Puh, in meinen Augen war das gestern eine ziemlich sinnlose Sendung...
Gut noch der Tote unter der Brücke: aktuell, konkret, prägnant dargestellt. Daumen hoch.
Dann die Tote in den Dünen.
Vorneweg, doch es gibt immer wieder Fälle, bei denen die Todesursache nicht ermittelt werden kann, solche Fälle hatten wir auch schon bei XY. Ich erinnere mich dunkel an einen Fall aus den 80er. Viel seltsamer finde ich, dass man das Alter der Frau nicht genauer einschätzen konnte, obwohl die Leiche ja noch "frisch" war. Toll, dass der Gerichtsmediziner den Ermittlern den Zahnstatus zukommen lassen will, noch besser wäre gewesen, wenn sie diesen auch mit in die Sendung gebracht hätten.
Dann die völlig sinnfreie Szene mit dem "Übernachtungsauto"... was soll das, bitteschön?
Weiter geht es mit dem langatmigen Telefonat mit der Schlüsselfirma mit dem Ergebnis, dass man erfährt das der Schlüssel nach Bottrop geliefert wurde, mehr nicht. Warum wird die Firma verschwiegen, warum weiß man nicht, wo die Schließanlage verbaut wurde? Es wurde ja nicht das Archiv der Schlüsselfirma zerstört, sondern das des Kunden... seltsam.
Dann Auftritt der niederländischen Polizei. Es werden die Narben der Toten im Schnelldurchgang aufgezählt. Früher hätte man deren Lage und Größe an einer Zeichnung erklärt. Apropos Narben: Weiß man, ob die Frau ein Kind zur Welt gebracht hat? Was ist mit dem o.g. Zahnstatus und der "umfangreichen Sanierung" von der der Gerichtsmediziner berichtete...? Weiter geht es im Schnelldurchgang, in dem die Kleidungsstücke von quer oben auf Bildschirmen abgefilmt werden. Sicher spektakulär, aber wenig hilfreich. Warum nicht länger eingeblendet, warum nicht im Original?
Und was war früher IMMER am Ende einer Fallbesprechung? Richtig, die Belohnung, und wenn es nur die vom ZDF spendierten 1.000 Mark waren.
Bei diesem Fall? Nichts und tschüss.
Es folgt ein kurzer SF mit der Suche nach einem Berufsverbrecher: aktuell, konkret, prägnant dargestellt. Daumen hoch.
Belohnung? Cerne schweigt sich auch hier dazu aus...
Dann Überfall auf die Witwe: Langatmige Darstellung des Alltags und sinnfreie Nebenhandlungen (Postbote).
Ja, der Fall ist tragisch und ob der Gewalt verstörend, aber man hat nur einen groben Tatzeitraum, eine unbrauchbare Täterbeschreibung und die vage Hoffnung, dass der Ehering, von dem man auch kein Bild oder Zeichnung hat, nach 1 1/2 Jahren noch nicht eingeschmolzen ist.
Es geht ganz offenkundig darum, mit der Darstellung Mitwisser zu mobilisieren und dafür wird endlich auch mal wieder die Belohnung genannt.
Die "ganz groben Lederhandschuhe" könnten übrigens sog. PU Montagehandschuhe gewesen sein, wie sie bei ebay massenweise angeboten werden.
Kurzer SF nach einem Brandstifter, wieder mit Belohnung und kurzem Film diverser Ü-Kameras.
Halbzeit, mit den Leuten, die für die Redaktion mitdenken, wie dem Zahnarzt, der sicher auch auf den Zahnstatus vergeblich gewartet hat...
Dann verspricht Cerne ein "Update" zu einem Cold Case aus Köln. Der Zuschauer ist gespannt.
Er bekommt nochmal einen Zusammenschnitt des alten FF zu sehen.
Dann bekommt er nochmal die Fragen zu dem Fall serviert.
Dann wird die Belohnung genannt.
Und dann..... fragt sich der Zuschauer: WO IST DAS UPDATE?
Das war ein RELOAD, aber kein Update!
Dann wieder ein Cold Case mit einem toten Säugling.
Bemerkenswert, dass sich hier mal wieder jemand aufgrund der Vorabberichterstattung gemeldet hat.
Der Zeuge wollte damit die Ausstrahlung seiner Stimme verhindern, was aber nach hinten los ging, weil das ZDF diese bereits im FF verarbeitet hat und diesen kurzfristig nicht mehr ändern konnte. Pech.
Trotzdem fragt man sich, was die aufwendige Inszenierung nach 20 Jahren bringen soll. Selbst wenn man die Mutter oder Eltern identifizieren könnte, wird es zu keiner Anklage bzw. Verurteilung kommen, siehe Fall Lolita Brieger.
Selbst das namenlose Grab dürfte mittlerweile aufgelöst sein...
Solche tragischen Fälle gibt es immer wieder, aber dann müssen diese zeitnah (!) in die Sendung, so wie früher (oft als letzter Fall) und nicht nach 25 Jahren langatmig inszeniert werden.
Belohnung? Fehlanzeige.
Dann der Rewe-Fall, der sich super als SF gemacht hätte: Täterbeschreibung, ÜK-Filme und Ünlü-Tütü... ähhh Ünlü-Tüte.
Dafür hätte KOK Peters nicht extra nach München reisen müssen (ich dachte zuerst, da kommt eine Praktikantin an den Tisch) und uns wäre der gefühlsgeschwängerte Filmfall genauso erspart geblieben, wie auch Cernes peinliche Frage, ob die Belohnung nicht doch noch erhöht wurde, kurzfristig. OMG.
Hoffen wir auf die nächste Sendung, die Hoffnung stirbt bekanntlich als letztes.
JB