#1

13.01.1984 FF3 (Kripo Koblenz) Mordfall Ingeborg Müller

in Filmfälle 08.02.2013 20:50
von der_kommissar • 71 Beiträge
In der Netakte steht zu diesem Fall, dass es zwar einen Tatverdächtigen gab, der Ausgang allerdings ungewiss ist. Im kürzlich erschienenen Buch von Kriminalkommissar Gerhard Starke mit dem Titel "Mehr werdet ihr nicht finden", wird dieser Fall aufgegriffen und als geklärt dargestellt.
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#2

Re: 13.01.1984 FF3 (Kripo Koblenz) Mordfall Ingeborg Müller

in Filmfälle 09.02.2013 07:28
von bd-vogel • 570 Beiträge
"Das ist ja schrecklich, in unserer Hütte - wer kann denn das nur sein?"

Ein fahndungsgebender Satz in diesem FF aus der Januarsendung 1984, xy-typisch hölzern ausgesprochen von der (Darstellerin der) Besitzerin einer ebenso hölzernen Wochenenddhütte nahe Rennerod im Westerwald, in deren ausgebrannter Ruine am 27. August 1983 eine verbrannte Leiche entdeckt wird.

Nach monatelangen Ermittlungen, über deren Hergang der FF und im Anschluß im Studiogespräch KHK Epper von der Kripo Koblenz berichtet, steht dann fest: Es handelt sich bei der Leiche um Ingeborg M. aus Bottrop, gut 200km vom Fundort entfernt, die zuletzt am 23. August 1983 gesehen wurde, als sie in einem auffälligen Kleid ihre Wohnung verließ. Es werden Zeugen gesucht, die die Frau nach diesem Zeitpunkt noch gesehen haben.

Zu Beginn der folgenden XY-Sendung vom 24. Februar 1984 gibt es ein sehr konkretes "Zwischenergebnis" (wie Ede es selbst klassifiziert) zu vermelden:
Aufgrund der Zuschauerhinweise nach der Januarsendung sei ein Mann ermittelt worden, der das Opfer seit Jahren kannte und "auch mehrfach mit ihr in der Umgebung des späteren Leichenfundorts gesehen" worden sei (O-Ton Ede). Gegen den daraufhin festgenommenen Mann sei "vom Amtsgericht Koblenz inzwischen Haftbefehl" erlassen worden, da der dringende Verdacht bestehe, daß er etwas mit dem Tod des Opfers zu tun habe.
Ein Foto dieses Verdächtigen namens Friedel van A. wird in der daraus erwachsenen Rückblicksfahndung ausgestrahlt (nebst einem Foto seines grünen BMW mit Westerwälder Kennzeichen, den er im fraglichen Zeitraum benutzte), verbunden mit der Frage, wo der Mann sich im fraglichen Zeitraum, "vielleicht in Begleitung von Ingeborg Müller", aufgehalten hat. Zimmermann betont ausdrücklich, daß entsprechende Hinweise natürlich auch zur Entlastung des Verdächtigen beitragen könnten.

Soweit mein Kenntnisstand aus XY-Sendungen (wenn ich nichts übersehen habe, wurde später zu diesem Fall nichts mehr berichtet?).

Nun glaube ich mich aber zu erinnern, daß der im XY-Update vom 24.2.1984 namhaft gemachte Verdächtige Friedel von A. am Ende tatsächlich überführt werden konnte und verurteilt wurde (ich glaubte, im "alten" Xy-Forum, also so vor 6-7 Jahren, habe dazu mal jemand was geschrieben? Konnte es aber im Archiv der alten Forenposts jetzt nicht finden) - einen belastbaren Beleg dafür hab ich aber auch nicht.

Insofern ist Dein Hinweis, Benutzer "der_kommissar", auf das Buch von Gerhard Starke (ein damals an den Ermittlungen beteiligter Kriminalbeamter?) sehr interessant - könntest Du uns die genaue bibliographische Angabe (also mit genauen Seitenzahlen, wo man es nachlesen kann) liefern? Und zusammenfassen, was dort zu lesen ist?
(Und/oder stell uns doch auch im anderen Forumsbereich das Buch insgesamt kurz vor)

Viele Grüße,
Bernhard.
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#3

Re: 13.01.1984 FF3 (Kripo Koblenz) Mordfall Ingeborg Müller

in Filmfälle 09.02.2013 11:22
von der_kommissar • 71 Beiträge
Hallo,

hier wie gewünscht die Details: Im Buch heißt das Kapitel "Die unbekannte Tote", Seite 151 - 172. Story: Ein Jagdpächter findet in einem ausgebrannten Bauwagen ein Sekelett. Zuerst denkt die Polizei an einen Landstreicher, der mit einer brennenden Zigarette eingeschlafen ist. Allerdings stellt man schnell fest, dass die komplette Bekleidung fehlt, was eher auf ein Verbrechen schließen lässt. Bei der Obduktion wurde das Alter aufgrund des geringen Verschleißes der Zähne auf max. 30 Jahre geschätzt. Da man mit dem geschätzten Alter falsch lag, wurde keine vermisste Person gefunden, die auf die unbekannte Tote passen könnte. Auch die veröffentlichung des Zahnschemas brachte keinen Erfolg. In der Asche des Bauwagens fand man allerdings eine Gürtelschnalle. Bei der weiträumigen Absuche des Tatorts fand man etwas entfernt eine weitere Feuerstelle, an der einige Kleiderstücke verbrannt wurden, u.a. fand man Reste eines bunten Sommerkleids. Das Kleiderbündel war mit einem Mikrofonkabel verschnürt. Nachdem monatelang nichts vorwärts ging, wurde im Dezember die Polizei in Bottrop auf das bunte Sommerkleid aufmerksam, wurde dort doch eine Frau seit Ende August vermisst, die zuletzt ein solches trug. Die Vermisste aus Bottrop war 40 Jahre alt und konnte anhand des Zahnschemas identifiziert werden. Von Beruf war sie Propagandistin. Der Verlobte der Frau sagte aus, dass er nach einem Kegelabend nach Hause kam und seine Frau sei nicht zu Hause gewesen. Er habe sie seither auch nicht wieder gesehen. Durch einen Hausangestellten kam man auf die Spur eines ehemaligen Liebhabers, welcher die Trennung nicht verkraften konnte und der Frau deshalb nachstellte. Er sah sie des öfteren mit einem Mann, welchen er schließlich durch einen Privatdetektiv überprüfen ließ. Den Namen des Mannes konnte er so der Polizei mitteilen. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass dieser Mann eine Kneipe im Westerwald, wenige Kilometer vom Fundort der Leiche betrieb und kurz nach dem Auffinden der Leiche von dort weggezogen ist. Bei weiteren Ermittlungen im Umfeld des Kneipenwirtes kam heraus, dass dieser sein Geld hauptsächlich mit Hehlerei verdient. Ein weiterer Komplize sagte aus, dass die Tote dem Wirt Geld lieh, damit der aus dem Ausland gestohlenen Schmuck erwerben konnte. Dieses Geld forderte sie nun zurück und drohte mit der Polizei. Das war dann auch das Motiv, warum die Frau sterben musste. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Kneipenwirts fand man ein Stück Mikrofonkabel, dessen Schnittstelle zu dem am Tatort gefundenen Kabel passte, ausserdem fand man eine Tankquittung, welche am Tag des Verschwindens am Wohnort der Frau ausgestellt wurde. Am Ende wurde der Verdächtige zu lebenslanger
Haft verurteilt, ohne jedoch ein Geständnis abgelegt zu haben. Dem Komplizen konnte keine Tatbeteiligung am Mord nachgewiesen werden.

Soweit die Story im Buch.

Hier die Parallelen zum Filmfall:

- Tatort lag im Westerwald
- Brandstelle wird von einem Jäger entdeckt
- Leiche war unbekleidet
- buntes Sommerkleid wurde in der Nähe bei einer weiteren Brandstelle entdeckt
- Vermisste stammte aus Bottrop
- Beruf war Propagandistin
- Frau brachte ihren Freund zum Kegeln und verschwand dann

Am Ende des Buches steht geschrieben, dass sich die Taten alle so zugetragen haben, nur Namen wurden verändert und ggf. auch die Handlungsorte, wenn dadurch Rückschlüsse auf den Täter möglich waren.

Der Autor, Gerhard Starke, ist laut Buch Mitarbeiter beim Kommissariat K1 der Kripo Koblenz gewesen.
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#4

Re: 13.01.1984 FF3 (Kripo Koblenz) Mordfall Ingeborg Müller

in Filmfälle 10.02.2013 06:42
von TheWhite1961 • 1.160 Beiträge
Nach dem Verdächtigen -sein Name lautet Friedel van A. - wurde in der Folgesendung mit einem Fahndungsfoto gesucht.
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#5

Re[2]: 13.01.1984 FF3 (Kripo Koblenz) Mordfall Ingeborg Müller

in Filmfälle 13.02.2013 23:47
von bd-vogel • 570 Beiträge
TheWhite1961>Nach dem Verdächtigen -sein Name lautet Friedel van A. - wurde in der Folgesendung mit einem Fahndungsfoto gesucht.

Ja (das schrieb ich auch oben bereits).

@der_kommissar:
Vielen Dank für die ausführliche Zusammenfassung - danach kann man, so denke ich, davon ausgehen, daß es sich bei dem im Buch geschilderten Fall zweifellos um diesen XY-Fall hier handelt, der also als GEKLÄRT abgehakt werden kann. Danke für Deine Recherche!
Vielleicht findet Bastian noch etwas zum Gerichtsverfahren.

Für Interessierte nochmal die genauen bibliographischen Daten zu dem Buch, daß ich mir inzwischen auch bestellt habe:

Gerhard Starke/Christoph Kloft: Mehr werdet Ihr nicht finden. Authentische Fälle eines Kriminalhauptkommissars. Militzke-Verlag, Leipzig 2012. (ISBN 978-3-86189-852-8.)

Viele Grüße,
Bernhard.
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