakt-in-duesseldorf-familienvater-und-serienvergewaltiger-1.1004899

http://www.rp-online.de/duesseldorf/duesseldorf-stadt/nachrichten/Prozessauftakt-gegen-Serien-Vergewaltiger_aid_911515.html
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#26

Re: 29.3.2007 FF2 (Krefeld) & Vergewaltigungsfälle Eupen-Aachen-Köln-Düsseldorf

in Filmfälle 11.10.2010 13:03
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Heute fiel bereits das Urteil:


91 Frauen hatten Anzeige erstattet
Serienvergewaltiger aus der Eifel verurteilt

Ein 46-Jähriger aus Altenahr in der Eifel wurde am Montag (11.10.10) vom Düsseldorfer Landgericht zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt. Er wird nach Auskunft des Gerichts in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte für eine zwölfjährige Freiheitsstrafe plädiert, die Verteidigung für acht Jahre. Der Verurteilte hatte die ihm zur Last gelegten Taten gestanden. Vor Gericht ging es um sieben Vergewaltigungen, zwei versuchte Vergewaltigungen sowie zahlreiche sexuelle Belästigungen. Der Schlosser hatte in Düsseldorf, Köln, Bonn, Aachen und Krefeld maskiert Frauen überfallen und vergewaltigt. In einem der Fälle wurde das Verfahren am Montag eingestellt.

Gutachter sieht krankhafte Sexsucht

Ein Gutachter hatte bei dem Straftäter eine krankhafte Sexsucht festgestellt, die therapierbar sei. Eine anschließende Sicherheitsverwahrung hält der Gutachter für unangebracht. Sollte der Sexualstraftäter vor Ablauf der Haftstrafe als geheilt eingestuft werden, so müsse er nach Angaben des Gerichts die Reststrafe im Gefängnis absitzen. Gilt er hingegen nach Ablauf der Strafe immer noch als gefährlich, dann kann er laut Auskunft der Staatsanwaltschaft auch länger in der Psychiatrie festgehalten werden.

Mitleidsmasche nicht strafbar

In den vergangenen 20 Jahren hat der 46-jährige zudem 250 Mal vorgegeben, behindert zu sein und seine Arme nicht bewegen zu können. Er klingelte an Wohnungstüren und bat Frauen zunächst um Hilfe beim Urinieren und dann um sexuelle Handlungen. Da die Frauen nicht gezwungen wurden, waren diese Taten nicht strafbar.

Entscheidender Hinweis aus Belgien

Den entscheidenden Hinweis zur Ergreifung des Täters hatte ein belgischer Polizist aus dem grenznahen Eupen gegeben. Er hatte zuvor die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY - ungelöst" gesehen und sich an einen Tatverdächtigen erinnert, gegen den er ermittelt hatte. Vier Opfer erkannten anhand von Fotos den Verurteilten. Nicht verhandelt wurden vor dem Landgericht Düsseldorf Taten, die der Verurteilte in Belgien und den Niederlanden begangen haben soll. Er war zuvor den Behörden bereits wegen anderer Sexualdelikte aufgefallen.

Quelle: http://www.wdr.de/themen/panorama/kriminalitaet11/sexualstraftaeter_eifel/101011.jhtml?rubrikenstyle=panorama
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#27

Re: 29.3.2007 FF2 (Krefeld) & Vergewaltigungsfälle Eupen-Aachen-Köln-Düsseldorf

in Filmfälle 11.10.2010 16:52
von Mercutio • 83 Beiträge
10 Jahre Psychiatrie für 7 vollendete und 2 versuchte Vergewaltigungen? Das Strafmaß ist wohl mal wieder ein Witz. Seine Opfer haben wahrscheinlich alle lebenslänglich.
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#28

Re[2]: 29.3.2007 FF2 (Krefeld) & Vergewaltigungsfälle Eupen-Aachen-Köln-Düsseldorf

in Filmfälle 13.10.2010 00:27
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
Mercutio>10 Jahre Psychiatrie für 7 vollendete und 2 versuchte Vergewaltigungen? Das Strafmaß ist wohl mal wieder ein Witz. Seine Opfer haben wahrscheinlich alle lebenslänglich.

das Urteil geht mE in Ordnung. Wichtig in diesem Prozeß war nicht die Frage, ob der Täter 10 oder 15 Jahre ins Gefängnis kommt, sondern die Einweisung in eine geschlossene Psychiatrie. Nur diese gewährleistet, dass der Angeklagte erst wieder auf freien Fuß gesetzt wird, wenn er keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit darstellen wird. Und das wird speziell in diesem Fall dann ganz genau geprüft. Zumal ist anzunehmen, dass der Täter, da die Taten im Ausland in Deutschland nicht angeklagt wurden, ausgeliefert wird. Und Belgien hat ein sehr strenges Sexualstrafrecht.
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#29

Re: 29.3.2007 FF2 (Krefeld) & Vergewaltigungsfälle Eupen-Aachen-Köln-Düsseldorf

in Filmfälle 13.10.2010 22:59
von Mercutio • 83 Beiträge
bastian2410>das Urteil geht mE in Ordnung. Wichtig in diesem Prozeß war nicht die Frage, ob der Täter 10 oder 15 Jahre ins Gefängnis kommt, sondern die Einweisung in eine geschlossene Psychiatrie. Nur diese gewährleistet, dass der Angeklagte erst wieder auf freien Fuß gesetzt wird, wenn er keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit darstellen wird. Und das wird speziell in diesem Fall dann ganz genau geprüft. Zumal ist anzunehmen, dass der Täter, da die Taten im Ausland in Deutschland nicht angeklagt wurden, ausgeliefert wird. Und Belgien hat ein sehr strenges Sexualstrafrecht.

Eine geschlossene Psychiatrie ist kein Gefängnis für Straftäter, sondern eine Heilanstalt für Kranke. Der Täter verbüßt dort keine Strafe, sondern er wird doch medizinisch behandelt. Das ist ein Unterschied.
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#30

Re[2]: 29.3.2007 FF2 (Krefeld) & Vergewaltigungsfälle Eupen-Aachen-Köln-Düsseldorf

in Filmfälle 14.10.2010 01:44
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
Mercutio>Eine geschlossene Psychiatrie ist kein Gefängnis für Straftäter, sondern eine Heilanstalt für Kranke. Der Täter verbüßt dort keine Strafe, sondern er wird doch medizinisch behandelt. Das ist ein Unterschied.

du hast natürlich in einer gewissen Weise Recht. Aber manchmal ist diese Art der Unterbringung für die Täter die bessere Lösung für die Allgemeinheit.
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