#16

Re[2]: Sendung vom 5.11.2008

in XY-Hauptsendungen 06.11.2008 14:05
von Joerg • 166 Beiträge
XY-Webmaster>Was mir an der gestrigen XY-Emo-Dokusoap aufgefallen ist, war ein ganz peinlicher Anschlussfehler im 2. Filmfall (ausländische Burschen überfallen Frau im Schlaf): Die Frau wacht auf und sieht auf den Wecker (3.55 Uhr). Als sie den Wecker zu sich heranzieht, ist es plötzlich 4.03 Uhr... Schlampige Arbeit!

Wenn ich es richtig gesehen habe, gab es auch im FF4 einen sehr peinlichen Fehler. Hier waren für einen Augenblick DM-Scheine zu sehen, die es 1983 noch gar nicht gab.

Ansonsten kann ich mich der bisherigen Meinung nur anschließen.
Das Schicksal der Opfer muss sicherlich mehr im Fokus stehen als das Verständnis für die Täter (Scheidungskind, ungewollt an falsche Freunde geraten, Sprachprobleme etc.), aber bitte nicht über den ursprünglichen Sinn der Sendung, nämlich der Aufklärung von Verbrechen. Wie soll dies geschehen, wenn das eigentliche Verbrechen in den Filmbeiträgen nur eine Nebenrolle spielt.
In einer schwachen Sendung fand ich den Fall mit den Briefmarken- und Münzbetrügern noch am interessantesten. Vor 2 Monaten hätte ich bestimmt auf diesen Fall verzichten können.
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#17

Re: Sendung vom 5.11.2008

in XY-Hauptsendungen 06.11.2008 14:36
von Jiri Brei • 520 Beiträge
Stimmt!

Es wurden 20DM-Scheine der Serie ab 1992 mit Annette von Droste-Hülshoff gezeigt, richtig wären aber Scheine mit Elsbeth Tucher nach einem Gemälde von Albrecht Dürer gewesen (*hach* wikipedia ist schon was dolles!).

Ich nahm ja schon wohlwollend zu Kenntnis, dass es keine Euro-Noten waren und dass im Kellerfall ein Ford Escort und und kein Focus vor dem Haus der Eltern stand: Da hat man sich wenigsten noch bemüht...

JB
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#18

Re: Sendung vom 5.11.2008

in XY-Hauptsendungen 06.11.2008 14:38
von Meffert • 92 Beiträge
Nach dem ganzen Lob hier überlege ich mir ernsthaft, ob es sich überhaupt lohnt, die gestrige Sendung in der T*be anzusehen (wo sie bereits hochgeladen wurde), da ich gestern keine Zeit zum Livegucken hatte.
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#19

Re: Sendung vom 5.11.2008

in XY-Hauptsendungen 06.11.2008 14:51
von TobiasW • 41 Beiträge
Das mit den DM-Scheinen ist mir gar nicht aufgefallen, aber war auch noch vor meiner Zeit (bin nämlich ein Fast-Geburtstagskind des Mauerfalls:mrgreen
Der erste Filmfall klang von seiner Beschreibung richtig spannend, umgesetzt war er leider nicht sehr gut. Nervige Interviews und ich dachte mir nur: die Schauspielerin der Mutter ist wirklich fernsehtauglicher als das Original

Was man positiv hervorheben muss: sonst keine weiteren Interviews. Hat glaub hier noch keiner bemerkt.

Trotzdem war die Sendung gestern einfach nur schlecht. Stellenweise kam ich mir echt wie bei "In aller Freundschaft" oder "GZSZ" vor. Furchtbar. Klar ist es wichtig, die Folgen des Opfers zu zeigen oder zu erwähnen, aber muss das so geschehen? Keine richtigen Spannungsmusiken, keine gescheiten Sprechertexte und Sprecher (ISOLDE!!!), falsche Darstellung in den Fällen (gab es 1983 solche Möbel???), Filmfälle, die eigentlich zu Vorsicht Falle gehören (der Betrugsfall, welche Nummer er hatte, weiß ich schon gar nicht mehr *gähn*), usw.....

Liegt das wirklich nur am Herrn Schön, der die Filmfälle schneidet oder meint man beim ZDF wirklich, die Qualität der Sendung durch sowas anzuheben?
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#20

Re: Sendung vom 5.11.2008

in XY-Hauptsendungen 06.11.2008 15:02
von Heimo • 1.277 Beiträge
Meine 5 Per cent:

Fall 1: Kripo Mönchengladbach - Verschwinden von Dagmar K.

1988 - Wieder mal ein Fall aus der Mottenkiste. Zumindest muss man dem Fall zu Gute halten, dass er einen relativ aktuellen Bezug (ein merkwürdiges Schreiben eines Zeugen/des Täters) hat. Außerdem glaubt man, dass die Leiche in jener Villa in Kempen versteckt ist.

Bei der Umsetzung werden wieder mal Aussagen der Eltern eingespielt. Für diese methodische Vorgehensweise gibt es keinen erkennbaren Grund - abgesehen davon, dass Betroffenheit hervor gerufen werden soll. Lediglich die letzte Einspielung des Vaters macht Sinn, da er den Film ergänzt und dieser Text schlecht von Michael B. gesprochen werden konnte.

Mein Focus in dem Film gehörte dem Globus im Zimmer des Opfers. Der Globus wurde geschickt zur Kamera positioniert; denn hauptsächlich sind nur die Umrisse von Australien und Ostasien zu erkennen. Die UdSSR ist nur wenig zu sehen. Ich wollte überprüfen, ob sie einen für damalige Verhältnisse gültigen Globus genommen haben. Ich meine zwar bemerkt zu haben, dass die Fläche von Kasachstan mit anderer Farbe zu sehen gewesen wäre, sicher bin ich mir aber nicht.

Es wird nach dem Briefschreiber gefahndet (anonymer Computerausdruck) sowie an taggenaue Beobachtungen zum Verschwinden von vor 20 Jahren.

Ansatzpunkte zur Fahndung : minimal
Qualität der Ansatzpunkte: dünn
Emotionaler Betroffenheitsfaktor: hoch
Umsetzung der Story: mittel (ohne Schnibbeleien durchaus mit positiven Ansätzen), besonders der unbekannte Schreiber wurde gut inszeniert)
Wäre dieser Fall bei Ede gezeigt worden? Angesichts der Qualität der Spuren eher nicht.

Fall 2: Kripo Minden-Lübbecke - Überfall auf Frau

Eine Frau wird nachts von jugendlichen Tätern überfallen. Diese haben evtl. Migrationshintergrund und stellen sich zunächst reichlich duselig an, um in das Haus gelassen zu werden.

Es werden eine Rolex, Geld und ein paar Münzen sowie eine Tasche mit Parfum gestohlen. Der Filmfall zeigt, wie sehr die Frau später unter den Folgen des Verbrechens leidet.

Nach den verschwundenen Gegenständen wird gesucht. Phantombilder von den Tätern gibt es nicht. Möglicherweise heißt einer der Täter Achim oder Achi (Achmed?) Dieser Filmfall wurde nicht geschnibbelt. Es stellt sich aber die Frage, ob die Schwere des Verbrechens (vergleichsweise geringe Beute) eine Ausstrahlung rechtfertigt.

Ansatzpunkte zur Fahndung : mäßig
Qualität der Ansatzpunkte: wenig aussagekräftig - kaum einer der gestohlenen Gegenstände hat einen hohen Wiedererkennungswert (auch wenn der Kommissar etwas anderes behauptet)
Emotionaler Betroffenheitsfaktor: hoch (wegen der Leiden der Frau)
Umsetzung der Story: mittel - zwar an den Fakten orientiert, aber die emotionale Schicht wird m.E. überbetont
Wäre dieser Fall bei Ede gezeigt worden? Kaum - höchstens, wenn keine anderen Fälle verfügbar wären.

Fall 3: Kripo Kirn/Nahe - Diebstahl von Briefmarken und Betrug

Eine Frau wird von einem Unternehmen (EURO-Pin) für die Tätigkeit einer Sekretärin/Repräsentatin eingestellt. Sie soll für die Kommissionierung von Münzen und Briefmarken zuständig sein. Diese sollen bei Verkaufsveranstaltungen abgesetzt werden.

Diese Idee findet in der Öffentlichkeit Zuspruch, einige Sammler wenden sich an EURO-Pin und überlassen ihnen die Briefmarken und Münzen. Die eingestellte Frau unterhält sich mehrfach mit einer Freundin über ihre Tätigkeit. Dabei werden einige Merkwürdigkeiten des Unternehmens mitgeteilt (hier liegt zwar ein Verstoß von der Dame gegen die Schweigepflicht (des Arbeitnehmers) vor, der Zuschauer aber erfährt, dass die Ware immer dann weggeschafft wird, wenn sie gerade nicht im Büro ist. Außerdem hat sie noch kein Gehalt bekommen.

Eines Morgens erscheint sie zur Arbeit und stellt fest, dass über Nacht das Unternehmen diesen Sitz aufgegeben hat. Sie wurde offensichtlich um den Lohn betrogen, die Kunden um ihre Habseligkeiten. Gesamter Schaden: bleibt (für den Zuschauer) ungewiss.

Es liegt ein Phantombild des Haupttäters vor. Wo die Kopie des Ausweises des Chefs geblieben ist, wird nicht erwähnt. Phantombilder der Mittäter exisiteren nicht oder bleiben ungezeigt. Erläutert wird dazu nichts.

Ansatzpunkte zur Fahndung : brauchbar, es liegt eine Zeichnung des vermeintlichen Chefs vor
Qualität der Ansatzpunkte: gut
Emotionaler Betroffenheitsfaktor: der FF ist eher nüchtern
Umsetzung der Story: gut
Wäre dieser Fall bei Ede gezeigt worden? Eventuell - Ansatzpunkte sind da, eine Reihe von Kunden wurde geschädigt - allerdings wäre dieser Fall eher etwas für die Sendung "Vorsicht Falle".

Fall 4: Kripo Düren - Verschwinden von Josefine "Jossi" J.

Die junge Frau ist vor 25 Jahren plötzlich verschwunden. Ihre Mutter ist in den nächsten Jahren Stammgast bei der Polizei und leidet unter dem Verschwinden ihrer Tochter. Die Rolle der Mutter wurde zunächst gut umgesetzt, die Leiden werden glaubhaft nachgespielt und maskenbildnerisch gekonnt in Szene gesetzt.

Aber XY ist eine Sendung, die der Kriminalpolizei bei der Aufklärung helfen soll - so lautete mal die ursprüngliche Absicht. Betrachtet man nun den Fall, so hat man es wieder mit einem Motten-Fall zu tun. Aktuelle Bezüge sind nicht da bzw. wirken konstruiert. Der Regisseur versucht, diesen Makel durch die erwähnte emotionale Facette wettzumachen. Dabei wird die Darstellung überrissen, als die Mutter fantasiert. Die Einwürfe, dass das Opfer von Ärzten festgehalten wird, hätte man sich schenken können.

Man hofft darauf, dass sich Zeugen mit taggenauen Beobachtungen von vor 25 Jahren melden bzw. ihr Schweigen brechen...

Ansatzpunkte zur Fahndung : kaum
Qualität der Ansatzpunkte: sehr dünn
Emotionaler Betroffenheitsfaktor: hoch (wegen der Leiden der Mutter)
Umsetzung der Story: zunächst gut, dann aber wurde zu sehr die emotionale Schiene gefahren
Wäre dieser Fall bei Ede gezeigt worden? Nein - die Qualität der Spuren sowie der Zeitpunkt der Tat hätten eine Ausstrahlung verhindert.

Fall 5: Kripo Braunschweig - Serie von Banküberfällen

Eine Bankangestellte ist in einer Filiale der Braunschweiger Volksbank. In Ausübung dieser Tätigkeit wurde sie dreimal Opfer von Banküberfällen. Ein viertes MAl konnte zufällig verhindert werden.

Die Idee, die Leiden einer mehrfach überfallenen Person zu zeigen, ist nicht neu - so wurde vor einigen Jahren schon mal verfahren. Allerdings wird damit der Fokus auf das Opfer gelenkt - und nicht für die Verbrechensaufklärung nötigerweise auf die Täter.

Dass womöglich alle vier Vorfälle zu einem Täterduo zählen wurde erst im Studiogespräch deutlich. Ich hatte eher den Eindruck, dass tatsächlich die Leiden der Bänkerin inszeniert worden sind, demnach wäre es egal, ob es stets die selben Täter waren.

Im Studiogespräch befasste man sich endlich mal mit den Tätern, denn nach denen soll gefahndet werden (zur Klarstellung: es soll nicht die Angestellte gefunden werden, die überfallen wurde). Und siehe da - es gab sogar gute und interessante Ansatzpunkte (Phantombilder, Verhalten der Täter untereinander (Neigungen?)), die man sicherlich auch im Filmbeitrag anstelle der Leiden der bedauernswerten Angestellten, die mehrfach im Gespräch mit der Psychologin zu sehen ist, hätte zeigen können. Dass diese Männer in Braunschweig und Magdeburg ihr Unwesen treiben, wird auch nur im Gespräch erwähnt.

Ansatzpunkte zur Fahndung : gut
Qualität der Ansatzpunkte: brauchbar
Emotionaler Betroffenheitsfaktor: hoch (wegen der Leiden der Frau)
Umsetzung der Story: sch... das Sendeformat beschäftigte sich (zumindest früher) im Kern mit der Verbrechensaufklärung und nicht mit den traumatischen Facetten bei den Betroffenen
Wäre dieser Fall bei Ede gezeigt worden? Ja - aber in einer völlig anderen Machart.

Fall 6: Kripo Wuppertal - Überfall auf ein Ehepaar

Ein Ehepaar wird vorgestellt. Die beiden älteren Menschen planen eine Reise nach München. Er rechnet die Kosten durch, während sie unbedingt Schloss Schwanstein besuchen will. Die sich daraus entwickelnden Dialoge regen zum Schmunzeln an. Jedoch gibt es Schurken, die zuvor das Paar ausrauben wollen. Deswegen wird am Morgen der eigentlichen Abreise das Pärchen überfallen.

Die zwei Täter misshandeln das Paar und rauben einige Schmuckstücke. Welchen Wert diese Gegenstände haben, bleibt unklar. Vom Haupttäter existiert ein Phantombild. Beide Täter sollen osteuropäischen Akzent haben.

Natürlich fehlt der Verweis auf die psychischen Leiden des Paares nach dem Überfall nicht.

Ansatzpunkte zur Fahndung : brauchbar
Qualität der Ansatzpunkte: gut - das Phantombild scheint eine gute Qualität zu haben, die Schmuckstücke könnten einen Wiedererkennungswert haben
Emotionaler Betroffenheitsfaktor: vergeleichsweise mittelmäßig
Umsetzung der Story: mittel -
Wäre dieser Fall bei Ede gezeigt worden? Kaum - höchstens wenn keine anderen Fälle verfügbar wären.

Achja, der Studiofall zu dem Mann aus Österreich, der in Südafrika verschwunden ist, hätte sich bestimmt effizient darstellen lassen...

Insgesamt muss man hervorheben, dass die Filme (mit Ausnahme des ersten Falls) nicht durch öde Originalaussagen unterbrochen worden sind. Stattdessen wurde der emotionale Faktor sehr hoch gesetzt. Das geschah zum Teil auf Kosten der Verbrechensaufklärung (siehe FF 5 wo Raum für die Herausarbeitung von Tätermerkmalen ungenutzt blieb).

Zwei Mottenfälle waren ebenso im Programm wie drei Fälle, die früher wohl kaum bei XY behandelt worden wären. Das mindert die Qualität der Sendung immens. Noch eine Bemerkung zu den Motten-Fällen. Ich warte eigentlich darauf, dass in einer der folgenden Sendungen das Verbrechen von Hinterkaifeck behandelt wird, das wäre der Gipfel.

Meine Ansicht: In dieser Form stellt sich das Sendekonzept in Frage. Man könnte den Eindruck haben, dass es in Deutschland scheinbar keine Verbrechen gibt, über die man berichten könnte - und greift deswegen auf die uralten Fälle mit dünnen Ansatzpunkten zurück. Weshalb die Sendung auf 90 Minuten ausgeweitet wurde, bleibt mir unter dem Gesichtspunkt der vermuteten Rückläufigkeit der Kriminalität nicht erst nach dieser Sendung ein Rätsel.

Meine Schlusseindruck. Die Macher von XY wollen sich unbedingt von dem alten Konzept von Ede abgrenzen. Diese Motivation kann man verstehen, allerdings sollte man so langsam erkennen, dass das Konzept bisher zwar verändert (dieses Mal wenig Schnibbeleien dafür viel Betroffenheit) aber in keinem Punkte effektiv verbessert wurde.

Back to the roots...
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#21

Re: Sendung vom 5.11.2008

in XY-Hauptsendungen 06.11.2008 15:24
von Peter Poppy Köhler • 244 Beiträge
Ganz so negativ sehe ich die gestrige Folge nicht, im Gegenteil: Mit den meisten Filmfällen war ich ganz zufrieden, und an Gefühlsduselei war nicht mehr vorhanden als in den Folgen vorher. Außerdem gab es lediglich einen Filmfall (Nr.1) mit eingestreuten Interviews, die , wie immer, unnötig waren ("Wir sind in Urlaub geflogen, haben mehrmals zu Hause angerufen, es hat sich nichts ereignet").
Zudem kein XY-Preis!

Jeder Filmfall hatte in meinen Augen etwas Besonderes. FF1 ist inhaltlich wohl der interessanteste gewesen. Merkwürdig, dass der Sohn die Mutter auf den vergessenen Fotoapparat aufmerksam macht, ihn dann aber doch bei Abreise der Eltern zurückbehält, um von seiner Schwester noch ein paar Fotos zu schießen. Gut umgesetzt war der Weg zum (unsichtbaren) Tatort: Das spätere Opfer biegt um eine Ecke hinter einen Strauch und man hört nur noch, dass etwas passiert. Schließlich sehr mysteriös der Brief aus KR mit dem Hinweis auf die Villa Horten und die Tatsache, dass das Opfer noch nicht ausgegraben bzw. eindeutig identifiziert wurde.

Auch FF2 hob sich dahingehend von anderen ähnlich gelagerten Filmen ab, als die jungen Täter untereinander stritten und sich gegenseitig betrogen haben. Auch die unsicheren Verhaltensweisen beim Umgang mit dem Opfer wurden deutlich (z.B. Annäherungsversuch eines Täters und sofortiger Rückzug oder die Frage, ob der taube Hund "Lilly" beißen würde.) Peinlich bleibt der Anschlussfehler bzgl. des Radioweckers, der mir erst nach dem entsprechenden Kommentar hier im Forum aufgefallen ist.

Das Video-Dokument aus dem Fahrstuhl hatte etwas Beklemmendes und machte den vom Tatbestand her spannenden, in der Umsetzung eher harmlosen FF3 wieder wett.

Der vierte Fall drückte tatsächlich auf die Tränendrüse, und der Grund, warum man ihn jetzt, 25 Jahre danach, in die Sendung genommen hat, ist mir immer noch nicht klar geworden. Dass man damit rechnet, dass jemand nach 25 Jahren eher sein Schweigen bricht als noch kurz vor der Tat, kann doch eigentlich nicht der einzige Grund gewesen sein.

Die Prozedur, die das dreieinhalbfache Opfer in FF5 durchgemacht hat, ist wohl kaum nachzuvollziehen. Vielleicht ist die Psycho-Ebene etwas zu lang geschildert worden, aber die sich wiederholenden Täterbegegnungen, gerade in der letzten Szene mit dem missglückten Banküberfall, sowie die Blicke in die Augen des Täters hoben den Fall aus der Reihe anderer Banküberfall-Filme hervor.

FF6 bot ebenso spannende wie lustige Momente. Der mit dem Fernglas beobachtende Täter kontrastierte mit dem Humor, der zwischen den Eheleuten herrschte. Ebenso erzeugte der morgenliche Weg der Nachbarin zum Haus des Überfalls Spannung, denn es war unklar, ob auch sie noch mit den Tätern konfrontiert werden würde oder nicht. Großes Mitgefühl meinerseits an die Ehefrau: Nachdem es schon mit Tunesien schlimme Erfahrungen gab, scheint auch München nicht die sichere Wahl geworden zu sein;-)

Wie gesagt, für mich war die Folge eine der besten in diesem Jahr, womit bei weitem nicht das Niveau früherer Jahre erreicht wurde.

Apropos frühere Jahre: Für Lindenstraßen-Fans bot die Folge ein Wiedersehen mit bekannten Figuren der 80er: Der Ehemann aus FF6 war Dr. Pauli (gespielt von Dieter Schaad), und die Mutter aus FF4 war die inzwischen sichtbar gealterte Bianca Guther (gespielt von Anette Kreft).
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#22

Re[2]: Sendung vom 5.11.2008

in XY-Hauptsendungen 06.11.2008 20:47
von GrausigerFund • 67 Beiträge
Heimo> Ich warte eigentlich darauf, dass in einer der folgenden Sendungen das Verbrechen von Hinterkaifeck behandelt wird, das wäre der Gipfel.

Schande über Dich! Jetzt hast Du die Herrschaften, die eine Sendung machen dürfen, welche sich als "Aktenzeichen XY" ausgibt, auf eine Idee gebracht. Zumal das damals ermordete Mädchen einen langen Todeskampf geführt haben soll. Das läßt sich sicher schön effektvoll darstellen. Schade - im Sinne der heutigen XY-Macher - nur, daß das Kind nicht mehr dazu kam, eine längere Psychotherapie zu absolvieren.

Aber wo wir schon dabei sind: Liebe XY-Macher, eine interessante Mordserie aus dem Londoner East End ist auch noch ungeklärt! Vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere Zuschauer an interessante Beobachtungen, welche er im Jahre 1888 gemacht hat?
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#23

Re: Sendung vom 5.11.2008

in XY-Hauptsendungen 06.11.2008 21:58
von Meffert • 92 Beiträge
Vielleicht dankt einer der nächsten YX-Preisträger bei dessen Verleihung so wie es MRR oder Elke Heidenreich im ZDF getan haben?
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#24

Re: Sendung vom 5.11.2008

in XY-Hauptsendungen 08.11.2008 00:15
von Lemmy • 83 Beiträge
Auch ich will mich noch einmal zu Wort melden. Leider hatte ich in den letzten beiden Monate nicht viel Zeit, mich ausführlich mit den Sendungen auseinander zu setzen, da ich mitten im Umzug steckte (wohne mittlerweile in Trier). Habe jedoch beide Folgen gesehen. Im Gegensatz zur letzten Ausgabe, war die Ausgabe vom Mittwoch meiner Meinung nach eine Steigerung, jedoch weiterhin unter dem Durchschnitt, den man als XY-Zuschauer erwarten sollte. Erfreulich war, dass (wenn ich mich nicht täusche) nur ein FF durch INterviews unterbrochen wurde.
Bei einem Fall, kann mich leider nicht erinnern, an welchen wurden kaum Ermittlungsansätze gezeigt (was bringt so ein Fall dann überhaupt?).

So schlimm, wie die Ausgabe bisher beschrieben wurde, fand ich sie nicht, doch gut war sie allemal nicht. Wie gesagt, immer noch unter dem XY-Moderne-Durchschnitt.
Alltbekannte Zuschauer: Die Bankangestellte spielte zu Anfang des Jahres die Betrügerin, die Senioren durch leere Versprechen Geld abzockte.

Die Zwischenergebnisse von Alfred H. kann man sich getrost sparen. Er labert von Folge zu Folge das selbe.

Möfen die Ergebnisse der Verbrechensbekämpfung weiterhin gut sein (was mich natürlich erfreut), doch ich muss mich mittlerweile zwingen, diese Sendung zu schauen, in der Hoffnung doch vllt. irgendwann mal etwas beitragen zu können. Traurig aber wahr; wenn es so weitergeht, wird XY in Zukunft viele Zuschauer verlieren.

Nun denn, ich wünsche euch allen eine gute Nacht.
Ich hoffe, mich bald wieder etwas ausführlicher zu Wort melden zu können.

Bis bald
Simon
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#25

Re: Sendung vom 5.11.2008

in XY-Hauptsendungen 08.11.2008 07:23
von bdvogel (gelöscht)
avatar
(...) Der 5. November 2008 ist wieder ein Mittwoch. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit sitzt B. an diesem Abend aber nicht um 20.15 Uhr mit Stift und Papier vor dem Fernseher, um sich wie üblich die neuesten Besonderheiten zu notieren. Denn während sich sein Videorekorder für 90 Minuten in den Aufnahmestatus schaltet, befindet B. sich auf einer längeren Arbeitsreise, von der er erst zwei Tage später, am frühen Freitagabend des 7. November, zurückkehren wird. Zuhause angekommen macht er im weltweiten Internet dann alsbald eine Entdeckung, die ihn zunächst Schlimmes befürchten läßt (...)


So kann es gehen, liebe XY-Freunde, wenn man der Verführung erliegt, doch erstmal kurz in unser Forum reinzuschauen, anstatt sich erstmal der neuesten XY-Videokonserve zu widmen: Die ersten hiesigen Zuschauerreaktionen vielen ja recht vernichtend aus, so daß ich ernsthaft befürchtete, mich würde eine Sendung von der „Güteklasse“ der September-Katastrophe erwarten, und kurz überlegte, ob ich mir das heute abend [gemeint ist Freitag] noch antun soll ... – habe mir die Sendung dann aber doch gleich angeschaut und bin eigentlich ganz darüber, denn den harschen Worten mancher Vorredner kann ich mich nicht anschließen...

Das erste Jahr mit dem neuen „90er XY“ war ja bislang – eine Sendung im Dezember steht noch aus – ein ziemliches Auf und Ab mit manchen Highlights, mit einem absoluten Glanzpunkt im August (beste Sendung seit Jahren), aber auch mit (zu) vielen altbekannten Neuformatsschwächen und Tiefpunkten. Maßstab zur Beurteilung der Sendung vom 5.11.2008 sollte daher m.E. sein, wie sie sich in das bisherige Bild des Jahres 2008 einfügt, was die „crucial points“ betrifft – Sprechereinsatz, Zerstückelungen, Spannungsmomente, Musikuntermalung, Witz, kurzum: Machart und Erzähltechnik der FF einserseits, Kohärenz und Stichhaltigkeit der zugehörigen Fahndungsansätze andererseits, sowie der Blick auf die jüngste Neigung, zuviele Mätzchen im Studio aufzuführen.

Und da schlägt sich die Novembersendung 2008, wie ich glaube, eigentlich gar nicht so schlecht – im Gegenteil, streckenweise konnte man meinen, einiges an Fundamentalkritik sei aufgearbeitet worden (allem voran: Nur einer von sieben Filmfällen war durch „Originalaussagen“ zerstückelt – das verdient vorab schonmal sehr lobend hervorgehoben zu werden!! ). Allerdings gab es auch wieder deutliche Schwachpunkte, und ein paar Ausrutscher in die Tiefe auf heftig eingeseiftem Vorabendserienniveau, nebst ärgerlichen Faktenschnitzern... doch schauen wir uns das ganze mal in der gewohnten Form der Reihe nach an.

REVIEW: XY-SENDUNG VOM 5.11.2008

Actioneinlage von Rudi am Anfang? Diesmal Fehlanzeige, und das ist auch ganz gut so – man solls ja nicht übertreiben, und die Umherlauferei im Studio sorgt ja schon für genug Bewegung.
Dem Vorspann folgt diesmal das Bild der in Leipzig ermordeten Michelle (siehe Studiofall 2), dann die übliche Vorschau auf die Filmfälle der ersten Sendungshälfte.

FF1 (Kripo Mönchengladbach) Leiche im Keller? Verschwinden von Dagmar Knops im März 1988 (Letzte Fotos; Gaststätte Lichtblick; Würfeln; anonymer Brief nach 20 Jahren; Villa Horten; Georadargerät) (Sprecher: Michael)

Den Auftakt der Filmfälle bildet ein inzwischen 20 Jahre alter Vermißtenfall, der ja – siehe die ersten Postings hier in diesem Thread mit Links – bereits für einiges Aufsehen gesorgt hat, seit die Leiche der Vermißten in einer geschichtsträchtigen Gründerzeitvilla in Kempen am Niederrhein vermutet wird.

Vor dem Film aber führt Cerne zunächst im Studio mithilfe eines Münchner Diplom-Ingenieurs ein sogenanntes Georadargerät vor, das Gegenstände oder Personen auch durch Wände, Decken usw. hindurch orten kann. Davor ist auch ein Moderator, der sich hinter einer extra errichteten Pappsäule im Studio verschanzt, nicht sicher: Der Radar ist unbestechlich, und mit Blick auf das Radardisplay erläutert der Fachmann: „da – der Scheitelpunkt stellt den Körper von Herrn Cerne dar“.

Der FF schildert die letzten Tage vor dem Verschwinden der 22jährigen Kölner Sozialpädagogikstudentin Dagmar Knops, die sich während der Semesterferien im März 1988 im Haus ihrer Eltern in Kempen aufhält und mit Prüfungsvorbereitungen und einer Seminararbeit beschäftigt ist (Thema: "Die Prägung der Persönlichkeit durch die Peer Crew" ); die einleitenden Szenen mit kurzer Schilderung der familiären Lebensumstände werden erfreulicherweise von Michael-Texten begleitet. Einen Blick wert ist das „Jugendzimmer“ mit potthäßlichen Karo-Vorhängen, unvermeidlicher Schreibtischlampe und Springsteen-Poster.

Die Eltern, so erläutert Michael, sind im Begriff, zu einer Osterurlaubsreise aufzubrechen. Den beinahe vergessenen Fotoapparat der Mutter („das ist es, was ich vergessen habe“ – praktischerweise liegt er nur 20 Zentimenter entfernt offen griffbereit versteckt ) nutzt Dagmars Bruder, der ebenfalls daheim bleiben wird, für eine recht „wilde“ Foto-Session im Flur – leider kommt an dieser Stelle nicht der eigentlich obligatorische Sprechertext (etwa „niemand ahnt, daß es die letzten Bilder von Dagmar sein werden“ oder sowas in der Richtung).
Als die Eltern fort sind, beschließen Bruder und Schwester rollengerechte Arbeitsteilung (er wird einkaufen, sie wird putzen und aufräumen, kochen immerhin wird man gemeinsam – man merkt, die 70er neigen sich dem Ende zu ), bevor sich Dagmar ihren Studienarbeiten widmet.

An dieser Stelle wird der bislang recht klassisch aufgebaute und gut erzählte FF ein erstes Mal (wenn auch nur kurz) von einer Interviewaussage des Vaters unterbrochen; er kommt genauso wie seine Frau auch im folgenden immer wieder zwischendurch kurz zu Wort. Die Aussagen sind zwar kurz gehalten, doch ist keine von ihnen von einem Inhalt, den man nicht auch viel einfacher und filmfallfreundlicher mit Sprechertext hätte einbauen können – das alte Leid des neuen XY.

Die nächsten Szenen sind immerhin wieder ein Lichtblick – im wahrsten Sinne des Wortes, denn so heißt das Lokal („das es heute, 20 Jahre nach der Tat“ – so Michael – nicht mehr gibt), in dem sich Dagmar abends mit ihrem Freundeskreis zu einer Würfelrunde verabredet hat. Sehr zeitig verläßt sie die Gaststätte, weil sie am anderen Morgen früh aufstehen möchte. Michael: „Bis zum Haus der Eltern sind es nur wenige hundert Meter zu Fuß“. Recht klassische XY-Szene, als die junge Frau nach rechts in eine Parkanlage einbiegt und hinter Strauchwerk aus dem Blick der Kamera verschwindet, woraufhin kurze unterdrückte Schreie zu hören sind... der Zuschauer meint zu ahnen, daß etwas schreckliches passiert sein muß.

Doch: Die Szene bleibt quasi in der Luft hängen, denn ab hier baut der FF rapide ab – nicht nur, weil unmittelbar an die unheimliche Parkszene erstmal wieder „Originalaussagen“ eingeblendet werden, sondern auch, weil außer diesem einen suggestiven Moment keinerlei Anhaltspunkte mehr dafür geliefert werden, warum diese Szene so gedreht wurde: Gab es dort Spuren, die darauf schließen ließen, daß es dort zu einem Verbrechen gekommen ist? Falls ja, so ist davon jedenfalls im Film keine Rede, und auch nicht – um es vorwegzunehmen – in der anschließenden Studiofahndung. (Trotzdem aber wird der Fall ja von XY ganz offiziell mit „MORD an Dagmar Knops“ betitelt, auch der Kommissarin redet in den FF-Unterbrechungen und später im Studio immer von „der Tat“, gibt aber rein gar nichts darüber preis, auf welchen Erkenntnissen die These von „der Tat“ im einzelnen überhaupt beruht.)

Als die Eltern aus dem Urlaub zurückkommen, finden sie ihr Haus in sehr unordentlichem Zustand vor. Bevor sie sich lange wundern können, kommt ihr Sohn nach Hause und eröffnet ihnen die schockierende Nachricht, daß Dagmar verschwunden ist. (Für den Zuschauer etwas verwirrend und irgendwie chronologisch ungereimt: Dagmar ist ja schon einige Tage vor der Heimkehr der Eltern verschwunden - trotzdem hat ihr Bruder im Haus offenbar keinen Finger gerührt und auch nicht versucht, seine Eltern zu benachrichtigen?)

Die nächsten Szenen verwendet der FF auf reichlich Sentimentalität (böse formuliert könnte man auch sagen „Gefühlskitsch“ ), indem die Mutter immer wieder durch das verlassene Zimmer ihrer Tochter streicht (wo in der Schreibmaschine noch das begonnene Titelblatt der Seminararbeit steckt), begleitet von soapigem Klaviergeklimper ; teils kommentiert die Mutter der Vermißten diese Szenen selbst aus dem Off. Unterbrochen wird das ganze an einer Stelle aber durch einen gut gelungenen Schnitt zu einer mit dunklen Tönen untermalten Szene, in der eine schemenhafte Gestalt im Halbschatten eines finsteren Kellers mit Schubkarre und Spaten ein Loch in den Boden gräbt . Leider wird der Spannungsbogen aber nicht durchgehalten, weil ausgerechnet an dieser Stelle erneut mit einer Kripobeamten-Aussage unterbrochen wird (die Info, daß die Eltern Vermißtenanzeige erstatteten und die Kripo bald ein Verbrechen vermutete, hätte man grad hier Michael überlassen können/sollen/müssen), bevor das Fahrstuhlklavier weitere Sentimentalszenen begleitet. Erst nach einigen Jahren verändern die Eltern etwas im Zimmer ihrer Tochter, und – so Michael – „im Sommer 2005, 17 Jahre nach dem Verschwinden von Dagmar Knops, ringen ihre Eltern sich zu einem schweren Schritt durch: Sie lassen ihre Tochter für tot erklären“. Auf einem Regal steht eins der letzten Bilder aus der Fotosession vom März 88.

Die letzten Szenen des (für neo-XY-Verhältnisse recht lang ausgefallenen) FF schildern, unterbrochen von kurzen Kripobeamten-Aussagen, dann die jüngste Wendung des Falls: Ein anonymer Briefschreiber (im Film in einer ganz ähnlichen Einstellung dargestellt wie in der Rekonstruktion im Fallkomplex Schürmann/Berchner (XY-Sendung vom 2.8.2007) deutet im Februar 2008 in einem Schreiben an die Polizei an, eventuell könne die Vermißte im Keller der „Villa Horten“ in Kempen unter einer Betondecke begraben liegen. Die Beamten informieren sich über die Vergangenheit der Villa, die offenbar 1986-1989 aufgrund umfangreicher Sanierungen leer stand. „Genug Zeit also, eine Leiche zu entsorgen“ meint der Kripobeamte im Film trocken zu einer Vertreterin der jetzigen Besitzer, was diese mit einem entsetzten „Was??“ kommentiert, ganz nett gemachte Szene.

Schließlich erläutert Michael den Einsatz des Georadargeräts im Keller der unheimlichen Villa, der von Experten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnologie geleitet wird und tatsächlich ein verdächtiges Radarbild hervorbringt (schöner Satz: „Ingo, da is was!!!“ ). Leider nur durch Kripobeamtenaussagen erläutert wird die Tatsache, daß genau an derselben Stelle dann später Leichenspürhunde anschlagen (warum wurde das nicht in Szene gesetzt? Das bietet sich doch geradezu auf dem Silbertablett an... stattdessen hätte man ja einige der vorherigen Klimperszenen durch zwei Sprechersätze ersetzen können). Doch bis heute sind die Versuche der Kripo, den mutmaßlichen Fund zu heben, vergeblich geblieben, nicht zuletzt aufgrund der schwierigen statischen Verhältnisse im Haus, die ein komplettes Ausschachten des Kellers nicht ohne weiteres gestatten.
Ein durch seine Authentizität recht bewegender Schlußappell des Vaters, (Mit)wisser um das Schicksal seiner verschwundenen Tochter mögen doch nun endlich ihr Wissen preisgeben, beendet den FF.

Im anschließenden Studiogespräch mit dem ermittelnden Kripomann geht es zuvorderst um den anonymen Brief, der laut Rudi „eine Besonderheit“ aufwiese – naja, er ist auf dem PC geschrieben und ausgedruckt, und außer daß der Täter aus „KR“ (wie Krefeld) grüßt, enthält er offenbar leider keine „Besonderheiten“, jedenfalls keine Ansatzpunkte für eine Fahndung. Das wirkt schon ein wenig peinlich. Davon, wann genau und wo genau (Umschlag, Poststempel usw.) der Brief überhaupt aufgegeben worden ist – eigentlich doch recht klassische Ansatzpunkte in solchen Fällen – erfährt der Zuschauer hingegen leider nix...
Ein kurzer Filmeinspieler zeigt einen Schwenk über Originalschauplätze, die Lage der ehemaligen Gaststätte „Lichtblick“, dazu ein eher hilflos wirkender Appell an die Zuschauer, „bitte erinnern Sie sich“... an was genau soll man sich da erinnern, nach 2 Jahrzehnten? Zumal es den "Lichtblick" nicht mehr gibt?

Eine Bewertung des FF fällt schwer. Einerseits ist der Stoff selbst „erste Sahne“, keine Frage, daß man daraus auch einen Drei-Sterne-Film hätte stricken können (ja stricken müssen, meiner Meinung nach, wenn man nach 20 Jahren damit noch etwas hervorlocken möchte) – das wurde teilweise verschenkt durch Zerstückelung und Ungereimtheiten in der Darstellung. Andererseits enthält der Film zahlreiche handwerklich gut gemachte Szenen mit passenden und recht guten Sprechertexten, gerade im Vergleich zu erheblich schlimmeren „Zerstückelungen“ wirkt das ganze insgesamt dadurch doch noch wenigstens halbrund, auch weil man sich schon Zeit genommen hat (mit knapp 17 Minuten einschließlich Studiogespräch ein sehr langer FF für heutige Verhältnisse).
Zwei Sterne (aber eher mit Tendenz nach unten).
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Als nächstes stehen zwei Fallklärungen auf dem Programm - XY GELÖST.

GEKLÄRT: 1.10.2008 Studiofall 1 (LKA Wiesbaden): Fahndung nach Serdal Ergün (Dreifachmord in Rüsselsheimer Eisdiele)

In der Personenfahndung aus der letzten Sendung ging es um einen der Täter, die am 12.8.2008 in Rüsselsheim bei einer Schießerei in einer Eisdiele ein Blutbad angerichtet hatten, bei dem drei Menschen starben. Ergün konnte vorletzte Woche in Belgien festgenommen werden; damit sind jetzt alle 8 Tatverdächtigen in diesem aufsehenerregenden Fall in Haft.

GEKLÄRT: 10.2.2005 FF1 (Kripo München) Mord an Manfred Räder (Münchner Autohändler)

Geklärt werden konnte auch der Mord an dem Münchner Autohändler, der im April 2004 während seiner Brotzeit (Leberkäs ) einem Raubmord zum Opfer gefallen war. Nach vier Jahren führte eine DNA-Spur zu einem 48jährigen Tischler, der inzwischen auf Mallorca lebte und nun dort festgenommen werden konnte.
Weitere Infos und Links dazu hier im Forum im passenden Thread

Weiter geht’s mit einer Studiofahndung... leider ohne ein „Bitte, Sabine!“

Studiofall 1 (Kripo Ulm): Fahndung nach Metin Yasar

Der Gesuchte, der für eine Geldtransportfirma arbeitete, befindet sich mit einer millionenschweren Beute seit Ende Oktober auf der Flucht. Gefahndet wird mithilfe von Fotos des Täters und seines mutmaßlichen momentanen Fluchtfahrzeuges.

Nächster Filmfall – und, soviel sei schon verraten, ALLE folgenden Filmfälle sind „unzerstückelt“ , ein glasklarer gewichtiger Pluspunkt der heutigen Sendung, den man gebührend herausstreichen muß mit Blick auf vergangene Sendungen, auch wenns nicht zu einer solch guten Sendung gereicht hat wie im August 2008.

FF2 (Kripo Minden-Lübbecke) Einbruch mit Raubüberfall auf Geschäftsfrau (Türkische Halbwüchsige, Knöllchenkönigin, Hund Lilly ist taube Nuß, streitende Täter, Handys in Wassereimer werfen) (Sprecher: Michael)

Flott erzählt, und deswegen auch viel platzsparender konziser zusammenzufassen, ist der nächste Filmfall.

Vor einer „schön“-gräßlich türkisen(! Die Farbe ist gemeint - sollte die extra deswegen ausgesucht worden sein, könnte der Einfall glatt von Grimm stammen ) Holzbaracke treffen sich türkischstämmige Jugendliche, in deren Reihen die Kripo die späteren Täter vermutet. Schöner Michael-Satz: „[Die Kripo] hält sie nicht für abgebrühte schwere Jungs, sondern für junge Männer, die am Anfang ihres Lebens stehen und noch die Chance zur Umkehr hätten“. Die Dialogszenen („Alder, was geht ab?“ ) gehören in die Liste „Jugendkultur und ihre Schematisierung bei XY“...

Szenenwechsel zu einem bürgerlichen Ehepaar (im Film Maren und Heinrich Solms genannt) in ihrem Einfamilienhaus. Der Mann will mit dem Auto zu einer seiner zahlreichen Geschäftsreisen aufbrechen. „Also an Deiner Stelle würd’ ich langsam fahren“, mahnt die Gattin – der Angesprochene vervollständigt den Satz mit „...sagte die Knöllchenkönigin!“. XY-Witz, laß nach!

Außerdem kann der Mann nicht sofort losfahren, denn der Haushund (Marke Miniatur-Terrier) liegt noch auf dem Rücksitz. Sie zu ihm (also dem Hund ): „Ja Lilly, altes Luder , willst Du mich hier alleinlassen?“ Woraufhin das Tier aus dem Auto springt. Er dann über sie (also über die Hündin ): „Dafür, daß sie nix mehr hört, hört sie aber ganz gut.“ Bereits an dieser Stelle steht für den erfahrenen XY-Zuschauer fest: Lilly, das Luder, muß auf jeden Fall einen festen Platz in der XY-Hundegalerie bekommen!

Während der Göttergatte seines Weges fährt, erläutert Michael kurz und bündig den Alltag des Paars; auch die Frau ist ein eigenständiges Glied (in der Gesellschaft) und Inhaberin zweier Geschäfte.

Hier gehörte früher die Wischblende hin: In der nächsten Szene ist es dunkel geworden, und die Hausherrin telefoniert mit ihrer Mutter. „Ja, alles verriegelt, sagt der Heinz auch immer – alle Türen sind zu!“. Naja, fast alle – die Terrassentür ist noch offen, und Madame tritt hinaus, um nach Mademoiselle Lilly Ausschau zu halten, die dann auch angetrabt kommt. „Lilly, daaa bist Du, Du taube Nuß!“ Ohja, der bekommt nur nette Kosenamen, der Hund! Wenn sich das mal nicht rächt...

Schöne klassiche Erzählstruktur auch im folgenden: Während die Hausherrin zu Bett geht, erläutert Michael, beim Bau des Hauses habe das Paar seinerzeit zwar auf hohe Sicherheitsstandards geachtet, eine Alarmanlage jedoch gebe es nicht.

Nachts dringt dann das Halbwüchsigen-Quartett reichlich ungestüm und amateurhaft auf das Grundstück vor (recht unterhaltsam dargestellt, erstmal laufen sie in den Bewegungsmelder auf der Terrasse) und versucht ohne großes Geschick, mit Brecheisen „und sogar einem Glasschneider“ (Michael) ins Haus zu gelangen. Schließlich schlägt man kreativerweise eine Scheibe ein, während die Hausherrin sich schlafend im Bette räkelt. Einziges Manko dieser Passagen ist das Fehlen jeglicher Spannungsmusik – stattdessen gibt’s wieder Klaviergeklimper mit Streicherteppich . Schade, daß an sowas (nicht nur in diesem FF) gespart wird bzw. daß ganz offenbar keiner sich mehr um stimmige Musik kümmert.

Das Opfer wird im Schlafzimmer überrascht und mit Spray überwältigt; Lilly schlummert friedlich daneben im Körbchen. („Ey, beißt er?“ – „Nein, der beißt nicht!“ Stimmt... ). Anschließend muß sie den Tätern in der Wohnung Wertsachen zeigen. Zu den ersten Beutestücken gehört „Geil, Mann, ne fette Rolex, Alder!“, später kommt noch eine „Sammlung von über 200 Parfum-Flaschen“(!) dazu, die die Überfallene sammelt. (Komisches Hobby.) Die Jungs streiten sich bald um die Beute und, so Michael, „hauen sich gegenseitig übers Ohr“, während sie ihr Opfer im Schlafzimmer einsperren. „Auf ihrer Suche nach Beute verwüsten die Täter das ganze Haus“; nett dabei die Szene, wie die gleich mehrfach vorhandenen Handys im Wassereimer landen (was soll man auch machen, seit man keine Telefonkabel mehr aus der Wand reißen kann ...).

Eine letzte imaginäre Wischblende zu einer kurz-prägnanten Szene mehrere Monate später: Die Überfallene, so erläutern gute Sprechertexte(! und kein langes Darsteller-Rumgeheule) und illustriert eine Einstellung in einem Café, vor dessen Fenster sich junge Leute aufhalten und durch ihre Anwesenheit auf die Frau bedrohlich wirken, leidet noch immer an plötzlichen Angstzuständen. Michael: „Möglicherweise wird es noch Jahre dauern, bis sie sich wieder ohne Angst unter Menschen trauen kann“.

Im anschließenden Fahndungsgespräch geht es um die Täterbeschreibungen und ihre alterstypische Bekleidung sowie um auffällige Beutestücke (unter anderem wurde auch eine Münzsammlung gestohlen). Immerhin also ein paar konkrete gegenständliche Ansatzpunkte – wer sich allerdings fragt, wieviel Belohnung es denn für die Wiederbeschaffung der fetten Rolex gibt, bekommt keine Antwort. (Wie Rudi später in der Sendung nachreicht, hat er es vergessen zu sagen – ein für sich genommen eher kleiner Fauxpas, der aber mit dem so oft geächteten „guten alten“ eingespielten Dialog zwischen Ede und seinen Kommissaren wohl nicht passiert wäre, oder? )

Zum FF: Zugegeben, der „Stoff“ ist „nur“ ein „normaler“ Raubüberfall von der Sorte, die es (leider notwendigerweise) schon oft bei XY zu sehen gab – aber der Filmfall holt eigentlich das Maximale aus diesem konkreten Fall raus: Einerseits durch schnörkellose Szenenfolge und solide Erzählung, umrahmt ausschließlich von Sprechertexten und garniert mit ein wenig alttypischer XY-Komik, andereseits durch prägnante Einstellungen und kurze Michael-Kommentare, die deutlich machen, daß solch ein Überfallerlebnis für die Betroffene(n) alles andere als eine Bagatelle darstellt, sondern langfristige psychische Folgen haben kann (und diese Aussage gelingt ohne Schmonzettentum).
Außer an der Musikuntermalung finde ich eigentlich nichts an diesem FF zu verbessern – was die Bewertung wiederum erschwert, diesmal nach oben: Nach klassischen XY-Maßstäben typischer anderthalb-bis-zwei-Sterne-Fall, nach Maßstäben des „modernen“ XY aber sicher besser als zwei Sterne – sagen wir also zweieinhalb, auch dank Lilly, dem Luder. (Ey Alder, die arbeitet bestimmt heimlich für RTL, die taube Nuß! )

(Mini-)FF3 (Kripo Hilden) Elektroschocker im Fahrstuhl (reines Original-Tatvideo mit Sprechertext/Hochhaus in Haan; zwei Überwachungskameras im Aufzug; Opfer drückt Täter Finger in die Augen) (Sprecher: Michael)

„So, liebe Zuschauer, jetzt schau’n wir uns dieses Teil mal an: Das ist ein Elektroschocker!“ sagt Rudi und hält ein schwarzes Teil in die Höhe. Eigentlich war diese Erläuterung unnötig, denn da Rudi vorher schon mehrfach in Großaufnahme zu sehen war, konnte es kein Elektrorasierer sein ...

Dafür gibt’s dann aber mal was ganz neues (meines Wissens nach – oder gabs das so in dieser Weise schonmal?) bei XY: Einen ganz kurzen FF, dessen Film gar kein gedrehter Filmfall ist, sondern ein echter Film, begleitet aber von Michael-Texten, die wie für einen gedrehten Filmfall gesprochen sind (weswegen ich auch denke, daß der Fall zu den FF gerechnet werden sollte).

Der Inhalt ist rasch erzählt: Eine Überwachungskamera im Hausflur zeichnet auf, wie ein Mann kurz nach einer Bewohnerin ein zehnstöckiges Hochhaus in Haan betritt und gleich dem Lift zustrebt, während die Frau noch kurz in ihren Briefkasten schaut, bevor sie ebenfalls den Fahrstuhl betritt. Zwei weitere Überwachungskameras in der Fahrstuhlkabine (eine Richtung Eingangstüren, eine Richtung Rückwand) filmen dann kontinuierlich das dramatische Geschehen: Kaum sind die Türen des Aufzugs geschlossen, fällt der unheimliche Mann über die Frau her und versucht sie mit einem Elektroschockgerät außer Gefecht zu setzen. Der Lift fährt derweil bis in die 10. Étage. Erst „als die Frau ihm ihre Finger in die Augen drückt“ (Michael), läßt der Täter von seinem Opfer ab und flüchtet in den Etagenflur nach rechts, die Frau direkt hinterher nach links. Kurze Zeit später zeigt die Parterrekamera, wie der Mann das Haus eilends verläßt, „auf demselben Weg, auf dem er gekommen ist“ (und rempelt dabei fast noch einen gerade heimkommenden weiteren Bewohner um).

Rudis anschließende Studiofahndung basiert logischerweise auf dem recht guten Portraitfoto des unheimlichen Täters aus der Aufzugskamera (und da Rudolf Heß schon lange tot ist, droht auch keine Verwechslung mit nicht mehr lebenden Verbrechern ). Und doch hat es XY (leider) geschafft, selbst in diesen superkurzen Fall noch eine Fahndungsschwäche einzubauen: Der Zuschauer erfährt nicht, wo genau in Haan sich die Tat denn nun ereignet hat. Das aber wäre doch elementar, weil der Mann ja vorher und nachher in der Umgebung des Hauses sich bewegt haben muß! Da muß doch auf jeden Fall eine Stadtplankarte her, die die Umgebung und möglichst auch eventuelle nahegelegene Haltestellen (Bus usw.) mit einbezieht! Schon unglaublich, wie schlampig teilweise mit den Fahndungsmöglichkeiten verfahren wird.

Aber zum Fall selbst – Überwachungsvideos gabs ja bei XY schon häufiger, aber es ist sicher eine ansprechende und „originelle“ Idee, das mal auf diese Weise – also mit dramatisierendem Sprechertext – aufzubereiten. (Da zeigt sich auch, was Sprechertexte bzw. Michaels markante Stimme ausmachen können: Schaut Euch den FF mal ohne Ton an – schon ist der Effekt weg und es wirkt wie tausendmal gesehene Wackelbilder. Der Sprechertext aber regt zum genaueren/wiederholten Hinschauen an).

Zwei satte Sterne für die originelle Idee der Umsetzung und die eindrückliche Sprecherbegleitung.

FF4 (Kirn) Betrügerischer Werthandel (Firma „Europin“; Münzen und Briefmarken; arglose Halbtagskraft als „Repräsentantin“; Büromöbel samt Briefkasten mitnehmen) (Sprecher: Michael)

Manch einer wisse nicht, was er mit alten Briefmarken-Sammelalben machen solle, sagt Rudi (und hält ein solches in die Höhe – mit was für Marken, das sollen Philatelisten unter die Lupe nehmen, ich bin keiner), und für solche Leute habe eine Gruppe von Tätern sich etwas ausgedacht, „denen kann geholfen werden“, eine – so RC – „ziemlich linke Idee“.

Das klingt, nebenbei bemerkt, stark nach „Vorsicht Falle“, und dort ist der folgende FF wohl auch einzureihen, in die Gruppe derjenigen Fälle, mit denen das ZDF in XY gelegentlich zu kompensieren versucht, daß man Eduard Zimmermanns Fahndungen nach Neppern, Schleppern und Bauernfängern nach fast vier Jahrzehnten kurz nach der Jahrtausendwende sang- und klanglos aus dem Programm kippte, nachdem man zuvor die angeblich so wichtigen Einschaltquoten durch Hin- und Herschieberei auf immer unbrauchbarere Sendeplätze bewußt verdorben hatte.

Die „Gelinkten“ in diesem Fall sind nicht nur private Briefmarken- und Münzsammler, die ihre Sammlerstücke und Alben verkaufen wollten (in Zeiten kriselnder Börsenwirtschaft ist es ja auch nur allzu verständlich, daß man selbst Goldmünzen schnell versilbern möchte ), sondern auch eine junge Frau auf Arbeitssuche, die bei einer Firma namens "Europin" anheuert, die Münz- und Briefmarkensammlungen in Kommission nimmt und dann angeblich bei einer Auktion im Auftrag der Besitzer zu Geld machen will. Zu diesem Zweck hat man gerade neue möblierte Büroräume eingerichtet. Die Frau, die von Marken und Münzen nichts versteht, freut sich umso mehr über ihre neue Halbtagsstelle als „Repräsentantin“ (neudeutsch für „Mädchen für alles“) und wundert sich daher auch nicht, als ihr ihr künftiger Chef, der sich Schäfer nennt, im Vorstellungsgespräch lapidar eröffnet, „wir werden uns die nächsten 2-3 Monate übrigens nicht sehen“. Die Einarbeitung übernimmt stattdessen ein Herr Brockmann, angeblich der Fahrer des Herrn Schäfer. Michael: „Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt: Ihren Chef wird sie nie mehr wiedersehen“.

Vorstellungsgespräch, Arbeitsantritt und die ersten Arbeitstage der Frau werden in schnörkellos-sachlichen Filmszenen und mit ausnehmend guten Sprechertexten von Michael vorgestellt. Zwischendurch, wenn die Repräsen-Tante auf einem idyllisch im Park gelegenen Kinderspielplatz ihrer Freundin von der neuen Stelle erzählt (und deren Bedenken beiseite schiebt), ist allerdings wieder das notorisch einschläfernde Marienhof-Klaviergeklimper zu hören.

Die Firma scheint gut zu laufen: Auf mehrere (von der Frau im Auftrag ihres Chefs aufgegebene) Inserate gibt es große Resonanz, über 50 Sammler geben Ware für die geplante Auktion in Kommission und erhalten dafür per Post(!) eine Quittung. Die empfangene Ware lagert die Frau, deren Arbeitszeiten von 8 bis 12 Uhr vormittags liegen, in den Büroräumen, von wo sie dann stets in ihrer Abwesenheit („offenbar nachmittags oder nachts“) abgeholt werden. „Komische Firma“, meint ihre Freundin, doch die Frau denkt sich nichts dabei, auch nicht bei der Tatsache, daß sie auch nach mehreren Wochen noch kein Gehalt bekommen hat: „Die Firma muß erstmal was verdienen!“.

Außer von Herrn Schäfer ist jetzt auch von Herrn Brockmann nichts mehr zu sehen; ihre Anweisungen bekommt die Angestellte, wie Michael erläutert, jetzt nur noch telefonisch von einem gewissen Herrn Braun. Begleitet von Sprechertexten schildert der FF die umfangreichen Auktionsvorbereitungen, die die Frau in Eigenregie zu organisieren hat. Kurz vor dem geplanten Termin erscheinen Handwerker, die im Auftrag von Europin Malerarbeiten zu erledigen haben; das gesamte Mobiliar des Büros wird zu diesem Zweck „vorübergehend für zwei Tage“ in einem dafür vor dem Büro geparkten gemieteten Kleintransporter verstaut. Als die Angestellte dann zwei Tage später wieder zu ihrem Arbeitsplatz kommt, erwarten sie gleich mehrere Überraschungen: Das Büro ist komplett leergeräumt, alle Möbel sind fort (der Kleintransporter vor der Tür ist leer), und sogar der Firmenbriefkasten ist abmontiert (sowas nennt man wohl gründliche Arbeit . Der Telefonanschluß des vermeintlichen Herrn Braun, den sie sofort anwählt, existiert natürlich auch nicht mehr.

Im anschließenden Studiogespräch wird mithilfe eines Phantombilds nach dem Mann gefahndet, der sich Kai-Uwe Schäfer nannte; daneben werden der Leihwagen gezeigt sowie anhand einer nicht allzu aussagekräftigen Google-Map-Karte der Raum um Kirn an der Nahe eingegrenzt, in den die Täter die Büromöbel vermutlich mit dem geliehenen Transporter verbracht haben (die Eingrenzung ergibt sich aus dem Kilometerstand des Fahrzeugs). Aber wieder eine Schlamperei in der Fahndung: Die genaue Lage des angemieteten Büros wird NICHT gezeigt oder anhand von Kartenmaterial beschrieben – und das, nachdem der Film sich doch solide Mühe gegeben hatte herauszuarbeiten, daß die Täter dort nachmittags, abends oder nachts regelmäßig anwesend gewesen sein müssen! Sprich: Vielleicht hat jemand dort vor dem Geschäft entsprechende Beobachtungen gemacht, Leute/Männer ein- und ausgehen sehen? Falls ja – XY kann er sie kaum mitteilen, wenn er gar nicht weiß, wo genau sich der Laden nun befand...

(Aside: Hier ein Artikel zum Fall: http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=2756917 , aus dem die Lage des Betriebs hervorgeht: Steinweg 26a in Kirn, beim Parkplatz von Tengelmann, in einem kombinierten Wohn- und Geschäftshaus. Ganz interessant auch ein Post im Numismatikforum hier http://www.numismatikforum.de/ftopic19099.html , aus dem hervorgeht, daß der deutsche Philatelistenverband schon Ende Februar 2007 vor der Firma warnte).

Der FF selbst aber setzt den erfreulichen Eindruck des vorangegangenen FF2 (und mancher FF vorangegangener Sendungen dieses Jahres) fort: Es gibt offenbar doch noch Leute bei XY, die schnörkellose FF inszenieren können, ohne Heckmeck und mit soliden Sprechertexten, die in diesem Fall hier besonders zahlreich und beständig sind. Dafür gibt’s ohne Zögern volle zwei Sterne!
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Wenn der Sekundenzeiger gen 21 Uhr rückt, so weiß inzwischen jeder XY-Zuseher, wird’s wieder Zeit, ein paar Sekunden zu verschwenden, für das, was der Einspielspot immer großspurig als „Zwischenabfrage“ ankündigt. Daß man das Element behalten hat und daß dafür Alfred Hettmer vor die Kamera darf, ist an sich ein sympathisches Relikt alter Zeiten, allerdings sind stets weniger als eine Minute wirklich viel zu wenig, um daraus etwas zu machen – so bleiben wir wie stets mit der Erkenntnis zurück, es seien bereits Hinweise eingegangen. (Loriot würde sagen: Ach was!? )

Studiofall 2 (Kripo Leipzig): Mord an Michelle Stroisch

Der zweite Teil der Sendung beginnt mit einem weiteren Studiofall, dem Mord an der kleinen Michelle, die im August in Leipzig auf dem Nachhauseweg bei einem Spielplatz verschwand. Offenbar wurde sie entführt und kurze Zeit gefangengehalten; drei Tage später fanden Suchmannschaften ihre Leiche in einem Waldstück in Leipzig. Für die Fahndung begrüßt Rudi den Leiter der Sonderkommission im Studio. Anhand von kurzen Bildsequenzen und gutem Karten-/Stadtplanmaterial (es geht also doch!) werden Michelles Heimweg am Tage ihres Verschwindens und der spätere Leichenfundort veranschaulicht; dazu kommt die Suche nach Jacke und Tasche des Mädchens, die nach wie vor verschwunden sind. Aufgrund von neuen Zeugenaussagen präsentiert die Leipziger Kripo jetzt erstmals auch ein Phantombild, das einen Mann zeigen soll, der sich zum fraglichen Zeitpunkt in der fraglichen Gegend aufgehalten haben soll.

FF5 (Kripo Düren) Verschwinden von Josefine Jüsten 1983 (Liebeskummer; angebliche Schwangerschaft; Brief an Ex-Freund; Mutter zerbricht psychisch am Verlust der Tochter) (Sprecher: Michael)

Eine allgemeine Vorbemerkung zu diesem Fall:

Jahrealte oder teils auch jahrzehntealte Fälle als FF (wieder) aufzugreifen, ist ja inzwischen ein fester Bestandteil jeder XY-Sendung geworden. Wie sinnvoll das ist, hängt m.E. entscheidend von zwei Faktoren ab: Gibt es neue/unverhoffte Wendungen aus neuerer Zeit (wie etwa im heutigen FF1 mit dem anonymen Brief)? Falls nicht – wie stark kann ein FF nach langen Jahren heute noch „wirken“ und bislang nicht gemachte Zeugenaussagen gewinnen und/oder Bekenntnisse hervorlocken?

Man kann darüber streiten, ob es sinnvoll ist, einen Fall aus dem letzten Jahrhundert trotz völligen Fehlens neuerer Indizien ins Programm zu nehmen. Neuere Ermittlungsergebnisse wie etwa die Bekennerbriefe eines alternden, nach Jahrzehnten immer noch oder sogar stärker vom Gewissen geplagten mutmaßlichen Täters im oben bereits erwähnten Fallkomplex Schürmann/Berchner, oder auch die tatsächliche Aufklärung lange zurückliegender Fälle (neueste prominente Beispiele die Fälle Ursula Herrmann, Yasmin Stieler und eventuell auch Swantje Starke), die es auch in früheren XY-Jahren und zu Edes Zeiten immer wieder gegeben hat, machen hingegen den Ermittlungsbehörden sicher Mut, diesen Schritt häufiger zu gehen als in der Vergangenheit – stets in der Hoffnung, den Täter oder seine Mitwisser vielleicht „beim Gewissenswurm“ (Jürgen von Manger) zu packen. Das hat schon was für sich, und deswegen sollte man es wohl auch nicht von vornherein verteufeln, wenn ein FF mal beinahe ausschließlich auf „Psychologie“ setzen möchte. Das hier mit FF5 vorliegende Experiment ist aber m.E. ziemlich danebengegangen, weil man „das Leben“ mit dem Fernseh-Vorabendserienprogramm verwechselt hat...

Der FF, der zwar nicht durch Interviewaussagen unterbrochen wird, aber dafür ein reichlich verquirltes, für den Zuschauer schwer zu ertragendes Durcheinander an Rückblenden und Zeitsprüngen bietet, schildert den Fall der Krankenschwester Josefine Jüsten, die im April 1983 spurlos verschwand.

Die Fakten: Josie, wie sie von ihrer Familie und ihren Bekannten genannt wurde, war damals nach einem Krankenhausaufenthalt wieder daheim, aber noch krankgeschrieben und hatte offenbar in den letzten Tagen vor ihrem Verschwinden größeren Liebeskummer. Ihrem Freund, der inzwischen schon wieder anderweitig liiert war, schrieb sie in dieser Zeit einen langen Brief, dessen Entwurf nach ihrem Verschwinden in ihrem Zimmer gefunden wurde (der fertige Brief kam auch beim Adressaten an, der jedoch mit dem Verschwinden seiner „Ex“offenbar nichts zu tun hat). Darin schrieb sie unter anderem, sie erwarte ein Kind von ihm – ob das stimmte, konnte bis heute nicht festgestellt werden. Von einem Tag auf den anderen, trotz erst kurz zuvor getroffener Verabredungen und entgegen ihrem Plan, zu Wochenbeginn wieder zur Arbeit zu gehen, war Josie dann von einem Tag auf den anderen wie vom Erdboden verschluckt. Brauchbare Spuren oder verwertbare Hinweise gab es keine. Josefines Mutter konnte den Verlust ihrer Tochter nicht verkraften; sie bekam von Jahr zu Jahr stärkere psychische Probleme. Heute, so ein Hammer-Satz von Michael am Ende des Films, „ist sie stationär untergebracht und nicht mehr ansprechbar“.

Der fortschreitende psychische Verfall der Mutter (schauspielerisch betrachtet toll gespielt von – ja von wem? Weiß jemand, wie die Schauspielerin heißt? Ihre Darstellung erinnert ein wenig an den Fall Irmgard Eddicks, XY vom 5.11.1999, FF2, der auch toll gespielt wurde), exemplifiziert in ihren teils wirren Vorsprachen bei der Polizei in den Jahren/Jahrzehnten nach dem Verschwinden ihrer Tochter, bildet den Rahmen des Filmfalls. Eingestreut dazwischen sind zahlreiche Rückblenden und Rückblenden-in-der-Rückblende, die erzähltechnisch in völligem Gegensatz zueinander stehen und dadurch dem FF keinerlei Kohärenz verschaffen können:

Einerseits werden in einigen wenigen Szenen letzte markante Punkte vor dem Verschwinden der jungen Frau ansatzweise „klassisch“ aufbereitet (also mit Datum, normaler Alltagshandlung und begleitendem Sprechertext), und da gibt’s sogar ein paar Sekunden lang ein Aufblitzen dessen, was XY leisten kann (Michael: „Nur wenige Worte werden gewechselt, aber sie sind für die Kriminalpolizei später von größter Bedeutung“). So macht die Frau gegenüber einer Freundin mysteriöse Andeutungen („egal was passiert“, ihr Freund solle „in nichts hineingezogen werden, sie sollen wissen, er ist an nichts schuld“).

Andererseits verschwindet, oder sollte man sagen: ertrinkt, das ganze in einem Brei zahlreicher dazwischen eingestreuter Szenenschnipsel, die mitunter schlimmer und (was im XY-Sinne schlimmer ist) seichter daherkommen als jeder Vorabend-Soap-Kitsch, passend zu einem ganz furchtbaren streicherteppichumhüllten Gitarrengeklimper, bei dem man sich sogar das Fahrstuhlmusikklavier aus FF1 zurückwünscht.
Unter aller Kanone sind die Dialog- und Monologtexte dieser Szenen, die sich nicht zwischen Marienhof-Gelaber („Nieder mit den Nierensteinen dieser Welt! - Wir saufen sie zugrunde!“ beim Piccolo-Trinken mit der Freundin) und literarischem Weltschmerz („Du haßt das Kind, das in mir wächst?“ im Gedankenmonolog) entscheiden können. Egal, ist beides gleich schlimm und hat in XY absolut gar nichts verloren.

Käme am Ende eine vernünftige Fahndung dabei heraus (sprich Indizien, die den naheliegenden Gedanken an einen Suizid der Vermißten in Frage stellen), ließe sich das Ganze sicher leichter verkraften. Die (an der Machart des FF sicher unschuldige) Kommissarin im Studio hat aber nichts in den Händen außer einem weiteren psychologischen Appell: „Wir sind sicher, daß heute abend jemand zuschaut, der die Geschichte ganz genau kennt“. Das wars – keinerlei konkrete Ansatzpunkte.

Wäre dieser FF in einer Soapstaffel-Folge gelaufen, würde ich sagen: Nicht mein Geschmack von Fernsehunterhaltung, aber die Schauspielerin, die die Mutter verkörpert, hat sehr überzeugend agiert und den schmalen Grat zwischen bloßer Verzweiflung und (im medizinischen Sinne) Wahnsinn toll gespielt. XY ist aber keine Soap, auch keine Doku-Soap – zumal sich die Zuschauer ja bei XY gerade NICHT auf die Schauspieler, sondern auf die Fakten des Falls konzentrieren sollen.

Ein halbes Sternchen für den Langzeitversuch.

Studiofall 3 (Kripo Ulm) Unbekannter Bankräuber (LKW-Fahrer-Weste)

Zum nächsten Studiofall macht uns Rudi den Dressman und zieht zur Präsentation eine gepolsterte ärmellose Brummifahrer-Weste über, mit der etwas merkwürdigen Einleitung „mit so etwas kommen sie als Otto Normalverbraucher wohl nie in Berührung, also ich jedenfalls nicht“ (während er sie anzieht!). Die Fahndung zeigt recht gute Bilder eines ebenso bekleideten unbekannten Bankräubers, der bereits mehrere Geldinstitute überfallen haben soll.

FF6 (Kripo Braunschweig & LKA Niedersachsen) Bankräuberduo/Vierfaches Trauma (Viermal Überfall auf dieselbe Bankangestellte in 12 Jahren; Opfer führt jedesmal Gespräche mit Psychologin) (Sprecher: Michael)

Den Stoff des folgenden Falles, so bemerkt Rudi einleitend, „Das, was diese Frau erlebt hat, würde sich kein Krimi-Autor ausdenken, weil ihm keiner glauben würde!“. Eine für die reinen Fakten des Filmfalles durchaus zutreffende Feststellung – denn gleich dreimal wird zwischen 1996 und 2007 eine Bankangestellte Opfer eines Überfalls. Jedesmal überwand sie hinterher den Schock und arbeitete weiter, sogar in derselben Filiale in Braunschweig. Im Sommer 2008 dann beinahe ein vierter Überfall – doch diesmal hatte sie durch Zufall die Bankeingangstür bereits einige Minuten vor dem offiziellen Schalterschluß zur Mittagspause abgesperrt, nur wenige Sekunden, bevor die Bankräuber erneut zuschlagen wollten. Allein ihr Anblick aber versetzt sie wiederum in Schock.

Das ist das dürre Faktengerüst, auf dem auch der Filmfall aufbaut. Es lohnt sich aber, mal den offiziellen Internet-Fahndungstext auf Eduard Zimmermanns Internetportal (auf das auch die ZDF-Seite verweist) dazu durchzulesen, den man hier finden kann: Dort ist von der Bankangestellten überhaupt nicht die Rede, sondern ausschließlich von der Fahndung nach einem Bankräuberduo, das seit 2003 mindestens 6 Banküberfälle in Magdeburg und Braunschweig begangen hat, darunter auch zwei vollendete (1. Juli 2004 und 9. Mai 2007) und einen versuchten (21. Juli 2008 ) auf jene Filiale, in der die im Film in den Mittelpunkt gerückte Frau arbeitet.

Gut, man wollte den Fallkomplex einmal ganz aus der Opferperspektive zeigen, und deswegen schildert der Filmfall ausführlich die „Überfall-Vorgeschichte“ der Betroffenen und ihren Kampf bei der Überwindung der jeweiligen Schocks. Aber was bringen die Szenen, in denen das Überfallsopfer jeweils bei ihrer Psychiaterin Gespräche führt und überaus tränenreich von ihren traumatischen Erlebnissen berichtet, letztlich für das eigentliche Fahndungsziel, nämlich die Festnahme der beiden unbekannten Bankräuber? Eben: Nix! Es ist vergeudete (Film-)Zeit.

Die Qualen der Betroffenen sollen mit dieser simplen Feststellung natürlich keineswegs herabgewürdigt oder gar ins Lächerliche gezogen werden – ganz im Gegenteil, etwas ähnlich wie beim vorangegangenen Filmfall überzeugt die schauspielerische Leistung der Opferdarstellerin durchaus und bildet sicher doch die Seelenqualen der Betroffenen nur ansatzweise ab. Aber es ist eben auch gar nicht Sinn und Zweck von XY, solche Psychostudien überhaupt zu betreiben, erst recht nicht, wenn es zu Lasten der Fahndung geht...

Und das tut es in diesem Fall, wie ein grober Schnitzer im Skript zeigt: Im Anschluß an den Überfall von Anfang Mai 2007 (Datum wird eingeblendet und genannt) spielt der Film als nächste „Faktenszene“ (bezeichnenderweise ohne Datumseinblendung) den versuchten Überfall ein, „zweieinhalb Monate später“, wie Michael als Sprecher versichert – es war aber im Juli 2008, also 14 Monate später... und dieser Versuch, bei dem die Täter hinterher unmaskiert gesehen wurden, war ja erst der Anlaß dafür, den Fall überhaupt bei XY aufzunehmen, da sich aufgrund dessen gute Phantombilder erstellen ließen. Wie kann so etwas durchgehen in einer Sendung, der es auf Präzision in der Faktenpräsentation ankommen muß???

Der FF selbst verschränkt, wie bereits gesagt, Gesprächsszenen bei der Psychiaterin mit Rekonstruktionen der zwei Überfälle und des Überfallversuchs 2004-2008, wobei der Rekonstruktion der eher anteilnahmslos in Szene gesetzten Taten selbst gegenüber den vom gräßlichen Rosamunde-Pilcher-Klaviergeklimper untermalten Gesprächsszenen weniger Platz eingeräumt wird. So bekommen wir zwar die auch rein grammatisch völlig unsinnige Feststellung der Psychiaterin (1996er-Block) zu hören, das Opfer möge sich trösten, denn „laut Statistik geschieht so etwas traumatisches maximal nur einmal(sic!) im Leben“ (aaaahjja...), erfahren aber weder im Film noch hinterher etwas über die doch sehr markante Maskerade eines der Täter beim Überfall 2004 (Sporttasche mit Sehschlitzen überm Kopf – schaut urkomisch aus).
In der Filmszene des dritten Überfalls auf das Opfer (also aber erst des zweiten der eigentlich mit dem FF gesuchten Bankräuber – tja, der Zuschauer muß selbst auseinanderrechnen oder was?) 2007 wird ganz kurz eine Originalsequenz aus der Überwachungskamera eingeblendet, in der der Täter (ja, der Täter – 2007 war nämlich nur einer am Werk, erfährt man aber nur auf der Fahndungsseite, nicht im Film ) sich die Maske vom Kopf zieht und dafür ein Hütchen aufsetzt.

Im anschließenden Fahndungsgespräch sind gleich zwei Beamte im Studio, einer von der Kripo Braunschweig und einer vom Landeskriminalamt Niedersachsen. Letzterer präsentiert die Umrisse einer Fallanalyse („Pärchen mit einem gewissen Hierarchieverhältnis untereinander“ ), während der federfürende Braunschweiger Ermittler außer den Phantombildern auch einen Zettel (auf Original-Volksbank-Papier, Inhalt sinngemäß „aufgrund technischer Probleme haben wir kurzzeitig geschlossen“) präsentiert, den die Täter (ja, diesmal wieder beide ) beim Überfall in Braunschweig am 12. Juli 2007 (wie – doch Juli 2007? Aber ja, da ist jetzt ein Überfall gemeint auf eine andere Bank in Braunschweig, der im Film gar nicht behandelt worden ist, nicht der Versuch vom Juli 2008 ) an die Eingangstür klebten. Was für ein Durcheinander... und der oben angesprochene kurze Überwachungskamera-Film, der den Einzeltäter vom 9. Juli 2007 beim Hutaufsetzen zeigt, wie im FF eingebaut, wird natürlich nicht nochmal gezeigt, ja gar nicht mal mehr erwähnt.

Was soll man dazu noch sagen: Zero!

Passenderweise kommt als nächstes „XY International“ – auch so eine Sprechblase, die sich immer gut anhört (und natürlich auch eine gute Sache ist), bloß, daß XY seit seiner Gründung 1967 dreieinhalb Jahrzehnte lang IMMER „international“ war. Ob es der richtige Stil ist, nachdem man SF und ORF vergrault hat, sich immer damit zu brüsten, man sei auch international?

XY International: Studiofall 4 (Kripo Salzburg/BKA Wien) Vermißtenfall Friedrich Heisler

Die Umstände dieses Vermißtenfalls hätten zu tatsächlich internationalen XY-Zeiten vielleicht auch genug Stoff für einen österreichischen Filmfall abgegeben: Friedrich „Fritz“ Heisler, ein Juwelier aus Zell am See, genießt seinen Ruhestand und plant für Mitte August 2007 eine längere Reise nach Südafrika. Auf der Fahrt zum Münchner Flughafen wird er in Bayern auf der Autobahn von einer Radarfalle „geblitzt“ – es ist das letzte Foto des Mannes. Auf dem Beifahrersitz eine (im ausgestrahlten Radarfoto unkenntlich gemachte) Frau, die, wie wir erfahren, „inzwischen in Untersuchungshaft sitzt, wegen einer ganz anderen Straftat“. Fest steht offenbar, daß der Mann und seine Begleiterin tatsächlich von München aus nach Johannesburg geflogen sind. Dort in Südafrika verliert sich dann die Spur des Mannes, der seither vermißt wird. Gesucht werden Zeugen, die ihn im Flugzeug nach Johannesburg und später in der von ihm gebuchten Hotelanlage dort noch gesehen haben.

(Fortsetzung im nächsten Post)
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#26

Re: Sendung vom 5.11.2008

in XY-Hauptsendungen 08.11.2008 07:24
von bdvogel (gelöscht)
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(Fortsetzung)

FF7 (Kripo Wuppertal) Raubüberfall auf Rentnerpaar (Geplante Münchenreise; knickriger Gatte; Täter mit Fernglas; Nachbarin hält Smalltalk) (Sprecher: Michael)

Zur Erholung von den beiden vorangegangenen Filmfällen bietet FF7 zum Glück wieder solide Erzählstrukturen mit durchgängigen Sprechertexten und im positiven Sinne (sprich nicht vom Erzähl- und Spannungsfaden ablenkend) auch kurzweiliges zum Schmunzeln

Ein Rentner-Ehepaar aus Solingen-Ohligs plant einen Ausflug zu Bekannten nach München. Die beiden Eheleute gehen recht locker und liebevoll miteinander um, aber die auf der Gartenterrasse ihres Einfamilienhauses geführten Planungsgespräche kreisen ums Geld, und der Göttergatte, der jede zu erwartende Ausgabe akribisch auf einem Zettel notiert, erweist sich als das, was man gemeinhin einen Geizhalz nennt: „Dreimal Essen gehen – 80 Euro, das genügt!“ Ääh, hallo... für dreimal Restaurant mit je zwei Personen in -->München<-- ? Der kundige Zuschauer ahnt: In der Gegend des XY-Aufnahmestudios ist der gute Mann wohl noch nie gewesen... Dafür spricht auch seine Bemerkung „von Schwanstein steht hier nix!“ (seine Angetraute wirft ein: „NEUschwanstein heißt das!“). Eine Nachbarin gesellt sich an der Hecke dazu: „Wann solls denn losgehen?“ – Sie: „In drei Tagen – wenn die Finanzbudgetverhandlungen abgeschlossen sind!“ – Er, beim Zahlenzettelsortieren: „Ich verhandle nicht!“. Sein Ergebnis: „832 Euro, die müssen reichen“.

Während das Ehepaar noch über das Finanzbudget verhandelt und sich mit der Nachbarin über die bevorstehende Reise unterhalten, werden sie offenbar auf der Terrasse bereits beobachtet und belauscht – das jedenfalls inszeniert der Filmfall, indem er zwischendurch den unbekannten Täter durchs Fernglas auf die Szenerie blicken läßt. Ein gutes Spannungsmoment, zumal die Szenen fortlaufend auch von Michaeltexten illustriert werden.

Letzteres gilt auch für den Morgen des Aufbruchs. Das Ehepaar, so Michael, lebt bescheiden, einziger Luxus seien ein paar Schmuckstücke. Eine Alarmanlage habe man sich aber „vor vielen Jahren geleistet“. Die Kamera begleitet das Ehepaar beim Aufstehen (der Finanzminister ist natürlich juchzender Frühaufsteher und reißt gleich die Rolläden hoch und öffnet die Terrassentür. Das allerdings erweckt beim Zuschauer schlimme Vorahnungen – die der Filmfall dann mit einem gelungenen Kniff bedient: Eine typische „Täterblickkamera“ nähert sich von hinten durchs Wohnzimmer der Hausfrau, die in der Küche das Frühstück vorbereitet. Schrecksekunde – aber es ist nur ihr Mann, der sich einen Scherz erlaubt . Solche Elemente passen zu XY, weil der Zuschauer ja weiß, daß nun bald tatsächlich etwas passieren wird.

Kurze Zeit später stehen dann tatsächlich plötzlich zwei fremde Männer im Haus, ringen den immer noch im Pyjama herumlaufenden Ehemann im Schlafzimmer nieder und verletzten ihn, bedrohen die Frau mit einem Klappmesser und zwingen sie, den Tresor zu öffnen. Diese Einstellungen werden geschickt kontrastiert mit Szenen der Nachbarin, die sich im Nachbarhaus auf den Weg machen will, um dem Paar noch Gute Reise zu wünschen und den Schlüssel abzuholen, um sich um das Haus kümmern zu können. Auf dem kurzen Weg aber trifft sie auf der Straße eine Bekannte und beginnt einen Small-Talk... während nebenan die Täter das Ehepaar in ihrer Gewalt haben und berauben. Als die Nachbarin schließlich endlich eintrifft, sind die Täter bereits über alle Berge (einer zum Abschied. „Wir gehen jetzt und rufen dann den Arzt und die Polizei!“).

Simple, passend ineinandergefügte solide Szenenelemente mit Kommentaren aus dem Off – so einfach kann gutes XY-Fernsehen sein: Der Zuschauer bangt mit den Überfallenen, denkt aber gleichzeitig immer mit Blick auf die Nachbarin „nun hör schon auf zu quatschen und lauf rüber!“ – kurzum, der Zuschauer wird aufs faktische zeitliche Tatgeschehen gelenkt und kann sich eine plastische Vorstellung vom Ablauf der Ereignisse an jenem Morgen machen. So sollte es sein!

Die anschließende Fahndung bestreitet Rudi alleine, der im Studio anwesende ermittelnde Beamte bleibt im Hintergrund. Im Mittelpunkt stehen das Phantombild eines der Täter sowie einige besonders markante geraubte Schmuckstücke.

Solide, stringent, eine Prise Humor, gute szenische Spannungsmomente – was kann man von einem (wie man mit Blick auf die Kriminalstatistik ja leider sagen muß) „Durchschnittskriminalfall“ wie diesem mehr erwarten. Allenfalls fehlt in diesem Fall auf jeden Fall ein Hund! Macht zwei Sterne!

Dann ist die Sendung auch schon vorüber. Der Vollständigkeit halber sei noch angemerkt: Alfred Hettmers Hinweise am Schluß der Sendung bleiben ohne nennenswerte Zwischenresultate. Gebt diesem sympathisch wirkenden Studiofachmann doch auch mal wirklich was zu sagen, also z.B. eine Präsentation, „ganz aktuelle Fahndung am Schluß“ – kann der Sendung nicht schaden!

---

Das Fazit der November-Sendung lautet aus meiner Sicht: „A mixed bag“ , wie der Engländer so schön sagt, wobei insgesamt, was die Umsetzung der Filmfälle anbelangt, die positiven Elemente deutlich überwiegen (im Vergleich zu den anderen bisherigen Sendungen 2008 würd ich sagen „Mittelfeld“). FF3, wiewohl eigentlich gar kein ‚richtiger’ Filmfall, ragt als „Besonderheit“ ein wenig heraus. In FF1 wirkten die Unterbrechungen nicht allzu stark störend, alle anderen FF waren nicht unterbrochen (dazu kann man nur gratulieren), unterbrachen sich höchstens selbst durch szenisches Psychogeschwurbel (FF5, FF6). Dem stehen mit FF2, FF4 und FF7 aber drei grundsolide aufbereitete „normale XY-Fälle“ entgegen.

Eklatant allerdings wieder die großen Schwächen der Fahndungsansätze bei praktisch allen Filmfällen (da machten die Studiofälle eine deutlich bessere Figur, besonders der Fall Michelle) – daran muß XY, meiner persönlichen Meinung nach, unbedingt schnellstens etwas verbessern. Von außen ist schwer zu beurteilen, wer für die Verwässerungen der Fahndungsansätze verantwortlich ist – ich könnte mir aber vorstellen, daß es mit der Auswahl der Fälle zu tun hat bzw. damit, daß fahndungsfremde Aspekte dabei zu oft eine zu große Bedeutung beigemessen wird.

Aside am Schluß: Sorry, falls mein Review diesmal überlang ausgefallen ist – zum Kürzen hab ich jetzt aber keinen Bock mehr. Habe ihn gestern am späten Abend fertiggeschrieben, mir dann noch ein Bier bestellt (und sogar getrunken ), jetzt eben am Samstagmorgen doch mal durchgelesen und poste ihn einfach so, wie er gestern um Mitternacht war.

Ich drück jetzt lieber zur Erholung mal auf die "Tube" und schaue, was da so drinnen ist... da die Axt im Haus bekanntlich den Zimmermann erspart, lehne ich es nämlich grundsätzlich ab, eine Axt zu besitzen.

Bernhard.

Hier noch der Vollständigkeit halber die ersten Zuschauerreaktionen (die diesmal erst am Donnerstag in Edes Internetportal erschienen, obwohl von Mittwoch abend datiert) – erfreulicherweise gibt’s dazu inzwischen schon etwas zu ergänzen, nämlich die KLÄRUNG von Studiofall 3 (Kripo Ulm): Der LKW-Westen-Bankräuber konnte offenbar bereits am Freitag geschnappt werden.

Aktenzeichen XY: Zahlreiche Hinweise auf Phantombild
"Soko Michelle" mit Resonanz zufrieden - Viele Anrufe zu flüchtigem Millionendieb

Können die XY-Zuschauer helfen, den Mord an der kleinen Michelle aus Leipzig aufzuklären? Noch während der Sendung am Mittwoch gingen zahlreiche Hinweise ein. Kriminaldirektor Uwe Matthias hatte ein Phantombild präsentiert, das einen Mann zeigen soll, der in diesem Fall eine wichtige Rolle spielen könnte. Mehrere Zuschauer glaubten, den Gesuchten erkannt zu haben. Uwe Matthias, Leiter der "Soko Michelle", zeigte sich mit der Resonanz zufrieden, "jetzt gilt es, jeden dieser Hinweise genau zu überprüfen".
Ebenfalls zahlreiche Hinweise gingen im Fall des gesuchten Geldtransportfahrers Metin Yasar ein, der mit über 2,7 Millionen Euro auf der Flucht sein soll. Mehrere Anrufer gaben an, den 36-Jährigen in seinem Fluchtwagen gesehen zu haben. Die Kripo Ulm nahm die weiteren Ermittlungen auf. Weitere viel versprechende Hinweise gab es unter anderem zu einem Überfall mit einem Elektroschocker in Haan und zur Fahndung der Kripo Braunschweig nach einem Bankräuber-Duo. Im Fall einer Betrügerbande, die in Kirn/Nahe Münz- und Briefmarkensammler geprellt hatte, gab es zudem Hinweise zu dem mit Phantombild gesuchten Haupttäter.
05.11.2008/mb


---->Nächste XY-Sendung: 10. Dezember 2008 <---

ERGÄNZUNG: Studiofall 2 (Kripo Ulm) vom 5.11.2008 GEKLÄRT
Die Kripo Ulm fahndete in der XY-Sendung am 5. November 2008 nach einem Bankräuber, der bisher fünf Mal zugeschlagen haben soll.
Bereits zwei Tage nach der Sendung die Erfolgsmeldung: Aufgrund von Zuschauerhinweisen konnte die Polizei einen Tatverdächtigen festnehmen. Der Mann räumte die Taten ein. Wie die Polizei vermutet, ist er LKW-Fahrer.

(www.e110.de, 7.11.2008 )
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#27

Re: Sendung vom 5.11.2008

in XY-Hauptsendungen 08.11.2008 10:11
von Peter Poppy Köhler • 244 Beiträge
bd-vogel: Der fortschreitende psychische Verfall der Mutter (schauspielerisch betrachtet toll gespielt von – ja von wem? Weiß jemand, wie die Schauspielerin heißt?


Wie ich bereits weiter oben erwähnt habe, heißt die Darstellerin Annette Kreft. Sie hat in den 80er-Jahren in der Serie "Lindenstrasse" Bianca Guther verkörpert. Obwohl ich die Serie damals (bis etwa Mitte 90er) mit Begeisterung gesehen habe, habe ich die Schauspielerin in diesem FF4 nicht mehr erkannt; der Name ist mir erst im Abspann aufgefallen.

Wer sich ein Bild von Annette Kreft aus der Serie (damals) machen möchte, der klicke auf folgenden Hinweis:

http://www.lindenstrasse.de/lindenstrasse/lindenstrassecms.nsf/index/8A28BBC6DB93597CC125715700362514?OpenDocument&par=arbi
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#28

Re: Sendung vom 5.11.2008

in XY-Hauptsendungen 08.11.2008 12:32
von bdvogel (gelöscht)
avatar
Danke ppk, hatte ich überlesen... und: Nee, die Kreft hätt ich jetzt auch nicht erkannt.

Bernhard.
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#29

Re: Sendung vom 5.11.2008

in XY-Hauptsendungen 08.11.2008 13:13
von Litzelwalchen • 113 Beiträge
Also ich werde mich nur kurz äußern. Einerseits ist es ja schön, daß nicht so viele, brutalem spektakuläre Verbrechen geschehen, aber ich finde die behandelten Fälle allesamt eher "langweilig". Die Tatsache, dass immer wieder auf uralte FF zurückgegriffen wird zeigt, wie wenig aktuelle Schwerverbrechen wohl geschehen. Möglich wäre auch, daß die Auswahl einfach unterirdisch schwach ist.
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#30

Re: Sendung vom 5.11.2008

in XY-Hauptsendungen 09.11.2008 23:32
von Trollywood • 6 Beiträge
Ich habe gerade einen interessanten Artikel über die XY-Sendung vom 05.11. bei dwdl.de gefunden:

AUCH BEI JÜNGEREN
"Aktenzeichen XY... ungelöst" trotzt dem Fußball


( 06.11.2008 ) Anfang des Jahres verlegte das ZDF seine Fahndungssendung "Aktenzeichen XY... ungelöst auf den Mittwoch und verlängerte die Sendezeit. Eine goldrichtige Entscheidung. Die Quoten sind seitdem hervorragend.

Über 5 Millionen Zuschauer sind für Rudi Cernes Verbrechersuche in "Aktenzeichen XY... ungelöst" inzwischen die Regel. Auch in dieser Woche sah es wieder hervorragend aus - trotz der starken Fußball-Konkurrenz bei Sat.1.

Insgesamt sahen im Schnitt 5,57 Millionen Zuschauer ab drei Jahren zu, was beim Gesamtpublikum einem sehr guten Marktanteil von 17,8 Prozent entsprach. Den Tagessieg musste man zwar König Fußball überlassen, in seinem Timeslot war "Aktenzeichen XY" aber damit Marktführer.

Besonders hervorzuheben ist, dass das ZDF mit seiner Fahndungssendung auch die jüngeren Zuschauer erreicht, was den Mainzern sonst meist nicht gelingt. Doch mit 1,58 Millionen 14- bis 49-jährigen Zuschauern und 12,1 Prozent Marktanteil lief es auch hier hervorragend. Der Marktanteil war fast doppelt so hoch wie der ZDF-Senderschnitt.


Quelle: http://www.dwdl.de/article/story_18458,00.html
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