Diskussionen und Thesen ohne die Akten je zum Fall gesehen zu haben sind etwas ermüdend.
Ich warne davor, sämtliche alten Berichterstattungen sowie Gutachten als
" fehlerfrei' zu deklarieren.
Jeder, der sich mit XY intensiver beschäftigt hat, kennt den geschilderten Fall, den ich als sehr ungewöhnlich betiteln würde.
Den Fall habe ich damals als Teenager "live" im TV gesehen und ich fand ihn schwer verständlich und (hier tanze ich sicherlich aus der Reihe) als viel zu spekulativ.
Mir fehlte hier eindeutig der Blick auf den damaligen Zustand des Opfers als möglicher Erklärungsansatz. Ein mögliches Motiv für Fremdverschulden ist nicht richtig erkennbar. Zumal beim Opfer "nichts zu holen" war. Ein mysteriöses Leben für mich nicht ersichtlich...
Meiner Meinung nach wurde sich viel zulange an der Buchstabenkombination aufgehalten sowie ein Gutachten zur Grundlage genommen, dass von einem Überfahren des Opfers spricht.
Fakt ist: Es gibt keinen eindeutigen (!) Beweis eines Fremdverschuldens. Alle Ermittlungen führten ins Leere. Das heißt sicherlich nicht, dass es ein Unfall war, aber die neuen Anhaltspunkte sprechen eindeutig dafür und reihen sich förmlich in die vorhandene Aktenlage ein.
Allein die (nicht auffindbare?) Buchstabenkombination dürfte ganze Aktenschränke mit möglichen Erklärungsansätzen füllen. Jahrzehntelange Ermittlungen in jegliche andere Richtungen ergaben aber keine neuen Erkenntnisse, was letzten Endes eher immer wieder die Unfalltheorie bekräftigt.
Es verblieben also die Aussagen des Opfers selber, die alleine noch die These erhalten haben. ( Bei den Aussagen der LkW- Fahrers bzgl. eines Mannes, der um den Wagen stand, kann es sich möglicherweise um das Opfer selbst gehandelt haben. Hier kenne ich die dazugehörige Aktenlage nicht.)
Die neuerliche kriminalistische Untersuchung sowie zwei unabhängige Gutachten widersprechen aber nun mal einem Fremdverschulden eindeutig . Hier von einer Absicht auszugehen, dass man die Akten schließen will, wird der Sache meiner Meinung nach nicht gerecht.
Von einem Überfahren des Opfers, wie im ersten Gutachten erwähnt, ist keine Rede mehr, so dass sich der Ermittlungsstand deutlich vetändert hat.
Restzweifel werden sicherlich bleiben; vom Gefühl her würde ich diese aber als eher niedrig ansiedeln.
Meiner Meinung nach ist der Fall eher ein tragischer Unfall eines Menschen, der schwer erkrankt war. Er hat sich dann zu einem Mordfall durch das Verhalten des Opfers "verselbstständigt".
Es ist nur meine Meinung. Ich empfinde die Einstellung nur nicht als Skandal, sondern als logische Konsequenz. Mehr kann ein Staat m.E. mit so einem Fall nun wirklich nicht machen.
@bastian2410
Die Frau des Opfers ist laut Presse verstorben; die Tochter müsste ca. 45 Jahre alt sein. Ob sie gegen die Einstellungen der Ermittlung Einspruch erheben kann...da bist du der Fachmann.
VG und alles Gute!