#136

Re[3]: Entführung Maria Bögerl / Studiofall vom 19.05.2010

in Studiofälle 15.07.2010 09:08
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
bastian2410>Ich möchte mich vorsichtig ausdrücken, aber gewisse Gerüchte aus den Medien könnten wohl stimmen


Na, das wäre wirklich ein Hammer. Nach diesem bewegenden Familienappell mag man sich kaum vorstellen, dass die Entführung womöglich doch nur vorgetäuscht sein könnte.

In diesem Fall dürfte das Auto bereits in der Nacht vor der Entführungsmeldung beim Kloster abgestellt worden sein, was die Ermittlungen nicht gerade erleichtert, denn nachts hat da sicher kein Tourist Fotos oder Beobachtungen gemacht.
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#137

Re[4]: Entführung Maria Bögerl / Studiofall vom 19.05.2010

in Studiofälle 16.07.2010 02:02
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
xyzuschauerseit72>Na, das wäre wirklich ein Hammer. Nach diesem bewegenden Familienappell mag man sich kaum vorstellen, dass die Entführung womöglich doch nur vorgetäuscht sein könnte.

xyzuschauerseit72>In diesem Fall dürfte das Auto bereits in der Nacht vor der Entführungsmeldung beim Kloster abgestellt worden sein, was die Ermittlungen nicht gerade erleichtert, denn nachts hat da sicher kein Tourist Fotos oder Beobachtungen gemacht.


das der genaue Todeszeitpunkt (noch) nicht genau bestimmt ist, ist wohl richtig. Allerdings läßt die mögliche Zeitspanne wohl auch einen Todeszeitpunkt vor der eigentlichen Entführung zu. Zudem gibt es wohl einen Umstand im privaten Umfeld, der ein anderes Licht auf die Tat wirft. Das sind Spekulationen, die mir allerdings von einem Studienkollegen, der als Anwalt in Heidenheim zugelassen ist, mitgeteilt wurden, aber trotzdem leider nicht belegbar, deshalb schweige ich zu dem Umstand aus dem privaten Umfeld.

Geht aber mal die 3 Hauptmotive für eine Tötung durch,dann ist nicht mehr schwierig.
1). Habgier
2). Eifersucht
3). .........

Es wird mE wirklich mal Zeit, dass die Polizei ihren Ermittlungsstand der Öffentlichkeit mitteilt, denn so gibt sie nur Nährboden für Spekulationen.
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#138

Re: Entführung Maria Bögerl / Studiofall vom 19.05.2010

in Studiofälle 17.07.2010 05:37
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Die WELT von heute mit Details zum Entführungstag:


Der letzte Tag Maria Bögerls

WELT-Recherchen fördern neue Details zur Lösegeldübergabe zutage - und damit zum Profil des Täters
von Dirk Banse, Uwe Müller und Lucas Wiegelmann

Berlin - Der Mann mit dem Pferdeschwanz ist überall und nirgends. Sein Phantombild hängt an jedem Schwarzen Brett im schwäbischen Städtchen Heidenheim, in Hotels, Schulen und Imbissbuden. "Die Polizei bittet um Ihre Mithilfe", steht auf den Fahndungszetteln, darunter die Beschreibung des geheimnisvollen Zeugen, von dem sich die Ermittler so viel versprechen in diesem rätselhaften Mordfall. Aber der Mann konnte bisher nicht identifiziert werden, obwohl zu seiner Person Hunderte Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen sind.

Bereits 67 Tage sind verstrichen, seitdem Maria Bögerl entführt worden ist. Das Schicksal der Gattin des Heidenheimer Sparkassendirektors Thomas Bögerl hielt das Land in Atem - und liegt noch immer größtenteils im Dunkeln. Die 54-Jährige wurde morgens aus ihrem Wohnhaus entführt. Nach einer missglückten Lösegeldübergabe und drei Wochen voller Ungewissheit fand man die Leiche der durch mehrere Messerstiche getöteten und mit Handschellen gefesselten Bankiersfrau in einem Waldstück. Was geschah an jenem 12. Mai, dem Tag der Entführung?

Nach Recherchen der WELT können nun die dramatischen Stunden zwischen dem einzigen Entführeranruf und der Geldübergabe detailgenau rekonstruiert werden. Demnach ist die Beschaffung des Lösegelds anders abgelaufen als bisher bekannt: Der Entführer hatte unrealistische Vorstellungen. Er verlangte von Thomas Bögerl, das Geld binnen anderthalb Stunden aufzutreiben und zu übergeben. Bögerl sollte die 300 000 Euro bereits um 13 Uhr hinterlegen. Ihm gelang es, in seinem einzigen Telefonat mit dem Entführer eine Verlängerung bis 14 Uhr durchzusetzen. Auch die neue Frist war zu knapp bemessen.

Falsch sind zudem Berichte, wonach Bögerl den geforderten Betrag über seine Sparkasse besorgt hat. Vielmehr kam das Geld nach Informationen dieser Zeitung von der Ulmer Filiale der Deutschen Bundesbank. Recherchen ergaben außerdem, dass die Ermittler im Haus der Bögerls Spuren eines Kampfes gesichert haben. Allerdings ist Maria Bögerl dort offenbar nicht getötet worden. Und die Tatwaffe, vermutlich ein Küchenmesser, stammt ebenso wenig aus dem Haushalt der Familie wie die Handschellen an den Handgelenken der Toten.

Redakteure dieser Zeitung haben mit am Geschehen beteiligten Personen gesprochen. Dadurch ist es jetzt möglich, das Protokoll des Entführungstages exklusiv nachzuzeichnen:

Vormittags um zehn Uhr bekommt der Bürgermeister von Niederstotzingen im Landkreis Heidenheim Besuch in seinem Amtszimmer im ersten Stock des Rathauses. Sparkassendirektor Bögerl ist mit einem Mitarbeiter gekommen, um mit Stadtoberhaupt Gerhard Kieninger über Kreditkonditionen der Stadtverwaltung zu sprechen. Es ist ein Routinetermin. Bis um 11.23 Uhr Bögerls Handy klingelt. Er erkennt die Mobilnummer seiner Frau, entschuldigt sich und verlässt das Zimmer. Kurz darauf kommt er zurück und erzählt, dass seine Frau entführt wurde.

Die drei Männer beraten, was zu tun ist. Nach nicht einmal zehn Minuten beschließen sie, die Polizei einzuschalten - obwohl der Anrufer, der sich als "Schmid" ausgab, dies verboten hat. Um kein Aufsehen zu erregen, weist Bürgermeister Kieninger seine Sekretärin an, eine Verbindung zur Polizeidirektion Heidenheim herzustellen, zu einem ihm persönlich bekannten Beamten. Die Mitarbeiterin, die nicht eingeweiht wird, soll der Polizei sagen, der Bürgermeister wolle seinen Bekannten "in einer Angelegenheit allgemeiner Natur" sprechen. Als sich der Polizist meldet, wird das Gespräch ins Amtszimmer des Rathauschefs durchgestellt. Thomas Bögerl nimmt den Hörer in die Hand und setzt den Beamten ins Bild. Da ist es kurz nach halb zwölf.

Im Wettlauf gegen die Zeit fassen die Männer im Rathaus den Plan, die 300 000 Euro selbst zu beschaffen - getarnt als städtische Investition. Kieninger veranlasst eine ungewöhnliche Transaktion, er lässt bei der Ulmer Bundesbank-Filiale einen Blitzkredit beantragen. Niederstotzingen renoviert seinen Stadtkern, da sind spontane Geldgeschäfte nichts Ungewöhnliches. Den Staatsbankern wird mitgeteilt, man stehe in einer wichtigen Verhandlung und benötige Bargeld.

Gegen 13.45 Uhr liegen die Scheine in der gewünschten Stückelung bereit und werden von Bögerls Mitarbeiter sowie einer unterschriftsbefugten Rathausangestellten in Ulm abgeholt. Entfernung: 33 Kilometer. Die Kuriere haben in der Eile keinen Koffer mitgenommen, die Banknoten packen sie in eine Plastiktüte. Obwohl alles reibungslos klappt, ist die Frist des Entführers verstrichen, als die Geldbündel gegen 14.20 Uhr in Niederstotzingen eintreffen, abgepackt in Klarsichtfolie. Der Entführer will das Geld in einem blauen Müllsack entgegennehmen - im Rathaus werden aber nur grüne benutzt. Im Keller findet sich schließlich ein ausrangierter blauer Sack.

Die Polizei, die längst mit Zivilbeamten im Rathaus präsent ist, steht vor schwierigen Entscheidungen. Wartet der Entführer überhaupt noch auf das Geld? Gerät Thomas Bögerl in Gefahr, wenn er ohne Schutz zum Übergabeort fährt? Telefonate und Funksprüche gehen hin und her: zwischen dem Rathaus, der Polizeidirektion Heidenheim und der LKA-Zentrale in Stuttgart. Dann die Entscheidung: Die Polizei lässt Bögerl nicht allein fahren, zudem observiert sie den Übergabeort. Etwa um 15.27 Uhr kommt der Sparkassendirektor an der Betriebsausfahrt der Autobahn A 7 an, wo eine Stelle mit einer Deutschlandfahne markiert ist. Bögerl wirft den Müllsack mit dem Geld hinaus. Aber niemand holt es ab.

So weit die Chronologie - sie lässt Schlüsse zu, welches Täterprofil die Soko "Flagge" entworfen hat. Das Handeln des Mörders spricht für einen unprofessionellen Kleinkriminellen, der überfordert war, als er merkte, dass sein Plan mit der extrem knappen Frist unrealistisch war. Allerdings wird auch von einem zweiten Täterbild ausgegangen - einem Sparkassenkunden, dem möglicherweise ein Kredit verweigert wurde. Offiziell äußert sich die Polizei dazu nicht.

Unterdessen sorgt der ungelöste Fall an den Stammtischen für wilde Gerüchte. Sogar über eine Verstrickung der Familie in das Verbrechen wird diskutiert. Allerdings gibt es für eine direkte Tatbeteiligung der Bögerls keinerlei Indizien - erst recht nicht in Anbetracht der nun enthüllten Geschehnisse am Entführungstag. Die Spekulationen werden wohl erst enden, wenn der Schuldige für Maria Bögerls Tod gefunden wurde. Das kann dauern, der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagt: "Eine heiße Spur haben wir immer noch nicht."

Quelle: http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/article8503644/Der-letzte-Tag-Maria-Boegerls.html
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#139

Re: Entführung Maria Bögerl / Studiofall vom 19.05.2010

in Studiofälle 17.07.2010 10:19
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Weitere Details zum Entführungstag schildert der Bürgermeister des Nachbarortes in der heutigen Heidenheimer Zeitung:

Mordfall Bögerl: Bürgermeister war an Lösegeld-Beschaffung beteiligt

Vor gut zwei Monaten erschütterte die Entführung der Frau des Kreissparkassendirektors Thomas Bögerl ganz Deutschland. Tragischerweise wurde Maria Bögerl drei Wochen später tot aufgefunden. Den Beginn der Entführung hautnah miterlebt hat Niederstotzingens Bürgermeister Gerhard Kieninger. Am 12. Mai hatte Bögerl einen Außentermin in Niederstotzingen, der im Amtszimmer von Bürgermeister Kieninger stattfand. Dort nahm er kurz vor 11.30 Uhr auf seinem Handy den Anruf des Entführers seiner Frau entgegen. Zwei Forderungen des Täters, so Kieninger, standen nach dem Telefonat im Mittelpunkt: die Lösegeldforderung von 300.000 Euro und die Anweisung, keine Polizei einzuschalten. Vermutlich habe der Täter eher erwartet, den Bankchef an seinem Arbeitsplatz zu erreichen. „Dass er ihn ausgerechnet bei einer Ortspolizeibehörde erreicht, ist fast schon Ironie“, sagt Kieninger, der diese Aufgabe als Stadtoberhaupt wahrnimmt.

Ein Blick in seelische Abgründe

Man habe sich kurz ausgetauscht über den Anruf – „das kann man ja zunächst gar nicht fassen“ – und dann die Polizei in Heidenheim verständigt, Niederstotzingen selbst hat nicht einmal einen Polizeiposten. Bögerl blieb dann im Niederstotzinger Rathaus, bis er gegen 15 Uhr zur Lösegeld-Übergabestelle, einer Behelfsauffahrt auf die A 7 bei Nietheim, aufbrach. „Das hat sich so ergeben, es gab keinen Grund, den Ort zu wechseln“, erinnert sich Kieninger.

Den immer wieder aufkommenden Gerüchten, Thomas Bögerl könnte selbst etwas mit der Entführung und Ermordung seiner Ehefrau zu tun haben, widerspricht Kieninger ganz entschieden: „Das steht für mich außer Frage“, sagt der Mann, der einen ganz und gar ungefilterten Eindruck von der Reaktion des Heidenheimer Bankchefs auf das Telefonat mit dem Täter gewonnen hat. Die Behauptungen, die nun von vielen komplett Unbeteiligten aufgestellt würden, zeigen „den Abgrund menschlicher Seelen“, meint der sehr besonnene Niederstotzinger Gemeindechef. „Ich sage dazu nur: Wohl dem, der so etwas nicht selbst erleben muss.“

Nachdem die Kriminalpolizei in Niederstotzingen eingetroffen war, habe man zusammen überlegt, wie man die Lösegeldsummer beschaffen könne. „Das war ein ganz und gar geschäftsmäßiger Vorgang“, sagt Kieninger. Von einem Konflikt zwischen Bögerl und der Polizei, der von einigen Medien heraufbeschworen wurde, sei überhaupt nichts zu spüren gewesen. „Man hat sich ausgetauscht, aber es gab keine Meinungsverschiedenheiten.“

Wie die in Berlin erscheinende überregionale Zeitung „Die Welt“ in ihrer Samstagsausgabe berichtet, habe man im Wettlauf gegen die Zeit den Plan gefasst, die 300.000 Euro selbst zu beschaffen – getarnt als städtische Investition. Nach Recherchen der „Welt“ habe Kieninger eine ungewöhnliche Transaktion veranlasst: Er soll bei der Ulmer Bundesbank-Filiale einen Blitzkredit beantragt haben. Aufgrund der laufenden Ortskernsanierung in Niederstotzingen seien spontane Geldgeschäfte nichts Ungewöhnliches.

Gegen 13.45 Uhr sollen die Scheine in der gewünschten Stückelung bereit gelegen haben und in Ulm abgeholt worden sein. Obwohl alles reibungslos klappte, sei die Frist des Entführers verstrichen gewesen, als die Geldbündel gegen 14.20 Uhr in Niederstotzingen eingetroffen seien, berichtet „Die Welt“.

Ob die Ereignisse anders abgelaufen wären, hätte der Entführer Bögerl in Heidenheim erreicht? „Sicherlich, aber ob es besser oder schlechter gewesen wäre, weiß ich nicht“, sagt Bürgermeister Kieninger.

Die Beschaffung des Lösegelds, die mehr als eine Stunde länger in Anspruch nahm als vom Täter gefordert, wäre auch in Heidenheim nicht reibungslos verlaufen, denn die dortige Bankzentrale habe nicht über die Summe in der gewünschten Stückelung verfügt.

„Natürlich fragen sich alle, die mit der Entführung zu tun hatten, ob man den furchtbaren Ausgang hätte verhindern können“, sagt Kieninger, schließlich habe man schon mit der Benachrichtigung der Polizei entgegen der Forderungen des Täters gehandelt. Dieses nicht zu tun, war aber wohl weder für den Bürgermeister noch für den Bankchef ein gangbarer Weg.

Quelle: http://www.hz-online.de/nc/nachrichten/lokales/nachrichten/detail-news/archive/2010/july/article/mordfall-boegerl-buergermeister-war-an-loesegeld-beschaffung-beteiligt.html
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#140

Re: Entführung Maria Bögerl / Studiofall vom 19.05.2010

in Studiofälle 17.07.2010 21:22
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Nochmal zu den Gerüchten über eine nur vorgetäuschte Entführung: Die aktuellen Presseberichte über einen mitfühlenden Bürgermeister und eine offenbar leicht zu täuschende Bundesbankniederlassung beschreiben zwar gut die Abläufe am Entführungstag, schließen aber ein evtl. Ehedrama in der Nacht zuvor keineswegs aus. Insofern wird die Polizei sicherlich weiter in allen auch noch so unwahrscheinlichen, aber doch denkbaren Richtungen weiterzuermitteln haben.
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#141

Re: Entführung Maria Bögerl / Studiofall vom 19.05.2010

in Studiofälle 29.07.2010 16:20
von Jiri Brei • 514 Beiträge
Sollten nicht bis Mitte diesem Monats die Ergebnisse zum Todeszeitpunkt und zur Liegezeit vorliegen?
Bislang herrscht nur schweigen im (Blätter-)Wald!

JB
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#142

Re[2]: Entführung Maria Bögerl / Studiofall vom 19.05.2010

in Studiofälle 02.08.2010 11:21
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
JB>Sollten nicht bis Mitte diesem Monats die Ergebnisse zum Todeszeitpunkt und zur Liegezeit vorliegen?
JB>Bislang herrscht nur schweigen im (Blätter-)Wald!

JB>JB

Ja, leider haben die Behörden schon einige Zeit nichts mehr verlauten lassen, aber dafür fangen die Medien jetzt wieder an, sich bei ihren teilweise polizeikritischen Spekulationen auf angebliche Interna aus den Akten oder sonstige angebliche Einschätzungen der Ermittler zu stützen. Jüngstes Beispiel ein heutiger Bericht des stern,

http://www.stern.de/panorama/mord-an-der-bankiersgattin-maria-boegerl-mittagspause-verzoegerte-loesegeldbeschaffung-1589203.html

wonach die ja nur unter einem Vorwand kontaktierte Bundesbankfiliale womöglich aufgrund ihrer Mittagspause erst recht spät das Lösegeld bereitstellen konnte. Und noch ein Punkt wird angesprochen: Angeblich soll es Anhaltspunkte geben, dass evtl. auch zwei Täter aktiv waren.
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#143

Re: Entführung Maria Bögerl / Studiofall vom 19.05.2010

in Studiofälle 02.08.2010 17:08
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Ein Polizeisprecher hat sich laut einer Zeitung heute zur aktuellen Hinweislage geäußert. Danach sind von 6000 (!) Spuren noch 1500 abzuklären:

http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.fall-boegerl-6000-spuren-und-viele-ungereimtheiten.a7159d33-a8d8-46d4-b797-1e2f2d564e0c.html
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#144

Re: Entführung Maria Bögerl / Studiofall vom 19.05.2010

in Studiofälle 02.08.2010 17:36
von alex100 • 43 Beiträge
hallo
bin neu in diesem forum und möchte auf etwas aufmerksam machen. vielleicht ist es ja unwichtig. es gibt einen alten xyfilmfall vom 4.09.1992, da wird ein bankdirektor entführt und der entführer sagt zitat" machen sie keine sperenzchen". ist mir halt aufgefallen. es wird höstwarscheinlich nichts zu bedeuten haben, aber veilleicht kann es sich mal jemand anschauen. der fall und der ausspruch würde gut zusammenpassen. möchte nicht spekulieren, aber ich dachte ich poste das. werde mich wieder aus diesem forum aktiv zurückziehen, da ihr sehr hohe maßstäbe ansetzt und das ist gut so.
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#145

Re: Entführung Maria Bögerl / Studiofall vom 19.05.2010

in Studiofälle 02.08.2010 17:46
von alex100 • 43 Beiträge
tut mir leid war kein bankdirektor, sonder ein prominenter, aber das mit den sperenzchen kommt vor.
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#146

Re[2]: Entführung Maria Bögerl / Studiofall vom 19.05.2010

in Studiofälle 02.08.2010 20:14
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
alex100>tut mir leid war kein bankdirektor, sonder ein prominenter, aber das mit den sperenzchen kommt vor.

Hallo Alex,

die bekannte Entführung von Rennfahrer Hans Herrmann, genannt Hans im Glück, weil er an spektakulären, jedoch glücklich verlaufenen Unfällen in seiner Laufbahn beteiligt war.

die Vergleich beider Verbrechen ist ein sehr interessanter Hinweis, den ich ehrlich gesagt gar nicht gesehen habe.

Böblingen und Heidenheim bzw. Ulm liegen ja nur ein paar Kilometer auseinander, 50km die Autobahn weiter herunterfahren, schon bist du in Heidenheim. Eine räumliche Verbindung ist also gegeben.

allerdings ist dieser Ausdruck im Schwabenland durchaus verbreitet. Einen Zusammenhang zwischen den Verbrechen nur an dieser Ausdrucksweise festzumachen, ist vielleicht doch ein wenig hergeholt, aber trotzdem sehr interessant und auch erwähnenswert, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Polizei anfangs nach einem Mann "mittleren Alters" gesucht hat.

ein toller Hinweis, der dem Niveau dieses Forums durchaus entspricht. Bitte aktiv mitmachen und posten!!!

Natürlich eine Spekulation, aber was bleibt uns auch anderes übrig bei dieser Öffentlichkeitsarbeit der Polizei
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#147

Re: Entführung Maria Bögerl / Studiofall vom 19.05.2010

in Studiofälle 02.08.2010 21:11
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Die Täter im Fall Herrmann sollen 20-30 Jahre alt gewesen sein, die Tat liegt rund 20 Jahre zurück, könnte also vom Alter her durchaus passen. Auch der Zopfmann (falls der überhaupt mit dem Fall Bögerl zu tun hat) dürfte vom Phantombild her wohl eher 40 als 30 sein.

Aber wie Bastian schon sagte: Solche Redewendungen sind regional sehr verbreitet, bei uns hier in Westfalen sagen z.B. viele Leute stattdessen "Machen Sie keinen Mist, kein Theater, kein Gedöns, keinen Wirbel".

Was mir bei der ganzen öffentlichen Bögerl-Diskussion bisher etwas fehlt, sind Überlegungen zur Frage, ob es eher einer oder doch mehrere Täter waren.
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#148

Re[2]: Entführung Maria Bögerl / Studiofall vom 19.05.2010

in Studiofälle 03.08.2010 06:20
von bd-vogel • 570 Beiträge
@Alex: Da kann ich mich nur anschließen, solche "XY-Kleinigkeiten" sind stets höchstwillkommen!

Ein paar augenzwinkernde Sperenzchen :

bastian2410>allerdings ist dieser Ausdruck im Schwabenland durchaus verbreitet. Einen Zusammenhang zwischen den Verbrechen nur an dieser Ausdrucksweise festzumachen, ist vielleicht doch ein wenig hergeholt, aber trotzdem sehr interessant und auch erwähnswert, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Polizei anfangs nach einem Mann "mittleren Alters" gesucht hat.

"Mittleres Alter" bzw. "Mittelalter" käme hin, denn das Wort "Sperenzchen" ist eine Art Verballhornung des mittellateinischen "sperantia" (von dem zB auch das spanische "esperanza" kommt, das aber einen anderen Sinn hat).

Hmmh, Latein? Dazu legt Xyzuschauer72 eine weitere Spur:

xyzuschauerseit72>Aber wie Bastian schon sagte: Solche Redewendungen sind regional sehr verbreitet, bei uns hier in Westfalen sagen z.B. viele Leute stattdessen "Machen Sie keinen Mist, kein Theater, kein Gedöns, keinen Wirbel".

Is' doch klaa: Westfalen lag (ganz im Gegensatz zu Schwaben) nördlich des Limes, also außerhalb des Römerreichs (siehe Varus *lol*), und wo keine Römer, da auch kein Latein > keine sperantia > keine Sperenzchen

Aus all dem folgt: Vermutlich waren es die Römer! "Mittleren Alters" wäre dann allerdings ein Euphemismus (und diese Theorie ist freilich nur bedingt zitabel, geb ich zu... )

Aber Spaß beiseite: Das mit der oft typisch regional begrenzten Verbreitung solcher und anderer volksetymologischer Ausdrücke kann durchaus ein kleiner Anhaltspunkt sein, wenn man von einer unbekannten Person wenig oder gar nix anderes weiß, als daß er/sie den Ausdruck benutzt. (Auch wenn diese oft über viele Jahrhunderte konstant gebliebenen "Wortverbreitungsgrenzen" in den letzten Jahrzehnten deutlich unschärfer geworden sind.)

Bernhard.
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#149

Re: Entführung Maria Bögerl / Studiofall vom 19.05.2010

in Studiofälle 03.08.2010 08:32
von Jiri Brei • 514 Beiträge
Hallo zusammen!
Als Eingeborener aus der genannten Gegend kann ich sagen, dass diese Redwendung (mittlerweile) hier sehr ungebräuchlich ist...

JB
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#150

Re: Entführung Maria Bögerl / Studiofall vom 19.05.2010

in Studiofälle 03.08.2010 08:55
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
Entführungen im Schwabenland! Sag mal, Jungs, sitzen die Schlecker Entführer eigentlich noch ein? Die hatten doch sowieso immer eine Schwäche für Bankiersfamilien. Und Schwäbisch reden konnten die auch. Die würden so ein Ding auch noch mit 70 durchziehen. Allerdings würden diese Herren niemals einen Mord begehen, und einen perfekten Plan hätten sie auch gehabt.

Ich habe mir den Fall Herrmann noch mal angeschaut. Auch diese Entführung war präzise geplant. Beim Täterprofil bin ich mir eigentlich immer noch sicher: Täter ohne große krimineller Erfahrung.

Du hast gesehen, Alex, Dein Vorschlag findet Gefallen.
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