#16

RE: Re: 02.04.2008 FF 5 (Kripo Frankfurt/Main) Mord an Tristan Brübach

in Filmfälle 07.04.2013 13:14
von vorsichtfalle • 659 Beiträge

Hey,

es gibt einen aktuelleren Artikel aus der FAZ zu diesem Fall. Er bringt über die Tat selbst wenig neues, wohl aber einen guten Einblick in die Ermittlungsarbeit, die immer mal wieder scheinbar kurz vor einem Erfolg stand.

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/mo...n-12125962.html

Die losen Enden
23.03.2013 · Vor 15 Jahren wurde das Kind Tristan Brübach ermordet, mitten am Tag, brutal. Der Fall ist ungeklärt. Ermittler Uwe Fey sagt: So darf das nicht bleiben.

2010 setzt sich Kriminalhauptkommissar Uwe Fey in sein Auto und fährt nach Südfrankfreich. Bei der Fremdenlegion dort gibt es einen Mann, für den er sich interessiert. Ein Söldner im Dienste der französischen Armee. Der in Tschechien war, kurz bevor in Frankfurt der 13 Jahre alte Tristan Brübach ermordet worden ist. Der seinen Weg zurück über Frankfurt genommen haben muss, ein Mann, bei dem vieles passt. Fey will ihn als Tatverdächtigen vernehmen, ein französisches Gericht hat ihm das erlaubt. Als er in Perpignan ankommt, 30 Kilometer vor der spanischen Grenze, reicht ein Blick in den Einsatzplan der Fremdenlegion: Der Söldner hat ein Alibi. Fey sagt, dass er trotzdem mit dem Mann reden möchte, weil er doch vielleicht etwas weiß über den schon seit zwölf Jahren ungelösten Fall. Er darf es nicht. Seine Erlaubnis, Fragen zu stellen, gilt nur für einen Beschuldigten. Durch das Alibi ist der Fremdenlegionär jetzt aber nur noch Zeuge. Und eine Zeugenvernehmung, sagen die Franzosen, muss Fey neu beantragen.

So war das: 1141 Kilometer hin, 1141 Kilometer zurück, 20 Stunden Autofahrt. Keine Antworten.

Wer aufgibt, hat schon verloren
In seinem Büro im Frankfurter Polizeipräsidium verschränkt Uwe Fey seine Arme vor dem Bauch. Er ist keiner, der mit dem Schicksal hadert. Er ist einer, der einfach sagt, sein Kollege fliege nicht gerne und deshalb seien sie damals mit dem Auto nach Frankreich gefahren. Lautes Lachen. Anders könnte Fey das alles auch gar nicht aushalten. Den Gedanken an den Transporter, den er mit roten Plastikkörben vollgeladen hatte, 2000 Akten aus dem Gefängnis in Höchst, deren Auswertung nichts brachte. Die Erinnerung an die 54 Männer, die sich weigerten, ihre Fingerabdrücke abzugeben, 54 von 4600. Die Momente, in denen er alles wieder auf Anfang stellen musste, obwohl er sich gerade noch sicher war, den Mörder zu haben. Das halbe Jahr, das ihm verlorengegangen ist, weil er in einen Rosenkrieg verwickelt wurde. Es ist, als würde einer versuchen, Pompeji auszugraben. Und andauernd bricht der Vesuv wieder aus.

Wer aufgibt, sagt Fey, hat schon verloren.

Die Eisengitter sind längst rostig
Uwe Fey stellt seinen Dienstwagen immer auf der Sperrfläche vor dem Zebrastreifen am Höchster Bahnhof ab, wenn er zu dem Ort fährt, wo Tristan getötet wurde. Er schmeißt die Polizeikelle auf den Beifahrersitz. Dann sind es noch 300 Meter bis zur Böschung, die steil abfällt, hinunter zum Liederbach, der neben dem Bahnhof durch einen Tunnel fließt. Im Tunnel, auf dem Wandsockel, wurde Tristan damals gefunden, hingelegt, als schliefe er, mit aufgeschlitzter Kehle und ohne Hoden.

Die Tunneleingänge wurden kurz nach dem Mord an dem Jungen vergittert. Die Eisenstäbe sind längst rostig. Fey hat einen Schlüssel, um die Tür aufzuschließen, aber er benutzt ihn nicht oft. Im tropfnassen Schummerlicht gibt es nicht viel zu sehen. Und Fey kennt sowieso alles. Die Peter-Bied-Anlage, wo Tristan zuletzt gesehen wurde. Das schmale Haus an der Liederbacher Straße, in dem er gewohnt hat. Den Spielplatz, auf dem die drei Kinder gespielt haben, die, ohne es zu wissen, einen Mord beobachtet haben.

Abkürzung durch den Tunnel
Fey ist 51 Jahre alt, seit er 16 ist, ist er bei der Polizei, seit 23 Jahren bei der Mordkommission. Es gibt ein paar Fälle, die er nicht lösen konnte. So ist das: Er kann zwar nicht immer beweisen, wer der Mörder ist. Aber er ist immer überzeugt davon, sagt er, zu wissen, wer der Mörder ist. Bei Tristan weiß er es nicht.

Tristan war an dem Donnerstag im März früher als sonst aus der Schule nach Hause gegangen, weil er Rückenschmerzen hatte. Zuletzt wurde er um kurz nach drei in einem Park in der Nähe des Höchster Bahnhofs gesehen. Der Tunnel, durch den dort der Liederbach fließt, war damals eine Abkürzung, die die Kinder oft nahmen, um vom Bahnhof nach Unterliederbach zu kommen. Vielleicht entschied sich auch Tristan am 26. März 1998 dafür. Um halb vier wollten drei andere Kinder durch den Tunnel gehen, stockten aber, als sie im Dunkel einen Mann bemerkten, der sich über etwas am Wandsockel beugte. Sie kehrten um.

Der Mörder hinterließ außer Entsetzen nicht viel
Der Mörder, den sie beobachtet hatten, hinterließ Entsetzen, ansonsten aber nicht viel. Einen verschmierten Abrieb in Tristans Schulbuch, als er sein Messer auf einer der Seiten abwischte. Einen blutigen Fingerabdruck, von so schlechter Qualität, dass er mit keiner Datenbank automatisch abgeglichen werden kann. Tristans Rucksack mit einer DeutschlandKarte auf Tschechisch im Wald bei Niedernhausen. Die Hoden des Jungen und die Teile seiner Muskeln, die der Mörder herausschnitt und in dem Rucksack abtransportierte, wurden nie gefunden.

So etwas, sagt Fey, muss aufgeklärt werden.

„Ich hab Scheiße gebaut“
Aber wo sind die losen Enden? Wenn es sie gibt, dann stecken sie irgendwo in den rund 380 Aktenordnern, die der Fall füllt und in denen 21000 Spuren abgeheftet sind. Nebeneinandergestellt wären die Ordner 22 Meter lang. 2006 hat Fey sie das letzte Mal ganz durchgesehen, Seite für Seite, mit der Hoffnung, dass in den acht Jahren zuvor etwas übersehen worden sein musste. Er fand es. Ein Mädchen hatte am Liederbach einen Mann mit einem Pferdeschwanz aus einem Gebüsch kriechen sehen. Eine Woche nach der Tat, das stand ganz woanders in den Ordnern, war ein Mann mit Pferdeschwanz in einer Frankfurter Anwaltskanzlei aufgetaucht, verwirrt und mit den Worten: „Ich hab Scheiße gebaut.“ Und fast gleichzeitig, las der Ermittler in den Akten, hatte ein Mann mit Zopf in Hofheim einen Jungen in einem Kindergarten belästigt. Fey fieberte: Meinen die alle denselben?

Jahre nach dem Mord entstand ein erstes Phantombild, von einem hageren Mann mit blondem Zopf und einer großen Narbe über der Lippe. 2010 wurde das Bild veröffentlicht.

Die Versager verstecken sich hinter Karriere und Ehrgeiz
Bis heute wurde der Mann, der darauf erfunden wird, nicht gefunden. Das Bild hängt an Feys Pinnwand und verhöhnt den Misserfolg. Davor steckt das Bild des ermordeten Jungen, mit halboffenen Augen, gescheiteltem Pony und mahnt die Aufklärung. Wir kriegen ihn, sagt Fey.

Fey hält nicht viel von den Profilern, wie man sie aus amerikanischen Krimiserien kennt. Er findet, gesunder Menschenverstand reicht aus. Und der sagt ihm, dass der Mord an Tristan ein Sexualverbrechen war. Die Leute von der Operativen Fallanalyse aus Bayern, Spezialisten, eigentlich auch eine Art Profiler, sagten dasselbe, fügt er hinzu. Das macht Fey selten: Jemanden anführen, um seine Meinung zu stützen. „Hinter Karriere, Ehrgeiz und Führungsstreben verstecken sich die eigentlichen Versager des Lebens“, steht auf einer Karte in seinem Büro. Dieses Mal spricht er von den Leuten aus Bayern, die seiner Ansicht sind, weil im Mordfall Tristan Brübach lange Zeit niemand an ein Sexualverbrechen glaubte. Was, fragt Fey, soll es denn sonst sein? Er redet von dem professionellen Schnitt, den der Mörder am Schambein von Tristan ansetzte, von der „Schlachtanleitung für Knaben“, die er im Internet gefunden hat, und davon, dass es ja nur einen Grund dafür geben könne, warum man Tristans Hoden nie gefunden habe. Und dann ein Satz wie Sackhüpfen im Schützengraben: „Das Monster ist der nicht.“ Fey sagt das mit leichtem hessischem Zungenschlag. Pause. „Unser Täter ist überhaupt nicht auffällig.“

Ist da jemand nervös?
Wie jemanden finden, der nicht auffällt? Von 2002 an haben nahezu alle Männer zwischen 18 und 49 Jahren, die zur Tatzeit in Höchst und Unterliederbach wohnten, ihre Fingerabdrücke abgegeben. Fey ist zu jedem hin, der nicht wollte. Vor einem baute er sich auf: „Ich hole jeden einzelnen Fingerabdruck. Dann sind Sie der Einzige, der übrig ist, und dann nehme ich Sie fest.“ Zwei Jahre hat das alles gedauert. 54 Männer verweigerten sich. Ein Riesenaufwand. Kein Ergebnis.

Das erste Mal war Fey sich 2003 sicher: Wir haben ihn. Drei Mal am Tag klickte der Mann, Familienvater, unauffällig, nicht viele Freunde, am Tattag krankgeschrieben, die Internetseite an, die das Bundeskriminalamt zu dem Fall Tristan eingerichtet hatte. Drei Mal am Tag, dabei gab es nur selten etwas Neues. Fey dachte: Ist da jemand nervös? Durchsuchung, Festnahme, das ganze Pipapo, sagt Fey. „Und dann ist das Ding geplatzt wie eine Seifenblase.“ Die Frau des Mannes hatte, in Angst um ihren Sohn, damals im Tristan-Alter, immer wieder auf die Website geklickt. So war das: ganz einfach zu erklären.

Mord wird in Stunden gerechnet
„Meine Alte, diese Drecksau.“ Das war das zweite Mal, dass Fey sich sicher war, am Frankfurter Flughafen: ein Postdirektor a.D., verheiratet, vier Kinder, integrer Mann, vom Haus seiner Familie in Höchst kann man das Haus sehen, in dem Tristan wohnte. Die Frau des Mannes, der inzwischen in den Vereinigten Staaten lebte, gab Fey die entscheidenden Hinweise: Dass die Familie genau zur Tatzeit zu Besuch in Frankfurt gewesen sei. Wen er fragen müsse, um mehr über ihren Mann zu erfahren, der das vielleicht, bestimmt, O Gott!, gewesen sein könnte. Alles passte. Bis auf den Satz am Flughafen, den der Mann sofort sagte, als sie ihn bei einem Besuch in Frankfurt festnehmen wollten. Was wie ein fertiges Puzzle ausgesehen hatte, zerbröselte zu einer gutgestrickten Intrige: Der Mann war zur Tatzeit auf einem Kongress in Brasilien, seine Frau hatte Zeugen bestochen, damit die Fey das erzählten, was sich so passend anhörte. So war das: Die Frau wurde wegen Verleumdung zu einer Geldstrafe von 5000 Euro verurteilt, Fey verlor ein halbes Jahr Zeit. Ein halbes Jahr! Wo doch bei Mord eigentlich nur in Stunden gerechnet wird, den 48 ersten, in denen die Spuren noch frisch, die Erinnerungen der Zeugen noch klar sind.

Von 150 Beamten, die nach Tristans Tod ermittelt haben, ist nur Fey übrig geblieben. Normalerweise. Bis vergangene Woche haben sie im Polizeipräsidium eine heiße Spur verfolgt, da bekam er Hilfe von den Kollegen. Seit langem sah es mal wieder so aus, als könnten sie ihn haben. Inzwischen weiß Fey, dass der verdächtigte Mann unschuldig ist. Schon wieder.

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#17

RE: Re: 02.04.2008 FF 5 (Kripo Frankfurt/Main) Mord an Tristan Brübach

in Filmfälle 18.11.2013 23:37
von mari • 4 Beiträge

Hallo zusammen,

diesen FF kann ich mir gar nicht anschauen. Die Berichte dazu haben mich dermaßen aufgewühlt, daß ich bereue mir diese überhaupt durchgelesen zu haben. Beim Lesen sind mir die Tränen übers Gesicht gelaufen. Die Vorstellung was dieses Kind durchgemacht hat...

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#18

RE: Re: 02.04.2008 FF 5 (Kripo Frankfurt/Main) Mord an Tristan Brübach

in Filmfälle 23.11.2013 13:14
von vorsichtfalle • 659 Beiträge

Hey,


hier gibt es etwas neues:

http://www.op-online.de/lokales/rhein-ma...html?cmp=defrss

Hierbei die Frage an die Experten: ich glaube es gab schon höhere Summen bei Belohnungen, aber auch in einem Mordfall?




100.000 Euro Belohnung ausgesetzt
Mordfall Tristan: Neues Täterprofil erstellt


Frankfurt - Mehr als 15 Jahre nach dem Mord an dem Frankfurter Schüler Tristan gehen die Ermittler von einem neuen Täterprofil aus. Bis heute blieb jede Fahndung ohne Erfolg.
Zusammen mit einem Profiler wurde zudem ein 20-minütiger Dokumentarfilm über die bisherigen Ermittlungen gedreht, von dem sich die Polizei eine neue Spur erhofft. Für Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen, sind inzwischen 100.000 Euro Belohnung ausgesetzt, wie die Staatsanwaltschaft heute in Frankfurt mitteilte. Der Film ist am kommenden Sonntag (24. November) auf RTL in der Sendung „Spiegel TV“ zu sehen.


Der Täter war den Fachleuten zufolge zur Tatzeit im März 1998 zwischen 25 und 35 Jahre alt und suchte aufgrund seiner sexuellen Neigungen den Kontakt zu Kindern. Er lebt vermutlich sozial zurückgezogen und in keiner engen Intimbeziehung. Außerdem muss er einen Bezug nach Frankfurt-Höchst oder Hofheim am Taunus gehabt haben. In der Nähe des Bahnhofs im Stadtteil Höchst war der Junge getötet worden. In Hofheim soll der Mann sich ebenfalls Kindern genähert haben. Die Ermittler gehen von einem Einzeltäter aus und suchen bereits seit rund viereinhalb Jahren mit dem Phantombild eines Zopfträgers nach ihm. Das neue Täterprofil wurde vom Hessischen Landeskriminalamt gemeinsam mit dem Leiter der Operativen Fallanalyse München und deren Chef-Profiler erstellt.
Der 13-Jährige Tristan Brübach war am 26. März 1998 in einem unterirdischen Bachlauf grausam getötet worden. Ein Massentest mit mehr als 10.000 Freiwilligen aus den westlichen Stadtteilen Frankfurts hatte kein Ergebnis gebracht. Auch eine Fahndung über die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...“ blieb ohne Erfolg.


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#19

RE: Re: 02.04.2008 FF 5 (Kripo Frankfurt/Main) Mord an Tristan Brübach

in Filmfälle 23.11.2013 13:16
von vorsichtfalle • 659 Beiträge

ich sehr gerade, dass in diesem Artikel klar wird, dass ein Privatmann den größten Teil der Belohnung stellt


http://www.fr-online.de/frankfurt/frankf...8,25114976.html


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#20

RE: Re: 02.04.2008 FF 5 (Kripo Frankfurt/Main) Mord an Tristan Brübach

in Filmfälle 23.11.2013 14:11
von Kuller • 80 Beiträge

Danke für den SpiegelTV-Tip. Das hätte ich glatt übersehen.


"Es gehört zu seinen festen Gewohnheiten das Garagentor zu schließen..."
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#21

RE: Re: 02.04.2008 FF 5 (Kripo Frankfurt/Main) Mord an Tristan Brübach

in Filmfälle 23.11.2013 20:29
von Ede-Fan • 580 Beiträge

Vielen Dank für die Information! Das hätte ich wohl sonst verpaßt. Habe gerade das Aufnahmegerät in Stellung gebracht.

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#22

RE: Re: 02.04.2008 FF 5 (Kripo Frankfurt/Main) Mord an Tristan Brübach

in Filmfälle 24.11.2013 13:35
von Ede-Fan • 580 Beiträge

Es gibt übrigens eine Vorschau auf die Sendung von heute Abend:

SPIEGEL - Online vom 24.11.2013: Neue Spuren im Fall Tristan - Ermittler gehen von Sexualmord aus

Ich wußte garnicht, daß das Grab von Tristan geschändet wurde und sich jemand der Leiche bemächtigen wollte. Es scheint da noch viele "bemerkenswerte" Details zu geben.

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#23

RE: Re: 02.04.2008 FF 5 (Kripo Frankfurt/Main) Mord an Tristan Brübach

in Filmfälle 25.11.2013 13:14
von Kuller • 80 Beiträge

Ich fand den Beitrag sehr gut gemacht. Das Phantombild wirkte sehr realistisch plastisch. Dazu einige Zeugen mit guten Hintergrundinformationen.

Hoffentlich gibt sich der Täter einen Schub und stellt sich. Ein paar Versuche scheint er ja schon unternommen zu haben. Scheinbar gibt es das Bedürfnis seine
Seele zu entlasten. Trau Dich !

Man kann den Beitrag online bei RTL now nochmals anschauen.


"Es gehört zu seinen festen Gewohnheiten das Garagentor zu schließen..."
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#24

RE: Re: 02.04.2008 FF 5 (Kripo Frankfurt/Main) Mord an Tristan Brübach

in Filmfälle 27.11.2013 20:49
von SaZi • 32 Beiträge

Findet ihr die Aussagen der Profiler auch so sinnlos? Das ist das doch alles total offensichtlich, was die da als Ergebnis ihrer Fallanalyse präsentieren. Dass jemand, der an pubertierenden Jungen interessiert ist, zu einem Kinderheim geht - wirklich überraschend! Oder: Er KÖNNTE so aussehen, MUSS er aber nicht - aha. Für mich ist die operative Fallanalyse viel Wind um nichts.

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#25

RE: Re: 02.04.2008 FF 5 (Kripo Frankfurt/Main) Mord an Tristan Brübach

in Filmfälle 09.12.2013 12:35
von vorsichtfalle • 659 Beiträge

Hey,


hier ein Artikel zum aktuellen Stand nach der erneuten Ausstrahlung.

http://www.fr-online.de/frankfurt/mordfa...8,25565516.html

Mordfall Tristan Brübach Viele Hinweise, keine Lösung


Auch zwei Wochen nach der TV-Ausstrahlung einer Dokumentation über den grausamen Mord an dem 13-jährigen Tristan Brübach ist eine Lösung des Falls nicht in Sicht. Über mangelnde Resonanz auf das Phantombild des mutmaßlichen Täters können sich die Ermittler indes nicht beschweren.

Rund 200 Hinweise erhielt die Frankfurter Polizei auf den ominösen Zopfträger mit Narbe über der Oberlippe. Jeder will den Mann, nach dem die Polizei seit Jahren im Zusammenhang mit dem Mord an dem 13-jährigen Tristan Brübach fahndet, irgendwo schon mal gesehen haben.

Einer der 200 Hinweisgeber ist Stefan H. Er hat das Phantombild in einem FR-Artikel bei Facebook gesehen. „Ich war sehr, sehr schockiert, das Bild hat wie die Faust aufs Auge gepasst“, sagt der 32-Jährige. Der fragliche Mann habe sich vor mehr als 15 Jahren immer auf einem Spielplatz in Hausen rumgetrieben und versucht, sich den Kindern anzunähern. „An seinem rechten Fuß hat er immer ein Messer in einem Lederband getragen“, glaubt H. sich zu erinnern. Der Mann sei regelmäßig mit seinem Fahrrad an der Nidda entlang gefahren, selbst an dessen Vornamen kann sich H. noch erinnern. Auch ein Freund, dem H. das Phantombild schickte, habe ihn wiedererkannt. All dies hat der 32-Jährige der Polizei mitgeteilt.

Der Frankfurter Chefermittler Uwe Fey ist davon nur mäßig begeistert. „Ich bin für jeden Hinweis dankbar“, sagt Fey pflichtschuldig. Seit 2002 befasst er sich mit dem Mordfall Brübach. In den vergangenen elf Jahren hat er unzählige Hinweise auf den ominösen Zopfträger erhalten. Jedem Tipp wird nachgegangen, aber meist gibt es dann nur wenig bis gar keine Ähnlichkeit mit dem Gesuchten.

„Acht bis zehn“ der Hinweise nach der Dokumentation bei Spiegel-TV seien gut gewesen und werden akribisch weiterverfolgt. „Bei einem Hinweis bin ich vom Stuhl hochgesprungen“, verrät Fey. Doch bislang seien er und seine Kollegen in der Sache nicht weitergekommen.


zuletzt bearbeitet 09.12.2013 12:36 | nach oben springen

#26

RE: Re: 02.04.2008 FF 5 (Kripo Frankfurt/Main) Mord an Tristan Brübach

in Filmfälle 09.12.2013 18:18
von TheWhite1961 • 1.160 Beiträge

An diese abstruse These mit dem kriegstraumageschädigtem Täter habe ich nie geglaubt. Bedauerlich das man erst nach 15 Jahren darauf kommt, daß die Tat pädophile Hintergründe haben könnte.

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#27

RE: Re: 02.04.2008 FF 5 (Kripo Frankfurt/Main) Mord an Tristan Brübach

in Filmfälle 09.12.2013 19:18
von Heimo • 1.262 Beiträge

Was mich noch mehr verwundert, ist, dass in diesem Fall sich keine Lösung abzeichnet. Diese Beobachtungen - schön und gut - so etwas hat man leider häufig. Es ist problematisch hierbei wirklich relevante Beobachtungen von den unbedeutenen Beobachtungen zu separieren. Wenn jetzt einer behauptet, dass ihm jemand öfter aufgefallen ist, dann stellt sich die Frage, warum diese Person - mit dem recht auffälligen Tick, ein Messer am Fuß bei sich zu tragen - nicht schon früher von anderen Personen gesehen wurde.

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#28

RE: Re: 02.04.2008 FF 5 (Kripo Frankfurt/Main) Mord an Tristan Brübach

in Filmfälle 09.12.2013 21:43
von Ede-Fan • 580 Beiträge

Meine pessimistische Befürchtung ist die, daß dieser Fall ungeklärt bleibt.
Ich sehe hier Parallelen zu dem Stuttgarter Mordfall Anja A. ("Schrebergrab", FF1 vom 15.01.1988) .
In beiden Fällen gibt es Täterspuren (einmal DNA, einmal einen schlechter Fingerabdruck), es gibt Beobachtungen von Zeugen, Asservate und gewagt klingende Thesen von Fallanalytikern. Trotz intensiver, engagierter und nachhaltiger Ermittlungen ist das Ergebnis ernüchternd: Nämlich Nüscht. Es scheint das Fadenende zu fehlen, an dem die Ermittler ziehen können. Beide Fälle lassen sich meiner Meinung nach nur klären, wenn es zu einem Treffer bei den Tatortbeweisen (DNA bzw. Fingerabdruck) kommt. Die um die Tatzeiten gemachten Beobachtungen werden m.E. leider nicht zur Klärung führen. Auch wenn jetzt "neue" Beobachtungen gemeldet werden, dienen diese doch nur dazu, noch mehr Schwung auf das Hamsterrad der Ermittler zu geben.

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#29

RE: Re: 02.04.2008 FF 5 (Kripo Frankfurt/Main) Mord an Tristan Brübach

in Filmfälle 09.12.2013 23:36
von Rambo • 47 Beiträge

Mich beschäftigt dieser Fall ebenfalls sehr, zumal ich auch manchmal beruflich in Frankfurt-Höchst bin. Ich würde mich sehr über die Aufklärung dieses Falles freuen, teile jedoch die pessimistische Befürchtung von Ede-Fan aus den folgenden Gründen: 1. In der Zeit um die Tat herum wurde der vermeintliche Täter ja offenbar mehrfach in der Gegend gesehen, danach jedoch nicht mehr. Hieraus schlussfolgere ich, dass der Täter nicht mehr in der Gegend lebt, bzw., evtl. auch überhaupt nicht mehr lebt. So ganz gesund sieht er ja auf dem Phantombild auch nicht aus, möglicherweise war er ja auch drogenabhängig (ist jetzt nur mal ganz wild spekuliert). 2. Wurde in mehr als 15 Jahren kein ähnliches Verbrechen mehr begangen, was zum einen auch für These 1 sprechen könnte, sollte dies nicht zutreffen, allerdings auch die Aufklärung des Falles enorm erschwert.
Warum die Stimme des angeblichen Täters nicht bereits z.B. in der letzten Aktenzeichen-XY-Aufbereitung (vor 6 Jahren?) abgespielt wurde, verstehe ich nicht. Kann ich mir nur so erklären, dass die Polizei selbst diesen Anruf nicht ernst genommen hat.


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#30

RE: Re: 02.04.2008 FF 5 (Kripo Frankfurt/Main) Mord an Tristan Brübach

in Filmfälle 11.12.2013 19:52
von vorsichtfalle • 659 Beiträge

die informationspolitik der polizei ist in der tat etwas seltsam. zum einen wurden nur viele neue fakten bekanntgeben, zum anderen vermeintliche neue präsentiert, die schon längst bekannt waren. zum einen war der unbekannte wohl danach noch in höchst unterwegs, zumindest wurde er ja zwei jahre danach noch einmal am tunnel gesehen. zum anderen konnte man bereits kurz nach dem mord die stimme des mannes telefonisch abrufen. das wurde dann wieder fallen gelassen und wird nun wieder hochgeholt


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