#16

Re: XY im Wandel der Zeit

in Rund um XY 28.07.2010 22:32
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Der Kölner Stadtanzeiger blickte dieser Tage auf die Sendung zurück, der Artikel dürfte auch unseren Webmaster freuen :

http://www.ksta.de/html/artikel/1278663541645.shtml
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#17

Re: XY im Wandel der Zeit

in Rund um XY 09.12.2010 11:45
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Die Sendung aus der Sicht eines "TV-Quotenforschers":


09.12.2010: Warum ist «Aktenzeichen» so erfolgreich?
Redakteur: Jan Schlüter

Und wieso stehen Jüngere auf die ZDF-Sendung? Ein Quotenmeter.de-Redakteur macht den Selbsttest.

«Aktenzeichen XY…ungelöst» ist einer der größten Klassiker des deutschen Fernsehens: Seit 1967, vier Jahre nach dem Start des ZDF, werden Kriminalfälle mithilfe der TV-Zuschauer gelöst. In diesen Monaten und Jahren erlebt die Fernsehsendung ihren dritten Frühling: Unter Moderator Rudi Cerne, der für dieses seit mittlerweile über acht Jahren vor der Kamera steht, hat sich das Fahndungsmagazin zu einem Quotenrenner gerade bei den jüngeren Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren entwickelt – eine Zielgruppe, die dem ZDF normalerweise äußerst fern bleibt.

Die vergangenen vier Ausgaben erzielten jeweils zweistellige Marktanteile bei den sogenannten werberelevanten Zuschauern. Zum Vergleich: Im abgelaufenen Fernsehjahr 2009/10 schaffte es das ZDF im Durchschnitt auf gerade einmal 6,2 Prozent Marktanteil bei den Jüngeren. «Aktenzeichen» erreicht nahezu immer das Eineinhalbfache dieses Wertes – ein sensationeller Erfolg angesichts des starken Gegenprogramms am Mittwochabend, beispielsweise der UEFA Champions League, der ProSieben-Serien oder der RTL-Realitys. «Aktenzeichen» ist also ein außergewöhnliches Phänomen unter den ZDF-Sendungen. Wir fragen uns: Warum kommt dieses Konzept bei so vielen jüngeren Zuschauern an? Was ist das Erfolgsgeheimnis? Quotenmeter.de-Redakteur Jan Schlüter hat den Selbsttest gemacht und am Mittwochabend (08. Dezmeber 2010) die neueste Ausgabe eingeschaltet.

Schon zu Beginn präsentiert Rudi Cerne die wichtigsten Fälle der Sendung im Schnelldurchlauf – unter anderem kündigt er drei Mordfälle an, bei denen die Polizei wieder um die Mithilfe der Zuschauer bittet. Allgemein erweckt die Studio-Atmosphäre einen gewissen Live-Charakter: Im Hintergrund sitzen zahlreiche Telefonisten, die Anrufe der Zuschauer entgegennehmen, wenn diese mit sachdienlichen Hinweisen weiterhelfen können. «Aktenzeichen» wird jedoch zum Großteil nicht live gesendet – die letzten Minuten, die über neue Hinweise der Zuschauer während der Sendung informieren, sind jeweils live.

Ein zentrales Informations- und Unterhaltungselement sind die Einspieler bzw. MAZen, in welchen der jeweilige Fall durch Schauspieler dargestellt wird. Zwar hat sich die inhaltliche Qualität dieser Filme gegenüber früheren Jahren deutlich verbessert, ist aber dennoch oft wenig überzeugend und wirkt laienhaft – teils schlechter gespielt, als so manche Scripted Reality oder Gerichtsshow. Die Tatsache, dass das Fahndungsmagazin im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt wird, dürfte auch der Grund für das langsame Erzähltempo der jeweiligen Einspieler sein, welches man so vom Privatfernsehen nicht mehr kennt.

Positiv dagegen ist hervorzuheben, dass die Filme nicht stark werten oder dramatisieren: Sie beschränken sich auf die bloße Schilderung des Falls, des Opferprofils und der knappen Informationen. Betroffenheitscharakter und Empathie der Zuschauer werden dadurch hergestellt, dass die Opfer auch persönlich charakterisiert werden – beispielsweise wird im ersten Fall dargestellt, wie eine einsame Frau durch Internet-Chats den Kontakt mit möglichen Tätern herstellt. So werden Identifikationsmöglichkeiten und Emotionen geweckt. Dies geschieht allerdings nicht bei allen Fällen, sondern nur dort, wo die persönliche Charakterisierung auch relevant für das Verbrechen ist.

Nach dem jeweiligen Fall rekapituliert Rudi Cerne im Studio mit einem Experten der Kripo die Eckdaten und die wichtigsten Informationen. Grundsätzlich strahlt der Moderator in jeder Situation jene Souveränität und Ernsthaftigkeit aus, die es für die Präsentation einer solchen Sendung benötigt. Rudi Cerne ist ein großer Gewinn für den von Eduard Zimmermann geschaffenen Klassiker – er dürfte zu einem nicht unerheblichen Teil mitverantwortlich dafür sein, dass dieses Format nicht nur bei allen Zuschauern, sondern auch besonders beim jungen Publikum so erfolgreich ist. Er hat «Aktenzeichen» vom angestaubten Image befreit und mit der Sendung den Schritt ins moderne, zeitgemäße Fernsehen gewagt.

Ein Faktor für die Popularität der Sendung sind auch die immer wieder spektakulären Fälle, die oft schon im Vorfeld angekündigt werden. In der aktuellen Folge wurde beispielsweise ein regional sehr Aufsehen erregender Mordfall von 1993 wieder aufgerollt, in dem der Besitzer eines Schuhgeschäftes in seinem eigenen Laden ermordet wurde. Ebenfalls richten sich die Fälle vereinzelt an das Interessensspektrum der jüngeren Zuschauern: Es wurde beispielsweise über einen Großdiebstahl von zahlreichen E-Gitarren aus einem Musikgeschäft berichtet.

Was also ist nun das Erfolgsgeheimnis von «Aktenzeichen XY… ungelöst»? Eine klare Antwort gibt es nicht. Die Popularität besonders bei den 14- bis 49-Jährigen bleibt ein gewisses Phänomen, auch wenn es Erklärungsansätze gibt: Der moderne Charakter des Designs und des Studios, die teils spektakulären und ungewöhnlichen Kriminalfälle sowie der sympathische Moderator lassen die Sendung zwar nicht wie ein auf die Zielgruppe zugeschnittenes Format aus dem Privatfernsehen erscheinen, aber es schließt diese eben auch nicht aus (wie viele andere öffentlich-rechtliche Sendungen). Der Klassiker hat es geschafft, ein Fernsehprogramm für Jung und Alt gleichermaßen zu entwickeln – könnte man diese Erfolgsformel plausibel erklären, würde sie nur allzu oft Anwendung finden.

Zuweilen erwecken die Fälle, besonders die dazu gedrehten Einspieler mit Laiendarstellern, auch die Anmutungsqualität gewisser Crime-Dokus in Sat.1. Doch der Authentizitätscharakter ist bei «Aktenzeichen» ungemein größer: Kriminalgeschichten liebt jeder – umso mehr, wenn sie wie in diesem Falle echt sind und nicht der kranken Fantasie diverser Drehbuchautoren entspringen. Diese Mischung aus Krimi und Realität bekommt der Zuschauer nur in «Aktenzeichen XY… ungelöst» – ein Alleinstellungsmerkmal, das sicher ebenfalls ein elementarer Erfolgsfaktor ist. Und nicht zuletzt hilft das Format ja auch noch bei der letztlichen Aufklärung von Kriminalfällen: Laut ZDF-Statistik sind 42 Prozent aller geschilderten Taten im Anschluss aufgeklärt worden.

Quelle: http://www.quotenmeter.de/cms/?p1=n&p2=46338&p3=
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#18

Re: XY im Wandel der Zeit

in Rund um XY 09.12.2010 12:50
von XY-Webmaster • 300 Beiträge
Ein ganz guter und größtenteils zutreffender Artikel. Der Autor schildert zwar das, was uns ohnehin bekannt ist, dennoch hat er das Phänomen XY recht treffend zusammengefasst.

Mir gefällt nur nicht, dass er die filmische Qualität als "laienhaft" und "schlecht gespielt" tituliert. - Die Filmfälle müssen nicht "überzeugen", sondern den polizeilichen Ermittlungen dienen, und da spielen schauspielerische Leistungen eine untergeordnete Rolle. Was brächte es, wenn ein Götz George ein Opfer spielen würde, das die Zuschauer so fasziniert und vereinnahmt, dass diese vom eigentlichen Tatablauf gar nichts mitbekommen?

Nein, an der gestrigen Sendung war - gerade wegen der durchweg gelungenen Filmfälle - überhaupt nichts auszusetzen.
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#19

Re: XY im Wandel der Zeit

in Rund um XY 21.09.2011 13:40
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Heute wird die XY-Folge 450 ausgestrahlt, Anlaß für einen ausführlichen Rückblick des Autors Ralf Döbele unter der Überschrift: Prosit, "Aktenzeichen XY...ungelöst"!

Hier geht es zum Artikel:
http://www.wunschliste.de/tvnews/13208
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#20

Re: XY im Wandel der Zeit

in Rund um XY 20.02.2012 17:42
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Hier ein Artikel aus der online-Ausgabe der Berliner Zeitung vom 16.02.2012:


MORD, RAUB, ERPRESSUNG
„Aktenzeichen XY“ - nichts für weiche Gemüter
Von Michael G. Meyer

Schon längst zeigt das ZDF bei „Aktenzeichen XY ungelöst“ brutale Szenen, erinnert zuweilen an die US-Serie "Akte X". Einst schonte man noch den Zuschauer. Erstaunlich ist aber die hohe Aufklärungsquote vorgestellter Verbrechen.

Die älteren Leser werden sich noch erinnern: In den 70er und 80er Jahren wurde bei „Aktenzeichen XY ungelöst“ noch die gnädige Milchglasscheibe eingesetzt, wenn in einem Einspielfilm ein Gewaltverbrechen gezeigt wurde – nein, das Blut, den Schmerz, die Agonie wollte Moderator Eduard Zimmermann seinen Zuschauern dann doch nicht zur besten Sendezeit zumuten und blendete bei den brutalsten Szene ab.

Das muss heute ganz anders sein: Wenn etwa ein Berliner Antiquitätenhändler überfallen wird, dann muss das Blut schon auf die Straße vor seinem Geschäft strömen, wie gestern Abend. Auch eine Juwelierhändlerin in Celle wird äußerst plastisch niedergerungen oder aber ein Berliner Geschäftsbesitzer.

Erinnert an die US-Mystery Serie

Das erinnert doch sehr an manche „Scripted Reality“- Sendungen bei SAT.1 oder RTL. Und schon der Vorspann lässt an „Akte X“ denken, jener Mystery- Serie aus den 90er Jahren, in der in dunkelgrünem Ton diffuse Motive über den Bildschirm zucken.

Immerhin: Moderator Rudi Cerne, der im letzten Monat sein zehnjähriges Jubiläum beim „Aktenzeichen XY ungelöst“ begehen konnte, moderiert die Sendung angenehm unaufgeregt – wann immer die ermittelnden Polizeibeamten ins Studio kommen, legt Cerne zumindest nicht noch einen drauf, um noch zusätzlich Spannung zu erzeugen.

„Akte X“ – heute muss es gröber sein

Fakt aber ist: Fast alles muss heute viel gröber sein, als beim seligen Ede Zimmermann, der die Sendung und ihr Konzept im Jahr 1967 erfand.

Nun gut – auch das Fernsehen ist in den letzten 45 Jahren anders geworden – jedoch ist „Aktenzeichen XY ungelöst“ von heute erstaunlich nah dran an reißerischen ausländischen Formaten wie „Crimewatch UK“ oder „Americas Most Wanted“. Diese Formate wiederum gehen auf die deutsche Sendung zurück.

„Akte X“ - 40 Prozent der Verbrechen aufgeklärt

Aber: Das ZDF hat mit seiner Verbrechersuche noch immer Erfolg, zumindest, was die Quote der gelösten Fälle angeht: Danach wurden in den letzten 45 Jahren im Schnitt rund 40 Prozent aller vorgestellten Verbrechen aufgeklärt – nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass ausschließlich die Zuschauer die Polizei auf die heiße Spur brachten. Von daher kann man nur empfehlen: ZDF-Gucker, seid wachsam: Sie werden gebraucht!

Artikel URL: http://www.berliner-zeitung.de/medien/mord--raub--erpressung---aktenzeichen-xy----nichts-fuer-weiche-gemueter,10809188,11644740.html

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Kleine Anmerkung: Der Satz "nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass ausschließlich die Zuschauer die Polizei auf die heiße Spur brachten." ist natürlich Unsinn. Bei der Aufklärungsquote wird (leider) nicht differenziert, welche Klärungen auf XY zurückgehen und welche auf anderweitige Entwicklungen.
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#21

Re: XY im Wandel der Zeit

in Rund um XY 13.03.2012 19:07
von bastian2410 • 1.566 Beiträge
in Deutschland wird ja z.Zt. eine Lohndebatte geführt- Auslöser war der sogenannte Ehrensold von unseren Ex- Bundespräsidenten nach dessen Rücktritt. Seit Sonntag stehen auch die Showstars im Fokus dieser Diskussion, nachdem Bremens Ex- Bürgermeister Henning Scherf das Gehalt von Günter Jauch in dessen Talkshow kritisiert hat.

Ein paar Zeitungen haben die letzten Tagen Lohntabellen von Moderatoren und Prominenten veröffentlicht, der Focus kennt u.a auch die Gage von Rudi Cerne. 10.000 € soll unser Rudi pro Aktenzeichen xy- Folge bekommen. Nicht schlecht für ein Tag Arbeit...

http://www.focus.de/kultur/medien/lohn-debatte-in-deutschland-so-viel-verdienen-die-fernseh-promis_aid_723742.html

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Kleine Anmerkung: Auch der Focus ist nicht fehlerfrei. Bremens Ex- Bürgermeister heißt Henning Scherf und nicht Henning Voscherau. Der war erster Bürgermeister von Hamburg (1988-1997). Außer der Partei und dem Vornamen haben beide nichts gemeinsam.
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#22

Re: XY im Wandel der Zeit

in Rund um XY 14.03.2012 19:44
von TheWhite1961 • 1.160 Beiträge
Ich finde die Entlohnung viel zu hoch. So doll ist Rudi Cerne als XY Moderator nun wirklich nicht. Ede und auch Butz hätten sich so eine Entlohung auf jeden Fall eher verdient. Wahrscheinlich stehe ich mit meiner Meinung ziemlich alleine, aber ich wünschte Butz Peters würde zu XY zurückkehren. Bei Ede klappt das ja leider nicht mehr.
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#23

Re[2]: XY im Wandel der Zeit

in Rund um XY 14.03.2012 22:27
von Heimo • 1.414 Beiträge
bastian2410>in Deutschland wird ja z.Zt. eine Lohndebatte geführt- Auslöser war der sogenannte Ehrensold von unseren Ex- Bundespräsidenten nach dessen Rücktritt. Seit Sonntag stehen auch die Showstars im Fokus dieser Diskussion, nachdem Bremens Ex- Bürgermeister Henning Scherf das Gehalt von Günter Jauch in dessen Talkshow kritisiert hat.

bastian2410>Ein paar Zeitungen haben die letzten Tagen Lohntabellen von Moderatoren und Prominenten veröffentlicht, der Focus kennt u.a auch die Gage von Rudi Cerne. 10.000 € soll unser Rudi pro Aktenzeichen xy- Folge bekommen. Nicht schlecht für ein Tag Arbeit...

bastian2410>http://www.focus.de/kultur/medien/lohn-debatte-in-deutschland-so-viel-verdienen-die-fernseh-promis_aid_723742.html
[/b]

Von solchen Diskussionen über die Löhne der Promis halte ich persönlich wenig. Was will ich denn damit erreichen? Dieses Thema eignet sich sicherlich für die Verkündung populitischer Ansichten.

Und ob Rudi nun für eine Folge tatsächlich nur einen Tag arbeitet, weiß ich nicht. Ich bin mit seiner Arbeit zwar auch nicht immer zufrieden, gehe aber davon aus, dass er durchaus mehr Zeit auf die Sendung verwendet.
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