#1

17.04.2013 FF1 (Kripo Osnabrück) Mordfall Christina (von 1987)

in Filmfälle 30.04.2013 20:59
von bd-vogel • 570 Beiträge

Zu diesem bedrückenden Fall aus der April-Sendung 2013 gibt es einen längeren Hintergrundartikel in der NOZ:
Der Mord an der neunjährigen Christina aus Osnabrück (Neue Osnabrücker Zeitung vom 22.7.2012)

Unter dem Artikel kann man über Links weitere NOZ-Originalartikel über den Fall von 1987 und 1997 als PDF aufrufen.

Bernhard.


...und damit verliert sich zunächst seine Spur.

zuletzt bearbeitet 30.04.2013 21:09 | nach oben springen

#2

RE: 17.04.2013 FF1 (Kripo Osnabrück) Mordfall Christina (von 1987)

in Filmfälle 17.09.2013 21:35
von Hoffnung • 2 Beiträge

Dieser Fall ist gelöst:
http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/art...re-ermittlungen

''Polizei gab Hoffnung nie auf
Mordfall Christina: Rückblick auf 25 Jahre Ermittlungen
Vom 17.09.2013, 09:07 Uhr

Osnabrück. Ab 11 Uhr will die Polizei in Osnabrück in einer Pressekonferenz über die Hintergründe zur Ergreifung des mutmaßlichen Mörders von Christina informieren. Er soll das Mädchen vor 25 Jahren umgebracht haben. Noz.de berichtet live. In dem Vierteljahrhundert hat die Polizei die Hoffnung nie aufgegeben, den Täter zu fassen. Hier die Hintergründe:

Hoffnung? Nein, die habe sie nicht mehr, sagte Christinas Mutter unserer Zeitung im Sommer 2012. „Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass der Täter trotz der guten Arbeit der Polizei nicht gefasst wird.“ 25 Jahre nach dem Mord an ihrer Tochter scheint es nun doch anders gekommen zu sein: Die Ermittler haben einen Mann festgenommen, er soll das Verbrechen gestanden haben .

Vergewaltigt, umgebracht und im Gebüsch liegen gelassen: Der Mord am 27. November 1987 erschütterte Osnabrück. Die kleine Christina, damals neun Jahre alt, war spät dran an diesem Freitag. Deswegen machte sie sich alleine auf den Weg zur Schule. Wie jeden Morgen ging sie über einen Schleichweg vorbei an verwilderten Hecken und Schrebergärten. Irgendwo hier muss der Mörder dem Mädchen aufgelauert haben. Zumindest fand die Polizei am Abend im Dickicht Christinas Leiche.

„Dieser Tatort war unser Dilemma“, sagte der damalige Leiter der Mordkommission unserer Zeitung fast ein Vierteljahrhundert später. „Wir hatten nie eine Spur. Nie.“ Obwohl die Kripo tage- und wochenlang rund um die Uhr arbeitete, konnte der Täter nie gefasst werden. Die Mordkommission wurde im Februar 1988 aufgelöst. Alle Spuren waren ausgewertet. Ohne Erfolg. „Nach Wochen, nach Monaten, nach Jahren war ich immer mal wieder am Tatort. Ich weiß, dass das komisch klingt. Erklären kann ich das nicht“, so Horst Kuhn im Sommer 2012. Der Fall der kleinen Christina ließ den Ermittler nicht los.

Kuhn ging in Pension, die rund 20 Akten zum Mordfall aber blieben auf der Polizeiwache am Kollegienwall in Osnabrück allgegenwärtig. Kuhns Nachfolger Uwe Hollmann und seine Kollegen nahmen sie immer wieder hervor, um die Frage zu beantworten, die sich ihr Vorgänger noch im Ruhestand stellte: „Habe ich damals irgendetwas übersehen?“ Nein. Zumindest fanden auch seine Kollegen keine neuen Ermittlungsansätze.

Bis in den April dieses Jahres. Hollmann rollte den Fall erneut auf. In einer Kiste im Keller der Staatsanwaltschaft Osnabrück lagerten die sichergestellten Gegenstände vom Tatort. Darunter auch Christinas Kleidungsstücke. Die schickte er an einen Spezialisten zur Untersuchung mit neuen Analysemethoden. Das Ergebnis: „Wir haben eine männliche DNA gefunden, die wir als mögliche Täter-DNA einstufen müssen“, sagte Hollmann.


Und:
http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/art...-stunden-verhor

''Mutmaßlicher Täter nicht vorbestraft
Mordfall Christina: Geständnis nach drei Stunden Verhör
Vom 17.09.2013, 12:27 Uhr

df/ski Osnabrück. Der mutmaßliche Mörder von Christina hat nach den Erkenntnissen der Ermittler keine weiteren Sexualdelikte oder andere Straftaten begangen. Das gaben Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt. Demnach habe der heute 45-Jährige bis zu seiner Festnahme „ein ganz unauffälliges Leben geführt“, wie es hieß.

Von Dirk Fisser und Sven Kienscherf

Nach den Angaben der Polizei ist der Mann verheiratet, hat keine Kinder und ging bislang einer geregelten Arbeit nach. Am Sonntag erfolgte die Festnahme, nachdem der 45-Jährige im Zuge eines Gentests der Polizei freiwillig eine Speichelprobe abgegeben hatte. Die DNA deckte sich laut Uwe Hollmann, Chef des zuständigen Fachkommissariats in Osnabrück, mit einer Spur auf einem Kleidungsstück der ermordeten Christina.

Nach rund dreistündigem Verhör am Sonntag brach der Mann laut Oberstaatsanwalt Hubert Feldkamp sein Schweigen und gestand das Verbrechen am 27. November 1987 . Demnach habe er Christina umgebracht, um die versuchte Vergewaltigung zu vertuschen.

Der sexuelle Missbrauch wird in der Anklage, die die Staatsanwaltschaft jetzt vorbereitet, keine Rolle spielen. Die Straftat ist verjährt. Aller Voraussicht nach wird die Anklage auf Mord lauten. Weil der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt erst 19 Jahre alt war, wird er sich vor einer Jugendstrafkammer verantworten müssen. Die Richter müssen sich dabei am Rechtsrahmen von 1987 orientieren. Das heißt: Im Falle einer Verurteilung droht dem 45-Jährigen eine Freiheitsstrafe von maximal zehn Jahren.

Wie auf der Pressekonferenz deutlich wurde, war der mutmaßliche Mörder bereits kurz nach der Tat im Fokus der Ermittler. Ein Zeugenhinweis habe sie auf seine Spur gebracht. Allerdings habe sich das Alibi zu diesem Zeitpunkt als wasserdicht erwiesen.

Nach der Ausstrahlung des Falls Christina in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ im April 2013 ging allerdings ein weiterer Hinweis ein, der wieder auf den 45-Jährigen hindeutete. So geriet er nach Angaben der Staatsanwalt in den erweiterten Kreis von 50 Personen, die zur freiwilligen Speichelprobe gebeten wurden. Die Ermittler betonten, dass der Fahndungserfolg erst durch die neue Kriminaltechnik möglich geworden sei.

Der mutmaßliche Mörder hat laut Uwe Hollmann freundlich reagiert, als die Polizei ihn zum Verhör bat. Sein Anwalt Frank Otten sprach am Rande der Pressekonferenz am Dienstag davon, dass sein Mandant erleichtert sei, nachdem er 25 Jahre mit dem Geheimnis gelebt habe. Er bereue die Tat. Eine Antwort auf die Frage nach dem Warum habe der mutmaßliche Mörder aber nicht geben können, betonte Oberstaatsanwalt Feldkamp.

Erleichtert zeigten sich auch die Ermittler, die davon ausgehen, den aufsehenerregenden Mordfall nach 25 Jahren geklärt zu haben. Michael Maßmann, Chef der Polizeiinspektion Osnabrück, sprach von einem „hohen Maß an Erleichterung“ und einem „gewissen Maß an Stolz“. Laut Oberstaatsanwalt Feldkamp sei der Fall für die Ermittler besonders wichtig gewesen. „Wir sind nicht nur Staatsanwälte und Polizisten, sondern auch Eltern.“''
Wenig später stand er im Studio der ZDF-Sendung „ Aktenzeichen XY “. 25 Jahre nach dem Mord rief er Zeugen auf, sich bei den Ermittlern in Osnabrück zu melden. Einige Dutzend Anrufe gingen ein. Ob darunter einer war, der zum mutmaßlichen Mörder führte, ist unklar. Nach Informationen unserer Zeitung ist aber sicher: Eine DNA-Untersuchung legte den Verdacht nahe, dass der Mann, der die Tat nun gestanden hat, in irgendeiner Form in den Mord an dem Mädchen verwickelt war. Am Sonntag erfolgte die Festnahme, wenig später nach unseren Informationen ein Geständnis. Im Laufe des Montags wurde der Mann dem Haftrichter vorgeführt, er sitzt in Untersuchungshaft.

Am Dienstag wollen Polizei und Staatsanwaltschaft eine Pressekonferenz abhalten. Hier sollen weitere Details zur spektakulären Wende in dem Mordfall bekannt gegeben werden. Im Sommer 2012 sagte der pensionierte Ermittler Kuhn: „Ich hoffe inständig, dass dieser Fall jemals geklärt wird. Auch für die Familie.“ Diese Hoffnung könnte sich nun bewahrheiten. Eine Hoffnung, die die Mutter schon aufgegeben hatte. Die Polizei aber nie.

Hass hege sie gegen den Mörder ihrer Tochter nicht, sagte die Mutter vergangenes Jahr. „Es ist nur schade, dass ich ihm nicht in die Augen schauen und fragen kann, warum?“ Vielleicht wird sie diese Auskunft nicht vom mutmaßlichen Mörder direkt erhalten. Eine Antwort könnte aber ein möglicher Mordprozess vor dem Landgericht Osnabrück liefern, wenn es zur Anklage kommt und diese zugelassen wird.''

nach oben springen

#3

RE: 17.04.2013 FF1 (Kripo Osnabrück) Mordfall Christina (von 1987)

in Filmfälle 18.09.2013 16:50
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Hallo!
Die Hauptsache ist, das nun endlich(nach 25 Jahren!-beinahe fast ein XY-Rekord) dieses Verbrechen geklärt werden konnte und der Täter jetzt seine gerechte Strafe bekommt. Solche Meldungen freuen mich immer wieder, das könnt ihr mir glauben.
So denn, einen schönen Gruß von schildi


"Bitte denken Sie daran! Wer uns nicht einschaltet, der kann uns nicht sehen!" (Schlußwort von Butz Peters aus der Sendung vom 06.10.2000)
"Er bestellt sich zwar ein Bier, aber trinken wird er es nicht mehr." (Sprechertext Wolfgang Grönebaum aus dem YOGTZE-Fall, FF 1, 12.04.1985)

zuletzt bearbeitet 18.09.2013 16:51 | nach oben springen

#4

RE: 17.04.2013 FF1 (Kripo Osnabrück) Mordfall Christina (von 1987)

in Filmfälle 06.03.2014 21:31
von Ede-Fan • 599 Beiträge

Und hier der Bericht über den Prozessbeginn:

FAZ.net vom 06.03.2014: Prozess im Fall Christina - Nach 26 Jahren will sich der Mörder der Verantwortung stellen

Zitat:
"Dass es jetzt überhaupt noch zu einem Mordprozess komme, sei allein dem Angeklagten zu verdanken, erläutert der Pressesprecher des Landgerichts, Holger J. „Er hätte auch sagen können, es war Totschlag“, sagt er. Niemand hätte ihm das Gegenteil beweisen können. Ein Totschlag wäre verjährt, ebenso, wie es die versuchte Vergewaltigung bereits ist. Hätte er den Vorwurf geleugnet - der Angeklagte wäre ein freier Mann geblieben. Er wolle sich aber der Verantwortung stellen, sagt sein Anwalt Frank O."

Schaun ´mer mal, was bei dem Prozeß da so zutage kommt....

nach oben springen

#5

RE: 17.04.2013 FF1 (Kripo Osnabrück) Mordfall Christina (von 1987)

in Filmfälle 01.04.2014 02:15
von bastian2410 • 1.543 Beiträge

Nach 26 Jahren hat das Landgericht Osnabrück das Urteil im Mordfall Christiana gesprochen und den Angeklagten zu einer Jugendstrafe von acht Jahren verurteilt. Der Angeklagte war zur Tatzeit 19 Jahre alt und wurde deshalb von der Jugendkammer verurteilt.

Dabei hat das Gericht im starken Umfang das Geständnis des 45-jährigen berücksichtigt. Ohne Geständnis wäre eine Mordanklage wahrscheinlich nicht durchgegangen. Totschlag war bereits seit 6 Jahren verjährt.

Als Mordmerkmal sah das Gericht die Verdeckung einer Straftat als erwiesen an, da der Angeklagte vorher versuchte hatte, dass junge Mädchen zu vergewaltigen. Das Sexualdelikt ist ebenfalls inzwischen verjährt. Die StA hatte 8 Jahre, die Verteidigung 6,5 Jahre Haft im Plädoyer gefordert.

Der 45-jährige Mann wurde erst 2013 nach einer DNA Analyse gefasst.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mo...n-a-961636.html


Zwei Fälle, die wieder einmal nachdenklich machen, gerade im Hinblick auf das Anhalterunwesen." (Zitat Zimmermann FF 3 17.01.1986)

zuletzt bearbeitet 01.04.2014 02:24 | nach oben springen



Besucher
0 Mitglieder und 13 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Jonathan
Besucherzähler
Heute waren 13 Gäste online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 1519 Themen und 19193 Beiträge.

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de