#31

RE: Sendung vom 08.04.2015

in XY-Hauptsendungen 16.04.2015 17:59
von LD-X 733 • 112 Beiträge

Einverstanden, Punker, eine zweite Chance hat jeder verdient. Aber Thomas Drach ist bei seinem Vorstrafenregister inzwischen bei der 5. Chance angelangt. Wenn man die haben will, muss man sich ihrer auch würdig erweisen. Dazu gehört 1. Reue. Haben wir bisher von Thomas Drach nicht gehört. 2. Das Opfer um Entschuldigung bitten. Drach hat sein Opfer Reemtsma im Gerichtssaal verhöhnt: "Stell disch nit so an! Hastes doch joot jehatt in d'r Keller. Häs doch immer noch jenoch Kohle öwwerisch. Wirst doch emol en Spässje verstonn!" 3. Wiedergutmachung: er schuldet Reemtsma 30 Millionen Mark bzw. 15 Mio. Euro (plus Zinsen). Drach geriert sich so als hätte er das Geld durch seine 15 Jahre Knast "verdient". Deshalb finde ich es richtig dass er durch Reemtsmas Privatdetektive, Presse, und auch Polizei und Justiz einem Verfolgungsdruck ausgesetzt wird.

Eine zweite Obduktion von Koszics´ Leiche durch deutsche Gerichtsmediziner ist geplant. Ob wir danach mehr über die Todesursache erfahren?


Schließlich rutscht sie über ein paar Gelegenheitsjobs in die Prostitution. (Isolde in XY 227 FF 2)
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#32

RE: Sendung vom 08.04.2015

in XY-Hauptsendungen 17.04.2015 10:43
von Punker • 379 Beiträge

@LD-X 733
Dann hätte ich mal eine Frage:
In dem dargestellten Fall bei XY könnte eine Hypothese aber Mord lauten.
Ich wiederhole nochmal…MORD. Oder nicht?


XY käme doch in Teufels-Küche, aktuelle Bilder von einer Person auszustrahlen, wobei kein dringender Tatverdacht besteht.

Es ist ja noch nicht mal geklärt, dass es sich überhaupt um Mord handelt!

Hier sehe ich, laut dargestellter Aktenlage, keinen direkten Zusammenhang mit der Person Thomas Drach.

Ansonsten würde doch die reinste Willkür entstehen…und es gäbe keinen Persönlichkeitsschutz.
Du musst doch einen Tatverdacht herleiten können.
Stell Dir vor, jemand würde von Dir ein Bild im TV veröffentlichen und sagen: „Vielleicht hat der ja was damit zu tun…“.
Würdest Du das so hinnehmen?


zuletzt bearbeitet 17.04.2015 22:30 | nach oben springen

#33

RE: Sendung vom 08.04.2015

in XY-Hauptsendungen 17.04.2015 22:39
von Punker • 379 Beiträge

Nur zur Info:
Wer sich im Zusammenhang mit dem FF Koszics mit der Reemtsma-Entführung auseinandersetzen oder informieren will, dem kann ich durchaus das Buch "Im Keller" vom Opfer, Jan Philipp Reemtsma, empfehlen.

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#34

RE: Sendung vom 08.04.2015

in XY-Hauptsendungen 20.04.2015 18:27
von LD-X733 • 5 Beiträge

So wie es aussieht wird die Selbstmord-/Unfall-Theorie vor allem von den portugiesischen Behörden vertreten. Sie wussten nicht um wen es sich handelt. Ein ausländischer Pensionär ist besoffen die Klippe hinuntergestürzt, fertig. Es ist verständlich, dass sie nach dem PR-Desaster im Fall Madeleine McCann im gerade 25 km entfernten Praia da Luz nicht schon wieder einen Kriminalfall an der Backe haben wollen, der über Monate Negativschlagzeilen macht. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in dieser Region, und es ist schlecht fürs Geschäft wenn sich der Eindruck verfestigt, dass an der Algarve überall Kindesentführer und Mörder lauern. So sind sie über den Wunsch nach einer zweiten Obduktion alles andere als erbaut.
Für Kommissar Meinke, der Wolfgang Koszics´ Vorgeschichte kennt, sind es dagegen "ein paar Merkwürdigkeiten zuviel". Dieser Satz, und die Tatsache, dass ein aufwendiger 23-Minuten-Film für XY gedreht wird, deutet darauf hin dass die deutschen Behörden eher von Foul Play ausgehen.

Die im Film gezeigten Videosequenzen mit Thomas Drach waren ausschließlich historisch, sie stammten von Gerichtsterminen und von seiner Haftentlassung. Im Kommentar wurden lediglich Fakten genannt, es gibt überhaupt keinen Zweifel dass er der Haupttäter bei der Reemtsma-Entführung war. Er wurde aber nicht als Tatverdächtiger im ungeklärten Todesfall Koszics präsentiert.
Nein, ich bin nicht der Ansicht, dass man unbescholtene Bürger und mehrfach rechtskräftig verurteilte Schwerstverbrecher "gleichstellen" sollte.
Ja, ich finde dass es mit der Privatsphäre für Kriminelle in diesem Land weit übertrieben wird, erkennbar daran, dass so etwas in anderen freiheitlichen Demokratien völlig undenkbar wäre. Wenn man Verbrechen vom diesem Kaliber begeht sollte man sich darauf einstellen, dass es mit der Privatsphäre fortan vorbei ist. Schließlich: warum wird es so selektiv gehandhabt? Warum wird Drach verpixelt, andere, die weit weniger gravierende Straftaten begangen haben aber nicht?

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#35

RE: Sendung vom 08.04.2015

in XY-Hauptsendungen 06.03.2016 14:52
von Ede-Fan • 598 Beiträge

Falls der Verdacht vorhanden ist, daß es im Fall Koszics noch um größere Beträge aus der Reemtsma-Entführung ging, so dürfte dieser Verdacht durch den folgenden Artikel, in dem berichtet wird, daß bereits ein Jahr vor Koszics Tod das letzte Drach-Depot geräumt wurde, zerstreut werden:

welt.de vom März 2016: Thomas Drach - Jan Philipp Reemtsmas Entführer ist pleite


Thomas Drach

Jan Philipp Reemtsmas Entführer ist pleite

Zwei Jahre auf der Flucht, 15 im Gefängnis – und kein Geld übrig: Dem Reemtsma-Entführer bleibt nichts von seinem Verbrechen. Bei einer LKA-Aktion in Uruguay wurde sein letztes Depot sichergestellt.

Von Per Hinrichs

Am Ende hat sich das Verbrechen doch nicht gelohnt. Der Entführer des Hamburger Mäzens Jan Philipp Reemtsma, Thomas Drach, ist pleite; das verbliebene Lösegeld ist entweder von Dritten verprasst oder sichergestellt worden. Davon gehen das Hamburger Landeskriminalamt (LKA) und die Sicherheitsfirma Espo, die im Auftrag Reemtsmas weltweit nach dem Lösegeld fahndete, nach Informationen der "Welt am Sonntag" aus.

Was Drach bis heute nicht weiß: Sein wohl letztes Geld-Depot in Uruguay haben die Fahnder bereits im Jahr 2013 ausgeräumt. In einer geheimen Aktion stellten Espo-Ermittler 459.900 Dollar bei der Banco República von Punta del Este in einem Schließfach mit der Nummer B2-38 sicher. Möglich gemacht hatte das ein von der Espo erwirkter Pfändungstitel des Landgerichts Hamburg.

Gemeinsam mit Beamten der Abteilung 4 des Hamburger LKA reisten die Wiesbadener nach Punta del Este. Zusammen räumten sie Drachs Rentenrücklagen Dollarbündel für Dollarbündel aus dem Schließfach. Die Jagd nach dem Lösegeld ist offiziell beendet.

Drach hatte 1996 bei der Entführung Reemtsmas 15 Millionen D-Mark und 12,5 Millionen Schweizer Franken erpresst, das höchste gezahlte Lösegeld in der deutschen Kriminalgeschichte. Das Opfer verarbeitete seine Erlebnisse 1997 in dem Buch "Im Keller".

In Argentinien wurde Drach gefasst

Die Firma Espo, die von ehemaligen Kriminalisten des Bundeskriminalamts geleitet wird, hat das Umfeld des Hauptentführers Thomas Drach durchleuchtet, mit Zeugen gesprochen und den Weg der Geldwäsche rekonstruiert. Am Ende ist der genaue Verbleib von sechs Millionen D-Mark und sechs Millionen Schweizer Franken unklar geblieben; sie sind vermutlich längst ausgegeben worden.

Drach, ob im Gefängnis oder frei, war stets im Visier seiner Jäger. Nachdem seine traumatisierte Geisel am 27.April 1996 nach 32 Tagen freikam, tauchte er über Frankreich, Bulgarien und Australien nach Argentinien ab. Dort wurde er 1998 festgenommen.

Zwei Jahre saß Drach in Argentinien, 13 weitere in Hamburger Haftanstalten ab. Um 15 Knast-Jahresringe reifer, zog der entlassene Mittfünfziger im Oktober 2013 nach Ibiza. Am Rande von Ibiza-Stadt fand er Unterschlupf bei Hans-Georg, einem Freund aus Hafttagen. Dessen abgeschirmt gelegene, durch Mauern und Rottweiler geschützte Finca bot Drach Sicherheit, Sonne und einen Swimmingpool. Dort ist er wieder ausgezogen und soll sich jetzt im deutsch-niederländischen Grenzgebiet aufhalten.

Am Ende blieb Drach nach zwei Jahren Flucht und 15 Jahren Haft nur eine schwarze Null. Die 30 Millionen aus der Lösegeldquelle Reemtsma versickerten nach Ermittlungen des Hamburger LKA, der Staatsanwaltschaft Aachen und Espo Million um Million in den Niederungen seiner kriminellen Helferszene. Einem Biotop, in dem eine Krähe der anderen das Auge aushackt.

Drei Gründe, warum die Beute immer kleiner wurde

Drei Faktoren ließen die Beute immer kleiner werden: Es begann mit Drachs Tathelfer-Trio, das fünf Millionen des Lösegelds für sich beanspruchte. Im zweiten Akt forderte die Geldwäsche ihren Tribut. Ein unvermeidlicher Aderlass, da ein Großteil der 27.500 Noten des kriminellen Jackpots mit Nummer und Foto erfasst war.

Drachs Wäscher verloren beim Tausch der heißen Scheine in Ostblockländern und Russland rund 75 Prozent des Nennwerts, den bei solchen Geschäften üblichen Satz, wie ein Espo-Sprecher weiß. Im Heißwaschgang schrumpfte der große Batzen also auf rund sechs Millionen US-Dollar zusammen.

Nicht viel für den dritten und letzten Akt. Nahezu zwei Jahrzehnte lang musste ein gieriges Dutzend um Bruder, Freunde und Geliebte versorgt werden. Allein die Honorare seiner Anwälte und der bulgarischen Geldwäscher, allesamt polizeibekannte Kriminelle, rissen vermutlich ein Loch von rund zwei Millionen in Drachs Portfolio.

Und dann kassierte der gealterte Gangster noch einen Tiefschlag, den ihm sein Treuhänder und Anwalt Günter S. verpasste. Drach überließ seinem Vertrauten eine halbe Million Dollar zur Anlage. Doch das Geld schmolz wie Schnee in der Sonne. Ein Fonds in Liechtenstein schrumpfte den Betrag auf 170.000 Dollar. Auch diesen Rest-Betrag griffen andere ab.

Und die sechs Millionen noch vermissten Schweizer Franken sind, falls sie noch in einem Depot versteckt sein sollten, völlig wertlos geworden. Es handelt sich um eine aus dem Zahlungsverkehr zurückgezogene Serie, die nur noch bei der Schweizer Zentralbank umtauschbar ist. Ein solcher Versuch würde sofort erkannt und verfolgt werden

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#36

RE: Sendung vom 08.04.2015

in XY-Hauptsendungen 05.02.2019 07:20
von Sherlock_Holmes • 3 Beiträge

Gibt es noch ahnlich gelagerte Fälle wie der von Joachim Szieleit (Der Tote)? Ich meine damit keine Morde an Autohändlern sondern die konspirative Lebensführung des Opfers.

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#37

RE: Sendung vom 08.04.2015

in XY-Hauptsendungen 05.02.2019 20:06
von Ede-Fan • 598 Beiträge

Zitat von Sherlock_Holmes im Beitrag #36
Gibt es noch ahnlich gelagerte Fälle wie der von Joachim Szieleit (Der Tote)? Ich meine damit keine Morde an Autohändlern sondern die konspirative Lebensführung des Opfers.


Auf Anhieb fallen mir zwei nur eher ähnlich gelagerte Fälle ein:

- FF 1 vom 24.01.1969: Josef Gaum lebte nach dem Verschinden aus seinem bürgerlichen Leben eher konspirativ

- FF1 vom 09.06.2010: Das Opfer, Karl D., lebte als Rentner ein gewisses Nomadenleben ohne Mobiltelefon. Die ansatzweise nachvollzogene Reiseroute des Opfers würde ich als hochominös bezeichnen.

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#38

RE: Sendung vom 08.04.2015

in XY-Hauptsendungen 07.02.2019 06:14
von Ede-Fan • 598 Beiträge

Zitat von Ede-Fan im Beitrag #37
Zitat von Sherlock_Holmes im Beitrag #36
Gibt es noch ahnlich gelagerte Fälle wie der von Joachim Szieleit (Der Tote)? Ich meine damit keine Morde an Autohändlern sondern die konspirative Lebensführung des Opfers.


Auf Anhieb fallen mir zwei nur eher ähnlich gelagerte Fälle ein:

- FF 1 vom 24.01.1969: Josef Gaum lebte nach dem Verschinden aus seinem bürgerlichen Leben eher konspirativ

- FF1 vom 09.06.2010: Das Opfer, Karl D., lebte als Rentner ein gewisses Nomadenleben ohne Mobiltelefon. Die ansatzweise nachvollzogene Reiseroute des Opfers würde ich als hochominös bezeichnen.


Außerdem fällt mit noch FF2 vom 02.04.2008 (Mord an Ralfs K. (Der Tote im Teppich)) ein. Der Lette lebte illegal in Köln-Porz und hatte Kontakte nach Lettland und Rußland.

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#39

RE: Sendung vom 08.04.2015

in XY-Hauptsendungen 07.02.2019 09:55
von Sherlock_Holmes • 3 Beiträge

Vielen Dank, werde ich mir auf Youtube anschauen.

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