#1

Griff in die xy-Bücherkiste (1)

in Rund um XY 23.03.2010 11:41
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Bücher über xy oder zumindest auch mit xy-Bezug gibt es mittlerweile wohl recht viele. Interessierte können ja hier mal Hinweise auf solche Werke geben, da kann bestimmt eine stattliche Anzahl sehr unterschiedlicher Bücher zusammenkommen.
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#2

Re: Griff in die xy-Bücherkiste

in Rund um XY 23.03.2010 11:47
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Hier mal was aus der Abteilung "Ganoven-Literatur":


„Der Einbrecherkönig“, Ernst Stummer, Co-Autor Reinhard M. Czar, Stocker Verlag, 216 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Zeitungsausschnitte, 19,90 Euro


Hierzu eine Rezension aus Österreich:

Ein patschertes Leben

Die Autobiografie des legendären Wiener Einbrecherkönigs Ernst Stummer (71) liest sich teilweise wie ein Schelmenroman und basiert doch auf einem traurigen Leben. Ein einzigartiger Bericht.

Aufgewachsen unter schwierigen Verhältnissen im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit erlebt der schüchterne Ernstl die Grenze zwischen Mein und Dein als eine fließende. Die Armut in Wien zwingt zum „Organisieren“. Paradox ist dann aber, dass sich der teilweise in Erziehungsheimen groß gewordene Bursche die erste Vorstrafe durch einen Fahrraddiebstahl einfängt, der keiner war. Die zweite stempelt ihn – ebenfalls zu Unrecht – als Sexualstraftäter. Polizei und Justiz fackelten nicht lange mit Underdogs in der „guten alten Zeit“.

Stummer verzockt seinen ersten Monatslohn als Bäcker und rutscht endgültig in das Wien der Billig-Strizzis ab. Bald bringt er es im Einbrechen zu wahrer Meisterschaft. Wobei er selektiv vorgeht. Immer achtet er darauf, Bedürftigen nichts wegzunehmen. Ein akademischer Titel an der Wohnungstür bedeutete für ihn eine Einladung. „Sie konnten es sich im Berufsleben richten und waren Mitglieder eines Gesellschaftssystems, das sich auf Kosten der Arbeiter und der Armen etablierte“, schreibt er über Akademiker. „Ihr Studium war gratis und wurde aus dem Volksvermögen finanziert. Ich leistete also einen Beitrag zur Umverteilung.“

Als Robin Hood sieht sich Stummer nicht. Die Gründung der „Österreichischen Gefangenengewerkschaft“ Ende der 1960er-Jahre zeugt allerdings von vorhandenem Solidaritätsgefühl.

Stummer versuchte in Tagen flächendeckender Prüderie eine Partnervermittlung und einen Hostessenservice hochzuziehen, zog sich damit den Unmut der Sexmafia zu und ein paar weitere Verurteilungen. Immer wieder enden seine Versuche legale Geschäfte abzuwickeln mit der Finanzierung derselben mittels Einbrüchen. Schließlich wird Stummer über die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ gesucht. Sechs Jahre scharf in Garsten waren die Folge.

Stummers Biografie – destilliert aus einem 1000-seitigen Manuskript – ist Lebensbeschreibung, Schelmenroman, Krimi und ein Stück Zeitgeschichte: spannend, heiter, Mitleid erregend, auch abstoßend. So einzigartig wie das Leben.

Quelle: http://www.nachrichten.at/nachrichten/kultur/buchrezensionen/art272,188531
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#3

Re: Griff in die xy-Bücherkiste

in Rund um XY 23.03.2010 12:05
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
In der xy-Sendung am 12.01.2006 wurde in FF1 nach dem verschwundenen Allgäuer Bankangestellten Fridolin Pfanner gesucht. Die Sache entpuppte sich als Aussteigerfall. In einem kleinen Verlag hat er ein Buch veröffentlicht.

Hierzu ein Presseartikel:

„Meine wahre Geschichte“
Vermisstenfall Fridolin Pfanner schreibt Buch über sein plötzliches Verschwinden aus dem Westallgäu und sein neues Leben unter der Sonne Spaniens - Ab heute im Handel

Von Benjamin Schwärzler | Weiler

Der lange Zeit für vermisst erklärte Fridolin Pfanner hat ein Buch über sein plötzliches Verschwinden aus Deutschland geschrieben. Unter dem Titel „Mein zweites Leben“ schildert der zuletzt in Scheidegg wohnende Westallgäuer den wohl spektakulärsten Vermisstenfall der vergangenen Jahre aus seiner Sicht. Erhältlich ist das Buch ab heute bei Schreibwaren Holzer in Weiler und im Ticketcenter in Lindenberg.

Kurzer Rückblick: Am 31. August 2005 verschwindet der damals 35-jährige Bankangestellte unter mysteriösen Umständen von der Bildfläche. Eine groß angelegte und monatelange Suchaktion wird angeleiert, zumal die Kripo Lindau ein Verbrechen nicht ausschließt. Selbst die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ berichtet. Ein Lebenszeichen bleibt jedoch aus, ehe im Februar 2007 vermeldet wird, dass Pfanner in Spanien aufgetaucht ist - verschwunden aus freien Stücken. Für die deutschen Behörden ist der Fall damit erledigt.

Am heutigen Mittwoch erscheint nun das 166 Seiten starke Buch, in dem Fridolin Pfanner in einer Art Reisetagebuch einerseits die Umstände seines Verschwindens, vor allem aber die Erfahrungen seines „neuen Lebens“ in Südeuropa schildert. Seinem Aufenthalt in Spanien räumt er darin den größten Platz auf, seine Vergangenheit in Deutschland findet hingegen kaum Erwähnung.

Pfanner schreibt, dass er sich im März 2007 dazu entschieden habe, das ursprünglich für seine Familie und Freunde gedachte Buch zu veröffentlichen. „Ich bin es meiner Familie und vielen Menschen im Westallgäu schuldig. Sie sollen meine wahre Geschichte erfahren“, heißt es in dem Buch. Anfang April verschickt er das in Spanien handschriftlich verfasste Buchmauskript sowie einige Fotos an den Verlag Holzer Druck und Medien in Weiler mit Bitte um Veröffentlichung. „Mir ist wichtig, dass ich mit meinem Werk keinerlei Geld verdienen will“, schreibt Pfanner.

In seinem Buch erwähnt der frühere Bankangestellte erstmals auf Seite 25, weshalb er sich zu seiner akkurat geplanten und heimlichen Flucht entschlossen hat: Der Alltag sei ihm zu eng, zu eintönig geworden - obwohl er in seinem Beruf erfolgreich gewesen sei. „Ich sehnte mich nach einem einfachen und zufriedenen Leben in einem südlichen Land am Meer“, schreibt er. Dort wolle er „Grenzerfahrungen machen“, „Träume und Sehnsüchte realisieren“. Seine Familie und seine Lebensgefährtin habe er nicht einweihen wollen. „Sie hätten es bestimmt nicht verstanden, besser gesagt, sie hätten es nicht verstehen wollen“, glaubt er.

Mit dem Rad geflohen

Seine ein Jahr im Voraus geplante Flucht beschreibt Pfanner so: Mit einem heimlich gekauften Trekkingrad und 50 Kilogramm Reisegepäck habe er sich - äußerlich verändert durch Kurzhaarschnitt und Sonnenbrille - von Scheidegg aus in Richtung Bodensee gemacht, über Meersburg, Ludwigshafen, Weil am Rhein und Lörrach weiter nach Frankreich - bis nach Spanien.

Er beschreibt die Schwierigkeiten, eine neues Leben ohne Papiere und fundierte Sprachkenntnisse, nur mit etwas Bargeld, anzufangen. Das schlechte Gewissen, das ihn überkommen habe, als er auf der Homepage des Westallgäuers die Artikel über die Suche nach ihm gelesen habe: „Ich weiß, es ist unverzeihlich und es tut mir wirklich leid.“ Und die permanente Angst, die ihn begleitet, von der Polizei erkannt zu werden.

Wo sich Fridolin Pfanner zum jetzigen Zeitpunkt befindet, ist indes unklar. Das Tagebuch schließt am 11. April 2007 mit den Worten: „Mein nächstes Reiseziel heißt...?“

Fridolin Pfanner: „Mein zweites Leben“ (Verlag Holzer, Weiler). Erhältlich ab dem heutigen Mittwoch bei Schreibwaren Holzer (Weiler) und im Ticketcenter (Lindenberg). Preis: zwölf Euro. Auflage: 500 Stück.


Quelle: http://www.all-in.de/nachrichten/allgaeu/weiler/Weiler-keylok-pfanner;art2792,135510
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#4

Re: Griff in die xy-Bücherkiste

in Rund um XY 23.03.2010 19:05
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Hier ein Buchhinweis zur Oetker-Entführung (xy-Sendung am 28.01.1977):


Nicole Amelung:
"Die Oetker-Entführung. Geständnis des Dieter Zlof: Die Geschichte der 21-Millionen-Erpressung"



Weitere Infos z.B. auf SPIEGEL ONLINE:

Dieter Zlof wurde im Juni 1980 in einem spektakulären Indizienprozess als Entführer des Industriellensohnes Richard Oetker zu 15 Jahren Haft verurteilt. Oetker war 1976 gekidnappt, in einer Kiste gefangen gehalten und durch einen Stromschlag schwer verletzt worden. Die Familie zahlte 21 Millionen Mark Lösegeld, Oetker wurde freigelassen.

Nach zwei Jahren stießen die Fahnder auf Dieter Zlof. Obwohl man die Tat nur in groben Umrissen rekonstruieren konnte, es keine handfesten Beweise gab und das Lösegeld verschwunden blieb, klagte man Zlof an und sprach ihn schuldig. Mehr als zwanzig Jahre nach der Tat und Jahre nach seiner Haftentlassung gesteht Zlof, der sich bis dahin stets als unschuldig bezeichnet hatte, der Münchner Journalistin Nicole Amelung: "Ich war es doch. Ich habe Richard Oetker entführt!" Ein Buch voller Fakten, die mit Vorsicht zu genießen sind.


Quelle:

http://www.spiegel.de/sptv/reportage/0,1518,166404,00.html
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#5

Re: Griff in die xy-Bücherkiste

in Rund um XY 23.03.2010 19:37
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Zum vierfachen Soldatenmord in Lebach (xy-Sendung vom 11.04.1969) zwei Hinweise:


Jürgen Neven-DuMont, Karl Schütz, Rainer Söhnlein: Kleinstadtmörder. Spur 1081. Hintergründe zum Fall Lebach. Hoffmann u. Campe, Hamburg 1971


Volker Lilienthal: Senderfertig abgesetzt. ZDF, SAT.1 und der Soldatenmord von Lebach. Berlin 2001. Vistas Verlag
(147 Seiten, 17 Euro).


Weitere Infos z.B. hier:

http://www.medienmaerkte.de/artikel/free/021002_giftschrank.html
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#6

Re: Griff in die xy-Bücherkiste

in Rund um XY 23.03.2010 19:58
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Hier mal was aus dem wissenschaftlichen Bereich:

Hrsg.: Röser, Jutta / Thomas, Tanja / Peil, Corinna
Alltag in den Medien - Medien im Alltag
VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2010



Kurzer Auszug:

Als eine der ältesten Sendungen im deutschen Fernsehen zeigt uns Aktenzeichen XY … ungelöst seit über vierzig Jahren unaufgeklärte Verbrechen. Doch bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass Aktenzeichen XY … ungelöst nicht nur Bilder von Kriminalität ins Fernsehen bringt, sondern vielmehr bundesdeutschen Alltag vorführt. Nur scheinbar steht das Verbrechen allein im Vordergrund der Darstellungen. Vielmehr sind die Filme, die Aktenzeichen XY … ungelöst zeigt, von Darstellungen alltäglicher Lebenswelt durchzogen. In diese dringt das Verbrechen ein, diese zerstört es oder bringt es zumindest durcheinander. Doch welcher Art ist der Alltag, der hier gezeichnet wird? Und an welche Vorstellungen von Alltag wird bei den Zuschauerinnen und Zuschauern angeknüpft? Welche werden mit Authentizität versehen und welche werden abgewertet? Darstellungen von Verbrechen in Aktenzeichen XY … ungelöst können kaum als Abbildungen von Wirklichkeit verstanden werden, sie sind vielmehr spezifische Inszenierungen tatsächlich stattgefundener ungelöster Kriminalfälle. Sie erscheinen jedoch als authentisch, weil dieser Eindruck mit Hilfe einer Vielzahl von Techniken der Authentizitätsherstellung hervorgerufen wird und weil der Verweis auf die Realität des tatsächlichen Verbrechens, des dadurch hervorgebrachten Leides der Opfer von den Zuschauerinnen und Zuschauern kaum ignoriert werden kann.


Weitere Infos finden sich hier:

http://www.springerlink.com/content/w534j1837510xj17/
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#7

Re[2]: Griff in die xy-Bücherkiste

in Rund um XY 23.03.2010 20:03
von Rickybaby1977 • 299 Beiträge
xyzuschauerseit72>In der xy-Sendung am 12.01.2006 wurde in FF1 nach dem verschwundenen Allgäuer Bankangestellten Fridolin Pfanner gesucht. Die Sache entpuppte sich als Aussteigerfall. In einem kleinen Verlag hat er ein Buch veröffentlicht.


Da mich der Fall damals auch sehr interessiert hat, habe ich vor ca. einem Jahr versucht, an dieses Buch zu gelangen. Hat leider trotz ziemlicher Recherchearbeit nicht geklappt. Ich habe sogar in dem Verlag selbst angerufen und nachgefragt, ob es eine Chance gäbe, noch irgendwie an ein Exemplar zu kommen. Dort wurde mir freundlich im tiefsten Ur-Bayrisch mitgeteilt, dass das Buch sehr schnell vergriffen war, und eine Neuauflage nie geplant war.

Wer also dieses Buch lesen möchte, hat denkbar schlechte Karten. Es sei denn, man hat irgendwo Conections zu einem der Glücklichen, die eines der 500 Bücher erwerben konnten... Ich glaube sogar irgendwo bei den Internetrecherchen gelesen zu haben, dass der damals Vermisste sogar ein weiteres Buch plant. (Nicht zum Thema Ausstieg, sondern eher sowas wie ein Sport-/Lebensberatungsbuch)

Falls jemand von euch zufällig dieses Buch besitzt: Wäre schön, wenn ihr euch melden würdet.

Liebe Grüße, Ricky
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#8

Re: Griff in die xy-Bücherkiste

in Rund um XY 23.03.2010 20:34
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Tja Ricky, da bleibt wohl nur ein Sommerurlaub im Allgäu (is schön da, war da mal als Soldat stationiert) mit täglichem Flohmarktabgrasen
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#9

Re: Griff in die xy-Bücherkiste

in Rund um XY 23.03.2010 20:37
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Weiter geht es mit einem Literaturhinweis aus dem Wissenschaftsbereich:


Gugerli, David. Suchmaschinen: Die Welt als Datenbank. Suhrkamp Verlag. Edition unseld 19, 117 Seiten, Broschur, ca. CHF 18.- (ISBN 978-3-518-26019-7) Erscheinungsdatum: 18. März 2009.


Kurzinfo:

Als zweites Beispiel untersucht Gugerli Eduard Zimmermanns Fernsehfahndung «Aktenzeichen XY … ungelöst». Mit Hilfe von Beweisstücken wie Tatwaffen sowie nachgestellten Szenen wurden mit dieser Sendung Publikumshinweise für bisher ungelöste Verbrechen generiert. «Die Sendung funktionierte einerseits als Mittel der Verbrechensbekämpfung, andererseits führte sie dem Publikum auf unterhaltsame Weise den Unterschied von abweichendem kriminellem und normalem Verhalten vor Augen und wirkte dadurch gesellschaftlich stabilisierend», sagt Gugerli.

Mehr Infos hier: http://www.ethlife.ethz.ch/archive_articles/090316_suchmaschinen_buch/index/1
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#10

Re: Griff in die xy-Bücherkiste

in Rund um XY 23.03.2010 20:49
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Jetzt ausnahmsweise mal kein Buch, sondern das Protokoll eines (auch online anschaubaren) TV-Interviews, das Ede dem BR in der Sendereihe "alpha-forum" im Jahre 2006 gegeben hat.


Hier der Anfang:


Eduard Zimmermann
Initiator und Moderator der Sendung Aktenzeichen XY…ungelöst
im Gespräch mit Corinna Spies


Spies: Willkommen zum alpha-forum, verehrte Zuschauerinnen und Zuschauer. Gast im Studio ist heute Eduard Zimmermann, ein Mann, der in Deutschland Fernsehgeschichte gemacht hat. Ich möchte unser Gespräch ganz persönlich einleiten: Obwohl ich kein Fan Ihrer Sendung
"Aktenzeichen XY ... ungelöst" war, sind Sie für mich eine Instanz in
meinem Fernsehleben über die Jahrzehnte hinweg. Vor ein paar Tagen
habe ich mich in Vorbereitung auf diese Sendung mit einer Freundin
unterhalten, die richtig ins Schwärmen darüber kam, wie sie nach Ihren
Sendungen immer Türen und Fenster kontrolliert hat. Auch für sie war das also ein Stück Fernsehgeschichte. Und was ist mir vor ein paar Wochen passiert? Ich musste mich mit meinem 16-jährigen Sohn streiten, der unbedingt "Aktenzeichen XY" – jetzt ohne Sie, aber die Sendereihe geht ja weiter – sehen wollte, während ich an diesem Abend nicht fernsehen wollte. Jetzt erklären Sie mir doch bitte mal die Erfolgsstory dieses Fernsehformats.

Zimmermann: Tja, das ist eine längere Geschichte, länger jedenfalls, als man sie hier am Stück erzählen könnte.


Hier findet sich der ganze Text:

www.br-online.de/download/pdf/alpha/z/zimmermann_eduard.pdf
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#11

Re: Griff in die xy-Bücherkiste

in Rund um XY 23.03.2010 21:03
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Das folgende Buch:


Stefan Ummenhofer / Michael Thaidigsmann: Aktenzeichen XY... ungelöst. Kriminalität, Kontroverse, Kult
Romäus-Verlag; 296 Seiten; ISBN 3-9809278-1-4. Das Buch ist für 24,90 Euro im Buchhandel erhältlich oder über www.romaeusverlag.de zu bestellen.

wird ja bereits auf der Startseite von www.zuschauerreaktionen.de vorgestellt.


Ergänzend zur Info ein weiterer Text:


Südwest Presse / Die Neckarquelle, 26.11.04

Das Buch zur Kultsendung

Als kleiner Junge saß Stefan Ummenhofer besonders gerne Freitagabend
vor der Mattscheibe. Viele andere kleine Jungen damals auch. Denn dann
lief "Aktenzeichen XY" - "Ede" Zimmermann jagte wieder Kriminelle. Die
Sendung ist noch immer eine Institution in der deutschen
Fernsehlandschaft und das einzige TV-Format überhaupt, das die
Amerikaner von uns importiert haben. "Aktenzeichen XY", möchte man
auch deshalb sagen, ist Kult. So sieht es auch Stefan Ummenhofer. Der
kleine Junge von früher, heute Mittdreißiger und Autor, weiß um das
Faszinosum XY über nahezu vier Jahrzehnte. "Alle heute bis zu 50-
Jährigen sind doch mit dieser Sendung aufgewachsen", meint der Mann
aus Schwenningen, der heute in Freiburg lebt und sich als Co-Autor der
"VS-Krimis" einen Namen gemacht hat. So wie er früher haben es nach
der Sendung viele kleine Buben gemacht: erst unter dem Bett und dann
hinter dem Vorhang nach Aus- beziehungsweise Einbrechern gesucht. Bis
zu 30 Millionen Menschen saßen zu XY-Glanzzeiten vor dem Bildschirm,
um der Polizei bei der Aufklärung kniffliger Verbrechen zu helfen oder sich ganz einfach von dem ZDF-Fernsehklassiker unterhalten zu lassen.
"Manche schlossen die Haustür zweimal ab, und viele junge Frauen
trauten sich nicht mehr, nachts alleine wegzugehen", beschreibt
Ummenhofer das Phänomen der Fernsehfahndung. In einem Buch, das ab
morgen im Handel erhältlich ist, geht der Schwenninger mehr ins Detail.
Zusammen mit Michael Thaidigsmann beleuchtet Ummenhofer
"Aktenzeichen XY" einst und jetzt in all seinen Facetten - auf rund 300
Buchseiten. "Ja, es ist eine Reminiszenz an meine eigene Jugend", räumt
er ein. "Sind wir doch mal ehrlich: Zimmermann hat uns doch ungleich
mehr gefesselt als Derrick und der Alte!" Über 250 der rund 370 von 1967 bis heute ausgestrahlten Sendungen hat er sich zu Recherchezwecken zu Gemüte geführt und 30 der bekanntesten Fälle komplett recherchiert.
Dabei sprachen Ummenhofer und sein Mitautor auch mit vielen
zuständigen Ermittlern. "Das war hoch interessant", sagt er. Dasselbe gilt
auch für den soziologischen Aspekt der Sendung. "XY hat mehrere
Generationen deutscher Fernsehzuschauer beeinflusst und war Reality-TV, bevor es diesen Begriff überhaupt gab", sagt Ummenhofer, der das Buch in seinem in Villingen ansässigen Romäus-Verlag heraus bringt. "Wir haben auch erforscht, worin die sozialen Auswirkungen der Sendung und ihr Kult-Faktor bestehen. Ein Essay im Buch verdeutlicht, dass Eduard Zimmermann über viele Jahre hinweg für die einen Autorität und visueller Ersatzvater, für die anderen Feindbild war", erläutert Ummenhofer. Fans der VS-Krimis, von denen Stefan Ummenhofer bislang zwei Bände zusammen mit Alexander Rieckhoff veröffentlicht hat, brauchen jetzt allerdings nicht zu befürchten, dass es dieses Jahr keinen neuen Krimi-Band gibt. Der ist nämlich auch schon fertig und soll Anfang Dezember erscheinen. Der Mann ist ein Vielschreiber. Und ein Pragmatiker dazu.
"Ja", gibt Ummenhofer zu, "die Recherchen für das XY-Buch haben mir für das Krimischreiben schon einige Anregungen gegeben". (rat)

Quelle: www.vs-krimi.de/images/suedwest1104.pdf
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#12

Re: Griff in die xy-Bücherkiste

in Rund um XY 23.03.2010 21:16
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Auch Edes Autobiographie aus dem Jahre 2005 darf hier nicht fehlen:


Eduard Zimmermann, Auch ich war ein Gauner, riva-Verlag


Hierzu ein Infotext aus der Süddeutschen Zeitung:


''Aktenzeichen XY... ungelöst''
Eduard Zimmermann: Ich war selbst ein Krimineller
08.09.2005, 10:44

Der frühere TV-Moderator hat nach dem Zweiten Weltkrieg in Hamburg als Dieb und Schwarzmarkthändler gearbeitet. Um einen Job zu bekommen, habe er Ausweis und Diplom gefälscht, schreibt er in seiner Autobiographie. Seine kriminelle Zeit bereut der 76-Jährige allerdings nicht.

Zimmermann sagte der Bild-Zeitung, diese Phase habe ihn hart gemacht. „Ich bin sozusagen der beste Beweis, dass man von der schiefen Bahn wieder runter kommen kann, wenn man es will.“

Eduard Zimmermann, der heute in der Schweiz lebt, schreibt in seiner Autobiographie: „In den ersten Nachkriegsjahren bestritt ich mein Leben als professioneller Dieb und Schwarzmarkthändler.“ Außerdem habe er Brotmarken gestohlen und diese gewinnbringend weiter verkauft.

Nach einem Gefängnisaufenthalt ging Zimmermann nach Schweden, wo er als Vermessungsingenieur arbeitete – allerdings unter einem falschen Namen („Hermann Peters aus Danzig“) und mit gefälschtem Diplom.

Viereinhalb Jahre im Straflager

Nebenher schrieb Zimmermann für eine schwedische Tageszeitung, die ihn 1949 für eine Reportage nach Ostdeutschland schickte. Dort wurde er verhaftet und wegen „Spionage zugunsten einer kapitalistischen Zeitung“ zu 25 Jahren Straflager verurteilt. Nach viereinhalb Jahren wurde er freigelassen und kehrte in den Westen zurück.

Von 1967 bis 1997 moderierte Zimmermann „Aktenzeichen XY... ungelöst“ und informierte außerdem in der Sendung „Vorsicht Falle“ über „Nepper, Schlepper, Bauernfänger“.

Das Buch mit dem Titel „Auch ich war ein Gauner“ erscheint am 1. Oktober im riva-Verlag.

(sueddeutsche.de)


Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/728/374538/text/
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#13

Re: Griff in die xy-Bücherkiste

in Rund um XY 26.03.2010 18:18
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Nach dem Motto:

"Man wird erst richtig Kommissar,
wenn man einmal beim Ede war"

hier was aus der Kategorie Kriminalisten a.D. und ihre Fälle:

Bodo Doering: Der Mäusegittermann

Weitere Infos finden sich hier:

http://www.bodo-doering.de/buecher.htm
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#14

Re: Griff in die xy-Bücherkiste

in Rund um XY 28.03.2010 13:05
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Hier wieder etwas aus dem Bereich „Ganoven-Literatur“ (Sendung am 12.02.1993, FF 1):

Arno Funke
Mein Leben als Dagobert. Die Bekenntnisse des Kaufhauserpressers, Verlag Ch. Links, Berlin 1998
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#15

Re: Griff in die xy-Bücherkiste

in Rund um XY 28.03.2010 13:06
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Eine Art Dauergast bei XY war der Berufskriminelle Walter Stürm aus der Schweiz, der im Gefängnis Selbstmord beging. Auch über ihn gibt es ein Buch:

Reto Kohler
Stürm. Das Gesicht des Ausbrecherkönigs, Zytglogge Verlag, Oberhofen 2004
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