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11.04.2012 FF3 (Kripo Koblenz) Doppelmord in Koblenz-Horchheim (= 6.6.2012 SF1)

RE: Re[2]: 11.04.2012 FF3 (Kripo Koblenz) Doppelmord in Koblenz-Horchheim (= 6.6.2012 SF1)
in Filmfälle 27.06.2013 21:39von TheWhite1961 • 1.160 Beiträge
Das Ende des Prozesses ist nah, die Anklage fordert in ihrem Pladoyer eine lebenslange Haft mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Am 02. July plädiert dann Verteidiger Johann Schwenn der sich im bisherigen Prozessverlauf erstaunlich ruhig und zahm gezeigt hat. Da hat man ihn im Kachelmann Prozess anders erlebt.

RE: Re[2]: 11.04.2012 FF3 (Kripo Koblenz) Doppelmord in Koblenz-Horchheim (= 6.6.2012 SF1)
in Filmfälle 30.06.2013 03:04von bastian2410 • 1.630 Beiträge
Das wird sich beim Plädoyer ändern, da bin ich mir sicher. Wird wohl seitens der Verteidigung eine Abrechnung mit den Ermittlungsbehörden. Zwar wurden keine Spuren von der Angeklagten am Tatort gefunden- die Aussage eines Zeugen, der die Schwiegertochter in der Tatnacht am Tatort gesehen haben will und der Versuch, sich ein falsches Alibi zu verschaffen, sprechen gegen die Angeklagte. Das ist Angriff die beste Verteidigung
Das Plädoyer der Staatsanwaltschaft: (2 Seiten)
http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...rid,616097.html
Zwei Fälle, die wieder einmal nachdenklich machen, gerade im Hinblick auf das Anhalterunwesen." (Zitat Zimmermann FF 3 17.01.1986)

RE: Re[2]: 11.04.2012 FF3 (Kripo Koblenz) Doppelmord in Koblenz-Horchheim (= 6.6.2012 SF1)
in Filmfälle 02.07.2013 22:30von ReusKloppGündogan • 6 Beiträge
Verteidigung fordert Freispruch von Henrike Schemmer
http://www.rhein-zeitung.de/region/koble...rid,617620.html

RE: Re[2]: 11.04.2012 FF3 (Kripo Koblenz) Doppelmord in Koblenz-Horchheim (= 6.6.2012 SF1)
in Filmfälle 03.07.2013 11:54von Heimo • 1.509 Beiträge
Ich kann als Grundlage für meine Einschätzung der Situation lediglich die (sachlichen) Zeitungsartikel heranziehen. Ich komme dann zum Schluss, dass eine Verurteilung der Angeklagten aufgrund der vorliegenden Sachlage eigentlich nicht möglich ist. Die Spurenlage halte ich für dürftig und die Zeugenbeobachtungen könnten tatsächlich durch die Sendung beeinflusst worden sein. Mich stört zwar der Versuch der Angeklagten, von ihrer Tochter ein Alibi abzuschnacken, aber deswegen muss sie noch lange nicht die Tat begangen haben.
Ich habe zwar nach den Bildern in der Zeitung und den Beschreibungen wenig Sympathien für die Angeklagte, eine Verurteilung zu einer Haftstrafe aber erschiene mir aufgrund der in der Zeitung geschilderten Umstände nicht gerechtfertigt.

RE: Re[2]: 11.04.2012 FF3 (Kripo Koblenz) Doppelmord in Koblenz-Horchheim (= 6.6.2012 SF1)
in Filmfälle 03.07.2013 17:42von ReusKloppGündogan • 6 Beiträge
Die Kammer wird sich aber zurecht fragen, warum ein externer Einbrecher 1. nicht einbricht 2. sich untypischerweise danach noch Zeit nimmt und den Schlüssel noch platziert 3. nichts raubt 4. nichts verwüstet 5. die Opfer unterschiedlich stark verletzt 6. bei der getöteten frau ein so genannter "overkill" stattfand 7. ausgerechnet 2 tage danach ein "verwandtenbesuch" stattfindet. 8. warum die angeklagte beim auffinden der leichen so genanntes "abweichendes verhalten" zeigte. 9. versucht wurde sich ein Alibi zu verschaffen, ohne dass zu dem Zeitpunkt schon ein Tatvorwurf bestand.9. Informationen/Angaben von der Angeklagten stückchenweise, immer an den jeweiligen Emittlungsstand angepasst, gemacht wurden. 10. diverse Vorgeschichten von Zeugen glaubhaft gemacht wurden, die auf einen Plan hindeuten.
Oftmals braucht es keine Sachbeweise wie DNA, Blutantragungen beim Täter etc. um auch ohne direkte Zeugen eine Verurteilung zu erreichen, sofern eine ganze Indizienkette wie in diesem Fall vorliegt und der Ehemann per Alibi ausgeschlossen werden kann (hat sich ja nachverfolgbar zum Tatzeitpunkt Apps aufs Handy geladen und zwar im Emsland) und die Kinder keinen Führerschein haben. Genauso führt nicht jeder noch so eindeutige Sachbeweis zur Verurteilung eines Täters, obwohl die Sache glasklar ist wie z.B. im Fall O.J.Simpson.

RE: Re[2]: 11.04.2012 FF3 (Kripo Koblenz) Doppelmord in Koblenz-Horchheim (= 6.6.2012 SF1)
in Filmfälle 03.07.2013 20:50von Heimo • 1.509 Beiträge
Zitat von ReusKloppGündogan im Beitrag #36
Die Kammer wird sich aber zurecht fragen, warum ein externer Einbrecher 1. nicht einbricht 2. sich untypischerweise danach noch Zeit nimmt und den Schlüssel noch platziert 3. nichts raubt 4. nichts verwüstet 5. die Opfer unterschiedlich stark verletzt 6. bei der getöteten frau ein so genannter "overkill" stattfand 7. ausgerechnet 2 tage danach ein "verwandtenbesuch" stattfindet. 8. warum die angeklagte beim auffinden der leichen so genanntes "abweichendes verhalten" zeigte. 9. versucht wurde sich ein Alibi zu verschaffen, ohne dass zu dem Zeitpunkt schon ein Tatvorwurf bestand.9. Informationen/Angaben von der Angeklagten stückchenweise, immer an den jeweiligen Emittlungsstand angepasst, gemacht wurden. 10. diverse Vorgeschichten von Zeugen glaubhaft gemacht wurden, die auf einen Plan hindeuten.
Das mag in TV-Filmen alles eine Rolle spielen, kriminalistisch sind das bestenfalls Indizien (und diese z.T. sehr schwach (Punkte 1-4, daraus ergibt sich für mich nicht zwangsläufig eine Schlussfolgerung). Ich greife auch mal Punkt 8 heraus. Die Gesetzgebung sieht nicht vor, wie und in welcher Form eine Person zu trauern oder zu empfinden hat. Das beweist überhaupt nichts. Punkt 7 ist gar kein Indiz. Die unterschiedlichen Verletzungen werden lediglich aufgrund der Interpretationen des nachgesagten Verhältnisses der beiden Frauen so gedeutet.
Punkt 9 (der erste von Deinen beiden Punkt 9) ist das einzige starke Indiz von den genannten, kann aber auch einen harmlosen Hintergrund haben, wir wissen es nicht.
Punkt 9 (der zweite von Dir): Vor Gericht braucht ein Angeklagter (anders als die Zeugen) nicht die Wahrheit zu sagen.
Es geht hier nicht darum, was ich glaube. Ich frage mich, inwiefern ist es dem Staatsanwalt und dem Gericht gelungen, eine schlüssige Version aufzubauen, nach der es zu einer Verurteilung reicht. Die Aussagen der Augenzeugen bzgl- der Sichtung des PKWs sind lt. der Artikel nicht frei von Zweifeln. Und inwiefern die Hunde ausreichen, um den Weg zur Angeklagten nachzuzeichnen, ist für mich fraglich. Eine lückenlose oder zumindest nahezu lückenlose Beweiskette sehe ich nicht (aufgrund der Zeitungsartikel, die für mich die einzigen verwertbaren Quellen sind). Aufgrund dieser Berichte glaube ich nicht an eine Verurteilung.

RE: Re[2]: 11.04.2012 FF3 (Kripo Koblenz) Doppelmord in Koblenz-Horchheim (= 6.6.2012 SF1)
in Filmfälle 03.07.2013 22:27von ReusKloppGündogan • 6 Beiträge

RE: Re[2]: 11.04.2012 FF3 (Kripo Koblenz) Doppelmord in Koblenz-Horchheim (= 6.6.2012 SF1)
in Filmfälle 03.07.2013 23:32von Heimo • 1.509 Beiträge
Zitat von ReusKloppGündogan im Beitrag #38
Darf ich dich, apart davon, nach deiner persönlichen Meinung fragen, ob du denkst, dass da die richtige Person auf der Anklagebank sitzt?
Ich bin vorsichtig mit Äußerungen in dieser Art. Ich halte es nicht für abwegig, dass sie dem engeren Kreis der verdächtigen Personen angehört, allerdings gründe ich das auf die Zeitungsartikel, die ich kenne, und bin deswegen in diese Richtung ein Stück beeinflusst. Ich bin mit Sicherheit aber nicht restlos überzeugt, dass sie es war.

RE: Re[2]: 11.04.2012 FF3 (Kripo Koblenz) Doppelmord in Koblenz-Horchheim (= 6.6.2012 SF1)
in Filmfälle 04.07.2013 20:48von TheWhite1961 • 1.160 Beiträge

RE: Re[2]: 11.04.2012 FF3 (Kripo Koblenz) Doppelmord in Koblenz-Horchheim (= 6.6.2012 SF1)
in Filmfälle 04.07.2013 22:55von TheWhite1961 • 1.160 Beiträge
Noch eine Anmerkung. Ich folge übrigens 100 Prozent der Argumentation von Reuskloppgündogan. Als Beispiel nenne ich den Doppelmord von Babenhausen, da wurden auch keine Spuren des verurteilten Täters gefunden. Auch da war es ein geplanter Doppelmord(besser gesagt Dreifachmord). Es wäre ja gerdaezu stümperhaft wenn der Täter bei einem geplanten Mord Spuren hinterlassen würde. Wenn man z. B. solch eine Tat mit einem Taucheranzug begeht hinterlässt man keinerlei Spuren. Die Indizien sprechen klar gegen die Angeklagte. Aber jedem seine Meinung!

RE: Re[2]: 11.04.2012 FF3 (Kripo Koblenz) Doppelmord in Koblenz-Horchheim (= 6.6.2012 SF1)
in Filmfälle 04.07.2013 23:12von bastian2410 • 1.630 Beiträge
@theWhite
nach einem erneuten Eintritt in die Beweisaufnahme muss idR auch neu plädiert werden, ausser die Prozessbeteiligten verzichten. Vor allem darf die Angeklagte in ihrem Schlusswort nochmal zu Wort kommen.
Ich finde Diskussion zwischen Heimo und unserem BVBler sehr interessant. Das sieht man mal, wie schwierig es ist, bei einer reinen Indizienlage, sich ein Urteil über Schuldig oder nicht schuldig zu bilden. Richtig ist, es liegen keine Beweise vor, aber- sind wir mal ehrlich- 90% der Prozesse bei schweren Straftaten sind Indizienprozesse. Es liegen zwei - für mich aus juristischer Sicht sehr belastende- Indizien gegen die Frau vor: Ihr Wagen wurde in der Tatnacht am Tatort gesehen und die Familienmitglieder- wie oben geschrieben- können als Täter ausgeschlossen. Zweitens: Das Beschaffen eines falschen Alibis wirkt immer belastend gegen einen Angeklagten- da es an seiner Glaubwürdigkeit zweifeln lässt. Das kann sogar einen Unschuldigen das Genick brechen und zur Verurteilung führen. Sollte es zur einer Verurteilung- wird dies Indiz in der Urteilsbegründung eine große Rolle spielen.
Der große Teil von Kloppo oben aufgeführten Indizien reichen selbstverständlich nicht für eine Verurteilung aus, da sie bei näherer Betrachtung wohl auf mehrere Personen im persönlichen Umfeld der Opfer zutreffen würden. Allerdings "kann" man bei zwei sehr starken Indizien dann andere- zunächst unscheinbare- anders gewichten. So hat sich das "Anpassen von Aussagen an Ermittlungsergebnisse" für mich zu einem weiteren schweren Indiz in der Verhandlung gegen die Angeklagte entwickelt- eine typisches und bekanntes Vorgehen von mutmaßlichen Tätern (die später auch verurteilt wurden), die ihre letzte Chance dann sehen, ihren Kopf nochmal aus der Schlinge zu ziehen.
Warten wir mal ab, was die erneute Zeugenbefragung ergibt. Es sind aber schon Leute mit weniger Indizien verurteilt wurden. Für mich reicht die Indizienlage für einen Schuldspruch aus. Das soll jetzt aber keine Besserwisserei oder ähnliches sein, die Postings von Kloppo und Heimo hatten durchaus Argumente, die für das Eine oder Andere sprechen.
Zwei Fälle, die wieder einmal nachdenklich machen, gerade im Hinblick auf das Anhalterunwesen." (Zitat Zimmermann FF 3 17.01.1986)

RE: Re[2]: 11.04.2012 FF3 (Kripo Koblenz) Doppelmord in Koblenz-Horchheim (= 6.6.2012 SF1)
in Filmfälle 05.07.2013 00:07von TheWhite1961 • 1.160 Beiträge

RE: Re[2]: 11.04.2012 FF3 (Kripo Koblenz) Doppelmord in Koblenz-Horchheim (= 6.6.2012 SF1)
in Filmfälle 09.07.2013 07:06von Heimo • 1.509 Beiträge
Zitat von bastian2410 im Beitrag #42
@theWhite
Das soll jetzt aber keine Besserwisserei oder ähnliches sein, die Postings von Kloppo und Heimo hatten durchaus Argumente, die für das Eine oder Andere sprechen.
Hallo,
ich empfinde das nicht als Besserwisserei. Ich in da jetzt eher erstaunt, dass ein Gericht dann doch bei aus meiner Sicht z.T. recht vagen Indizien zu einer Verurteilung neigen könnte.
Mich haben da Zeitungsartikel in Bezug auf die Zeugenbeobachtungen überzeugt, die davon sprechen, dass diese durch XY beeinflusst worden sind und damit deren Aussagegehalt zweifelhaft ist. Aber - und hier muss ich darauf verweisen - ziehe ich meine Skepsis aus den Zeitungsartikeln. Somit bin ich auch in meiner Ansicht manipuliert.

RE: Re[2]: 11.04.2012 FF3 (Kripo Koblenz) Doppelmord in Koblenz-Horchheim (= 6.6.2012 SF1)
in Filmfälle 09.07.2013 19:45von ReusKloppGündogan • 6 Beiträge
Das Argument mit der nachträglich schwereren Gewichtung von gewissen Indizien vor dem Hintergrund der Beschaffung eines falschen Alibis habe ich genau so gemeint, ich hatte es nur nicht in Worte gefasst.
Was ich allerdings noch anmerken muss: ich habe bei meinem Posting nicht bedacht gehabt, dass z.B. auch ein Auftagskiller von der Beschuldigten angeheuert worden sein könnte. Dies macht, so denke ich, der Jury auch Kopfzerbrechen. Denn das auszuschließen dürfte nicht ganz einfach sein. Jedoch hätte ich als Verteidiger genau darauf rumgeritten, dass es ein Auftragskiller war. Dem war aber anscheinend nicht so.
By the way: ich bin kein Jurist, aber habe schon eine zwei- bis dreistellige Zahl an Prozessen am Landgericht live mitverfolgt und war auch beim Indizienprozess Tipico-Mord vor Ort, wo der Verurteilte im Vorfeld der Verhandlung auch 3-4 mal einen an den Ermittlungsstand angepasste Version des Hergangs präsentierte und der Richter dies dem Angeklagten als Allererstes im gesamten Prozess vorhielt (Wortlaut: "Sie verstehen aber schon, dass man bei so einer häppchenweisen Informationspolitik hellhörig wird und Anklage erheben kann" ...womöglich auch mit der Hoffnung auf ein Geständnis, um den Prozess zu verkürzen).
By the way 2: Ein Herr U. Hoeneß, alias Saubermann und selbstreflektierend gesehen Massenliebling, der immer auf Außendarstellung bedacht ist, wird auch bald hier Forumsthema sein :)

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