#196

Re: 24.08.2011 FF2 (Kripo Trier) Vermisstenfall Lolita Brieger (von 1982)

in Filmfälle 22.03.2012 17:26
von Eifelwaldschrat • 47 Beiträge
KSTA http://www.euskirchen-online.ksta.de/html/artikel/1332251588934.shtml

Prozess
„Es hat sich keiner um uns gekümmert“

Von F.A. Heinen, 22.03.12, 17:15h
Die schwangere junge Frau hatte sich 1982 nach einem Streit mit dem mutmaßlichen Vater ihres ungeborenen Kindes, Josef K., selbst töten wollen. Am zweiten Prozesstag war Lolitas Mutter als Zeugin vor Gericht.
Lolita-Prozess
Trier/Dahlem - Es war totenstill im Verhandlungssaal, als beim zweiten Prozesstag gegen den wegen Mordes an der damals 18-jährigen Lolita Brieger angeklagten Landwirt Josef K. die Vorsitzende Richterin einen nie abgeschickten Brief Lolitas verlas. Die schwangere junge Frau hatte sich 1982 nach einem Streit mit dem mutmaßlichen Vater ihres ungeborenen Kindes, Josef K., selbst töten wollen.

Der damalige Abschiedsbrief war Zeugnis einer ebenso verzweifelten wie zerrüttet-hoffnungslosen Beziehung des Paares. In einem ersten Entwurf, den die junge Frau zerrissen hatte und den die Familie später wieder zusammensetzte, hieß es unter anderem in Anspielung auf ihre Schwangerschaft: „Ich gehe nicht alleine, ich nehme ja einen Teil von Dir mit.“ Offenbar hatte der Jungbauer sich zuvor von seiner Freundin getrennt, und sie hatte einen verzweifelten Versuch gestartet, ihn zurückzugewinnen.

Der Brief war unterzeichnet mit „Dein letztes Stück Dreck“. Ein eindeutiger Adressat ergab sich nicht aus dem Brief, den eine Schwester fand, als Lolita mit Herztabletten tatsächlich einen Suizid versuchte. Sie kam für eine Nacht ins Krankenhaus, wo sie sich schnell erholte und am folgenden Tag nach Hause entlassen wurde.

Ausssage verweigert

Da der Angeklagte am gestrigen Prozesstag weiterhin von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte, versuchte das Schwurgericht unter Vorsitz von Richterin Petra Schmitz, sich anhand von Zeugenaussagen ein Bild von den Verhältnissen zu machen. Zunächst wurde Lolitas Mutter Hildegard, inzwischen 80 Jahre alt, in den Zeugenstand gerufen: schlohweißes Haar, ein Gehstock, so wurde sie von einer Tochter zum Zeugenstuhl geleitet. Die Erinnerung an Details war bei der Mutter teilweise verblasst. Hilfsweise verlas die Richterin ihre Aussage aus dem Jahr 1987 bei der Polizei, als noch vieles lebendiger war, und da kam die Erinnerung teilweise wieder.

Die Mutter berichtete, dass die Bergmannsfamilie 1967 in die Eifel gezogen war, wo der Vater fortan den Lebensunterhalt als Bauarbeiter verdiente. Die Familie lebte in einfachen, aber geordneten Verhältnissen. Sie blieben allerdings isoliert in der dörflichen Gesellschaft des kleinen Ortes Frauenkron. Die Familie hatte sechs Kinder. Die 1964 geborene Lolita besuchte die Volksschule und arbeitete dann als Näherin. Einige Monate vor ihrem gewaltsamen Tod nahm sie sich eine kleine Wohnung in Jünkerath. Lolita hatte schon vorher einen Freund gehabt, aber seit dem Frühjahr 1982 war sie fest mit Josef K. liiert, obwohl die Mutter davon abriet.

Der Altbauer war dagegen

Es sei auch klar gewesen, dass der Vater des Jungbauern die Beziehung verhindern wollte: Josef K. habe in Briegers Küche einmal gesagt, „er wolle an Lolita festhalten. Da könne sich der Alte auf den Kopf stellen“. Der Altbauer habe Lolita als Kind einfacher Leute als Schwiegertochter abgelehnt. Gegenüber Briegers und Lolita habe sein Sohn jedoch von Heirat gesprochen.

Als die 18-Jährige schließlich am 4. November 1982 verschwunden war, begann für die Familie eine schier endlose Zeit des verzweifelten Wartens auf Nachricht über Lolitas Verbleib. Wirkliche Hilfe aus dem Dorf oder der Gemeinde blieb aus: „Es hat sich keiner um uns gekümmert. Die ganzen Jahre nicht“, sagte die Mutter verbittert.
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#197

Re: 24.08.2011 FF2 (Kripo Trier) Vermisstenfall Lolita Brieger (von 1982)

in Filmfälle 23.03.2012 06:05
von Waldmeister • 61 Beiträge
Hier noch etwas zur Aussage der Mutter Hildegard Brieger:

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Lolita-Brieger-Prozess

„Die sollen den wegsperren“
Von Ronald Larmann, 23.03.12, 07:01h

"Die Sonne scheint, der Himmel ist strahlend blau. Alles deutet am gestrigen Morgen auf einen wunderschönen Frühlingstag hin. Die Atmosphäre im Saal 70 des Trierer Landgerichts will so gar nicht zu diesem Wetter passen.


FRAUENKRON/TRIER - Die Sonne scheint, der Himmel ist strahlend blau. Alles deutet am gestrigen Morgen auf einen wunderschönen Frühlingstag hin. Die Atmosphäre im Saal 70 des Trierer Landgerichts will so gar nicht zu diesem Wetter passen. Es ist der Tag, an dem Hildegard Brieger vor Gericht erscheint, um auszusagen. Sie ist die Frau, die knapp 30 Jahre lang nicht wusste, was mit ihrer Tochter Lolita geschehen ist. Es ist die Frau, die vor fünf Monaten erfuhr, dass die Leiche ihrer Tochter auf einer ehemaligen Müllkippe bei Frauenkron verscharrt worden war. Die Stimmung ist bedrückend im Saal 70. Die rund 50 Zuschauer und zahlreiche Medienvertreter sind mucksmäuschenstill.
Die 80-Jährige wird von Tochter Petra begleitet. Beide sind Nebenklägerinnen in dem Prozess, in dem die Staatsanwaltschaft Trier einem 51-jährigen Landwirt aus Scheid vorwirft, 1982 seine damalige Freundin Lolita, die hoch schwanger war, ermordet zu haben –, weil der Vater die Beziehung wegen des sozialen Status’ nicht geduldet habe, so Staatsanwalt Eric Samel.
Im Zeugenstand sitzt Hildegard Brieger nur einige Meter entfernt von dem mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter. Auf die Frage, ob er ihr ins Gesicht geschaut habe, sagt die 80-Jährige später im Gespräch mit der Rundschau: „Um Himmels Willen.“ Er habe wohl nicht den Mumm dazu gehabt. „Die sollen den wegsperren“, sagt die Mutter von sechs Kindern etwas später. Sie ist erleichtert, dass sie die Aussage hinter sich gebracht hat. Es sei für sie nicht leicht gewesen, mit Richterin Petra Schmitz in die Vergangenheit einzutauchen, sagt Tochter Petra. Doch genau dahin sollte die Reise gehen.
Die Richterin wollte sich ein Bild von Familie Brieger machen. Sie wollte wissen, was Lolita Brieger für ein Mensch gewesen ist. „Sie ist gut aufgewachsen“, sagt die Mutter. Ihre Antworten sind knapp. Lolita habe die Volksschule besucht, danach als Näherin gearbeitet. Im Frühjahr 1982 habe sie mitbekommen, dass ihre Tochter mit dem Angeklagten zusammen gewesen sei. „Ich mochte den nicht“, sagt Hildegard Brieger. Ob es für die Tochter denn eine glückliche Beziehung gewesen sei, will die Richterin wissen. „Am Anfang wohl, dann gab es nur Stress, Zwang und Streit“, antwortet die 80-Jährige. Nach gut 20 Minuten ist Hildegard Brieger sichtlich erschöpft. „Ich kann bald nicht mehr“, sagt sie. Aber sie muss noch eine gute halbe Stunde durchhalten.
Richterin Petra Schmitz konfrontiert sie mit einer Zeugenaussage, die die Mutter am 22. Juni 1987 gemacht hat. Dabei wird schnell klar, dass die 80-Jährige damals vieles anders geschildert hat als heute. Es scheint keine böse Absicht gewesen zu sein, vielmehr eine Mischung aus Verklärung und Verdrängen.
Immer wieder lenkt Richterin Schmitz den Blick auf Suizid-Versuche Lolitas. Zunächst verneint die Mutter, davon etwas gewusst zu haben. Später wird deutlich, dass sie wusste, dass Lolita versucht hatte, sich mit Herztabletten des Vaters das Leben zu nehmen. „Aber das war harmlos“, so Hildegard Brieger.
Von damals soll auch ein Entwurf und ein dann in Schönschrift verfasster Abschiedsbrief von Lolita stammen. Den liest Richterin Petra Schmitz vor, nachdem sie Petra Brieger befragt hatte. „Ich habe dich mehr geliebt, als du dir vorstellen kannst“, zitiert Schmitz aus dem Brief, der ohne Anrede verfasst wurde. Weiter heißt es da: „Du willst einen neuen Anfang machen (ohne mich und dein Kind).“ Nach einer Weile folgen die Zeilen: „All deine Sorgen wären gelöst, wenn ich tot wäre. Es grüßt dich, dein letztes Stück Dreck.“
Der Angeklagte nimmt diesen Schlusspunkt der gestrigen Sitzung äußerlich unbewegt zur Kenntnis. Den Prozess verfolgt er regungslos, die Hände zu Fäusten geballt und parallel auf dem Tisch liegend. Am kommenden Dienstag, 27. März, wird der Prozess um 9 Uhr fortgesetzt. Dann soll der Mann aussagen, der dabei geholfen haben will, die Leiche Briegers zu beseitigen. Er hatte der Polizei nach einer „Aktenzeichen XY“-Sendung den entscheidenden Hinweis auf den Verbleib Lolita Briegers gegeben. Dann wollen Hildegard und Petra Brieger allerdings nicht mehr dabei sein. „Das halten wir nicht aus“, sagt Petra Brieger."

http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1332436855054.shtml
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#198

Re: 24.08.2011 FF2 (Kripo Trier) Vermisstenfall Lolita Brieger (von 1982)

in Filmfälle 23.03.2012 17:10
von Eifelwaldschrat • 47 Beiträge
Heute, 23.3. habe ich zufällig die ehemalige Grundschullehrerin von Jupp K., dem Angeklagten, in einem Café getroffen.
Lange, intensive Unterhaltung über die Familien und dörflichen Gegebenheiten vor dreißig Jahren bis heute.
Unverständnis über das lange Schweigen des „Freundes“, der (nur?) bei der Vergrabung mitgewirkt haben will und jahrelang nur wenige Häuser von Briegers wohnen konnte, ohne Gewissensbisse.
Und davon, wie Vielen er von seinem Wissen, wo, am Wirtshaustresen, erzählt hatte.
Jetzt immer noch im Nachbardorf Scheid, nahe bei Jupp wohnend.
Über den Vater des Angeklagten, der gar nicht gut dabei weg kam. Die mittlerweile alte Mutter (91). Den Geschwistern, die jegliche Aussage verweigern.
Dem neuen, prächtigen Wohnhaus.
Über den neuen Reichtum nach Frühberentung infolge Jupp’s schwerem Unfall und die Verpachtung und der Verkauf von Ländereien an den größten Bauern in Rheinland-Pfalz C.
Ob vielleicht Geld beim jahrelangen Schweigen im Spiel war?, und ... und ... und.
Über Jupp’s Sohn (6) der in der Schule leiden muss.

Man kann auf die Aussagen des Zeugen K-M. S. am 27.3. wahrhaftig gespannt sein.

Auch über die derzeitigen Hypothesen zum vorgefunden Draht um den Hals Lolitas (Staatsanwaltschaft: Tatwerkzeug nicht vorhanden?), in der Region sind Gerüchte/Vermutungen zu Hauff kursierend.

Und letztlich auf die irgendwann sich äußernde Verteidigung des Angeklagten.

Zu kursierenden Gerüchten und den Mutmaßungen vor Ort möchte ich derzeit hier schweigen.
Sie könnten unschwer bald Grundlage für einen neuen lukrativen Eifelkrimi werden.

Schlimm ist was H. Brieger, die Mutter Lolitas beklagt, „Keiner hat uns geholfen“.
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#199

Re: 24.08.2011 FF2 (Kripo Trier) Vermisstenfall Lolita Brieger (von 1982)

in Filmfälle 24.03.2012 06:08
von Waldmeister • 61 Beiträge
Ich stelle mir vor, dass das Gerichtsverfahren für die betagte Mutter von Lolita Brieger eine sehr große Belastung ist. Sie ist eine Stunde lang vernommen worden und schon nach einer halben Stunde war sie ermüdet, wie man lesen konnte. Eine Belastung deshalb, weil ihr wohl bewusst war, dass es im Hinblick auf eine Verurteilung bzw. einen Freispruch vor allem auf ihre Aussage ankommt , was das Verhältnis von Lolita zum Angeklagten anbelangt, denn Josef K. und seine Familie machen vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Sie mussten nicht mal vor Gericht erscheinen und dieses erklären, sondern die schriftliche Mitteilung hat ausgereicht. Das ist natürlich ihr gutes Recht.


Als sehr bedrückend empfinde ich die Aussage der Mutter, dass ihrer Familie nach Lolitas Verschwinden niemand geholfen habe.
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#200

Re: 24.08.2011 FF2 (Kripo Trier) Vermisstenfall Lolita Brieger (von 1982)

in Filmfälle 24.03.2012 15:52
von Punker • 445 Beiträge
Video aus dem Gericht sowie Interviews mit den Schwestern von Lolita Brieger:
http://www.1730live.de/archiv/news-details/datum/2012/03/22/morprozess.html
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#201

Re: 24.08.2011 FF2 (Kripo Trier) Vermisstenfall Lolita Brieger (von 1982)

in Filmfälle 26.03.2012 20:47
von Punker • 445 Beiträge
Lolita-Brieger-Prozess: Kronzeuge sagt heute aus

Der Zeuge, der dem Angeklagten geholfen hat, die Leiche von Lolita Brieger zu entsorgen, soll im Jahre 1982 auf dem Hof in Scheid als Landwirtschaftshelfer gearbeitet haben. Das berichtet heute Abend der 'Volksfreund'.

Ein Freund des Angeklagten gab den Trierer Mord-Ermittlern im Herbst den entscheidenden Tipp, wo die Leiche der Langzeit-Vermissten Lolita Brieger zu finden ist. Heute sagt der Eifeler im Prozess gegen den wegen Mordes angeklagten Josef K. aus.

Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass auch am heutigen dritten Prozesstag im Fall Lolita Brieger der Verhandlungssaal im Trierer Landgericht wieder bis auf den letzten Platz gefüllt sein wird.
Als Zeuge wird am Vormittag der Mann gehört, ohne den es den Mordprozess gegen Josef K. gar nicht erst gegeben hätte. Es ist ein ehemaliger Freund des 51-jährigen Angeklagten. Der Zeuge soll vor 30 Jahren als Landwirtschaftshelfer auf dem Hof in Scheid (Vulkaneifelkreis) gearbeitet haben. Und offenbar war er auch ein dicker Kumpel des Angeklagten.
Das jedenfalls sagte am zweiten Prozesstag Hildegard Brieger, die Mutter der getöteten Lolita. Und anders wäre auch kaum zu erklären, dass Josef K. seinen Freund vor 30 Jahren darum gebeten haben soll, ihm beim Beseitigen der Leiche zu helfen.
Zuvor soll der Angeklagte dem Kumpel gestanden haben, seine damals 18-jährige Ex-Freundin getötet zu haben.
Lolitas sterbliche Überreste waren erst im Oktober vergangenen Jahres auf einer ehemaligen Mülldeponie in Frauenkron (Kreis Euskirchen) gefunden worden. Den entscheidenden Tipp gab der Freund des Angeklagten. Warum er sich erst nach so langer Zeit den Trierer Mordermittlern offenbarte, ist eine der spannenden Fragen, auf die es wohl heute eine Antwort geben wird. Der Zeuge selbst hat sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft damals wegen Strafvereitelung schuldig gemacht, die allerdings längst verjährt ist.
Der in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte Josef K. hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Selbst zu seiner Person hat der gelernte Landwirt bislang keine Angaben gemacht. Der Prozess ist bis Anfang Mai terminiert. sey

Quelle: http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/rheinlandpfalz/rheinlandpfalz/Heute-im-Trierischen-Volksfreund-Lolita-Brieger-Prozess-Kronzeuge-sagt-heute-aus;art806,3106026
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#202

Re: 24.08.2011 FF2 (Kripo Trier) Vermisstenfall Lolita Brieger (von 1982)

in Filmfälle 27.03.2012 08:22
von Eifelwaldschrat • 47 Beiträge
input-aktuell.de

27.03.2012

Mordprozess Lolita Brieger - Kronzeuge fordert Ausschluss der Öffentlichkeit

Trier/D. (boß) Im Mordprozess "Lolita Brieger" begann die heutige Verhandlung vor dem Trierer Landgericht mit einem Paukenschlag. Der Kronzeuge Klaus-Michael S. beantragte für seine Vernehmung den Ausschluss der Öffentlichkeit.

Derzeit verhandelt das Gericht über diesen Antrag.
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#203

Re: 24.08.2011 FF2 (Kripo Trier) Vermisstenfall Lolita Brieger (von 1982)

in Filmfälle 27.03.2012 10:14
von Eifelwaldschrat • 47 Beiträge
SWR Trier Nachrichten

http://www.swr.de/nachrichten/rp/trier/-/id=1672/xms7s1/index.html


Letzte Aktualisierung: 27.03.2012, 11.30 Uhr

Trier: Hauptbelastungszeuge sagt im Mordprozess Lolita Brieger aus


Trier
Hauptbelastungszeuge sagt im Mordprozess Lolita Brieger aus

Im Prozess um den Mordfall Lolita Brieger hat heute der Hauptbelastungszeuge vor dem Landgericht Trier ausgesagt. Er soll dem Angeklagten dabei geholfen haben, die Leiche der Frau zu vergraben. Der 51jährige Dachdecker aus Hallschlag hatte zunächst beantragt, nur unter Ausschluß der Öffentlichkeit auszusagen. Das hat das Gericht abgelehnt. Betont einsilbig und ohne jede Gefühlsregung sagte der Zeuge dann aus, der Angeklagte habe ihm zwei Tage nach dem Verschwinden Lolita Briegers gesagt, dass er sie erwürgt habe. Er soll ihn um Hilfe gebeten haben. Noch am gleichen Tag sollen die Beiden nach Aussage des Zeugen die in Folie verpackte Leiche zur Mülldeponie Frauenkron gebracht haben.
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#204

Re: 24.08.2011 FF2 (Kripo Trier) Vermisstenfall Lolita Brieger (von 1982)

in Filmfälle 27.03.2012 11:00
von Eifelwaldschrat • 47 Beiträge
http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/rheinlandpfalz/rheinland/Rheinland-Pfalz-und-Nachbarn-Mordprozess-Lolita-Brieger-Zeuge-belastet-Angeklagten;art158726,3106747

....
Warum er so lange geschwiegen habe? «Ich hatte Angst, dass er es mir in die Schuhe schiebt», sagte der Zeuge, der damals Betriebshelfer auf dem Hof des Angeklagten war.
....
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#205

Re: 24.08.2011 FF2 (Kripo Trier) Vermisstenfall Lolita Brieger (von 1982)

in Filmfälle 27.03.2012 12:54
von Punker • 445 Beiträge
Der mutmaßliche Tatablauf lässt sich sehr gut aus folgendem Artikel herleiten:
"Brieger auf Müllkippe verscharrtAugenzeuge sagt aus
Dreißig Jahre lang bleibt der Tod von Lolita Brieger ungesühnt, dann meldet sich nach einer Fernsehsendung ein Schlüsselzeuge. Der sagt nun auch in dem Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der 18-Jährigen aus und belastet ihn schwer.
Im Prozess um den Mordfall Lolita Brieger hat ein Zeuge dem Gericht geschildert, wie er vor 30 Jahren beim Wegschaffen der Leiche geholfen hat. Der wegen Mordes angeklagte Landwirt aus der Eifel sei im November 1982 wenige Tage nach dem Verschwinden der jungen Frau zu ihm gekommen, berichtete er. "Er habe die Lolita erwürgt und ich müsste ihm helfen", erinnerte sich der 51-jährige Dachdecker vor dem Landgericht Trier an das Ansinnen des Bauern. Gemeinsam hätten sie die Leiche der 18-Jährigen zur damaligen Mülldeponie in Frauenkron gebracht und abgelegt. "Ich war geschockt, habe aber nicht nachgefragt", ergänzte er.


Der Schlüsselzeuge hatte sich erst vergangenen September bei der Polizei offenbart. Sein Hinweis war der Durchbruch im Fall der fast drei Jahrzehnte lang vermissten Brieger: Ihre sterblichen Überreste konnten im Oktober 2011 nach zweiwöchiger Suche auf der früheren Müllkippe gefunden werden. Warum er so lange geschwiegen habe? "Ich hatte Angst, dass er es mir in die Schuhe schiebt", sagte der Zeuge, der damals Betriebshelfer auf dem Hof des Angeklagten war. Der Bauer sei zudem "ziemlich aggressiv": "Ich habe gewusst, dass ich besser den Mund halte."

Der Landwirt aus Scheid in der Vulkaneifel steht seit Anfang März vor Gericht, weil er seine schwangere Ex-Freundin aus Frauenkron erdrosselt und ihre Leiche auf der Müllkippe verscharrt haben soll. Mutmaßliches Motiv: Er wollte die junge Frau loswerden, weil sie vom Stand her nicht zu seiner wohlhabenden Familie passte und sein Vater gegen die Beziehung war. Seit seiner Festnahme vor sechs Monaten schweigt er. Auch bei den Schilderungen des Zeugen saß er regungslos und wie versteinert auf der Anklagebank.

30 Jahre Schweigen

Die tote Brieger habe in Plastikfolie eingepackt in einem landwirtschaftlichen Schuppen zwei Kilometer von Scheid entfernt gelegen, sagte der Zeuge. "Er hat sie am Oberkörper angefasst, ich an den Beinen." Abends im Dunkeln hätten sie die Leiche in den Kofferraum seines Wagens gelegt und nach Frauenkron gebracht. "Er sagte, wir fahren zur Mülldeponie." Dort seien sie ohne Licht "reingefahren, haben das Auto abgestellt, ausgeladen und abgelegt", sagte er. Der Angeklagte habe noch "etwas Unrat darüber gelegt".

Geld habe er nicht bekommen. "Das habe ich auch nicht erwartet", sagte der Dachdecker, der früher mit dem Angeklagten befreundet war. Fast 30 Jahre habe er mit niemanden über die Sache geredet, berichtete er. Warum er dann im September den Mund aufgemacht habe, nachdem der Fall "Lolita Brieger" in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" thematisiert worden war? "Das geht keinen was an", meinte er. Mit dem Angeklagten habe er jedenfalls seit Jahren keinen Kontakt mehr. Der Prozess ist bis zum 8. Mai terminiert und geht am 29. März weiter."

Quelle: http://www.n-tv.de/panorama/Augenzeuge-sagt-aus-article5878546.html
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#206

Re: 24.08.2011 FF2 (Kripo Trier) Vermisstenfall Lolita Brieger (von 1982)

in Filmfälle 27.03.2012 16:44
von Eifelwaldschrat • 47 Beiträge
http://www.ksta.de/html/artikel/1332436859003.shtml


Prozess
Er half, Lolita zu vergraben

Von F.A. Heinen, 27.03.12, 17:08h
Im Prozess gegen den Landwirt aus Frauenkron, der vor dreißig Jahren die schwangere Lolita Brieger ermordet haben soll, sagte nun vor dem Trierer Landgericht der Hauptbelastungszeuge aus. Er hatte die Kripo zu der vergrabenen Leiche geführt.
Lolita Zeuge
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Der jetzige Hauptbelastungszeuge war einst Helfer auf dem Hof. (Bild: Heinen)
Lolita Müllkippe
Frauenkron/Trier - Beim Schwurgerichtsverfahren gegen den wegen Mordes im Jahr 1982 an der damals schwangeren Lolita Brieger aus Frauenkron angeklagten Landwirt spielt die gestrige Angabe des Hauptbelastungszeugen wohl eine Schlüsselrolle: „Er hat zu mir gesagt, er hat sie erwürgt.“ Außerdem habe ihn der nun angeklagte 50 Jahre alte Landwirt, bei dessen Vater er damals als Helfer in der Landwirtschaft arbeitete, aufgefordert, beim Beseitigen der Leiche zu helfen. So konnte er, knapp 30 Jahre nach der Tat, im vergangenen Herbst die Kripo zu der ehemaligen Müllkippe führen, in der tatsächlich Lolitas Überreste gefunden wurden.

Allerdings entpuppte sich der 51-jährige gelernte Dachdecker, der jetzt bei einem großen Unternehmen der Lebensmittelbranche arbeitet, als ausgesprochen schweigsamer Mann. Zunächst hatte er sogar beantragt, für die Dauer seiner Aussage die Öffentlichkeit auszuschließen. Den Antrag wies die Kammer jedoch zurück mit der Begründung, dass in dem Fall das öffentliche Interesse überwiege.

Mit Lolita zum Frauenarzt

1982 arbeitete er als Helfer auf dem großen Bauernhof in Scheid, der dem Vater des Angeklagten gehörte. Sein Ansprechpartner sei überwiegend der Jungbauer Josef K. gewesen, der nun angeklagt ist. Zunächst wiegelte der Zeuge seine damalige Freundschaft mit Josef K. zur bloßen „Bekanntschaft“ ab, räumte aber später ein, dass es in der Zeit wohl doch eher Freundschaft zu dem beinahe Gleichaltrigen gewesen sei.

Zur Familie Lolitas hingegen habe er kaum Beziehungen gehabt, selbst wenn er in der Nachbarschaft gewohnt habe. 1982 habe er dann mitbekommen, dass sich eine Beziehung zwischen Lolita und Josef K. anbahnte. Irgendwann habe der Jungbauer ihm auch berichtet, dass Lolita schwanger sei, und gefragt, ob er die junge Frau von ihrem damaligen Wohnort Jünkerath nach Prüm zum Frauenarzt fahren könne, was der Hofhelfer dann auch tat. Damals sei ihm auch bekannt gewesen, dass insbesondere der Altbauer erhebliche Vorbehalte gegen die Beziehung seines Sohnes hatte: „Der war immer dagegen.“

Zwei Tage nach dem Verschwinden der jungen Frau, so schilderte der Zeuge weiter, wollte er von einer Weide ein Wasserfass holen. Darüber sei Josef K. mit dem Wagen gekommen und habe berichtet, er habe Lolita getötet und „ich müsse ihm helfen“. So recht glauben mochte der Helfer das nicht, er sei sogar regelrecht „geschockt“ gewesen, er habe aber seine Unterstützung zugesagt. Am frühen Abend soll Josef K. gegen 19.30 oder 20 Uhr den jetzigen Zeugen abgeholt haben mit dem Hinweis, „ich müsse ihm ja noch helfen“.

Beide seien dann in seinem Wagen, einem Ford 20 M, zu einem Schuppen auf einer Weide rechts neben der Straße nach Losheim gefahren, etwa einen Kilometer vom Ort entfernt. Dort lag ein verschnürtes Bündel, das der Körper einer Frau hätte sein können. Eine ähnliche Kontur sei zu erkennen gewesen. Man habe die fest in Silofolie eingepackte Leiche dann gemeinsam in den Kofferraum des Ford gelegt. Josef K. habe den Oberkörper getragen, der Zeuge habe an den Beinen angepackt.

Ein verschnürtes Bündel

Der Jungbauer habe das Ziel vorgegeben: die damals noch genutzte Dorfmüllkippe in Frauenkron. Die Strecke war etwa zwei Kilometer weit. An der Kippe hätten beide gemeinsam das verschnürte Bündel etwa in drei bis vier Metern Tiefe in der Deponie abgelegt. Das Bündel sei dann mit einer dicken Schicht Abfall zugedeckt worden. Anschließend habe er den Jungbauern gegen 21 Uhr nach Hause gebracht und sei dann selbst auch heimgefahren.

1982 habe er, angeblich auf Wunsch des Jungbauern, noch das falsche Gerücht in die Welt gesetzt, dass Lolita lebe. Eine Gegenleistung habe er nie erhalten und auch nicht erwartet. Er habe vielmehr um seine eigene Sicherheit gefürchtet und Angst vor dem Jungbauern gehabt, der aggressiv aufgetreten sei: „Ich wusste, dass ich besser den Mund halte.“

Sowohl der Anwalt der Nebenklage als auch der Verteidiger äußerten Bedenken. Unter anderem hielt der Verteidiger es für völlig „lebensfremd“, bei der Beseitigung der Leiche zu helfen, ohne Fragen zu stellen, und folgerte: „Wer nicht fragt, der weiß schon.“ Die klare Frage des Anwalts, ob er auch am Tod Lolitas Anteil gehabt habe, bestritt der Zeuge jedoch entschieden.
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#207

Re: 24.08.2011 FF2 (Kripo Trier) Vermisstenfall Lolita Brieger (von 1982)

in Filmfälle 27.03.2012 19:31
von Punker • 445 Beiträge
Video aus dem Gerichtssaal vom 27.03.2012 (heute):
http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/aktuelle_stunde.xml
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#208

Re: 24.08.2011 FF2 (Kripo Trier) Vermisstenfall Lolita Brieger (von 1982)

in Filmfälle 28.03.2012 21:02
von Punker • 445 Beiträge
Morgen wird eine Freundin von Lolita Brieger sowie der erste Freund von Lolita Brieger aussagen.

Weiter belastet wurde der Angeklagte unterdessen von einem Zeugen:
Dieser hat ausgesagt, dass der Angeklagte ihm nach der XY-Sendung gesagt habe, dass er die Tat seinen Vater in die Schuhe schieben wolle.


Brieger-Prozess: Josef K. wollte angeblich Vater belasten

Der derzeit wegen der Ermordung seiner ehemaligen Freundin Lolita Brieger in Trier vor Gericht stehende Eifeler Josef K. soll vor seiner Verhaftung davon gesprochen haben, die Schuld am Verschwinden der jungen Frau auf seinen verstorbenen Vater zu schieben.

Das hat ein als Zeuge geladener Neffe der vor 30 Jahren getöteten Lolita am dritten Verhandlungstag ausgesagt.
Der Neffe hat nach eigenen Angaben ein gutes Verhältnis zu dem Angeklagten. Nachdem im vergangenen Jahr in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" über den Fall Lolita Brieger berichtet worden war, soll Josef K. in einem Gespräch der beiden beiläufig sinngemäß gesagt haben: "Ich weiß, wie ich das mache: Ich schiebe alles auf meinen Vater, dann bin ich raus aus der Sache."
Seit Josef K. in Untersuchungshaft sitzt, hat sich der 51-Jährige nicht zu den Vorwürfen geäußert. Auch im Prozess vor dem Trierer Landgericht schweigt der Angeklagte bislang.
Am heutigen vierten Verhandlungstag werden mehrere Zeugen vernommen, darunter eine Freundin der Getöteten sowie Lolita Briegers erster Freund. Mit einem Urteil in dem auf großes Interesse stoßenden Verfahrens wird frühestens Anfang Mai gerechnet. sey


Quelle: http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/rheinlandpfalz/rheinlandpfalz/Heute-im-Trierischen-Volksfreund-Brieger-Prozess-Josef-K-wollte-angeblich-Vater-belasten;art806,3108759


Das gleiche berichtet auch die Kölnische Rundschau:

(...)

"Ich glaube, ich sage, das war mein Vater"

Am Nachmittag wurde der Prozess mit der Vernehmung des 36-jährigen Neffen von Lolita Brieger fortgesetzt. Dessen Kindheitserinnerungen brachten zwar wenig Aufhellung in die Geschehnisse von damals, doch eine seiner Ausführungen ließ aufhorchen. Zwei Tage nach der Ausstrahlung der Sendung "Aktenzeichen XY..." hatte er den Angeklagten, den er nie als möglichen Mörder von Lolita in Betracht gezogen hatte, auf dessen Hof besucht. Man habe über die Sendung und die neuerliche Suche nach dem Mörder gesprochen. Da habe ihm der Angeklagte gesagt: "Ich glaube, ich sage, das war mein Vater. Da bin ich aus dem Rennen."

Bei seiner ersten polizeilichen Vernehmung am 31. August hatte der 36-Jährige von dem Gespräch nichts gesagt. Erst später sei ihm klar geworden, dass das von Bedeutung sein könne. Darum hatte er um eine zweite Vernehmung durch die Polizei gebeten.

Quelle: http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1332436860050.shtml
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#209

Re: 24.08.2011 FF2 (Kripo Trier) Vermisstenfall Lolita Brieger (von 1982)

in Filmfälle 29.03.2012 12:40
von Waldmeister • 61 Beiträge
Inzwischen gibt es nach den Zeugenvernehmungen vom heutigen Tage ein Interview mit dem Verteidiger. Er sieht es so, dass die Zeugen sich in Widersprüche verwickelt haben und ihre Aussagen nicht mit Leben füllen konnten.

Eine merkwürdige Formulierung.

____________________

29.03.2012
Im Mordprozess Brieger wurde das soziale Umfeld beleuchtet - O-Ton RA des Angeklagten
Trier/Scheid/Frauenkron-D. (boß) Heute wurde der Brieger-Prozess vor dem Trierer Landgericht fortgesetzt. Im Mittelpunkt standen zunächst Vernehmungen aus dem sozialen Umfeld von Lolita Brieger und dem Angeklagten Josef K. -
darunter die beste Freundin Lolitas, eine Arbeitskollegin und ihr erster Freund. Man will so die Persönlichkeiten von Opfer und mutmaßlichem Täter sowie das Umfeld der beiden Familien erhellen.
Am Nachmittag wird noch der Frauenarzt von Lolita Brieger und ein Busfahrer angehört.
Nach der bisherigen Beweiserhebung sieht der Rechtsanwalt des Angeklagten Heinz Neuhaus die Mordmerkmale niedrige Beweggründe oder Heimtücke nicht erfüllt und zweifelt an, dass Josef k. überhaupt der Täter ist.

http://www.input-aktuell.de/
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#210

Re: 24.08.2011 FF2 (Kripo Trier) Vermisstenfall Lolita Brieger (von 1982)

in Filmfälle 29.03.2012 15:03
von Waldmeister • 61 Beiträge
Hier noch ein ausführlicherer Bericht. Das Interview mit dem Verteidiger ist derzeit nicht aufrufbar. Vielleicht wird es später wieder eingestellt. Es hängt vielleicht aber auch damit zusammen,weil der Verteidiger den Namen des Hauptbelastungszeugen erwähnt hatte.

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29.03.2012
„Mit den Alten sprechen“ wurde Lolita Brieger offensichtlich zum Verhängnis
Trier/Scheid/Frauenkron (boß) Ein geplantes Klärungsgespräch mit den Eltern von „Jüppchen“ über die Zukunft von Lolita Brieger und Josef K. in den Nachmittagsstunden des 4. Novembers 1982 wurde der damals 18-jährigen, schwangeren Frau wohl zum Verhängnis.
Das war am Donnerstag vor dem Landgericht in Trier das Ergebnis der Anhörung von Hildegard S. (63) aus Hallschlag - einer Arbeitskollegin von Lolita Brieger aus der gemeinsamen Näherinnenzeit bei einer Kleiderfabrik in Jünkerath.

„Ich habe sie nach der Arbeit etwa um 13.10 Uhr mit nach Hallschlag genommen“, so die Zeugin, „da sie nach eigenem Bekunden auf die Siedlung nach Scheid zu ihrem Freund Jüppchen fahren wollte, um zu klären, ob er für das Kind sorgen werde, denn er habe mittlerweile eine andere.“ Lolita damals wörtlich: „Ich will mit den Alten sprechen!“

Sie habe Lolita nach einer 20-minütigen Fahrt auf der Kreuzung in Hallschlag Richtung Scheid herausgelassen, da sie noch etwas anderes zu erledigen hatte.
Sie mache sich heute noch Vorwürfe, sie nicht nach oben zur Siedlung gefahren zu haben. Damit dürfte die Zeugin Hildegard S. wohl eine der Letzten gewesen sein, die Lolita Brieger lebend gesehen haben.
An die Kleidung Lolitas konnte sich Hildegard S. noch genau erinnern, da sie heute noch das Bild vor ihrem geistigen Auge habe: grüner Parka, weißer Strickpullover, Turnschuhe und pink-weiße Hose.

Offensichtlich habe Lolita sich dann zu der etwa 1,5 km entfernten Siedlung zu Fuß aufgemacht. Was genau sich bis zum Arbeitsbeginn am nächsten Tag abgespielt hat, ist die große Frage. Auf jeden Fall erschien sie am Freitagmorgen nicht auf der Arbeit. Da man aber wusste, dass sie schwanger war, bezog man das auf ihren Zustand. Und dann kam ohnehin das Wochenende, so die Zeugin.

Hildegard S. bezeichnete Lolita, die etliche Jahre jünger war als sie und auch in einem anderen Raum arbeitete, vom Typ als sehr lebhaft und traute ihr trotz zweier Selbstmordversuche nicht zu, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Sie habe sich noch gewundert, dass Lolita für den Besuch der Eltern ihres Freundes kein Geschenk dabei gehabt hatte.

Die Näherinnen hätten allerdings wegen des Bankrotts der Firma alle kein Geld bekommen. Daher habe sie ihr noch etwas angeboten, was Lolita aber abgelehnt habe. „Viele in der Firma haben sie unterstützt. Ihr wurden sogar Babysachen mitgebracht“, so die Ex-Kollegin.
Auch die beste Freundin des Opfers, Angelika Sch. aus Frauenkron, die sich selbst als Vertraute bezeichnete und alles mit Lolita habe besprechen können, bestätigte die vielen Zerwürfnisse zwischen dem Vater des Beschuldigten und später auch mit „Josef“, der sich nach und nach immer mehr zurückgezogen habe. Zunächst habe sich Josef sich noch auf den Nachwuchs gefreut, aber der Vater habe die Beziehung strikt abgelehnt.

Letztendlich habe K. auch eine neue Freundin in Udenbreth gehabt. In diesem Zusammenhang sei es auf einer Landstraße bei Udenbreth zu einer Begegnung gekommen, als Josef ihr und Lolita entgegenkam. Nach dem Vorwurf „Du kannst mich doch nicht mit dem Kind sitzen lassen!“ habe Josef Lolita wohl beim Wegfahren mit dem Auto erfasst, so dass sie zu Boden fiel. Anschließend sei sie über eine Wiese weggelaufen.

Von einer geplanten Heirat wisse sie nichts, so Angelika Sch.: „Gewünscht hatte Lolita sich das bestimmt. Von Geld für eine Abtreibung war nie die Rede, denn Lolita sagte, sie wolle das Kind austragen. Für kein Geld in der Welt werde sie es hergeben. Sie war richtig verliebt und ließ nichts über Josef kommen. Ich hatte ihr allerdings abgeraten, sich mit ihm zu treffen. Darüber ist es zu einem Streit gekommen. Ich hatte kein gutes Gefühl dabei, denn Josef K. hat sogar mir das Angebot gemacht, ob ich nicht mit ihm „gehen“ wolle. Das habe ich Lolita auch erzählt, aber sie hat nichts darauf gegeben.“

Der erste Freund des Opfers, Alois S. (50) aus Hallschlag (heute wohnhaft im Altkreis Schleiden), bezeichnete Lolita, mit der er von 1979 – 81 zusammen war, als ein nettes, hübsches, zuverlässiges, hilfsbereites, ehrliches und mittelmäßig fleißiges Mädchen. Bei dem damals 18-Jährigen war es umgekehrt: Hier war der Vater von Lolita nicht gerade begeistert von ihm, da sie mit 16 noch zu jung sei. Diesbezüglich kam es auch immer wieder zu Zerwürfnissen und Auseinandersetzungen. Nachdem Alois S. zur Bundeswehr musste, endete die Freundschaft Mitte 1981.
Der Rechtsanwalt des Angeklagten, Heinz Neuhaus aus Bitburg, gegenüber unserer Zeitung: „Nach unserem Dafürhalten hat die bisherige Beweisaufnahme nichts Ergiebiges im Sinne der Anklage ergeben. Es sind bisher von den Zeugen keine Tatsachen geschildert worden, die die Mordmerkmale Heimtücke und niedrige Beweggründe bestätigen können. Im Gegenteil, für uns stellt sich die Sachlage jetzt so dar, dass auch bezüglich der eigentlichen Tötung immer mehr Fragezeichen auftreten. Man kann nach unserer Auffassung heute nicht mal mehr genau sagen: War er es denn wirklich?“

Damit baut die Verteidigung- wie nicht anders zu erwarten – ihre Strategie auf der Widersprüchlichkeit der Zeugen und den fehlenden Mordmerkmalen auf.
Das große Rätsel dürfte sein: Was hat sich am 4. November 1982 auf dem Anwesen des Angeklagten abgespielt und wie ist die Leiche in den Holzschuppen an der B 421 Richtung Losheim gekommen, von der sie dann nach Aussagen des Hauptbelastungszeugen am frühen Abend des 4. November abtransportiert und in der Müllkippe Frauenkron versteckt wurde.
Die Vorsitzende Richterin Petra Schmitz kündigte an, die polizeilichen Vernehmungsniederschriften von den mittlerweile verstorbenen Zeugen im Laufe der nächsten Sitzungstage zu verlesen und gleichfalls zum Gegenstand der Beweisaufnahme zu machen.
Das Verfahren wird ab 17. April unter anderem mit den Zeugenvernehmungen der Ermittler fortgesetzt und die Beweisaufnahme soll schließlich am 8. Mai enden.

Heinz-Günter Boßmann

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