#16

Re: 24.08.2011 FF2 (Vermisstenfall Lolita Brieger, vermisst seit dem 04.11.1982)

in Filmfälle 09.09.2011 14:39
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Der damalige Freund der Vermissten wurde festgenommen, die Leiche fehlt noch:


"Auf die Spur des mutmaßlichen Mörders kam die Kripo dank der Ausstrahlung des Falls in der ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" vor zwei Wochen. Einer der 76 neuen Hinweise führte die Ermittler zu einem Zeugen, der in Vernehmungen eingeräumt habe, bei der Beseitigung der Leiche geholfen zu haben, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Der jetzt Festgenommene habe diesem Mann gestanden, die junge Frau getötet zu haben."

Quelle: http://www.rp-online.de/panorama/Frauenmord-nach-29-Jahren-aufgeklaert_aid_1022150.html
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#17

Re: 24.08.2011 FF2 (Vermisstenfall Lolita Brieger, vermisst seit dem 04.11.1982)

in Filmfälle 09.09.2011 15:07
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
die Festnahme halte ich- auch aus juristischer Sicht- für einen absoluten Hammer. Das der Täter nur ein aus einem begrenzten Personenkreis kommen konnte, war klar. Damals wie heute, wie auch diese Diskussion zeigt.

Die Taktik, die die Polizei mit der Ausstrahlung bei Aktenzeichen xy verfolgt hat, nämlich direkt Mitwisser anzusprechen, ist 100% aufgegangen. Einen anderen Weg zur Aufklärung gab es mE nach 30 Jahren nicht mehr.

Für mich einer der größten Erfolge in Aktenzeichen xy, höher anzusiedeln als der Mordfall Kampa, der durch DNA gelöst wurde.

Sollte sich die Festnahme als Erfolg darstellen, wird das eine sehr spannende Geschichte. Ein Mord an Lolita sehe auf keinen Fall bewiesen, hier könnte theoretisch auch ein Unfall bzw. nur ein Totschlag in Frage kommen. Der wäre jetzt nach 29 Jahren verjährt. Ohne Leiche wird das schwer, und über Prozesse ohne Leiche brauche ich ja nichts schreiben, die sind immer spektakulär.

Aber trotzdem: Die Aufklärungsqoute der letzten Monate ist gigantisch.
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#18

Re: 24.08.2011 FF2 (Vermisstenfall Lolita Brieger, vermisst seit dem 04.11.1982)

in Filmfälle 09.09.2011 15:16
von Heimo • 1.320 Beiträge
Ich hielt es ja für ein Wagnis, diesen Fall, der ausschließlich auf die Ermittlung von Mitwissern abzielte, ins Programm zu nehmen. Ich hatte mir überlegt, dass es problematisch werden wird, jetzt jemanden zum Reden zu bringen, der vorher jahrelang geschwiegen hat.

Wenn es doch geklappt haben soll, dann ist das ein bemerkenswerter Erfolg...
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#19

Re: 24.08.2011 FF2 (Vermisstenfall Lolita Brieger, vermisst seit dem 04.11.1982)

in Filmfälle 09.09.2011 15:21
von Astrid • 149 Beiträge
Ja bemerkenswert.
Und das ein Mordprozess möglich ist ohne das Opfer gefunden wurde, das wissen wir ja auch aus der xy Vergangenheit. ( z.B. Sendung vom 11.04.1986 Fall Heinz Weirich).
Aber vielleicht gibt es noch mehr Überraschungen.
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#20

Re: 24.08.2011 FF2 (Vermisstenfall Lolita Brieger, vermisst seit dem 04.11.1982)

in Filmfälle 09.09.2011 15:33
von Kuller • 80 Beiträge
Wenn der Zeuge an der Beseitigung der Leiche beteiligt war weiss er wahrscheinlich auch um den
Liegeort.
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#21

Re[2]: 24.08.2011 FF2 (Vermisstenfall Lolita Brieger, vermisst seit dem 04.11.1982)

in Filmfälle 09.09.2011 16:11
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Ob tatsächlich Mord nachweisbar sein wird oder der Fall als verjährt enden wird, auf jeden Fall scheint der XY-Vermisstenfall geklärt, wenn auch zumindest derzeit noch ohne Leiche.

Was wirklich erstaunlich ist: Da hält offenbar 30 Jahre lang ein Mitwisser dicht, und jetzt ist durch die Sendung wohl der Druck derart groß geworden, dass er sein Gewissen erleichtert hat. Womöglich ein inzwischen hochbetagter Mensch, evtl. Pflegefall geworden, aus dem engsten Umfeld des Tatverdächtigen. Mich würde nicht wundern, wenn man schon lange diesen einen speziellen Mitwisser im Visier hatte, und dass die ganze XY-Sache inkl. der damit verbundenen Presseberichte nur dazu dienen sollte, ihn zur Aussage zu bringen.

Es wird auch interessant sein, ob demnächst noch etwas zum Schlüsselfund unweit dieses Friedhofes an die Öffentlichkeit kommt.
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#22

Re: 24.08.2011 FF2 (Vermisstenfall Lolita Brieger, vermisst seit dem 04.11.1982)

in Filmfälle 09.09.2011 17:52
von freemason • 87 Beiträge
Wahnsinn! Ich habe hier nicht mit einer Klärung des Falles gerechnet- wirklich klasse...

...zeigt aber auch, das "Mottekistennfälle" durchaus geklärt werden können (auch ohne DNA)!

Ein auf auf die Sendung!
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#23

Re: 24.08.2011 FF2 (Vermisstenfall Lolita Brieger, vermisst seit dem 04.11.1982)

in Filmfälle 09.09.2011 20:21
von schorsch • 162 Beiträge
Hallo an alle, da ich nicht verlinken kann, gebe ich einen Hinweis. Wen es interessiert,googelt mal SWR Fernsehprogramm 19.45 Uhr Landesschau aktuell Rheinland-Pfalz. Hier kann man Video anschauen mit
näheren Einzelheiten zu diesem Fall.
Gruss vom Schorsch
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#24

Re: 24.08.2011 FF2 (Vermisstenfall Lolita Brieger, vermisst seit dem 04.11.1982)

in Filmfälle 09.09.2011 20:43
von Astrid • 149 Beiträge
Habe das Video gesehen, vielen Dank. Es bring aber keine neuen Informationen außer das der Verdächtige (mittlerweile) mit 50 Jahren ein Frührentner ist... .
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#25

Re: 24.08.2011 FF2 (Vermisstenfall Lolita Brieger, vermisst seit dem 04.11.1982)

in Filmfälle 09.09.2011 21:24
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Hier ein aktueller Bericht aus dem Volksfreund von heute:

Schon wieder ein Mord und (noch) keine Leiche
Drei Jahrzehnte lang war der Fall Lolita Brieger ein Vermisstenfall. Seit Freitag ist aus dem spurlosen Verschwinden der damals 18-jährigen Eifelerin ein Mordfall geworden. Allerdings fehlt von Lolita Briegers Leichnam noch jede Spur.

Trier/Scheid. Willi Heinzius, dem Ortsbürgermeister der kleinen Vulkaneifelgemeinde Scheid, ist die Erschütterung auch am Freitagnachmittag noch anzumerken. Am frühen Morgen war die Polizei mit mehreren Einsatzfahrzeugen auf einem Richtung Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen gelegenen Hof am Scheider Ortsrand und hat den 50-jährigen Eigentümer verhaftet. "Wir sind jetzt noch alle platt", sagt Ortsbürgermeister Heinzius, der den Mann seit Jahrzehnten kennt: "Wir sind zusammen groß geworden, haben miteinander sogar die Landwirtschaftsmeisterprüfung gemacht. Er ist ein ganz normaler Mensch."

"Ein ganz normaler Mensch mit einer dunklen Vergangenheit", würde wohl der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer hinzufügen. Der oberste Ankläger in der Region Trier ist sich nämlich ziemlich sicher, dass seine Ermittler einen ganz großen Coup gelandet haben: Der früh verrentete Scheider Landwirt soll ein Mörder sein und vor 29 Jahren seine damals wohl von ihm schwangere Freundin getötet haben. Lolita Brieger galt seit November 1982 offiziell als vermisst, wobei die Ermittler sich zuletzt sicher waren, dass die im benachbarten Frauenkron (Kreis Euskirchen) lebende 18-Jährige einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Und natürlich war auch ihr ehemaliger Freund verdächtig, mit dem spurlosen Verschwinden der jungen Frau etwas zu tun zu haben. Aber außer "einigen kleinen Indizien", die gegen den damals 21-Jährigen sprachen, hatten die Fahnder nichts in der Hand.

Bis am Donnerstag "ein Zeuge", wie der Leitende Oberstaatsanwalt den unbekannten Mann nennt, den entscheidenden Hinweis gab. In einer sich offenbar über Stunden hinziehenden Vernehmung im Trierer Präsidium räumte der Mann ein, dem Scheider Landwirt in jenem November 1982 bei der Beseitigung von Lolita Briegers Leiche geholfen zu haben. Zuvor soll der Freund ihm den Mord gestanden haben.
Die Aussage des Zeugen war offensichtlich so glaubwürdig, dass die Trierer Mordermittler gleich handelten. Nur wenige Stunden später hatten sie einen Haftbefehl in der Hand, der Scheider Landwirt wurde auf seinem von ihm und der Mutter bewohnten Hof festgenommen.

Das Auffälligste an dieser Ruck-Zuck-Aktion: Die Fahnder nahmen sich zunächst nicht einmal Zeit, um nach dem Leichnam Lolita Briegers zu suchen. Über die Hintergründe schweigen sich die Ermittler aus. Der zuständige Staatsanwalt Eric Samel sagt nur: "Wir werden so bald wie möglich mit der Leichensuche beginnen." Und Samels Chef Jürgen Brauer fügt hinzu: "Wir hoffen, dass wir die sterblichen Überreste finden." Eine Aussage, die an den Fall des seit vier Jahren vermissten Eifeler Rentners Walter Klein (69) erinnert. Im Februar wurde Kleins Nachbar wegen Mordes zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt, obwohl der 55-Jährige die Tat stets bestritten hatte und Kleins Leiche nie gefunden wurde.

Auch in diesem Fall schalteten die Trierer Ermittler die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" ein - eine Parallele zum Vermisstenfall Lolita Brieger. Im Fall Walter Klein hatten die Fahnder vor der Ausstrahlung die Wohnung des Tatverdächtigen verwanzt, erhofften sich davon Hinweise auf den Verbleib des Rentners.
Zumindest ähnlich könnte es auch dieses Mal gewesen sein: Mit der groß angelegten Fernseh- und Zeitungsfahndung vor zwei Wochen wollten die Trierer Ermittler offenbar den Druck auf den Scheider Tatverdächtigen und mögliche Mitwisser erhöhen. Die "Daumenschrauben-Strategie", wie ein Ermittler das Vorgehen nennt, hatte offensichtlich Erfolg. Nur ein Geständnis des Verdächtigen und die Leiche Lolita Briegers fehlen noch.

Quelle: http://www.volksfreund.de/nachrichten/welt/themendestages/themenderzeit/Weitere-Themen-des-Tages-Schon-wieder-ein-Mord-und-noch-keine-Leiche;art742,2901935
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#26

Re: 24.08.2011 FF2 (Vermisstenfall Lolita Brieger, vermisst seit dem 04.11.1982)

in Filmfälle 10.09.2011 06:00
von schorsch • 162 Beiträge
Der Tatverdächtige ist mit 50 Jahren Frührentner. Warum?
Ist die Krankheitsursache vielleicht die unbewältigte Schuld und Lebenslüge?

Das ist nur mal so ein Gedanke von mir. Gruss vom Schorsch
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#27

Re: 24.08.2011 FF2 (Vermisstenfall Lolita Brieger, vermisst seit dem 04.11.1982)

in Filmfälle 10.09.2011 09:07
von Kuller • 80 Beiträge
Dann ist es wohl nun so, dass ein Tatbeteiligter die Belohnung abgreift oder gibt es da
moralisch saubere Grundvoraussetzungen?
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#28

Re[2]: 24.08.2011 FF2 (Vermisstenfall Lolita Brieger, vermisst seit dem 04.11.1982)

in Filmfälle 10.09.2011 11:05
von xyzuschauerseit72 • 1.079 Beiträge
Kuller>Dann ist es wohl nun so, dass ein Tatbeteiligter die Belohnung abgreift oder gibt es da
Kuller>moralisch saubere Grundvoraussetzungen?

Der Mitwisser hat sich wohl nicht selbst gemeldet, sondern einer der 76 neuen Hinweise führte zu diesem "Zeugen", der dann bei der Befragung sein Wissen offenbarte. Als Kandidat für die Belohnung kommt wohl auch der Hinweisgeber infrage.

Mal abwarten, wann die Identität des Mitwissers an die Öffentlichkeit kommt.
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#29

Re: 24.08.2011 FF2 (Vermisstenfall Lolita Brieger, vermisst seit dem 04.11.1982)

in Filmfälle 10.09.2011 12:24
von bastian2410 • 1.543 Beiträge
auch nach meinen Kenntnisstand wurde der "Mitwisser" erst durch Hinweise aus der Bevölkerung ausfindig gemacht, er hat sich also nicht selbst gemeldet. So habe ich die Zeitungsmeldungen ebenfalls gedeutet. Die Kripo schweigt ja zu diesem Thema.

Thema Belohnung: Natürlich haben Tatbeteiligte keinen Anspruch auf Auszahlung der Belohnung. Dieser Mitwisser war jedoch nicht Tatbeteiligter am Mord an Lolita, sondern Täter einer sogenannten Anschlusstat. Hier käme bei Beseitigung der Leiche Strafvereitelung in Betracht. Die ist verjährt, eine Beteiligung am Mord liegt nicht vor, so hätte der "Mitwisser" sogar Anspruch auf einen Teil der Belohnung.

Ich verstehe die Bedenken, die vor allem Heimo hier angeführt hat, dass hier mit der Tat an die Öffentlichkeit gegangen wird, um nur an Mitwisser zu appellieren. Diese Art der Fahndung ist jedoch nicht selten, gerade wenn Begleitstraftaten verjährt sind. Ich bin mir sicher, dass Gewalttaten(gerade Mord) auch bei Täter immer Spuren hinterlassen, die sich dann auch anderen Leuten anvertrauen müssen. Auch bei Mittäter, deren Tatbeteiligung nicht so schwerwiegend ist, hinterlässt die Tat Spuren. Wenn diese Leuten auch Jahre später mit dem Verbrechen konfrontiert werden und eventuelle Mittäter keine Strafverfolgung befürchten müssen, nutzen diese vielleicht die Chance, ihr Gewissen zu erleichtern. Das kommt öfter vor als man denkt.

Berechtigt ist natürlich die Frage, wie glaubwürdig dieses Leute sind, die fast 30 Jahre nichts sagen, und dann aus heiterem Himmel quasi einen Täter präsentieren. Selbstverständlich rechtfertigt dieser Umstand neue Ermittlungen, aber eine Verurteilung, alleine aufgrund dieser Aussage eines evt. Mitwisser 30 Jahre nach der Tat, darf nicht erfolgen. Hier müssen weitere Indizien bzw. Beweise für die Überführung erfolgen. Das ist jetzt Aufgabe der Polizei, deshalb wird uns der Fall auch längere Zeit beschäftigen.
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#30

Re[2]: 24.08.2011 FF2 (Vermisstenfall Lolita Brieger, vermisst seit dem 04.11.1982)

in Filmfälle 10.09.2011 15:56
von Heimo • 1.320 Beiträge
bastian2410>Ich verstehe die Bedenken, die vor allem Heimo hier angeführt hat, dass hier mit der Tat an die Öffentlichkeit gegangen wird, um nur an Mitwisser zu appellieren. Diese Art der Fahndung ist jedoch nicht selten, gerade wenn Begleitstraftaten verjährt sind. Ich bin mir sicher, dass Gewalttaten(gerade Mord) auch bei Täter immer Spuren hinterlassen, die sich dann auch anderen Leuten anvertrauen müssen. Auch bei Mittäter, deren Tatbeteiligung nicht so schwerwiegend ist, hinterlässt die Tat Spuren. Wenn diese Leuten auch Jahre später mit dem Verbrechen konfrontiert werden und eventuelle Mittäter keine Strafverfolgung befürchten müssen, nutzen diese vielleicht die Chance, ihr Gewissen zu erleichtern. Das kommt öfter vor als man denkt.


Ich habe dieses Posting von mir jetzt eigentlich nicht als "Tragen von Bedenken" gesehen. Aus der Sicht, an Mitwisser zu kommen, denke ich auch, dass es ein probates Mittel ist, um eine entsprechende Tat aufklären zu können.

Wenn ich doch als Bedenkenträger rübergekommen sein mag, dann höchstens, dass die Mottenfälle dazu führen können, dass sich unbeteiligte Zuschauer schnell aus dem Fall und damit aus der Sendung ausklingen können. Diese Bedenken dürfen aber nicht dazu führen, dass man solche Fälle nicht in die Sendung aufnimmt.

Das nur mal als persönliche Klarstellung
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